Wreckreation
Online Multiplayer
Couch-Koop / Splitscreen
Mikrotransaktionen
Lootboxen
Onlinezwang
Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs
Releasedatum: 28. Oktober 2025
Genre: Rennspiel
USK: ab 16 Jahren freigegeben
Publisher: THQ Nordic
Plattformen: PC, Playstation 5, Xbox Series X|S
Wreckreation wirkt wie eine Mischung aus Trackmania und der einst großen Burnout-Reihe, um die es schon länger ruhig geworden ist. Der Titel stammt vom britischen Studio Three Fields Entertainment, einem Team aus ehemaligen Burnout– und Need for Speed-Entwicklern, und wird von THQ Nordic veröffentlicht. Das am 28. Oktober 2025 erschienene Open-World-Rennspiel verspricht, die legendäre Burnout-Formel in die moderne Generation zu überführen und etwas abzuwandeln. Ob dieser ambitionierte Versuch gelungen ist, klären wir im Test.
Groß, weit, leer
Das Herzstück von Wreckreation ist die sogenannte MixWorld – eine gigantische 400 Quadratkilometer große Spielwelt, die man nach Belieben erkunden, gestalten und zerstören kann. Die Spielwelt erstreckt sich über verschiedene Biome, von städtischen Gebieten über bergige Landschaften bis hin zu ländlichen Regionen. Doch genau hier zeigt sich bereits eine der größten Schwächen des Spiels: Trotz ihrer beeindruckenden Größe wirkt die Welt oft leer und leblos, mit vielen Bereichen, die sich ähnlich anfühlen. Selbst bei maximaler Verkehrsdichte fehlt es an Leben und Details, wodurch die Erkundung schnell repetitiv wird. Denn von der Größe der Map her wirkt es schon fast, als würde ich Forza Horizon 6 spielen, doch wirkt Wreckreation so viel inspirationsloser und unbelebter. Das kratzt schon sehr an der Immersion und wie einladend so eine Welt wirken soll, mit der man interagiert.
Kreativ eskalieren
Der innovative Kern von Wreckreation ist das Live-Mix-System, das es uns ermöglicht, in Echtzeit Rampen, Loopings, Halfpipes und bewegliche Hindernisse direkt auf der Karte zu platzieren, ohne das Spiel verlassen zu müssen. Darüber hinaus lassen sich Wetter, Tageszeit und Verkehrsdichte per Knopfdruck anpassen. Diese Freiheit sorgt tatsächlich für so manchen Wow-Moment, vor allem weil es so nahtlos in das Gameplay integriert wurde. Was zudem als relativ simples Platzieren von Objekten anmutet, entwickelt sich nach und nach einer schöner Kreativ-Loop, bei dem man sich schnell mal an wahnwitzigen Sachen versucht. Allerdings entfaltet sich das volle Potenzial dieses Features hauptsächlich im Multiplayer, während es im Einzelspieler-Modus weniger Anreiz bietet. Denn mit anderen zu interagieren und die Abschnitte dementsprechend abgedreht zu gestalten, macht dann nochmal deutlich mehr Spaß. Zwar spielen den Titel auch nicht so wirklich viele Leute online, aber dafür scheinen es absolute Enthusiasten zu sein, die gerne mal an die Grenzen der Kreativität gehen. Und das macht auch Laune! Dagegen wirkt die Singleplayer-Experience schon fast etwas „langweilig“.
Kein 1:1 Burnout-Feeling
Wreckreation bietet verschiedene Spielmodi, darunter klassische Rundrennen, Zeitfahren und den bekannten Road Rage-Modus, bei dem man innerhalb einer bestimmten Zeit möglichst viele Fahrzeuge zerstören müssen. Das Arcade-Fahrgefühl erinnert zunächst etwas an Burnout 3, mit ordentlichem Geschwindigkeitsgefühl und befriedigenden Takedowns. Allerdings muss ich bemängeln, dass das Handling sich jedoch nicht so ganz knackig anfühlt und den Größen der Arcade-Racer ein wenig hinterher hinkt. Die Kollisionsphysik erweist sich als besonders problematisch: Die Fahrzeuge fahren teilweise durch sich durch, während andere Male unverhältnismäßig starke Reaktionen auf minimale Berührungen folgen.
Das Spiel bietet über 50 vollständig anpassbare Fahrzeuge, die von Beginn an individualisiert werden können – von Lackierungen über Felgen bis hin zu Boost-Flammen und Motorensounds. Auf jeder Straße können Rekorde in acht verschiedenen Kategorien aufgestellt werden: Drift, Airtime, Beinahe-Unfälle, Stunts, Crash, Stunt-Score und klassische Rundenzeiten. Klar bieten viele Titel mittlerweile mehr Fahrzeuge an, aber ich kann nicht sagen, dass ich die Auswahl als zu überschaubar gesehen habe.
Soll das so?
Bei der Technik offenbaren sich die gravierendsten Probleme von Wreckreation. Während des Tests kam es zu Abstürzen und vereinzelten Framedrops. Die grafische Präsentation wirkt veraltet mit starkem Aliasing. Dadurch sind die Ränder der Texturen sehr stufig. Dazu kommen Clipping-Problemene, Performance-Einbrüche und wenig ansprechende Texturen. Der Detailreichung ist wirklich überschaubar und so wirkt der Titel sogar sehr unfertig und altbacken. Besonders die Menüführung erweist sich als umständlich, mit dem sogenannten DJ-Menü, das die Navigation unnötig verkompliziert und grundlegenden Einstellungen wie der Helligkeitsregelung fehlen komplett.
Trotz aller Kritik hat Wreckreation durchaus seine Vorzüge. Die Lichtstimmungen und die Weitsicht beeindrucken, besonders bei Sonnenuntergängen oder Fahrten durch neblige Täler. Das Spiel legt großen Wert auf seine musikalische Untermalung mit 16 FM-Radiosendern, die Genres von Disco über Gospel bis hin zu Smooth Jazz abdecken. Auch wenn das Spiel dadurch wieder ein paar Charme-Punkte sammelt, tr
östet es nicht über die visuellen Schwächen hinweg.
Fazit zu Wreckreation
Wreckreation ist ein insgesamt eher gemischtes Erlebnis. Es ist kein perfektes Rennspiel, aber dafür ein schöner kreativer Baukasten. Mir gefällt nämlich im Kern sehr die Vision und die Prämisse dahinter und in Teilen geht das auch auf. Insbesondere im Multiplayer profitiert Wreckreation sehr vom Einfallsreichtum der Leute, weil es eben auch entsprechende Werkzeuge an die Hand gibt. Die technischen Mängel, das unausgewogene Balancing und die leere Spielwelt dämpfen die Freude am ansonsten „okayen“ Arcade-Fahrgefühl erheblich.
Vor allem störe ich mich daran, weil an so vielen Stellen mich einfach Punkte stören und ich mir denke: „Hätte man es so und so gemacht, würde das so viel besser funktionieren“. Das Gefühl begleitete mich ständig und somit hatte ich Schwierigkeiten mich hier mal endgültig fallen zu lassen und Spaß zu haben. Am Ehesten funktioniert das im Multiplayer und da macht der Titel auch wirklich Laune!
Falls man eher solo unterwegs ist, lohnt es sich glaube ich eher mal wieder Trackmania oder ältere Burnout-Titel einzuwerfen.
Christian Koitka (Redakteur)
Fazit zu Wreckreation
Zwischen Chaos, Kreativität und Stillstand
Wreckreation ist so ein Spiel, welches man irgendwie mögen will. Es hat frische Ideen und ganz offensichtlich eine Menge Leidenschaft von einem Team, das weiß, wie sich gutes Arcade-Racing eigentlich anfühlen sollte. Das Fahrverhalten der Autos ist top, schön direkt und mit ordentlich Tempo. Die Idee, eigene Rampen, Loopings oder ganze Streckenabschnitte mitten im Rennen zu platzieren, ist einfach genial. Wenn man mal im Flow ist und mit Freunden Chaos stiftet, dann blitzt hier tatsächlich das alte Burnout-Gefühl auf – welches ich seit Ewigkeiten suche.
Leider kann das Spiel diesen Funken aber nicht dauerhaft am Leben halten. Die offene Welt ist riesig, aber leer. Spätestens nach dem dritten generischen Event fragt man sich, warum man überhaupt noch durch die Gegend fährt. Die Rennen selbst werden durch die Gummiband-KI schnell frustrierend und die Crash-Sequenzen, die einst das große Highlight von Burnout waren, wirken hier eher halbgar und verpuffen ohne kräftige Explosionen. Auch das ständige Sammeln von Bauteilen oder das mühselige Freischalten neuer Objekte zieht den Spielfluss unnötig herunter.
Trotz der ganzen Kritik ist Wreckreation bei weitem kein Totalausfall. Es ist ein mutiger Versuch, Rennspiel-Action mit Kreativität zu verbinden. Wer Spaß am Basteln, Experimentieren und Teilen mit anderen hat, kann hier durchaus Stunden versenken. Am Ende bleibt ein sympathisches, chaotisches Experiment, das alte Burnout-Feeling zurück auf die Bildschirme zu bringen. Manchmal großartig, oft frustrierend, aber immer irgendwie interessant.
Positiv:
Negativ:
Ab in die Sammlung?
Falls ihr vielleicht interessierte Freunde habt, könnt ihr im Multiplayer definitiv Spaß haben. Ansonsten lohnen sich die 39,99€ aber eher weniger.




