Top of the Decks – Die besten Hearthstone Decks für den August 2020

Herzlich Willkommen zur elften Ausgabe “Top of the Decks – Die besten Hearthstone Decks”! In diesem umfangreichen Format möchten wir von NAT-Games die Hearthstone Puristen unter euch ansprechen und mit aktuellen Informationen rund um die Meta von Blizzards Sammelkartenspiel versorgen. Generell erwartet euch im Folgenden ein monatliches Update zur Meta-Landschaft im Standard Format, gefolgt von jeweils zwei kompetitiven Decklisten für jede der neun Klassen. Wir versuchen dabei jeden Monat einen guten Mix aus den besten und unterhaltsamsten Decks für euch herauszusuchen. Dafür machen wir uns zum einen die Daten von HSReplay zunutze, zum anderen durchforsten wir die Hearthstone Community auf der Suche nach Geheimtipps.

Das Ende der Sommerferien

Am 06. August öffnete die Akademie Scholomance ihre Pforten und läutete das Ende der mitunter einseitigen Ruinen der Scherbenwelt-Meta ein. Schluss mit den ewigen Dämonen Jägern, jetzt sind auch mal wieder die anderen Klassen an der Reihe! Die Entwickler von Team 5 haben alles daran gesetzt, jeder einzelnen Hearthstone-Klasse die ein oder andere überdurchschnittlich gute Karte in die Hand zu drücken – getreu dem Motto “viel hilft viel”. Wie gewohnt führte das kurz nach der Veröffentlichung der neuen Erweiterung zu einer überaus polarisierten Meta-Landschaft. Wer hätte auch damit rechnen können, dass die Klasse der Druiden mit einem ungenerften Anregen (Gewitterblüte) absurde Spielzüge umsetzen kann? Mittlerweile scheint sich die Lage etwas zu beruhigen und Malfurion lässt auch seinen fantastischen Kollegen Raum sich zu entfalten. Wir haben uns für euch zwischen die zahllosen Vierbeinigen Freunde geworfen und die frühe Akademie Scholomance-Meta studiert. Wie gewohnt findet ihr neben diesen Zeilen unsere hauseigene Tier-Liste, die euch alle erwähnten Decks in hierarchischer Reihenfolge präsentiert – unterteilt in drei Hauptkategorien. Unter der Kategorie der Best Decks findet ihr die Crème de la Crème der aktuellen Meta, während ihr in der Kategorie Great Decks ihre heißesten Verfolger einsehen könnt. Den Schluss bilden die Off-Meta Decks, die den ein oder anderen Sieg versprechen und meist exotischer Natur sind, aber insgesamt unter dem Durchschnitt liegen. Neu, seit der Mai-Ausgabe von Top of the Decks, ist die Unter-dem-Radar-Kategorie, in der wir euch ein besonderes Off-Meta Deck präsentieren, welches trotz mangelnder Bekanntheit großes Potenzial besitzt mit der Spitze mithalten zu können.

Hearthstone New DLC

 

Hochbegabte Schüler

Frage: Ist es eine gute Idee, der Druiden-Klasse die Karte Anregen in ihrer alten Form zurückzugeben? Die richtige Antwort ist natürlich nein. Team 5 dachte allerdings, dass man die Macht dieser Karte mit einer deftigen Überladungs-Strafe dämpfen könnte, eine Überlegung, die in der Praxis gefloppt ist. Denn wen jucken überladene Manakristalle, wenn das Spiel einen Zug vorher entschieden wurde? Genau dieses Problem überkam uns kurz nach der Veröffentlichung der Akademie Scholomance-Erweiterung mit dem Guardian-Druiden. 2 x Anregen + 2 x Gewitterblüte ermöglicht es diesem Archetypen bereits im ersten Zug Vierbeinige Freunde aufs Feld zu zaubern – oder in anderen Worten: das Spiel direkt zu gewinnen. Natürlich benötigt ihr für diesen extremen Fall eine große Portion Glück, aber generell sollte diese Gleichung ausreichen, um das unfaire Potenzial des Decks darzustellen. Schließlich lassen sich die erwähnten Karten auch für sich genommen dafür nutzen euren Mana-Vorteil “langsam” auszubauen. Ein frühes Wildes Wachstum? Kein Problem. Absurde Kael’thas-Züge? Na klar! Im Grunde genommen sind wir uns sicher, dass die Karte Gewitterblüte eine der Ersten sein wird, die unter den Nerf-Hammer von Blizzard gerät. Guardian-Druide ist aktuell der treibende Faktor für die Entwicklung der Scholomance-Meta. Entweder ihr schafft es Malfurion mit extrem früher Aggression zu bezwingen oder ihr stopft euer Deck mit zahlreichen Kontroll-Werkzeugen voll. Einen Mittelweg scheint es momentan nicht zu geben.

Anduin hat sich diesen Rat schnell zu Herzen genommen und gleich mehrere Decklisten ins Rennen geschickt, die bis an die Zähne mit Kontroll-Werkzeugen bewaffnet sind. Sowohl der wohlbekannte Galakrond- als auch der Highlander-Priester konnten sich mit einer Handvoll Scholomance-Karten sinnvoll verstärken und schnell jeden Kontrahenten in den Wahnsinn treiben. Denn die Priester-Klasse verfügt seit Längerem wieder über zahlreiche Möglichkeiten mächtige Kreaturen des Gegenübers zu stehlen. Besonders die Zauberschub-Karte Akolyth der Kabale hat sich als wahrer Joker entpuppt. In Kombination mit Welle der Trägheit oder Lazuls Plan kann sich diese Karte jede noch so hochgezüchtete Kreatur unter den Nagel reißen – ein Fakt der besonders die Druiden, Paladine und Krieger verzweifeln lässt. Wirklich unfair wird es aber erst durch die Gewitterblüten-Karte der Priester-Klasse: Gedankenreißerin Illucia. Stellt euch einmal vor, ihr sitzt in der Schule, habt fleißig gebüffelt und rockt gerade die Klausur die vor euch liegt. Plötzlich kommt eine eurer Klassenkameradinnen zu euch, reißt euch eure Antworten aus der Hand, schreibt sie alle ab und zerfetzt sie im Anschluss in tausend Teile – das Ganze natürlich fünf Minuten vor dem Ablauf der Zeit. Diese Klassenkameradin heißt Illucia und sie ebnet Anduin im Alleingang den Weg zur Spitze der aktuellen Meta. Warum das so ist, erfahrt ihr im Folgenden.

 

Leseratten und Naturtalente

Uther stellt wohl die größte Überraschung der frühen Scholomance-Meta dar. Gleich zwei seiner ehemals schwächelnden Archetypen finden sich unter den aktuell besten Decks wieder. Genauer gesagt scheinen die Ansätze des Pure- und Buchband-Paladins allmählich zu verschmelzen. Mittlerweile verfügt Uther über eine große Anzahl mächtiger Klassen-Karten, sodass auch der Buchband-Paladin auf neutrale Karten verzichten kann, um sich die mächtigen Kampfschreie von Lichtgeschmiedeter Zelot und Ritter nutzbar zu machen. Insbesondere die Doppelklassen-Karten, die sich Uther mit Anduin teilt, haben für den Durchbruch des Paladin-Archetypen gesorgt. Im aktuellen Aggro- und Kontroll-Wahnsinn auf der Ladder von Hearthstone, kann sich der Buchband-Paladin als einziges echtes Midrange-Deck hervortun, welches mit einer überaus ausbalancierten Gewinnrate glänzt. Das Deck hat die nötige Flexibilität, um sowohl mit früher Aggression, als auch mit kontrollierenden Ansätzen umgehen zu können.

Ist euch etwas aufgefallen? Wir haben uns bereits mit mehreren Klassen von Hearthstone beschäftigt, ohne auch nur einmal auf Illidan eingegangen zu sein. Die Dämonen Jäger-Klasse hatte in der Ruinen der Scherbenwelt-Meta ihr Debüt gefeiert und über Monate hinweg alle anderen Klassen dominiert. Jetzt finden wir uns in der Akademie Scholomance wieder und Illidan macht plötzlich einen fast schon irdischen Eindruck. Wir sind uns allerdings ziemlich sicher, dass dieser Eindruck täuscht. Karten wie Gewitterblüte oder Illucia erfordern keine großartige Finesse in Bezug auf das Erstellen einer dazu passenden Deck-Liste. Im Fall der Dämonen Jäger-Klasse sieht das ganz anders aus. Die Optimierung des Tempo-Dämonen Jägers wird noch einige Wochen dauern. Viele der neuen Ansätze, wie zum Beispiel ein kleines Seelenfragmente-Paket oder Karten wie Leseratte oder Furchtloser Initiand, erscheinen vielversprechend, aber welche der etablierten Karten müssen dafür weichen? Wir zweifeln allerdings keine Sekunde daran, dass der Tempo-Dämonen Jäger das beste Deck der Klasse bleibt. Zwar tauchten kurz nach der Veröffentlichung der neuen Erweiterung zahlreiche Neulinge innerhalb der Klasse auf, wir sehen jedoch in keinem dieser Archetypen ausreichend Potenzial für die Zukunft.

 

Goodbye Old Friend

Valeera hat derweil die Qual der Wahl. Nachdem sie sich in der Ruinen der Scherbenwelt-Meta zwischen Geheimnis- oder Verstohlenheits-Paket für ihren Galakrond-Archetypen entscheiden musste, brachte die Scholomance-Erweiterung eine weitere Option ins Spiel: Geheimgang. Die Gewitterblüten-Karte der Schurken-Klasse ebnete den Weg für einen überaggressiven Archetypen, der darauf setzt möglichst viele günstige Kreaturen und Zaubersprüche zu spielen, um Geheimgang optimal nutzen zu können. Das Ergebnis ist der Aggro-Schurke, ein Aggro-Deck, welches die eigentliche Schwierigkeit eines solchen Decks ignoriert. Denn eigentlich sollten Aggro-Decks behutsam mit ihren Ressourcen umgehen müssen. Geheimgang hebelt diese Regel kurzerhand aus und ermöglicht es Valeera ihre Ressourcen mit aller Gewalt zu verprassen, ohne dass ihr dabei die Luft ausgeht. Das bietet der Schurken-Klasse erstmals seit der Erbe der Drachen-Erweiterung die Gelegenheit, ein erfolgreiches Deck ins Rennen zu schicken, welches ohne Galakrond, den Alptraum auskommt. Zwar hat mittlerweile auch der Galakrond-Schurke den Weg in die Scholomance-Meta gefunden, aktuell scheint dieser allerdings dem Aggro-Schurken unterlegen zu sein.

Garrosh wirkte nach dem Erscheinen der Akademie Scholomance-Erweiterung kurz verloren. Ohne die geliebten Tempo-Dämonen Jäger machte der Tempo-Krieger einen durchschnittlichen Eindruck, auch wenn der Archetyp einige neue und mächtige Werkzeuge beschert bekam. Hinzu kam noch die Welle der Guardian-Druiden, die mit ihren riesigen Kreaturen, die größte Schwäche des Tempo-Kriegers ausnutzte. Ein anderer Weg musste her und Garrosh entschied sich dafür Feuer mit Feuer zu bekämpfen: Der Große-Krieger kehrte zurück. Und die Mischung aus Kontroll-Werkzeugen und riesigen Kreaturen harmoniert erstaunlich gut. Getragen wird die Deck-Liste zum einen von der neuen Karte Abschlusszeremonie, die es dem Großen-Krieger erlaubt seine Big Boys ab dem siebten Zug zu entfesseln. Zum anderen sind es aber auch die Big Boys selbst, die brillieren. Allen voran die Gewitterblüten-Karte der Krieger: Störenfried. Mit dieser Karte habt ihr quasi zwei verbesserte Ragnaros in eurem Deck. Aber auch Blutrippe konnte bisher in einer Meta glänzen, in der sich kaum Schweigen-Karten befinden. Wäre da nur nicht Anduin, der sich ebendiese überzüchteten Kreaturen gerne “ausleiht”.

 

Neue Ideen vs. Alte Stärken

Die besten Archetypen der Jäger-Klasse sind bereits seit Längerem von einer dicken Staubschicht überzogen. Gute Gewinnraten und solide Begegnungen gegen die Meta-Tyrannen. Rexxar musste sich schlicht nicht nennenswert anpassen, um in den vergangenen Monaten mitzuspielen. Die Akademie Scholomance-Erweiterung lockte mit unterstützenden Karten für neue Archetypen, doch im Endeffekt scheinen diese den alten unterlegen. Sowohl der Todesröcheln-Jäger, als auch die Quest-Variante haben neue Munition erhalten, konnten sich aber mit dieser nicht durchsetzten. Einzig der Face-Jäger feiert, wie gewohnt auf den unteren Rängen, eine kleine Renaissance. Hauptverantwortlich dafür ist die neue Lieblingskarte eines jeden Aggro-Decks: Leseratte. Dank ihr können sich Face-Jäger endlich eine Möglichkeit nutzbar machen Karten zu ziehen. Somit darf der Archetyp schon früh aus allen Rohren feuern, in der Erwartung, verlässlich neue Munition nachgeliefert zu bekommen. Insbesondere die behäbigen Archetypen der Priester und Magier können dieser Taktik zum Opfer fallen. Abseits dessen kann sich Rexxar auf den Highlander-Jäger verlassen. Wie ein Fels in der Brandung, scheint dieser Archetyp einfach nicht weichen zu wollen.

Ähnlich ergeht es auch Jaina, wenn auch aus anderen Gründen. Die Scholomance-Erweiterung bescherte der Magier-Klasse leider nichts, was etablierte Deck-Ideen aufwerten konnte. Stattdessen wurde ein neuer Archetyp schmackhaft gemacht, der Zauberschaden-Magier oder auch Mozaki-Magier. Dieses Deck blendet mit einem unbeständigem Versprechen: Das Spiel dank Meisterduellantin Mozaki in einem Zug zu entscheiden. Allerdings fehlt es dem Mozaki-Magier an der elementaren Qualität eines Kombo-Decks, denn es hat die Partie bis zu dieser entscheidenden Kombination nicht im Griff. Aber dazu später mehr. So kommt es, dass sich auch Jaina auf ihr etabliertes Highlander-Deck verlassen muss, welches sich hier und da Upgrades aneignen konnte. Vom Zauber-Magier oder der Manazyklon-Variante fehlt indes jede Spur.

 

Fehlstart

Die zweite große Überraschung der Scholomance-Erweiterung ist die bislang mäßige Leistung von Gul’dan. Viele handelten das Karten-Set für die Hexenmeister als das Beste der gesamten Erweiterung, in der Praxis wirkt es jedoch “nur” okay. Die erwartete Renaissance des Hand-Hexenmeisters blieb vollkommen aus, dafür kehrte der Galakrond-Archetyp zurück. Dieser wurde sinnvoll mit einigen Teilen des Seelenfragmente-Pakets verstärkt und konnte sich so als formidables Kontroll-Deck etablieren. Allerdings kann der Archetyp in Sachen Ressourcen nicht mit der Priester-Klasse mithalten, sodass es unterm Strich das schlechtere Kontroll-Deck dieser Meta darstellt. Am anderen Ende des Spektrums versucht sich Gul’dan mit dem gewohnten Zoo-Ansatz breitzumachen, jedoch scheint es auch dort Probleme zu geben. Das Seelenfragmente-Paket, welches in der Theorie so großartig anmutet, wirkt in der Praxis eine Millisekunde zu langsam, um mit anderen Aggro-Decks mitzuhalten. Wir haben den Zoo-Hexenmeister aber noch nicht aufgegeben und glauben, dass er in einer stabilisierten Meta und in optimierter Form deutlich besser abschneiden kann.

Wenn eine Klasse eine Gewitterblüten-Karte gebraucht hätte, dann die der Schamanen. Dabei sind wir uns vollkommen darüber im Klaren, dass Thrall ironischerweise Zugriff auf Gewitterblüte hat. Leider ist die Karte ohne ein Druiden-Arsenal im Rücken wertlos, fast so wertlos wie die restlichen neuen Karten der Schamanen-Klasse. Der “beste” Archetyp der Klasse bleibt der Totem-Schamane, der nach dem kurzen Aufblühen am Ende der Ruinen der Scherbenwelt-Meta, an seinem angestammten Platz sitzt – ganz unten in der Hierarchie der Aggro-Decks. Traurigerweise könnten wir an dieser Stelle die Aussagen der vergangenen Ausgabe von Top of the Decks zitieren, obwohl mehrere Wochen und eine komplett neue Erweiterung dazwischenliegen. Ähnliches gilt für neue Spielideen der Klasse: Alle sind gefloppt. Solange die Konkurrenz nicht schon bald in Grund und Boden generft wird, könnt ihr euch in den kommenden Monaten wieder auf ein Hearthstone mit neun Klassen freuen.

HSReplay August

 

Top of the Decks: Die Klassen

 

Dämonen Jäger

Obwohl sich Illidan aktuell noch bedeckt zu halten scheint sind wir uns sicher, dass sich der Tempo-Dämonen Jäger schon bald zu einem der besten Decks der Meta aufschwingen wird. Die Heldenfähigkeit ist nach wie vor das beste, was sich ein aggressives Deck nur wünschen kann. Hinzu kommen noch einige der neuen Scholomance-Karten, die mit dem rasanten Ansatz harmonieren. Allen voran Leseratte, eine Karte, die im Verlauf der kommenden Monate in jedem einzelnen Aggro-Deck zu finden sein wird. Um das meiste aus dieser Karte zu holen, verzichten die aktuellen Dämonen Jäger-Listen auf die meisten teureren Karten und setzen auf eine Armee von 1-Mana-Kreaturen. Furchtloser Initiant, Gutgelaunte Gefährtin, Dämonischer Begleiter, Kampfscheusal: die Liste der günstigen Bedrohungen ist lang. Am oberen Ende der Mana-Kurve steht dann die phänomenale Kombination aus Markschlitzer und Glevengebundener Adept. Diese lassen sich nahtlos nacheinander spielen und bescheren euch verlässliche Schadenspunkte am Gegenüber. Und auch Altruis freut sich über die insgesamt niedrige Mana-Kurve. Der Tempo-Dämonen Jäger dürfte bestens für jegliches Aggro-Match-Up gerüstet sein. Die Krieger-Klasse dürfte das Einzige sein, was dem erneuten Aufstieg der Dämonen Jäger im Weg steht, allerdings wissen wir ja, wie gut das in der vergangenen Meta funktioniert hat.

Tempo-Dämonen Jäger

Aber kann Illidan auch etwas anderes als Aggro? Viele Hearthstone-Spieler stellten sich diese Frage vor der Veröffentlichung der Scholomance-Erweiterung. Immerhin versprach die Erweiterung mit dem Seelenfragmente-Paket, das ein oder andere Kontroll-Werkzeug. In der Praxis scheint die Idee eines reinen Kontroll-Dämonen Jägers aber nicht aufzugehen. Die Listen, die sich Teile der Seelenfragment-Karten zunutze machen, verfolgen eher einen Midrange-Ansatz. Wie gut dieser aber funktioniert ist momentan noch schwer zu beurteilen. Natürlich wirken Karten wie Fragmentmystikerin und Seelensplitterformerin aufregend und mächtig, aber lohnen sie sich auch im Vergleich zum reinen Tempo-Spielplan? Wenn man den nackten Zahlen Glauben schenkt, so lautet die Antwort nein. Laut den aktuellen Daten von HSReplay schneidet der Seelen-Dämonen Jäger deutlich schlechter ab, als sein Tempo-Verwandter. Allerdings handelt es sich bei dieser Deck-Liste um eine neue Spielidee, die noch Raum für Verbesserungen bietet. Die wichtigste Frage wird in den kommenden Wochen sein, wie gut sich der Seelen-Archetyp gegen die Tempo-Krieger schlagen wird. Wenn sich der Archetyp in diesem wichtigen Match-Up einen Vorteil sichern kann, so besteht die leise Hoffnung auf einen Machtwechsel innerhalb der Klasse.

Seelen-Dämonen Jäger

 

Schamane

Thrall ist hingegen wahrlich nicht vom Fluch der Gewinnertypen geplagt. Die zahlreichen Nerfs der vergangenen Erweiterung und die insgesamt schwachen Karten der Ruinen der Scherbenwelt/ Akademie Scholomance-Erweiterungen halten die Schamanen-Klasse weiterhin zurück und lassen keinen Raum für Innovationen. Sämtliche Archetypen der Klasse bieten interessante Ansätze, lassen allerdings Verlässlichkeit und Leistung vermissen. Nehmen wir den Totem-Schamanen als Beispiel: Totemreflexion kann jedes eurer Totems, vorzugsweise natürlich ein Manafluttotem oder Ü.B.E.L.-Totem, zu einer Unannehmlichkeit für euren Gegner werden lassen und den für ein Aggro-Deck so elementaren Schneeball ins Rollen bringen. Allerdings muss dafür eines dieser speziellen Totems die frühen Spielzüge überleben, eine Bedingung auf die der Totem-Schamane keinen Einfluss hat. Und genau hier liegt die gigantische Schwäche des Schamanen-Decks. Ein Tempo-Dämonen Jäger ergreift Zug um Zug die Initiative, setzt den Gegner unter Druck und muss NIE darauf hoffen, dass eine seiner Kreaturen bis zum nächsten Spielzug durchhält. Schamanen-Karten setzen zu stark auf Synergien mit bereits ausgespielten Kreaturen. Natürlich könnt ihr auch innerhalb eines Zuges ein Ü.B.E.L.-Totem zusammen mit Totemreflexion spielen. Allerdings benötigt ihr dafür fünf Manakristalle, die ihr nicht haben werdet, weil ihr zu diesem Zeitpunkt schon lange verloren habt und ihr ergreift, selbst wenn ihr noch leben solltet, keine nennenswerte Initiative mit einem solchen Zug.

’nuff said.

Totem-Schamane

Und was ist mit anderen Schamanen-Decks? Na ja, die nächst weniger schlechte Alternative für Thrall bietet der neue Zauber-Schamane. Dieser zusammengewürfelte Archetyp versucht mehrere Ansätze unter einen Hut zu bringen: Zauberschaden, Zaubersprüche, Überladungs-Synergien und Schicksalshammer + Waffe des Felsbeißers. Fairerweise muss man zugeben, dass dieser Ansatz das ein oder andere Opfer findet, allerdings muss man dafür auch zugestehen, dass wir uns aktuell in einer noch recht instabilen Hearthstone-Meta befinden. Sobald sich die Lage beruhigt hat und die endgültigen Kräfteverhältnisse feststehen, würde es uns wundern, wenn ihr dem Zauber-Schamanen regelmäßig über den Weg lauft.

 Zauber-Schamane

 

Paladin

Uther ist endlich wieder zurück und glänzt mit seiner ältesten Stärke: Guten Midrange-Decks. Der Buchband-Paladin hat dabei alles, was ein exzellentes Midrange-Deck benötigt. Fangen wir bei den frühen Spielzügen an, die der Archetyp zu bieten hat. Dank der phänomenalen Karte Erster Schultag, hat der Buchband-Paladin endlich eine Handvoll 1-Mana-Kreaturen, mit der er die ersten Spielzüge überbrücken kann. Sind diese erst einmal überstanden, entfaltet das Deck seine wahre Macht: Karten wie Lichtgeschmiedeter Zelot, Hochäbtissin Alura, Gudrun Zweischild, Buchband der Gerechtigkeit und Segen der Autorität, lassen euren Kontrahenten keine Luft zum Atmen. Insgesamt scheint die Scholomance-Erweiterung die letzten Mosaiksteinchen für diesen Archetypen geliefert zu haben. Jede Karte harmoniert mit einer anderen. Die vielen, durch Gehilfin der Aldor oder Wahrheitssucher der Aldor vergünstigten, Buchbände aktivieren die neuen Zauberschub-Karten umsonst und lassen euch ganz nebenbei einen kostenlosen Eifriger Schüler aufs Feld zaubern. Der Lichtgeschmiedete Ritter sorgt für Ressourcen in Kontroll-Match-Ups, während ein früher Buchband der Hoffnung, jede Aggro-Begegnung entscheiden kann. Wenn ihr in den frühen Tagen der Scholomance-Meta ein Allround-Talent sucht, dann könnt ihr mit dem Buchband-Paladin nichts falsch machen. Momentan hat dieser Archetyp nur ein schlechtes Match-Up gegen Tempo-Dämonen Jäger – Nachtigall ick hör dir trapsen.

Buchband-Paladin

 

 

Priester

Nach langen Wochen und Monaten freut es uns die folgenden Zeilen zu verfassen: Anduin stellt aktuell das wohl beste Deck von Hearthstone. Und diesmal nicht in Form eines degenerativen Kombo-Decks, nein, in klassischer Kontroll-Manier, ganz so wie es die Entwickler von Team 5 für die Priester-Klasse festgelegt haben. Der Highlander-Priester scheint eine Antwort auf jede Bedrohung aufweisen zu können, die sich ihm entgegenstellt. Besser noch, die größten Bedrohungen, kann sich Anduin selbst unter den Nagel reißen. Dank der Kombination aus Welle der Trägheit oder Lazuls Plan mit Akolyth der Kabale oder Kabalschattenpriesterin, sind all die Störenfriede und aufgemotzen Paladin-Diener für euch auf Abruf bereit. Der wahre Grund für den momentanen Erfolg der Priester ist aber die Gewitterblüten-Karte der Klasse: Gedankenreißerin Illucia. Mithilfe dieser Karte muss sich Anduin nicht länger vor Kombo-Decks fürchten. Aber Illucia glänzt nicht nur gegen die seltenen Kombo-Archetypen der Scholomance-Meta. Im richtigen Moment kann die Karte in jedem Match-Up glänzen. Eure Hand ist überladen mit teuren Karten, die ihr nicht spielen könnt und euer Aggro-Gegner setzt euch unter Druck? Illucia “schenkt” eurem Kontrahenten die tote Hand und ihr könnt im Gegenzug seine Kreaturen für euch nutzen oder wichtige Schlüsselkarten verprassen. Ein Guardian-Druide steht offensichtlich kurz vor seinem explosiven Kael’thas-Zug? Schnappt euch seine Hand und verschwendet alle 0-Mana-Zaubersprüche. Die Einsatzmöglichkeiten von Gedankenreißerin Illucia sind ebenso vielseitig wie mächtig, sofern ihr eine gute Kenntnis eures Match-Ups vorweisen könnt.

Highlander-Priester

Gleiches gilt auch für den regulären Galakrond-Priester, wenn auch in abgespeckter Form. Denn wie so oft, hat direkt nach dem Erscheinen einer Erweiterung zunächst das Highlander-Deck die Nase vorn, da es alle der vermeintlich guten Karten nutzen kann, ohne sich entscheiden zu müssen – plus Zephrys und Drachenkönigin Alexstrasza natürlich. Der Galakrond-Priester scheint bislang noch Schwierigkeiten damit zu haben den nötigen Platz für die neuen Kracher zu finden. Vielleicht könnte es aber auch dazu kommen, dass der Highlander-Priester auch auf lange Sicht überlegen bleibt, da es schlichtweg unmöglich sein kann, all diese individuell guten Karten in ein Deck zu quetschen. Bis diese Frage geklärt ist, empfehlen wir euch daher eher das Highlander-Deck, sofern ihr es euch leisten könnt.

Galakrond-Priester

 

Schurke

Im Zuge dieser Ausgabe von Top of the Decks haben wir uns schon über viele überstarke Karten ausgelassen, aber Geheimgang spielt in einer ganz anderen Liga. Erinnert ihr euch noch an Myras instabiles Element, die Karte, die euch im Notfall euer gesamtes Deck ziehen ließ? Nun, diese Karte ist zurück, nur dass ihr sie zweimal in euer Deck packen könnt und sie, anders als ihr Vorbild, keinen gravierenden Nachteil mit sich bringt. Klingt fair, oder? Passend zu dieser Karte hat es sich die Schurken-Klasse zur Aufgabe gemacht ein Deck zu bauen, welches gerade so teuer ist, wie es sein muss, um effektiv zu sein. Das Ergebnis: Aggro-Schurke. Viele kleine Kreaturen, gepaart mit günstigen Zaubersprüchen und einem kleinen Waffen-Paket. Mehr braucht es nicht, um diesen Archetypen brandgefährlich zu machen. Insbesondere das kleine, aber überaus effektive Waffen-Paket rund um die neue Karte Selbstschärfendes Schwert und Stahltänzerin hat sich als überaus mächtig erwiesen. Wertet ihr euer Schwert mit nur einem Tödlichen Gift auf und greift einmal an, so beschwört Stahltänzerin bereits eine 4-Mana-Kreatur für lau. Ganz zu schweigen von der riesigen Waffe, die ihr noch dreimal benutzen könnt! Aggro-Schurke beweist, dass Valeera auch gut ohne Galakrond, den Alptraum auskommen kann. Die Frage ist, wie gut sich der junge Archetyp gegen wiedererstarkte Dämonen Jäger behaupten kann. Aber bis dahin kann er sich stolz bestes Aggro-Deck nennen.

Aggro-Schurke

Wenn ihr allerdings nicht auf Galakrond, den Alptraum verzichten wollt, so bietet sich euch auch in der Scholomance-Erweiterung die Möglichkeit dies mit sehenswertem Erfolg zu tun. Anscheinend hat in dem neuen Umfeld die Geheimnis-Variante die Nase vorn. Das einzige wirklich neue und interessante an einigen der Galakrond-Listen ist die Karte Wissenshüter Polkelt. Dank dieser Karte versucht der Archetyp ab einem gewissen Punkt im Spiel, die zahlreichen günstigen Karten ans letzte Ende des Decks zu verbannen, um möglichst zuverlässig an Galakrond, Togwaggle und Co. zu kommen. Laut den Zahlen scheint dieses Vorhaben auch relativ gut aufzugehen. Mit dem Galakrond-Schurken seit ihr aktuell besonders gut gegen die Priester der Ladder gewappnet.

Galakrond-Schurke

 

Druiden

Es gibt immer dieses eine Deck, welches kurz nach der Veröffentlichung einer neuen Erweiterung die jungfräuliche Meta tyrannisiert. Im Fall der Scholomance-Erweiterung dürfte dieser Tyrann der Guardian-Druide sein. Das warum dürfte niemanden verwundern. Bereits im gesamten Artikel nutzen wir die Druiden-Karte Gewitterblüte als ein Synonym für unfair starke Karten. Wie eingangs bereits erwähnt ist diese Karte jedoch keine Neuerung für Hearthstone. Sie existierte schon früher in From von Anregen, nur erschien diese Karte zu mächtig, um sie weiter bestehen zu lassen. Scheinbar hielten es die Entwickler für eine gute Idee, der ganzen Angelegenheit eine zweite Chance zu geben. Das Ergebnis ist der Guardian-Druide. Dank Gewitterblüte kann sich Malfurion endlich wieder den Gesetzen von Hearthstone entziehen und Mana verschleudern wie es ihm passt. Vierbeinige Freunde, wenn euer Gegenüber noch mit Wolpertingern spielt? Kein Problem! Erschwert wird die gesamte Misere zudem noch von der hohen Qualität der neuen Druiden-Karten. Vierbeinige Freunde wäre bei Weitem nicht so stark, wenn man mithilfe des Zauberspruchs keine Zwielichtläufer beschwören könnte. Erschwindeltes Mana wäre nicht so schlimm, wenn es kein Überleben des Stärkeren geben würde. Wir gehen felsenfest davon aus, dass Gewitterblüte in dieser Form nicht Bestand haben wird und darf. Selbst wenn Team 5 stattdessen Vierbeinige Freunde oder Zwielichtläufer aufs Korn nehmen würden – Malfurion würde einen neuen Weg finden. Bis dahin raten wir euch entweder zu einem der extremen Aggro-Decks oder der Priester-Klasse. Leider können euch auch diese nicht vor einem glücklichen Druiden-Spieler schützen, der die Hand seines Lebens gezogen hat.

Guardian-Druide

Im Schatten des imposanten Verwandten hatte sich Malfurion zu Beginn der neuen Erweiterung den Kuribohs verschrieben. Diese sehen in Hearthstone nur etwas blutrünstiger aus und hören auf den Namen Gibberling. Der Gibberling-Druide lässt sich am ehesten mit einer modernen Variante eines Token-Decks vergleichen. Im Kern steckt die Karte Gibberling mit ihrem mächtigen Zauberschub-Effekt, der möglichst oft innerhalb eines Zuges ausgelöst werden soll. Rund um diese Aufgabe herum finden sich die gewohnten Token-Karten wieder. Wildes Brüllen als Gewinnmöglichkeit, Leseratte zum Ziehen von Karten und natürlich Gewitterblüte als Treibstoff des Ganzen. Leider wirken die aktuellen Gibberling-Listen noch ziemlich unausgereift. Einige der enthaltenen Karten tragen nur geringfügig zum Plan des Archetypen bei, einige sogar überhaupt nicht. Mit ein wenig Feinschliff, könnte sich der Gibberling-Druide vielleicht zu einem der besseren Aggro-Decks mausern, ohne bleibt es Durchschnitt.

Gibberling-Druide

 

Jäger

Wer könnte besser gerüstet sein für eine Meta in der es darum geht langsame Druiden zu erlegen? Nun, anscheinend nicht unbedingt Rexxar. Zwar wurden dem Face-Jäger dafür einige neue Werkzeuge an die Hand gelegt, für einen Platz unter den besten Decks von Hearthstone reicht es allerdings nicht. Dafür erscheint der Ansatz des Archetypen schon fast zu “ehrlich”. Eine gratis Heldenfähigkeit im ersten Zug dank Rundgangsleiter ist schön und gut, kann aber nicht mit den Powerplays der Konkurrenz mithalten. Rexxar fehlt es in dieser Erweiterung schlichtweg an einer Gewitterblüten-Karte. Nichtsdestotrotz könnt ihr mit dem Face-Jäger Jagd auf ahnungslose Spieler der unteren Ränge machen, die sich von den sehenswerten Schadenswellen überrumpeln lassen. Je höher ihr aber steigt, desto geringer werden eure Chancen mit diesem Deck.

Face-Jäger

Gut, dass sich die Jäger-Klasse weiterhin auf ihren Highlander-Jäger verlassen kann. Auch wenn der betagte Archetyp den Anschluss zur absoluten Spitze der Nahrungskette verloren zu haben scheint, macht er insgesamt noch einen soliden Eindruck. Selbst gegen die zahlreichen Guardian-Druiden kann sich der Highlander-Jäger in 44,6% der Fälle durchsetzten. Richtig düster sieht es aber im Kräftemessen mit Buchband-Paladinen aus – eine Begegnung die leider immer häufiger auftritt. Trotzdem gebührt dem Highlander-Archetypen Respekt. Immerhin schafft er es in einer Welt der Gewitterblüten zu bestehen, ohne dabei selbst auf so eine Karte zugreifen zu können. Wenn ihr also in den vergangenen Monaten Tonnen von Sternenstaub in dieses Deck gesteckt habt, dürft ihr euch auch weiterhin damit auf die Ladder von Hearthstone trauen.

Highlander-Jäger

 

Krieger

Die Scholomance-Erweiterung konnte zu Beginn mit einigen Überraschungen aufwarten. Neben dem raketenhaften Aufstieg der Buchband-Paladine und der enttäuschenden Leistung von Gul’dan, erstaunte auch Garrosh. Niemand hatte vor der Veröffentlichung der Erweiterung den Großer-Krieger auf dem Zettel, doch hier sind wir und der Archetyp ist nicht nur der momentan beste für Garrosh, sondern einer der besten überhaupt. Dank einer soliden Kontroll-Hülle schafft es der sonst so behäbige Archetyp, die vielen aggressiven Decks der Ladder unter Kontrolle zu behalten, während die überdimensionierten Kreaturen alle anderen Gegner staunen lassen. Überraschende Karten des Archetypen sind unter anderem Bollwerk von Azzinoth, welche in einer Meta ohne Waffenzerstörung überlebenswichtige Lebenspunkte schützen kann, aber auch die unscheinbare Karte Sportlehre. Die verschafft euch nämlich mit relativ großer Wahrscheinlichkeit eine weitere Kopie von Kargath Messerfaust! Wer ruht sich nicht gerne auf 20–30 Rüstungspunkten aus? Die unangefochtenen Stars des Decks sind aber die neuen und überaus mächtigen Kreaturen die sich Garrosh sichern konnte. Sowohl Störenfried als auch Blutrippe glänzen in nahezu jeder Beziehung. Leider bleibt der Großer-Krieger auch in dieser deutlich kompetitiveren Variante ein Deck, welches euch gelegentlich in den Wahnsinn treiben kann. Mit viel Pech könnt ihr an eine Starthand geraten, die quasi stellvertretend für eure sofortige Niederlage steht. Wir gönnen dem Großer-Krieger seinen kurzen Moment in der Sonne, setzen in der näheren Zukunft allerdings auf andere Krieger-Archetypen.

Großer-Krieger

Einer dieser Archetypen ist ganz klar der Tempo-Krieger. In der Erwartung, dass die Guardian-Druiden und Großer-Krieger durch Nerfs oder Meta-Verschiebungen verschwinden werden, dürfte der Ruinen der Scherbenwelt-Archetyp diese Decks als Thronfolger beerben. Denn die unangefochtene Stärke gegen aggressive Deck-Listen bleibt bestehen und diese gibt es in rauen Mengen – Tendenz steigend. Und dank der neuen Karte Störenfried ist der Archetyp sogar etwas zugänglicher geworden. Ihr müsst euch nicht länger den Kopf zerbrechen wie ihr Grommash am besten einsetzt, um die Lebenspunkte eures Kontrahenten auf null zu bringen. Spielt einfach Störenfried und die Sache erledigt sich von allein. Zugegeben wir nehmen euch hier gerade etwas auf den Arm, Tempo-Krieger bleibt ein verdammt anspruchsvolles Deck und die von uns skizzierte, schillernde Zukunft des Archetypen könnte sich als bloße Fantasie entpuppen.

Tempo-Krieger

 

Magier

Jaina hätte sich über neue Verstärkung für ihren reinen Zauber-Archetypen gefreut. Stattdessen gab es Ansätze eines Zauberschaden-Decks, welche kurzerhand im Mozaki-Magier umgesetzt wurden. Ein Deck, welches in den ersten Stunden der Scholomance-Erweiterung für Aufsehen und Aufregung sorgte, aber relativ zeitig wieder von der Bildfläche verschwand. Die Aufregung war durch die vermeintliche Unfairness bedingt, denn in der Theorie kann der Mozaki-Magier den Kontrahenten im 9. Zug ausschalten, ohne dass dieser etwas dagegen machen kann. Dank Wissenshüter Polkelt lässt sich die Meisterduellantin Mozaki  garantiert finden. Die Kombination mit Zauberlehrling ermöglicht es letztlich so viele kleine Zaubersprüche aneinander zu reihen, dass sich der Zauberschaden von Meisterduellantin Mozaki mühelos bis +20 hochtreiben lässt. An dieser Stelle reicht dann schon der kleinste Zauberspruch, um den Gegenüber in einem Zug zu eliminieren. Der Haken dieses Archetypen ist jedoch, dass er bis zu diesem Zeitpunkt kaum Handlungsmöglichkeiten bietet. Ihr könnt eure günstigen Zauber-Karten nicht kopflos verschleudern, da ihr sie für die Kombo braucht und selbst diese sind nicht immer in der Lage dazu eine Partie zu kontrollieren. So wurde der Mozaki-Magier schnell zu einer Randerscheinung der Meta von Hearthstone.

Mozaki-Magier

Somit muss sich die Magier-Klasse weiterhin auf ihren Highlander-Archetypen verlassen. Dieser konnte sich mit einigen Scholomance-Karten aufwerten und mit seiner Flexibilität einen Platz unter den besten Decks erkämpfen. Karten wie Devolutionsgeschosse oder Einäschern haben wichtige Lücken im Spielplan des Highlander-Magiers geschlossen und das schwache frühe Spiel des Archetypen deutlich verbessert. Aber auch in den mittleren Phasen einer Partie gibt es dank Jandice Barov eine neue Bedrohung für euren Kontrahenten. Ansonsten gibt es zu dieser Deck-Liste nicht viel zu sagen, da sie sich im Kern kaum verändert hat und weiterhin solide funktioniert. Insofern darf sich Jaina nicht beschweren.

Highlander-Magier

 

Hexenmeister

Vor dem Erscheinen der Scholomance-Erweiterung wurden die neuen Hexenmeister-Karten als die mit Abstand besten gehandelt. In der Praxis scheinen die vielen, individuell guten Karten allerdings nur wenig zu harmonieren. Insbesondere das Seelenfragment-Paket ermunterte zum Versuch den Hand-Hexenmeister wiederbeleben zu wollen, allerdings scheiterten diese Ansätze allesamt. Mittlerweile scheint sich der Galakrond-Hexenmeister als Klassen-Primus hervorzutun. Dieser Archetyp war bereits in der Ruinen der Scherbenwelt-Meta erfolgreich gewesen, war aber gegen Ende zu einem Nischen-Deck verkommen. Mit den neuen Karten macht der Galakrond-Archetyp aber wieder eine durchaus vielversprechendere Figur. Das Seelenfragment-Paket beschert der Deck-Liste überlebenswichtige Lebenspunkte und ermöglicht nebenbei noch den Einsatz von Seelenkundlerin Malicia, Morschknochenzerstörer und Co.. Unterm Strich stellt der Galakrond-Hexenmeister allerdings eine weniger erfolgreiche Variante des Highlander-Priesters dar.

Galakrond-Hexenmeister

Eine neue Erweiterung, ein neuer Zoo-Hexenmeister. Auch der ewige Archetyp der Hexenmeister-Klasse hat den Versuch unternommen, die vielversprechenden Karten sinnvoll umzusetzen. Ein Versuch, der bislang noch nicht geglückt ist. Kurioserweise fehlt es dem Zoo-Hexenmeister sowohl an früher Aggression, als auch an nennenswertem Top-End. Zwei vergünstigte Fleischriesen haben in einer von Priestern dominierten Meta einfach keinerlei Wert. Dieser Archetyp muss von Grund auf neu aufgebaut werden. Bis dahin wird der Zoo-Hexenmeister kaum eine Rolle auf der Ladder spielen.

Zoo-Hexenmeister

 

Unter dem Radar

Großer- und Tempo-Krieger sind die vermeintlichen Herren der Krieger-Klasse. Doch im allerhöchsten Reich der Legenden tritt vermehrt ein weiterer Vertreter von Garrosh auf den Plan: der Bomben-Krieger. Während wir diesen Artikel in die Tasten hauen, sichert sich ebendieser Archetyp die Poleposition auf HSReplay – vorausgesetzt ihr schaut euch die Statistiken der besten 1000 Hearthstone-Spieler an. Aber wie wir alle wissen, werden viele Trends genau in diesen Hemisphären geboren, also schauen wir uns den Bomben-Krieger einmal genauer an. Auf den ersten Blick hat sich bei dem Archetypen nur wenig getan. Im Grunde genommen haben lediglich zwei Störenfriede und Lord Barov ihren Weg ins Deck gefunden. Natürlich sind diese Karten phänomenal und harmonieren ausgezeichnet mit dem Archetypen, aber kann das alles sein? Wir vermuten, dass gerade die Bomben die entscheidende Rolle für den Erfolg des Bomben-Kriegers spielen. Denn im Kern ist das Deck eine Abwandlung des Tempo-Kriegers. Die Bomben aber scheinen Gold wert zu sein in einer Meta, in der zum einen wie verrückt Karten gezogen werden und zum anderen mächtige Highlander-Decks ihr Unwesen treiben. Unsere Tests mit dieser Deck-Liste stützen unsere Annahme. Sowohl Highlander-Priester als auch die zahlreichen Aggro-Decks der Ladder sehen gegen den Bomben-Krieger alt aus. Es würde uns also nicht überraschen, wenn sich dieser Archetyp in der kommenden Ausgabe von Top of the Decks unter den besten Decks befindet.

Bomben-Krieger

Unter dem Radar-Hearthstone

 

Gewitter?!

Die Akademie Scholomance-Erweiterung hat die Meta von Hearthstone mit extrem mächtigen Karten durcheinander gewürfelt und die Kräfteverhältnisses neu verteilt. Einige der Gewitterblüten-Karten scheinen jedoch deutlich mächtiger zu sein als andere, was sich sowohl in den Spielerzahlen, als auch bei den Gewinnraten der einzelnen Deck-Listen wiederspiegelt. Das Ganze schreit förmlich nach einem Balance-Patch in der näheren Zukunft. Wie ihr wisst, haben auch wir eine ganze Hand voll Karten auf dem Zettel. Der restliche August verspricht also durchaus interessant zu werden! Die nächste Ausgabe von Top of the Decks erwartet euch in der ersten Woche des Septembers. Haltet eure Augen und Ohren in diesem Zeitraum offen – gerne auch auf unseren SocialMedia-Kanälen (TwitterFacebook und Instagram). Bis dahin wünschen wir euch viel Spaß auf der Ladder von Hearthstone. Wie gewohnt freuen wir uns riesig über Fragen, Rückmeldungen, Kritik oder Diskussionen über die vorgestellten Decklisten!

 

Hearthstone: Die besten Gasthaus-Rezepte
  • Monroe-Cassel, Chelsea (Autor)
  • 112 Seiten - 22.01.2018 (Veröffentlichungsdatum) - Panini Verlags GmbH (Herausgeber)

Quellen: hsreplay.com, hearthstonetopdecks.com, reddit.com

Geschrieben von
Unity. Precision. Perfection.

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