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Test: Possessor(s)

Stylisches Metroidvania, dem etwas mehr Mut gut getan hätte

Possessor(s)

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Releasedatum: 11. November 2025

Genre: Metroidvania

USK: ab 6 Jahren freigegeben

Publisher: Devolver Digital

Plattformen: PC, Playstation 5

Gute Metroidvania sind immer gern gesehen. Heart Machine möchte mit Possessor(s) ebenfalls ein solches abliefern. Mit einem interessanten Art Style kann man ja auf den ersten Blick schon punkten. Aber kann sich das Spiel auch darüber hinaus von Genre-Kollegen absetzen und begeistern? Wir verraten es euch!

 

Schlecht in den Tag gestartet

Possessor(s) erzählt die Geschichte der Teenagerin Luca, die während einer mysteriösen Katastrophe in Sanzu City ihre Beine verliert und mit ansehen muss, wie ihr bester Freund Kaz getötet wird. In ihrer verzweifelten Situation trifft sie auf den Dämon Rhem, der ihr einen Pakt anbietet: Er wird ihr neue, künstliche Beine verschaffen und sie retten – im Gegenzug soll sie ihm helfen, nach Hause zurückzukehren.

Drei Jahre später erwacht Luca in einer zerstörten, isolierten Stadt mit neuen künstlichen Beinen, die auf ihre Gedanken reagieren. Die Welt hat sich nach dem Unglück jedoch komplett gewandelt und Luca sieht sich vor neuen Herausforderungen gestellt.. Das angespannte Verhältnis zwischen Luca und Rhem, geprägt von gegenseitigem Misstrauen und Abhängigkeit, sorgt für viele schöne Unterhaltungen zwischen den Beiden. Viele Rückblenden verleihen den Figuren auch etwas mehr Fundament. Allerdings ist mit die Charakterentwicklung von Luca etwas zu hastig und die Lore rund um die Geschehnisse erklärt sich über lange Zeit viel zu zögerlich und selbstverständlich. Insofern überzeugte mich erzählerisch eher das Zusammenspiel zwischen Luca und Rhem.

Possessor(s)

Bild: 2025 © Devolver Digital

 

Kaum wiederzuerkennen

Die Spielwelt erstreckt sich über das zusammengebrochene Stadtgebiet einer zerstörten Megacity. Von eingestürzten Wolkenkratzern bis zu einem verlassenen Aquarium. Sanzu City war einst eine von einer Megakonzernfirma kontrollierte Metropole, bevor eine interdimensionale Katastrophe sie in eine dämonenverseuchte Ruine verwandelte. Die verwüsteten Stadtbezirke, wie ein Universitätscampus oder ein Wasserpark, wirken visuell allerdings eher karg und alltäglich im Vergleich zu den lebendigen Charakteren. Andere Gegenden sind dagegen wieder sehr liebevoll gestaltet. Doch die meiste Zeit weckt die Welt mein Interesse, weil sie so geheimnisvoll und düster wirkt und ich generell auch ein Freund solch apokalyptischer Szenarien bin.

Die Welt ist im klassischen Metroidvania-Stil aufgebaut, mit miteinander verbundenen Bereichen, die nach und nach durch neue Fähigkeiten zugänglich werden. Kleine Punkte markieren auf der Karte unerforschte Gebiete, sodass man sich nie wirklich verloren oder verwirrt fühlt. Die Map gibt jedoch nie besonders viele Details über die jeweiligen Abschnitte bekannt, sodass ich mich immer herausgefordert fühle alles genauestens zu erkunden. Das funktioniert auch! Heart Machine baut eine abwechslungsreiche Welt, die sehr clever auch erweitert wird, indem ich neue Fähigkeiten erhalte und so auch gerne mal das ein oder andere Backtracking in Kauf nehme. Aber das ist ja auch genretypisch.

Possessor(s)

Bild: 2025 © Devolver Digital

 

Klassische Genrekost

Das Herzstück von Possessor(s) ist sein von Platform Fightern inspiriertes Kampfsystem. Luca ist am tödlichsten, wenn sie im Nahkampfbereich ihrer Gegner ist, weshalb viele ihrer Fähigkeiten und Bewegungen darauf ausgerichtet sind, Distanzen zu überbrücken. Das Bewegungssystem umfasst Sprint, Wandsprung und eine vielseitige Peitsche, die nicht nur im Kampf eingesetzt wird, sondern auch zum Schwingen und Klettern dient.

Ein besonderes Lob verdient Possessor(s) für den Verzicht auf Kontaktschaden: Man verlieret keine Lebensenergie durch bloßes Berühren von Gegnern, was den Fokus auf präzises Timing beim Ausweichen und Parieren legt. Das macht das Kampfsystem zugänglicher und weniger frustrierend, ohne die Herausforderung zu nehmen.

Die Waffen sind kreativ gestaltet: Man findet selbstgebastelte Waffen wie eine E-Gitarre, ein Jo-Jo, ein Handy oder einen Hockeyschläger, mit denen man besessene Kreaturen bekämpfen kann. Gegner sind verdrehte Fleischmassen, kombiniert mit alltäglichen Objekten. Dämonen versuchen verzweifelt, beliebige Gegenstände zu besessen, um im Reich der Sterblichen zu überleben. Diese Feinde haben durch ihr Design eine gewisse Abwechslung.

Das Handling ist dabei stets präzise und genau. Einzig der Schlageffekt ist etwas zu intensiv designt, sodass der Kontakt bei einem Schlag ein wenig zu überzeichnet und unübersichtlich wirkt. Man gewöhnt sich dran, aber weniger wäre mehr gewesen. Darüber hinaus ist Possessor(s) spielmechanisch aber eher klassisch, als mutig. So darf man keine Überraschungen erwarten. Aber in dem, was das Genre ausmacht, macht es seine Sache gut!

Possessor(s)

Bild: 2025 © Devolver Digital

 

Relativ human

Possessor(s) verfolgt eine gemäßigte Schwierigkeitskurve und ist damit herausfordernd, ohne aber in Verzweiflung auszuarten. Das Spiel integriert dabei auch Soulslike-Elemente, durch welche beim Tod die gesammelte Währung „Chroma“ verloren geht. Man kann sie aber an der Todesstelle zurückholen. Durch das Chroma kann ich mir an bestimmten Punkten noch Verbesserungen kaufen. Possessor(s) ist aber generell recht großzügig, was die Menge an auffindbaren Chroma angeht. Ein Kritikpunkt betrifft die Orientierung: Da man die vier Dämonenaugen in beliebiger Reihenfolge sammeln kann, führt das Spiel nicht offensichtlich genug zu Schlüsselfähigkeiten wie dem Stampfangriff und dem Bodenslide.

Es kommt häufig vor, dass man lange scheinbar gangbare Wege verfolgt, nur um auf Punkte zu stoßen, die man nicht überwinden kann, was zu langen Rückmärschen führt. Dann lieber eine lineare Struktur oder aber eine andere Reihenfolge beim Fortschreiten in der Spielwelt. Weil das war an der ein oder anderen Stellt schon etwas nervig. Dass die Fähigkeiten notwendig sind, ist aber per se weniger ein Problem, da mir das Erkunden schon sehr viel Spaß macht, als auch die Platforming-Passagen, gerade wenn man nach und nach wichtige Bausteine freischaltet und motivieren.

Possessor(s)

Bild: 2025 © Devolver Digital

 

Einfach hübsch!

Richtig schöne 3D-Umgebungen bilden eine bildhübsche Kulisse, über der handgezeichnete und animierte Charaktere sowie mysteriöse Sci-Fi-Horror-Action im Mittelpunkt stehen. Das Spiel präsentiert sich in einem sehr kunstvollen Art Style, der mich über das gesamte Spiel hinaus voll abholen konnte. Das Spiel lief auch durchgehend flüssig und selbst in der Vorab-Version kam es nur zu einem einzige Moment, wo ich den letzten Kontrollpunkt nochmal starten musste, weil sich meine Figur festgehangen hat.

Die handgezeichneten Charakterportraits gehören zu den coolsten, die man seit Hades gesehen hat. Stilistisch erinnert das Spiel dann an eine Mischung aus Persona und Demon Slayer. Im Spielgeschehen selbst hat es dann aber mehr einen Cartoon-Look, als den Anime-Stil der Charaktere.

Possessor(s)

Bild: 2025 © Devolver Digital

 

Fazit zu Possessor(s)

Possessor(s) ist ein tolles, wenn auch routiniertes Metroidvania-Erlebnis. Es spielt seine Gameplay-Mechaniken, im Vergleich zu Heart Machines früheren Titeln wie Hyper Light Drifter und Solar Ash,  ziemlich sicher und mutlos aus. Es erfindet das Genre wahrlich nicht neu, liefert aber über 20 Stunden Spielzeit mit starkem Kampfsystem, ansprechenden Charakteren und schöner Präsentation.

Die Spielwelt weiß zu überzeugen und motivierte mich durchgehend, diese weiter zu erkunden. Das flüssige Kampfsystem geht gut von der Hand und profitiert von den vielen Anpassungsmöglichkeiten. Nur der Schlageffekt ist visuell etwas too much und hätte, für eine bessere Übersicht, feiner ausfallen müssen. Für Fans des Genres, die einen stylischen 2D-Action-Plattformer mit einem sehr eigenen Flair suchen, ist Possessor(s) definitiv einen Blick wert, auch wenn es im überfüllten Metroidvania-Markt natürlich nicht herausragt wie etwa Hollow Knight: Silksong.

Christian Koitka (Redakteur)

Positiv:

Schöne Charakterdynamik
Gameplay-Mechaniken gehen gut von der Hand
Stetige und motivierende Progression
Wunderschöner Art Style

Negativ:

Traut sich leider zu wenig
Manchmal unnötiges Backtracking
Attacken-Effekt ist etwas zu überstilisiert

Ab in die Sammlung?

Genre-Fans können definitiv zugreifen, auch weil der Preis total angemessen ist. Erwartet nur nicht, dass es ein besonders innovativer Vertreter der Metroidvanias ist.

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