Rimworld: Odyssey gibt uns endlich das, wofür es bislang Mods brauchte: Ein eigenes Raumschiff. Also kein Raumschiff sondern ein Gravschiff, aber dazu später mehr. Was noch alles im mitlerweile fünften DLC von Rimworld steckt und ob es seinen Preis wert ist, erfahrt ihr hier in unserem Test.
Die Odyssey beginnt mit dem Gravschiff
Bevor wir uns mit den kleinen Dingen von Odyssey beschäftigen schauen wir uns erstmal das größte neue Feature an. Ihr könnt mit dem DLC nämlich euer eigenes Gravschiff bauen und damit den Planeten nach Lust und Laune erkunden, sogar ein Aufenthalt im Weltall ist drin. Doch der Reihe nach. Um euer Abenteuer zu starten will das Gravschiff ersteinmal gebaut werden. Dafür benötigt ihr einen Gravtriebwerk, welches das Herzstück des Schiffes darstellt. Nur in seiner Reichweite könnt ihr besonderen Boden verlegen. Alles was auf diesem Boden gebaut wird und mit dem Kern verbunden ist, hebt beim Start des Schiffes mit ab. Der Kern alleine kann aber nicht so viele Felder tragen, wie ein autarkes Raumschiff benötigt. Mit einem Gravkern-Extender könnt ihr die Reichweite um das Triebwerk erhöhen und auch das Schiff vergrößern. Dafür sind allerdings Gravkerne von Nöten, die es nur durch Quests an anderen Orten gibt.
Eine ganze Kolonie könnt ihr also am Anfang nicht aus eurem Schiff machen. Denn hebt ein Gravschiff einmal ab, wird die Karte von der ihr abhebt unwiederuflich zerstört. Später können, auch wieder mit Gravkernen, jedoch Gravanker gebaut werden, damit die Karte auch nach Start erhalten bleibt. Für den Start müsst ihr aber ersteinmal Triebwerke bauen und auch Tanks für Sprit, die befüllt werden wollen. An der Pilotenkonsole kann es dann losgehen. Entweder bewegt ihr euch auf dem Planeten immer weiter, solange der Sprit reicht, oder ihr lauft Asteroiden an, um dort seltene Metalle zu schürfen. Es gibt auch große Anlagen von Mechs oder Händlern, die ihr plündern könnt. Dafür brauch es dann einen Signalstörer, damit euer Schiff nicht auf dem Weg abgeschossen wird. Auch hierfür, ihr ahnt es, braucht ihr einen Gravkern.
Das Bauen und vor allem Ausbauen des Gravschiffs macht ungeheuren Spaß. Hier kann man sich wirklich sein kleines Raumschiff bauen, auch wenn ihr nie den Planeten verlasst. Mit der richtigen Forschung werden Sauerstoffpumpen gebaut und Vakuumanzüge hergestellt. So steht es euch frei eure gesamte Kolonie ins Gravschiff zu verlagern und hier mit Hydrokulturen autark auf einem Asteroiden zu leben. Oder ihr spezialisiert euch auf Raubzüge und steuert fremde Basen an. Durch Odyssey fühlt man sich viel freier, da man ständig wieder abheben kann. Und mit dem Gravanker kann man auch eine Kolonie haben und trotzdem munter das Schiff losschicken. Das Gravschiff als zentrale Mechanik des DLC kann man nur als gelungen bezeichnen. Normale Kolonien werden relativ früh eine Quest bekommen bei der ein Gravtriebwerk abstürzt und geborgen werden kann. Man kann aber auch mit drei Flüchtlingen auf einem Gravschiff das Spiel beginnen.
Shuttle, Tiere und Kleiderständer
Beim Gravschiff hört es aber nicht auf. Shuttles sind ansich nichts neues, konnte man doch schon als Adeliger mit dem DLC Royalty eines anfordern. Das hatte aber eine lange Abklingzeit und war nicht wirklich praktikabel. Mit Odyssey könnt ihr Shuttle erforschen und dann auch selbst bauen. Natürlich braucht es kostbaren Plastahl und ein Fährentriebwerk, die deutsche Version nennt Shuttle hier nämlich schön übersetzt „Fähren“. Ist die Passagierfähre mit Sprit gefüllt könnt ihr eure Kolonisten ebenfalls über den Planaten und auch in den Orbit schicken. Wer keine Lust auf ein ganzes Gravschiff hat, kann nun also trotzdem deutlich leichter reisen und muss seine Kolonisten nicht mehr per Einzelticket mit Transportkapseln rumschießen.
Ebenfalls freuen dürfen sich Tierfreunde und Angler. Angeln ist jetzt eine gute Möglichkeit um die Kolonie mit Nahrung zu versorgen. Dafür können an einem See oder einem Flus Zonen eingestellt werden, an denen gefischt werden darf. Hier wird auch angezeigt wie viele Fische vorhanden sind, damit ihr nicht ohne Vorwarnung überfischt. Neben über 40 neue Tierarten wie Ottern, Flamingos und Lavaschnecken stechen hier vor allem die Vögel hervor. Denn diese fliegen jetzt richtig über die Karte. Wer möchte kann sich wie ein richtiger Raumschiff Pirat auch einen Papagei zähmen oder einen Schwarm Krähen adoptieren. Tiere die früher nicht trainiert werden konnten können nun mit einem seltenen Item einmalig eine Stufe in der Trainierbarkeit hochgestuft werden, somit kann also jedes Tier nützlich sein, dass euch gefällt.
Warum Kleiderständer hier extra aufgeführt werden? Weil es einfach verdammt hilfreich ist und gefühlt endlose Fummelei mit der Kleidung eurer Kolonisten komplett obsolet macht. Am Ausgang eures Raumschiffes ausgestell können so schnell Vakuumanzüge ausgerüstet werden. Die Outfits werden komplett gestauscht, sodass man nach getaner Arbeit wieder zurückwechseln kann.
Mehr verdammte Mechs
Spieler die die große Herausforderung suchen werden in Mechnestern voller gefährlicher Maschinen fündig. Bis man sich zum Kern durchgekämpft hat müssen allerhand Mechanoiden zerstört und Stabilisatoren deaktiviert werden. Als Belohnung winkt aber das Ende der Mechanoiden auf dem Planeten oder eine mächtige Waffe. So oder so gelingt dieser Vorstoß ins Herz der mechanischen Legionen nur gut ausgerüsteten Expeditionen.
Angesichts all dieser Optionen stellt sich am Ende die Frage, ob der Preis von knapp 24 € auf Steam gerechtfertigt ist. Klar bietet der DLC ordentlichen Inhalt und dieser ist auch gut ausgearbeitet. Damit kostet er aber auch nicht so viel weniger als das Hauptspiel, was bei Steam kanpp 32 € kostet. Das erscheint uns ein wenig teuer. Wer Rimworld mag kann sich aber sicher sein, dass ihm auch dieser DLC gefallen wird. Am Ende ist es, wie immer, reine persönliche Abwägung.
Fazit zu Rimworld: Odyssey
Für mich ist Rimworld im Laufe der Jahre immer mal wieder eine neue Kolonie wert. Ein wenig wie bei Sims, wird dann eine Weile gespielt, bevor man sich wieder für ein paar Monate verabschiedet. Mit dem DLC Odyssey macht Rimworld für mich alles richtig und dürfte die Intervalle zwischen meinen neuen Kolonien verkürzen, oder die Lebensdauer einer Kolonie erhöhen. Das Gravschiff ist der Star der Erweiterung und ich finde jeder Rimworld Spieler sollte es sich nicht entgehen lassen.Tobias Mehrwald (Redakteur)
Positiv:
Negativ:
Ab in die Sammlung?
Der DLC ist bedenkenlos zu empfehlen!





