Throne and Liberty im Überblick
Online Multiplayer
Couch-Koop / Splitscreen
Mikrotransaktionen
Lootboxen
Onlinezwang
Kostenpflichtiger Battle Pass
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Releasedatum: 01. Oktober 2024
Genre: MMORPG
USK: ab 16 Jahren freigegeben
Publisher: Amazon Games
Plattformen: PlayStation 5, Xbox Series S | X, PC
Mit Throne and Liberty ist ein vielversprechendes neues MMORPG auf dem Markt erschienen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, den ehemaligen Flair des Genres wieder stärker in den Fokus zu nehmen. Der Free-to-play-Titel legt dabei besonderen Wert auf das gemeinsame Spiel innerhalb von Gilden, eine nahtlos erkundbare Open World, knackige Weltbosse und beeindruckende PvP-Gemetzel, die dem „Massive“ im MMO-Kürzel alle Ehre machen sollen. Wir haben uns das Spektakel einmal zu Gemüte geführt und wie sich das Ganze macht und welche Erfahrungen wir dabei gemacht haben, erfahrt ihr wie gewohnt gleich hier bei uns im Test.
Hierzu noch eine kleine Anmerkung: Der Test ist eine Momentaufnahme der ersten Wochen nach Veröffentlichung des Spiels. Erfahrungsgemäßg kann sich gerade bei Onlinespielen über die Zeit einiges ändern, sodass Dinge, die hier beschrieben werden, auch immer noch verändert werden können. Auch wird hier nicht auf wirklich alle Aspekte des Spiels eingegangen, sondern vorrangig auf diese, die für uns das Spielerlebnis beeinflusst haben.
Die bildhübsche Welt von Solisium
Bereits im Charaktereditor fällt auf: Das hier wird ein Augenschmaus! Neben vielfältigen Möglichkeiten den eigenen Avatar zu gestalten – wie zum Beispiel Körpertyp, Größe und Ausprägung sämtlicher Körperregionen, allen möglichen Farben für Haare und co. – sieht das Ganze auch noch bombastisch aus und macht sowohl auf dem PC als auch auf der Konsole grafisch eine gute Figur. Einmal erstellt, geht es auch schon los ins Tutorial Gebiet, wo sich das Staunen über die wirklich schönen Bilder weiterzieht.
Das Tutorial ist verhältnismäßig lang und nimmt auch MMORPG-Neulinge recht gut an die Hand. Hier werden essenzielle Mechaniken eingeführt, wie etwa das Verwenden verschiedener Waffenfertigkeiten, Waffenwechsel, Verwenden von Gegenständen und das Blocken bzw. Ausweichen. Das Kampfsystem fühlt sich ingesamt flüssig an und lässt durch die möglichen Kombinationen aus zwei Waffentypen recht viel Spielraum für verschiedene Spielstile. Hierauf gehen wir später aber noch einmal etwas näher ein.
Als sogenanntes Sternenfragment schlagt ihr euch durch die etwas wirre Story mit bisher flachen Charakteren. Auf eurer Reise trefft ihr auf verschiedene Gilden, die sich dem Kampf gegen den bösen Kazar verschworen haben und helft ihnen bei ihren Problemen und Vorhaben im jeweiligen Gebiet. Die Gebiete sind dabei optisch nicht gänzlich unterschiedlich, passen jedoch insgesamt sehr gut zueinander, sodass es trotzdem Spaß macht, sie zu erkunden. Dass der Fokus und die Stärke dieses Spiels aber nicht auf einem erstklassigen Storytelling liegt, wird schnell klar.
Ein frischer Wind in Sachen Mobilität
Ein klarer Unterschied zu vielen anderen MMOs kristallisiert sich bereits schnell heraus, denn die geliebten Reittiere sucht man hier vergeblich. Stattdessen gibt es die sogenannten Verwandlungen, mit denen ihr euch in tierischen Reisegestalten fortbewegen könnt. So könnt ihr jeweils für das Rennen an Land, das Schwimmen im Wasser und das Gleiten durch die Luft eine für euch passende Form auswählen. Dabei unterscheiden sie sich jeweils größtenteils nur in der Optik. Für das Sammeln verschiedener Formen erhaltet ihr Wachstumspunkte mit denen ihr jeweils Boni für die jeweilige Reiseart erhaltet.
Der Übergang zwischen den verschiedenen Formen ist fließend möglich, sodass ihr beispielsweise ganz einfach von der Luft ins Wasser tauchen und euren Weg nahtlos fortsetzen könnt. Ähnlich wie bei Reittieren anderswo gibt es auch hier verschiedene Wege diverse Skins freizuschalten. Diese könnt ihr beispielsweise als Loot von verschiedenen Gegnern, durch Erkundungserfolge oder schlicht und einfach durch den Ingame-Shop erhalten. Zusätzlich zu den Reisegestalten gibt es auch sogenannte Gestaltwandlerformen, die lediglich der Optik und dem Spaß dienen und im Gameplay keinen Vorteil bieten. Auch gibt es die Funktion sich mit einer Art Greifhaken an geeigneten Stellen hochzuziehen.
Ähnlich flüssig lässt sich die gesamte Karte von Solisium erkunden, denn es gibt praktisch keine Ladezeiten zwischen den verschiedenen Arealen. Einzige Ausnahmen bilden dabei Teleportationen, das Betreten von Portalen und instanzierten Bereichen und der Weg ins Amitoi-Haus. Zurzeit sind alle Areale auch gut zu Fuß zu erreichen und machen die Erkundung in Reiseform zu einem nahtlosen Abenteuer. Bisher ist die Karte in die zwei Großareale Laslan und Felswacht unterteilt, die sich jeweils in kleinere Untergebiete aufteilen. Ebenso gibt es die Möglichkeit, die Welt per Gigantrit – einer Art fliegendes Wal-Taxi – zu spezifischen Zeiten zu erkunden.
Weiteren frischen Wind bringen neben den Verwandlungen auch die Amitoi mit sich. Diese lassen sich ähnlich wie Haustiere in anderen MMOs sammeln und als kleine Begleiter beschwören. Als kleinen Benefit bringen sie auch ein wenig Heilung mit, vorausgesetzt man gibt ihnen frische Weltenbaumblätter zur Verfügung. Im Amitoi-Haus hat man zudem die Möglichkeit seine Schützlinge auf Expeditionen zu schicken, von denen sie mit nützlichem Material zurückkehren.
Für jeden Spielstil was dabei?
Ähnlich frei fühlt sich zunächst auch die Wahl des Spielstils an. Hier hat man die Möglichkeit zwischen 7 verschiedenen Waffenarten zu wählen, die jeweils 12 aktiven, 7 passiven und einer defensiven Fähigkeit daher kommen. Hat man sich für eine Kombination aus zwei Waffen entschieden, lassen sich diese Fähigkeiten in einem Set aus ebenfalls 12 aktiven, aber 8 passiven und einer defensiven Fähigkeit als Build zusammenstellen. Jede Fähigkeit lässt sich dabei mithilfe von aktiven und passiven Wachstumsbüchern in der jeweils passenden Seltenheitsstufe leveln und in ihren Effekten verstärken.
Während ihr eure Waffen nutzt erhalten sie mit der Zeit Beherrschungserfahrung, sodass sie eher passiv im Level steigen und wiederum Beherrschungspunkte erhalten, mit denen ihr zusätzliche Effekte und Boni für die jeweilige Waffe freischalten könnt. Ebenso bringt jede Fähigkeit auch noch einmal Spezialisierungsmöglichkeiten mit sich, die sich über Fähigkeitenspezialisierungspunkte freischalten lassen. Die Wahl eurer Waffen legt zudem auch eure Rolle fest – ein klassisches Klassensystem gibt es hier allerdings nicht. Zwar gibt es auch hier vom Spiel vorgesehen die Rollen Tank, Heiler und Angreifer, jedoch ist nicht so klar erkennbar und vom Spiel vorgegeben, wie man tatsächlich zu der gewünschten Rolle kommt.
Hier ist also Eigeninitiative gefragt und erfordert, dass man sich etwas tiefer mit den verschiedenen Waffen, Fähigkeiten und Builds auseinandersetzt. Hier liegt auch ein wenig die Crux an der ganzen Sache, denn hier sollte man sich bereits früh im Spiel klar sein, wohin man eigentlich mit seinem Charakter vorrangig möchte. Zwar gibt es Mittel und Wege Dinge auch wieder umzukehren, jedoch die Bücher, die man in die Fähigkeiten steckt, sind dann erst einmal verbraucht und außerhalb des Storyverlaufs kann es zuweilen sehr lang dauern, wieder genügend Bücher ranzuschaffen, um eventuelle Skillfehler wieder auszubügeln.
Bei der Auswahl der Ausrüstung verhält es sich ähnlich. Hier kann man zwischen verschiedensten Rüstungsteilen aus Stoff, Leder und Eisen wählen, die sich wiederum durch Rüstungs- beziehungsweise Zubehörwachstumsbücher verstärken lassen. Auch hier sollte man ein genaues Auge darauf haben, welche Werte man auf seiner Ausrüstung verfolgen möchte, denn was für die Waffenwachstumsbücher gilt, gilt auch für die Ausrüstung und neue Ausrüstung ist ab einem Seltenheitsgrad der höher als grün ist auch nicht mehr ganz so einfach zu bekommen. Für Ausrüstung ab Seltenheitsstufe blau wird für jedes Teil spezifisches Material benötigt – sogenannte Lithografien. Woher ihr diese für euer gewünschtes Teil bekommt ist bisher nicht ganz klar ersichtlich und es ist im Grunde auch einfacher bestimmte Inhalte abzuschließen und zu hoffen, den passenden Loot zu ergattern.
Übrigens sammelt auch der Charakter an sich natürlich Erfahrungspunkte bis zu einem momentanen Höchstlevel von 50. Dabei erhält er für jedes Level Wertepunkte, die sich in klassischer RPG-Manier auf die vier Charakterwerte Stärke, Geschicklichkeit, Weisheit und Wahrnehmung verteilen lassen. Und ihr erratet es schon fast: Seid euch möglichst früh sicher, welche Rolle ihr vorrangig einnehmen möchtet. Klingt alles ein bisschen wie Passierschein A38 bei Asterix und Obelix? Nun, ein wenig ist es auch so und deshalb gehen wir hier auch nicht auf alle Aspekte, die mit der Ausrüstung und den Fähigkeiten einhergehen ein, denn das würde den Rahmen hier sprengen. Kurzum: Wer in Throne and Liberty alles erleben möchte und erfolgreich sein möchte, muss sich mit Eigeninitiative dahinterklemmen, denn das Spiel selbst macht es Neulingen nicht unbedingt leicht und ist dadurch auch nicht besonders zugänglich.
Massive Kämpfe mitten in der Open World
Hat man aber einmal den Bogen raus und weiß, wie man der möglichst beste Heiler, Tank oder Angreifer wird und hat eine Waffenkombination dafür gefunden, mit der man sich im Gameplay wohlfühlt, bietet Throne and Liberty eine große Bandbreite an Dingen, die man in Solisium erleben kann. Neben einigen Solo- oder Koopinhalten, die sich meist in instanzierten Bereichen befinden findet der Großteil der Inhalte mitten in der Open World statt. Seien es Weltbosse, die in einem imposanten Effektgewitter gnadenlos von einer riesigen Masse an Spielenden niedergebrezelt werden oder dynamische Events, bei denen sich viele Spielende zusammenfinden, um verschiedene Aufgaben abzuschließen (wer Final Fantasy XIV oder Guild Wars 2 kennt, kann sich in etwa vorstellen, wie das Ganze abläuft).
Diese Events folgen einem bestimmten Inhaltszeitplan, der sich an der Ortszeit orientiert und jeweils zur vollen Stunde beginnt. Meist finden sämtliche dynamische Events zeitgleich statt, sowie die verschiedenen Weltbosse, sodass man sich entscheiden muss, an welchem man teilnehmen möchte. Alle Events lassen sich sowohl Solo als auch in Gruppen absolvieren und haben jeweils entweder den Status „Frieden“, „Gilde“ oder „Konflikt“. Bei Friedensevents findet das ganze in reiner PvE-Umgebung statt, bei Gildenevents richtet sich das Event, wie der Name schon vermuten lässt, vor allem an Gilden und bei Konfliktevents gibt man sich neben der Erfüllung der Aufgaben auch noch in zufällig zusammengewürfelten Team gegenseitig eins auf die Nase. Der jeweilige Status des Events ist bereits vor Beginn über den Inhaltszeitplan einsehbar, sodass man sich hier bewusst für eine Art entscheiden kann.
Dabei findet sich meist eine wirklich große Anzahl Spielende zusammen, sodass man schnell das Gefühl einer belebten Welt bekommt und von der großen Masse mitgerissen wird, was uns persönlich wirklich viel Spaß gemacht und uns in Erinnerungen an vergangene Zeit hat schwelgen lassen. Neben den zuvor genannten Inhalten gibt es auch instanzierte und offene Dungeons. Die instanzierten lassen sich jeweils in einer Gruppe aus sechs Spielenden (ein Tank, ein Heiler, vier Angreifer) bestreiten und bestehen meist aus einem Gewölbe mit vielen kleineren Gegnern und einem Endboss. Anders verhält es sich mit den offenen Dungeons, die in die Open World integriert sind und nahtlos betreten werden können. Diese können, wenn gewollt, auch solo oder im reinen Koop betreten werden und folgen keiner klaren Linie, sodass sie jederzeit betreten und verlassen werden können ohne spezifischen Aufgaben folgen zu müssen. Diese sind tagsüber friedliches Gebiet, nachts werden sie allerdings zum Konfliktgebiet.
Nicht ohne meine Gilde!
Wer sich mit den epischen und riesigen PvP-Schlachten auseinandersetzt und daran teilhaben möchte, kommt auf lange Sicht nicht daran vorbei sich eine Gilde zu suchen. In Gilden können sich bis zu 70 Spielende zusammenfinden und gemeinsam an der Erreichung verschiedener Ziele arbeiten. In Form von beispielsweise Gildenverträgen oder gemeinsamen Gildenraids können Gilden-Erfahrung und Ansehen gesammelt und Loot gesammelt und verteilt werden. Je nach Gildenlevel un Platzierung ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, wie mehr Zugänge für Gildenraids, Belagerungsschlachten oder Gildentruhen.
Gilden bieten zudem den Vorteil (zumindest im richtigen Umfeld) immer genügend Menschen für die verschiedenen Inhalte griffbereit zu haben und gemeinsam zum Wachtum der Gemeinschaft beizutragen. Hier kommt für uns defintiv das typische MMO-Flair am meisten zu Geltung, denn getreu dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ liegt hier das mit größte Spaßpotenzial von Throne and Liberty. Sofern man an eine Gilde gerät, die engagiert, hilfsbereit und lustig ist, kann man mit den sich bietenden Möglichkeiten den Spaß seines Lebens haben.
Wer in Solisium also vorrangig solo unterwegs ist verpasst wohlmöglich die coolsten Inhalte und Möglichkeiten und damit auch einen großen gewollten Fokus des MMOs. Gerade die taktischen Gemetzel mit anderen Gilden und das gemeinsame Planen von Gildenraids hat uns besonders viel Spaß gemacht und ein tolles Gefühl der Gemeinschaft hervorgebracht, das wir in vielen anderen MMOs der letzten Zeit eher vermisst haben.
Von Dungeons und Dramen…
Der große Vorteil einer guten Gilde zeigt sich insbesondere auch, wenn man daran interessiert ist, die Dungeons abzuschließen. Gerade in den höheren Levelstufen kann es mitunter zu einer Menge Frust kommen, wenn man mit Fremden unterwegs ist. Denn die Mechaniken, die es insbesondere bei den Endbossen zu spielen gilt, können für den ein oder anderen schon mal sehr knackig werden. Deshalb sollten die Mechaniken entweder vor Beginn bekannt sein oder zumindest kurz erklärt werden, denn häufig bedeutet ein Scheitern an diesen auch auf kurz oder lang das Scheitern der ganzen Gruppe an dem Boss.
Zwar gibt es keine Zeitbegrenzung für die instanzierten Inhalte, jedoch verlässt erfahrungsgemäßg nach einigem Scheitern meist irgendwen die Motivation. Das führt meist dann irgendwann auch zum Verlassen der Gruppe. Hier gibt es dann die Möglichkeit wieder aufzufüllen, entweder über die Gruppensuche oder die Gruppentafel.
Trotzdem sind gerade das Dungeon-Design mit seinen Mechaniken eine super spaßige Sache, wenn jede Person weiß, was zu tun ist. Hier ist Kommunikation besonders wichtig, damit alle Mechaniken bekannt sind und das Abschließen des Dungeons reibungslos funktioniert.Unserer Erfahrungs nach laufen solche Runs weitaus besser, wenn man sich Verbündete über die Tafel sucht, anstatt sich über die Gruppensuche mit Fremden zusammenwürfel zu lassen. Im Zweifel ist aber auch hier also eine Gilde wirklich ratsam, um sich mit bekannten Gesichtern absprechen zu können, die vielleicht auch etwas mehr Geduld mitbringen, wenn man den Inhalt zum ersten Mal betritt.
…zu Loot und Luzent
Nimmt man an Inhalten von Throne and Liberty teil und steuert langsam aber sicher auf’s Endgame zu, kommt man auch nicht drumherum sich näher mit dem Loot zu beschäftigen. Wie bereits zuvor erwähnt ist es derzeit kaum möglich gewünschte Ausrüstung gezielt herzustellen. Demnach muss man sich bei vielen wohl oder übel auf den allseits beliebten Zufall verlassen. Das ist dann und wann mit einen manchmal kräfte- und nervenzehrenden Grind verbunden, denn nur weil man an einem Inhalt teilnimmt oder ihn abschließt heißt das nicht, dass man auch wirklich Austrüstung dafür bekommt.
Bei den meisten Inhalten gibt es pro Abschluss sage und schreibe einen lilanen Gegenstand – für alle daran beteiligten. Vergleicht man das mit der oft schieren Masse an Spielenden, die an den Events teilnehmen, kann man sich die Chancen überhaupt einen zu bekommen gut ausmalen. Geschweige denn genau den, den man benötigt. In Dungeons bekommt jeder teilnehmende Charakter einen zufälligen Gegenstand, der jedoch nicht zwingend epischer Seltenheit sein muss. Man kann sich also von dem Gedanken verabschieden, sich seine Ausrüstung wirklich gezielt zusammenbasteln zu können, sofern man nicht viel Glück hat oder den Grind nicht scheut.
Einige Gegenstände lassen sich auch im Auktionshaus handeln – die Währung dafür ist allerdings Luzent, also die Währung, die sich für Echtgeld kaufen lässt. Hier ist es jeder und jedem selbst überassen, ob man wirklich Geld investieren möchte oder sich Luzent durch eigene Verkäufe verdient.
Das Ding mit dem Zwang
Einige weitere Designentscheidungen im Spiel könnten für den ein oder anderen Spielenden leider auch problematisch werden, denn in Throne and Liberty sind einige verankert, die zu einem gewissen Zwang führen, wenn man in dem Spiel erfolgreich sein möchte. Diese könnten je nach Veranlagung dazu führen, dass das Spielverhalten exzessive Ausmaße in verschiedenen Richtungen annimmt, weshalb wir zumindest kurz auch einmal gesondert darauf eingehen wollen.
Durch den Inhaltszeitplan und den spezifischen Loot, den die jeweiligen Inhalte versprechen, sind Spielende dazu gezwungen zu bestimmten Uhrzeiten zu spielen, wenn sie daran teilnehmen wollen. Sprich: Braucht man beispielsweise ein Ausrüstungsteil, das man durch das Besiegen von Weltboss Kowazan erhält, muss man auch zu diesen Uhrzeiten an Ort und Stelle sein. Dieses Vorgehen findet sich auch in vielen anderen MMOs und wäre an sich nicht problematisch, wenn das Lootsystem nicht vorsehen würde, dass man diese Inhalte wirklich oft spielen muss, bevor man den gewünschten Gegenstand hoffentlich erhält.
Auch die Verknüpfung vieler Inhalte mit der Gilde kann zu Gruppenzwang führen, wie beispielsweise die zeitgebundenen Belagerungen oder die Gildenveträge, bei denen genau ersichtlich ist, welches Mitglied wieviel dazu beigetragen hat und wieviel Ansehen des durch Gildenaktivitäten in den letzten 7 Tagen gesammelt hat. An vielen Stellen ist man also gewissermaßen gezwungen sich an zeitliche Vorgaben des Spiels zu halten, was Sucht- und Zwangverhalten unterstützen und zu einer exzessiven Nutzung des Spiels führen kann.
Kein Sternchen für die Technik
Ebenfalls etwas negativ aufgestoßen sind uns die zum Teil sehr instabilen Server und technischen Probleme. Während unserer Testphase sind wir gerade zu Beginn etliche Male aus dem Spiel gekegelt worden, um dann auch nicht mehr reinzukommen. Das ist gerade währen Events und Inhalten besonders bitter, da so die Chance auf den begehrten Loot verloren gehen kann. Mittlerweile hat sich die Serverstabilität zwar verbessert, aber optimal scheint sie immer noch nicht zu sein. Zusätzlich hat das Spiel zwar Crossplay, sodass man auch mit Freunden spielen kann, die auf Konsole oder PC spielen während man selbst das nicht tut – Crossprogression ist allerdings nicht verfügbar und unseres Wissens nach auch erst einmal nicht vorgesehen.
Ebenso hatten wir auf der Konsole häufiger das Problem, dass wir trotz laufender Server nicht ins Spiel kamen und das Ganze nur mit einer Neuinstallation des ganzen Spiels beheben konnten. Auch viele Bugs wie Ton- oder Chatprobleme kamen uns leider häufiger über den Weg als uns lieb war. Gerade in Dungeons mit unbekannten Personen war das besonders gut, wenn man nicht kommunizieren konnte. Und auch wenn die Lags sich insbesondere bei großen Ansammlungen von Spielenden wirklich in Grenzen hielten, sind sie doch immer mal wieder aufgetaucht – gerade bei Weltbossen hat das immer mal wieder zu unnötigen Toden geführt, weil man bestimmte Mechaniken zu spät angezeigt bekommen hat.
All dies scheint sich allerdings gerade in letzter Zeit wirklich merklich zu verbessern, sodass wir zuversichtlich sind, dass sich diese Probleme auf Dauer minimieren werden.
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Fazit zu Throne and Liberty
Nicht nur im Umfang oder seinen riesigen Schlachten macht Throne and Liberty dem „massive“ in MMORPG alle Ehre, sondern auch in dem Spaß, der sich hier bieten kann, sofern man sich der Umstände bewusst ist und an die richtige Gilde gerät. Wer im richtigen Umfeld landet kann hier seine wahre Freude haben, wenn man sich mit bis zu 69 anderen Gildenmitgliedern in großen Schlachten, Raids oder dynamischen Events zusammenfindet und die Dinge gemeinsam taktisch angeht. In vielen Ecken kommt hier tatsächlich das ursprüngliche MMO-Flair hervor und kann durchaus ein solides und wirklich spaßiges Spielerlebnis liefern. Die Betonung liegt jedoch auf dem „kann“, denn dieses Erlebnis bietet sich vor allem denen, die sich der Schwächen bewusst sind und sich darüber hinwegsetzen können.
Lohnt sich also Throne and Liberty? Unser Meinung nach aktuellen Stand: Jaein. So schön der frische Wind an vielen Stellen auch sein mag, so nervig sind manche Entscheidungen an anderer Stelle, sodass man dann und wann trotzdem frustriert hinterfragt, ob sich diese vielen Stunden wirklich lohnen, die man hier investiert. Letztendlich ist und bleibt das eine individuelle Abwägungssache, denn nichts davon ist auch unserer Sicht für sich genommen wirklich ein Gamebreaker. Ebenso ist zu bedenken, dass es sich hier um ein wirklich noch junges MMO handelt, das sich noch in seiner Findungsphase befindet und sich durchaus über die nächste Zeit auch noch in vielen Dingen ändern und anpassen kann, sodass diese Einschätzung natürlich auch nur einer Momentaufnahme entspricht.
Wie bei jedem MMO gilt also: Der Spielspaß hängt wirklich sehr davon ab, mit wem man es genießen kann, ob einem das Gameplay grundlegend gefällt, man die verschiedenen Inhalte und Modi mag und ob einem die Optik zusagt, sodass man sich gern in der Welt dort aufhält und damit Zeit verbringt. Wir für unseren Teil hatten bisher eine grundsätzlich gute Zeit mit Throne and Liberty und werden sicherlich noch einige Stunden in Solisium verbringen. Alexander Schürlein (Teamleitung)
Positiv:
Negativ:
Ab in die Sammlung?
Wer sich der Umstände bewusst ist und kein storygewaltiges MMO sucht, kann hier definitv eine Perle finden! Der frische Wind aus den richtigen Richtungen ist für alle einen Blick wert, die PvP nicht scheuen oder nicht allzu traurig sind, wenn sie nicht alle Aspekte eines Spiels genießen können.






























