Ruffy and the Riverside im Überblick
Online Multiplayer
Couch-Koop / Splitscreen
Mikrotransaktionen
Lootboxen
Onlinezwang
Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs
Releasedatum: 26. Juni 2025
Genre: 3D-Platformer, Collectathon
USK: Ab 6 Jahren freigegeben
Publisher: Phiphen Games
Plattformen: PC, Playstation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch
Das Spielegenre für Sammler ist in jedem Fall der Collectathon. Klassiker wie Banjo-Kazooie oder Donkey Kong 64 haben auch heute noch eine große Fangemeinde, doch das Genre an sich ist etwas spärlicher geworden. Donkey Kong Bananza wird nächste Woche etwas frischen Wind ins Genre bringen, aber vor allem Indies haben in letzter Zeit die Flagge der Collectathons hochgehalten. Das wunderbare A Hat in Time zum Beispiel, aber auch Yooka-Laylee, welches seine Inspiration von Banjo-Kazooie gar nicht erst versuchte zu verstecken. Und jetzt haben wir Ruffy and the Riverside, in welchem wir auch sammeln und sammeln und sammeln. Wir haben überprüft, wie gut dieses Indiespiel mit anderen Genrevertretern mithalten kann.
Du hier und nicht in Riverside?
Wir schlüpfen in die Rolle von Ruffy, einem aufgeweckten Bär, der in einem Dorf in der Provinz Riverside als Hilfskraft für einen Kunstauktionär arbeitet. Über Riverside thronen, ganz an Hollywood angelehnt, riesige Buchstaben, welche den Namen der Gegend buchstabiert. Nach einigen Geschehnissen mit dem Maulwurf Sir Eddler wird versehentlich der fiese Groll befreit, der Chaos in Riverside stiftet, die Buchstaben zerstört und den Weltkern stark beschädigt. Unsere Aufgabe ist es also nun, die magischen Buchstaben in den entlegensten Ecken von Riverside zu suchen und an ihren Platz zu bringen, damit ihre Energie den Weltkern heilt.
So weit, so einfach. Ehrlicherweise ist eine Story jetzt nicht wirklich wichtig für einen 3D-Platformer, aber ein gewisser Charme kann nicht schaden. Und komplett für blöd verkauft werden möchte man auch dann nicht, wenn das Hauptpublikum etwas jünger ist. Leider kommt Ruffy and the Riverside etwas plump daher. Die Story ist nur Mittel zum Zweck, wird trotzdem in ellenlangen, belanglosen Dialogen erzählt und das mit Texten, die wohl humoristisch sein sollen, oft aber einfach nur albern sind und mir nicht mal ein Kichern entlocken konnten. Und vom Plottwist am Ende will ich erst gar nicht anfangen. Ich möchte nicht spoilern, aber das Ende war wirklich sehr dumm.
Ein 3D-Platformer ohne Platforming
Ja, im Kern ist Ruffy and the Riverside ein 3D-Platformer. Ruffy kann laufen, springen und sogar mithilfe der Biene Pip kurzzeitig schweben. Nur werden diese Fähigkeiten kaum in irgendwelchen Platforming-Sequenzen gefordert. Vielmehr konzentriert sich das Spiel auf die Puzzle-Elemente, die sich alle um das Hauptfeature des Spiels drehen: Der Flip. Ruffy kann per Tastendruck Oberflächen und Symbole abspeichern und auf andere Objekte werfen. So kann er zum Beispiel Ranken auf einen Wasserfall werfen und ihn so kletterbar machen. Oder er verwandelt einen Teich in Lava und besiegt so einen darin schwimmenden Hai. Oder er wirft die passenden Zahlen auf ein Puzzle, bei dem es um Herumrechnerei geht. Eigentlich bieten sich mit so einem Feature endlos viele Möglichkeiten, doch das Spiel erlaubt nur einige wenige vorgegebenen Optionen. Den Boden in Lava verwandeln? Fehlanzeige. Bäume aus Sand? Nein, ist nicht drin. Und so arten viele Rätsel auch in einem Trial & Error-Verfahren aus, bei dem man alle möglichen Optionen durchgeht. Dabei sind die Rätsel im Spiel nie wirkliche Kopfnüsse.
Ihr erkundet die offene und dennoch sehr kompakte Welt von Riverside und könnt wirklich an jeder Ecke eine kleine Aufgabe lösen, um eines von vielen Sammelobjekten im Spiel zu ergattern. Anfangs vermutet man da auch noch viel Variation. So müsst ihr etwa Steinblöcke in Holz verwandeln und dann ein Muster nachbauen, wie es an die Wände gemalt ist. Oder ihr findet wieder andere Muster, die ihr mit dem Flip an sogenannten Musterknollen nachmalen müsst. Doch nach einiger Zeit fällt auf, dass man die immergleichen Aufgaben erfüllt. Und wenn man also das zwanzigste Zahlenrätsel, Musterknollenrätsel oder Pilzrätsel gelöst hat, setzt ein klein wenig Müdigkeit ein.
Ich flippe gleich aus
Wie bereits gesagt ist es einfach schade, dass das Potential mit dem Flip in Ruffy and the Riverside nicht voll ausgenutzt wird. Am Ende leiden dadurch die Rätsel, die zur einfach Checkliste verkommen. Doch es gibt auch ein paar gute Aspekte. Die Rätsel im Untergrund etwa, wo man rote Blöcke richtig positionieren muss, sind clever designed. Auch in der Hauptstory gibt es ein wenig Abwechslung. So müssen wir zum Beispiel einem Geist helfen, den Grabwettbewerb zu gewinnen, nach einem Flugzeugabsturz von einer verlassenen Insel entkommen und auf einem Heuballen rollend zum Halfpipe-Champion avancieren. Das Problem ist nur, dass die Aufgaben entweder zu geradlinig sind, oder aber wir werden unentwegt von A nach B nach C und wieder zurück geschickt. Ähnlich wie bei den ganzen versteckten Puzzles in der Welt fühlten sich die Aufgaben der Hauptmission mit fortschreitender Zeit nur noch nach Abarbeiten an.
Naja, immerhin kommen Sammler in diesem Spiel auf ihre Kosten. Es gibt zum Beispiel Schmetterlinge, die ihr dann gegen Münzen eintauschen könnt. Mit diesen Münzen könnt ihr an einem Roulette teilnehmen, bei dem eure Kleidung mit verbesserten Attributen ausgestattet wird. Oder ihr findet die versteckten Etois, kleine Fellwesen die euch dabei helfen, ekligen schwarzen Schlamm aus den Swimmingpools der Frösche zu entfernen. Und auch die Traumsteinen wollen wir nicht vergessen, mit denen ihr die Spielwelt ganz nach eurem Belieben einfärben könnt. Man kann Ruffy and the Riverside also auf keinen Fall vorwerfen, dass es an irgendeiner Stelle Leerlaufzeit hat, irgendwas zu tun gibt es immer.

Hier verwandeln wir gerade mit dem Flip Steinblöcke in Holzkisten. | Bild: 2025 © Zockrat Laboratories
Ruffy and the Riverside ist wie ein spielbares Bilderbuch
Die größte Stärke von Ruffy and the Riverside würde ich als „Charme“ beschreiben. Das fängt schon mit der Optik an. Sofort werden wir an alte N64-Klassiker erinnert, doch die Figuren heben sich von der Spielwelt ab. Sie werden als 2D-Zeichnungen dargestellt, befinden sich jedoch in dieser 3D-Welt und drehen sich auch mit der Kamera mit. Ein witziger Effekt.
Auch die Musikuntermalung ist schön schrullig und untermalt den Flair des Spiels sehr gut. Es ist einfach ein Spiel, welches sich nicht zu sehr ernst nimmt und vor allem jüngere Spieler*innen ansprechen will. Einen Kritikpunkt habe ich aber auch am Sounddesign. Es ist klar, dass die Spielfiguren bei ihren Bewegungen Geräusche machen. Auch Mario macht bei jedem Sprung ein „Wahooo“, aber in Ruffy and the Riverside sind die Geräusche von Ruffy und Pip fast unerträglich. Nach jedem Sprung oder Bienenflug ein nerviges Qieken in den Ohren zu haben ist nicht gerade angenehm.
Fazit zu Ruffy and the Riverside
Ich bin ein wenig enttäuscht von Ruffy and the Riverside, denn auf den ersten Blick wirkt es wie ein Spiel, was mir gefallen sollte. Es ist kunterbunt, hat einen einzigartigen Grafikstil und bietet viel zu entdecken. Doch bereits nach einiger Spielzeit lüftet sich die rosarote Brille und zum Vorschein kommt ein Spiel, welches teilweise zwar immer noch Spaß macht, sich aber oft wie das Abarbeiten einer Checkliste anfühlt. Ohne wirkliche Herausforderung mit einer eher mittelmäßigen Story und einer Menge Repetition. An andere Indie-Collectathons kommt dieses Spiel leider nicht ran, und erst recht nicht an die alten Klassiker. Aber Spaß kann man mit dem Spiel trotzdem haben, man muss vielleicht nur seine Erwartungen etwas zurückschrauben. Setzt euch mit euren Kleinen hin und habt eine gute Zeit in Riverside.Maarten Cherek (Redateur)
Positiv:
Negativ:
Ab in die Sammlung?
Für Leute, die in Videospielen gerne was sammeln, und auch jüngere Gamer ist dieser Titel sicher ein guter Zeitvertreib. Wenn ihr mit etwas unterfordernden Rätseln d’accord seid, dann könnt ihr auch Spaß haben. Vielleicht wartet man aber lieber auf einen Sale.


