The Legend of Zelda: Skyward Sword HD

Test zum HD-Remaster für die Switch

The Legend of Zelda: Skyward Sword HD im Überblick

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Releasedatum: 16. Juli 2021

Genre: Action Adventure

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Nintendo

Plattformen: Nintendo Switch

Pünktlich zum 20 jährigen Jubiläum der preisgekrönten The-Legend-of-Zelda-Reihe beschert Nintendo den unbeliebten Ableger Skyword Sword einen neuen Frühling. Wird das schwarze Schaf der Zelda-Familie zu unrecht verteufelt oder gelingt es der HD-Neuauflage endlich mit seinem schlechten Ruf aufzuräumen? Viel wichtiger noch: Kann der Switch-Titel die Versäumnisse des Wii-Originals gut ein Jahrzehnt nach Erstveröffentlichung ein für alle mal ausbessern?

 

Mal wieder eine Prinzessin in Nöten

The Legend of Zelda: Skyward Sword HD hatte bereits zu seinem Release im Jahr 2001 einen äußerst schweren Stand: Die obligatorische Motion-Steuerung schmeckte Bewegungsmuffeln keineswegs, während die veraltete Technik schon damals für Stirnrunzeln bei ambitionierten SpielerInnen sorgte. Letztlich sorgte Skyword Sword auf vielerlei Ebenen für enttäuschte Gemüter und hält sich noch heute in den Köpfen als einer der schwächsten Zelda-Teile. Warum der einstige Wii-Exklusivtitel so sehr aus der Reihe tanzt, haben wir uns bereits im Vorfeld im Detail angeschaut – bleibt für uns also noch die wohl wichtigste Frage aller Fragen: Kann die HD-Auflage auf der Nintendo Switch diese Probleme adressieren und das Action-Adventure sogar in die glorreiche Ruhmeshalle der gelungensten Zelda-Spiele emporheben?

Wie bei einem Remaster üblich hat sich Nintendo wenig Mühe gegeben große inhaltliche Veränderungen am Original vorzunehmen. Ja, Nintendo geht sogar noch einen Schritt weiter und bietet euch dreisterweise das im Grunde zehn Jahre alte Fossil ohne auch nur einen Mü an zusätzlichem Content für satte 60 Euro auf einer zweiten Plattform an. An Nintendos Preispolitik ist bekanntlich seit geraumer Zeit berechtigte Kritik angebracht – Dass auch Skyword Sword HD nicht davon verschont bleibt, wundert also nur wenig. Werfen wir aber einmal einen Blick auf den konkreten Gegenwert, den ihr für den Invest eines Vollpreistitels erhaltet: Anders als bei einem reinen Remake oder gar Reboot bekam das Original-Spiel zwar eine solide Frischzellenkur spendiert, am Umfang oder dem Ablauf des Spiels ändert sich aber weiterhin nichts. Erneut schlüpfen wir also in die Rolle von Serienheld Link, der dieses Mal in einer sagenumwobenen Himmelsstadt hoch über den Wolken aufwächst. Als eines Tages seine Freundin Zelda von einem Wirbelsturm in das noch unentschlossene Erdland entführt wird, begibt sich unser Held auf eine Reise ins Unbekannte, um die Prinzessin einmal mehr zu retten.

Ihr ahnt es bereits: Die Geschichte von Skyword Sword HD ist weder besonders originell erzählt noch wirklich mitreißend inszeniert. Sie dümpelt die meiste Zeit so vor sich hin, schleppt euch von Schauplatz zu Schauplatz und von Dungeon zu Dungeon. Die Narrative meidet erzählerische Höhepunkte ebenso wie allzu emotionale Momente und lässt euch unbeeindruckt aber auch ohne großen Schmerz zurück. Getreu dem Motto: “Wie belanglos und inspiriert darf es dieses Mal sein?” – “Ja!”

Interessant ist höchsten die Einordnung in die Lore an sich: Skyword Sword spielt zeitlich vor allen bisherigen Seitenteilen und ist damit als eine Art Prequel anzusehen. In diesem Zusammenhang löst der Titel unter anderem auch das Rätsel um die zahlreichen Link-Inkarnationen sowie ihrem sich wiederholenden Schicksal. Für beinharte Zelda-Fans ist dies sicherlich eine durchaus nette Randnotiz, für Gelegenheits-Links aber wohl kaum relevant.

 

Die Geschichte unseres Protagonisten beginnt hoch über den Wolken.

 

Alles beim Alten

Und auch beim Blick auf das Spielgeschehen wird schnell deutlich: Skyword Sword HD krankt weiterhin an den Schwächen, mit denen es schon 2001 zu kämpfen hatte. Eine viel zu ausladende Exposition, wiederholtes Backtracking und massig Fetch Quetsch abseits der Hauptwege nagen enorm am Pacing. Nichtsdestotrotz bemüht sich Nintendo einige dieser Fehler zu adressieren und das Erlebnis auf der Switch so angenehm wie möglich zu gestalten. So haben eine handvoll Quality of Life-Verbesserungen ihren Weg ins Spiel gefunden, die dem eher gemächlichen Geschehen etwas Starthilfe geben. SpielerInnen können unter anderem endlich Dialoge vorspulen, Zwischensequenzen überspringen oder die verhassten Tutorials abbrechen und so den gähnenden Einstieg signifikant verkürzen. Insbesondere eure Begleiterin Phai gibt euch nur noch optionale Hilfestellungen und grätscht nicht immer alle paar Minuten in die Parade. Generell hat Nintendo ein gutes Händchen bewiesen und schon mit kleineren Stellschrauben das Gesamtpaket merklich aufpoliert. Skyword Sword ist zwar noch immer recht langatmig, aber bei weitem nicht mehr so sperrig und ermüdend wie noch 2001.

Ganz allgemein gilt auch für Skyword Sword: Ein schlechtes Zelda ist immer noch ein gutes, wenn nicht sogar überragendes Action-Adventure! Gameplayseitig bietet das HD-Remaster nach wie vor herausragende Dungeons, clevere Rätsel und ein abwechslungsreiches Leveldesign. Die Kämpfe und Knobeleien sind nach wie vor spannend inszeniert und strotzen nur so vor Kreativität. Das beginnt schon beim Charakterdesign und den Bossgegenern und endet nicht zuletzt bei der schieren Vielfalt an Items und Gegenständen. So bekommt Link beispielsweise schon direkt zu Beginn einen ferngesteuerten Käfer an die Hand, mit dem er mannigfaltige Aktionen durchführen kann. Insgesamt kann das HD-Remaster erneut mit über 50 Stunden Spielzeit aufwarten, die dank vieler neuer Annehmlichkeiten deutlich besser ausgefüllt werden. Ein inszenatorisches Meisterwerk dürft ihr aber trotz allem nicht erwarten.

 

Die Dungeons sind durchaus intelligent gestaltet und angenehm komplex.

 

Buttonsteuerung mit Abstrichen

Das wohl größte Manko am 2001er Original war mit Abstand seine unpräzise und alternativlose Bewegungssteuerung. Für die Switch-Adaption hat sich das japanische Unternehmen dankenswerterweise erbarmt und gleich eine zweite, optionale Steuerungsart integriert. Bewegungsmuffel und HandheldspielerInnen können nun also ganz bequem von der Couch, dem Bett oder auch unterwegs losdaddeln.

Aber Moment! “Bequem” ist wohl auch hier Auslegungssache: Anders als bei vergleichbaren Ablegern greift ihr nicht etwa mit den Tasten A oder B an, sondern müsst euer Schwert über den rechten Analogstick schwingen. Durch eine Bewegung von rechts nach links führt Link beispielsweise einen Seitwärtshieb aus, während er bei einer Bewegung von oben nach unten einen Abwärtshieb vollführt. Das ist sicherlich die einzig sinnvolle Methode die ursprüngliche Eingabemethode ohne größeren Aufwand auf einen Controller zu münzen, in der Praxis ist das neue Features aber alles andere als intuitiv. Die ungelenke Schwertführung ist gerade in den ersten Spielstunden unsagbar gewöhnungsbedürftig und als Folge daraus auch immer mal wieder recht unpräzise.

Für die Aktiven unter euch lohnt sich da schon eher das Rauskramen der Bewegungssteuerung. Diese ist zwar nur über den Docked-Modus eurer Konsole verfügbar, geht dafür aber deutlich schneller in Fleisch und Blut über – und nicht zuletzt auch in eure Muskeln. Denn auch Muskelkater ist kein seltener Begleiter: Via Joy-Cons überführt das Spiel eure Bewegungen durchaus akzeptabel ins Spiel und wirkt damit nicht nur ungleich intuitiver als die Handheld-Steuerung, sondern auch immersiver. Das Ganze macht über weite Strecken Laune, kommt deutlich präziser als im Original daher und ist definitiv die sinnvollere Wahl – wenngleich ihr natürlich nie eine 1-zu-1-Übertragung erzielen werdet.

 

Die Steuerung via Controller ist zwar durchdacht, aber gerade zu Beginn mehr als gewöhnungsbedürftig.

 

Neuer Lack, gleiches Innenleben

Anders als das Gameplay hat sich die Technik und im speziellen die Optik im HD-Remaster sehr wohl verändert – ob ausnahmslos zum besseren wird aber wohl jeder für sich entscheiden müssen. Nintendo hat sich zunächst einmal bemüht das SD-Gerüst des Originals in ein zeitgemäßeres HD zu überführen. Das Ergebnis wirkt leider stellenweise recht wenig wie knackscharfe High Definition als mehr wie ein matschiger Eintopf: Viele Texturen sind zwar aufgehübscht, sind aber noch immer sehr unscharf und verwaschen.

Auch die Charaktermodelle wurden punktuell aufpoliert und mit einigen zusätzlichen Details versehen, nur damit man nun im besten HD erkennen kann wie statisch die Mimik und hölzern die Gesichtszüge ausfallen. Das Ergebnis ist die beispielhafte Vorlage für ein schauriges Puppentheater á la SAW. Auch bei aller Ernsthaftigkeit wirkt Skword Sword HD nur wenig wie “HD”. Wirklich hochaufgelöst erscheint hier nichts – ob Figuren, Umgebungen oder Gegenstände, allem sieht man den 10 Jahre dicken Staub ganz deutlich an. Immerhin schlagt ihr euch größtenteils mit flüssigen 60 Frames pro Sekunde durch die Dungeons, was gerade den Kämpfen merklich gut tut.

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  • The Legend of Zelda: Skyward Sword HD – Test zum HD-Remaster für die Switch
    Fazit zu The Legend of Zelda: Skyward Sword HD

    The Legend of Zelda: Skyward Sword HD ist die wohl beste Gelegenheit dieses Kleinod in der Zelda-Geschichte nachzuholen. Der Titel ist nach wie vor keineswegs der kreativste noch der erzählerisch stärkste Titel des Franchise, aber an und für sich auch kein schlechtes Spiel.
    Zwar sind die Schwächen des Originals auch im HD-Remaster noch deutlich erkennbar, die vielen kleinen Quality of Life-Verbesserungen wurden aber an den richtigen Stellen angesetzt und gestalten den zähen Spielverlauf um einiges verträglicher.

    Die intelligent designten Dungeons und die spaßigen Rätseleien sind noch immer top-notch und gehören zur Königsklasse ihres Genres. The Legend of Zelda: Skyward Sword war seiner Zeit mitunter einer der Wegbereiter für das Magnum Opus Breath of the Wild und ist allein deshalb schon einen Blick wert.

    Yvonne Engelhardt, Redakteurin

Positiv:

Sinnvolle Detailverbesserungen, verbessertes Pacing
Gelungenes Leveldesign
Spannende; kreative Rätsel
Handheld-Modus mitsamt neuer Controller-Steuerung...

Negativ:

…, die recht behebig daherkommt
Grafik weiterhin antiquiert
Massives Backtracking in der zweiten Hälfte
Einschläfernde Geschichte und Storytelling

Ab in die Sammlung?

Wer das Original seiner Zeit verpasst hat und die Wurzeln von Breath of the Wild kennenlernen möchte, hat mit der HD-Neuauflage keine Ausrede mehr das oftmals unterschätzte Zelda-Kleinod nachzuholen.

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Geschrieben von Yvonne Engelhardt
findet irgendwann alle 7 Dragonballs.

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