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Test: Akimbot

Eine Hommage an Ratched, Clank, Jak, Dexter und vielen mehr

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[aawp box=“B08WQMRHPS“/]

Releasedatum: 29. August 2024

Genre: Action-Platformer

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: PLAION

Plattformen: Playstation 5, Xbox Series X|S, PC

Ein Action-Adventure mit einem humanoiden Protagonisten und einem kleinen Sidekick mit losem Mundwerk, was fällt einem da als erstes ein? Natürlich Jak and Dexter und Ratched & Clank. Diese beiden Spielereihen haben Anfang der 2000er das Genre geprägt wie kaum eine andere, Jak and Dexter mit seinem Platforming und Racing-Abschnitten und Ratched & Clank vor allem mit außergewöhnlichen Waffen und 3rd Person-Shooter-Elementen. Und in 2024 will Akimbot diesen beiden Reihen nacheifern und als Hommage an die gute alte 2000er-Zeit dienen. Ob das gelungen ist erfahrt ihr in unserem Test.

 

Gute Roboter, böse Roboter, Zeitreisen und so

Unsere Geschichte startet mit unserem Protagonisten Exe, einem schweigsamen Robo-Söldner, welcher sich gerade einen Gefangenentransport mit einer gesprächigen Drohne namens Shipset teilt. Durch ein sehr, ähem, „cleveres“ Manöver können die beiden entkommen und bilden nun ein unfreiwilliges Duo. Wir haben es bereits tausende Male gesehen, zwei unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Ansichten und Charaktereigenschaften, die wider Willen zusammenarbeiten müssen, sich dabei aber ständig an die Gurgel gehen. Generell ist die Story von Akimbot mit Klischees nur so durchzogen und allgemein sehr vorhersehbar. Da haben wir zum Beispiel den Bösewicht namens Evilware, der ist böse, schließlich hat er ja auch „Evil“ in seinem Namen.

Es geht um ein seltenes Artefakt, welches Zeitreisen ermöglichen soll, hmm, ich frage mich was als nächstes passieren wird. Exe ist ein verfolgter Söldner, muss aber trotz seiner Abneigung gegenüber dem Algortihmus, der herrschenden Kraft des Universums, samt ihrem Anführer, dem Botschafter, mit ihnen zusammenarbeiten um Evilware zu stoppen. Alles, wirklich alles von der Geschichte über die Sprüche der Figuren bis hin zu den Plottwists, die man auf viele Kilometer kommen sieht, quillt nur so über vor Klischees. Hier und da gibt es mal ein paar nette Wendungen und Ereignisse und ein, zwei lustige Sprüche sind auch am Start, aber ansonsten bleibt Akimbot erzählerisch ziemlich 0815 und blass.

 

Die quasselnde Drohne

Nicht nur, dass die Geschichte selbst uns wenig Anreize gibt, mit unseren Helden mitzufiebern, ebendiese Helden sind dann auch nicht einmal gut geschrieben. Exe wird als körniger Söldner präsentiert, der seine Werte hat und zu diesen steht, ändert aber seine Meinung um 180° am laufenden Band. Währenddessen labert Shipset so viel dummes Zeug, dass uns bereits nach wenigen Minuten die Ohren abfallen. Natürlich ist mir bewusst, dass hier quirlige Sidekicks wie Dexter, Clank oder auch Claptrap als Vorbild dienten, aber Shipset bietet selten so etwas wie Charme, sondern bleibt fast ausschließlich eine Nervensäge. Gegen Ende des Spiels wird es ein klein wenig besser, aber gerade die ersten Spielstunden sind mit seinem Geplapper gefüllt, welches man am liebsten abstellen würde.

Auch alle NPCs im Spiel bleiben laufende Klischees, die nicht viel Substanz bieten. Evilwäre ist böse und hat auch sein Bösewicht-Lachen gut drauf, genauso wie alle anderen Antagonisten, die wir im Spiel treffen werden. Ihr wisst schon, das gute alte MUHAHAHA! Der Botschafter ist eine stoische Anführerfigur mit militaristischen Zügen und es ist bestimmt kein Zufall, dass er und die Soldaten seiner Armee wie der Master Chief aussehen. Und dann treffen wir im Laufe des Spiels noch auf einen Landstreicher-Opa, der wirres Zeug redet, seine Tiere auf der Farm pflegt und natürlich viele alte Legenden kennt.

Hinzu kommt, dass alle Charaktere im Spiel eben Roboter sind und es so sehr schwer ist, die Emotionen in den Dialogen glaubhaft rüber zu bringen. An der ein oder anderen Stelle gelingt das ganz kurz, aber ansonsten bleiben die Figuren in Akimbot leere Metallhüllen.

Es ist nicht so, als würden wir die Geschichte und die Charaktere hassen, Klischees sind manchmal auch Mittel zum Zweck und können nicht immer verhindert werden. Es sorgt jetzt nicht dafür, dass Akimbot richtig schlecht ist, vielmehr bewirkt das ganze Zusammenspiel aus vorhersehbarer Story und uninteressanten Charakteren, dass einfach am Ende wenig von alldem hängenbleiben wird.

 

Ein bisschen hüpfen und ballern gefällig?

Jetzt aber genug gemeckert, kommen wir mal zu etwas Positivem: Das Gameplay von Akimbot macht wirklich Spaß. Es ist ein guter Mix aus 3D-Platformer und 3rd-Person Shooter mit einer regelmäßigen Abwechslung zwischen Platforming- und Schießpassagen. Exe hat einen Nahkampfangriff, kann einen Doppelsprung und einen Dash ausführen, erhält später noch einen Greifhaken und kann an bestimmten Stellen auch einen Wandlauf ausführen. Besonders in späteren Levels sind Platforming-Abschnitte wirklich spaßig, weil alle Bewegungsoptionen miteinander kombiniert werden müssen. Da ziehen wir uns etwa mit unserem Greifhaken heran, führen einen Sprint aus damit wir die Wand erreichen, an der wir dann entlanglaufen. Nachdem wir abspringen müssen wir dann mit unserer Waffe in der Luft auf ein Ziel schießen, damit die nächste Wand erscheint. Das Platforming geht dabei sehr flüssig von der Hand.

Die Levels sind sehr schlauchig und linear, viele Optionen für geheime Wege gibt es nicht. Aber ab und zu findet ihr trotzdem mal eine kleine Abzweigung, welche euch nach kurzem Abschnitt zu einem versteckten Sammelitem führt, was es im Spiel gibt. Dies sind kleine Texte, welche die Lore des Spiels etwas näher beleuchten und ein paar lustige Geschichten erzählen. Wenn euch das nicht interessiert, dann gibt es abseits des Hauptpfades leider nicht so viel zu finden. Etwas schade, man hätte solche optionalen Platforming-Einlagen ruhig mit ein paar Botcoins belohnen können.

Der andere Part des Spiel besteht, wie bereits erwähnt, aus Shooter-Abschnitten. Hier hat man im Verlaufe des Spiels vier Waffen zur Auswahl: Ein Maschinengewehr, ein Scharfschützengewehr, einen Raketenwerfer und eine Minigun. Diese vier Waffen sind absoluter Standard, haben keine speziellen Effekte und können auch zu keinem Zeitpunkt aufgewertet werden. Anders hingegen sieht es bei den vier Spezialwaffen aus, die man im Shop mit Botcoins kaufen kann. Da gibt es zwei kleine Handguns, einen Säurewerfer, eine Laserkanone und einen Elektroschocker. Alle vier Waffen können verbessert werden, jedoch solltet ihr euch eure Lieblingswaffe aussuchen und euch auf diese konzentrieren. Denn nicht nur könnt ihr eure Spezialwaffe nur im Shop wechseln, ihr findet im Spiel auch nicht genug Botcoins, um alle vier Waffen vollständig aufzuwerten. Die Aufwertungen sorgen aber schon für ordentlich Wumms, ich habe mich für die Laserkanone entschieden, welche später noch den Laserstrahl reflektierte und besiegte Gegner zum explodieren brachte.

Akimbot möchte ja gerne auch an Ratched & Clank erinnern, aber da wurde dann leider nicht genug über die Stränge geschlagen, was außergewöhnliche Waffen angeht. Die Standardwaffen sind halt das, was sie sind und die Spezialwaffen sind zu limitiert und lassen sich nicht alle komplett aufwerten. Schade für all diejenigen, die im Verlauf des Spiels mit allen Spezialwaffen herumexperimentieren möchten.

 

Street Fighter, Flappy Bird und mehr

„Herumexperimentieren“ ist ein gutes Stichwort, denn Akimbot schafft es, das Gameplay immer wieder mit lustigen Minispieleinlagen aufzulockern. Auf einmal sitzen wir in einem Fahrzeug und cruisen durch eine offene Wüste, oder wir sitzen in einem Raumschiff und müssen gegnerische Raumschiffe abschießen. Oder wir steuern einen riesigen, mechanischen T-Rex mit Laseraugen durch eine einstürzende Höhle. Diese Setpieces sind immer sehr eindrucksvoll inszeniert und spielerisch immer ein wenig anders. Manche dieser Abschnitte gehen für unseren Eindruck ein wenig zu lang und besonders ein Fahrzeug-Abschnitt gegen Ende des Spiels war teilweise sogar recht unfair und frustrierend, aber allgemein sind diese Minispiele eine gelungene Abwechslung. Wir fanden es durchaus lustig, wenn Shipset auf einmal in einem 2D-Kampfspiel a la Street Fighter gegen andere Roboter kämpfen muss oder mit einem an Flappy Bird erinnernden Gameplay durch einen Korridor hüpfen muss. Akimbot strotzt diesbezüglich nur so vor kreativen Ideen und teilweise auch Anspielungen an andere Spiel- und Filmreihen.

Ebenfalls kleine Minispielchen müssen wir absolvieren, wenn wir etwas im Spiel hacken wollen. Diese sind leider etwas unkreativer als die restlichen Minispiele, denn erstens sind es die üblichen Kandidaten wie das Hütchenspiel, Snake oder per Quicktime-Event die richtigen Tasten drücken, aber die immerselben Hacking-Minispiele wiederholen sich und bleiben auch immer gleich. Es wird also mit dem Spielverlauf nicht anspruchsvoller, etwas zu hacken und schon bald wird es zur langweiligen Routine.

Ganz und gar nicht langweilig hingegen waren die Bosskämpfe, von denen es leider nicht so viele im Spiel gibt, die aber alle ähnlich wie die Minispiele schön abwechslungsreich waren. Im Grunde müssen wir nur mit unserem Arsenal an Waffen auf die Bossgegner feuern, doch hier heißt es vor allem, die Angriffsmuster von ihnen zu lernen, zu erkennen und den Projektilen auszuweichen. Ich würde sagen, dass ein paar mehr Bosskämpfe dem Spiel durchaus gut getan hätten.

 

Eine Weltreise durch Akimbot

Eine weitere Sache, die mir sehr an Akimbot gefallen hat, sind die unterschiedlichen Locations, an welche uns das Spiel schickt. Es startet an einem idyllischen Strand, doch schon bald durchstreifen wir eine Wüstenlandschaft, ein Vulkangebiet voller Lava und eine Eishöhle, in der wir uns immer wieder an Feuerstellen aufwärmen müssen, um nicht zu erfrieren. Auf einem Müllplaneten müssen wir auf tödliche Landminen und Luftangriffe achten, in einem riesigen Gefängnisblock springen wir auf hängenden Transportwägen umher und in einer seltsamen Mine bewundern wir elektrische Kristalle.

Großes Highlight von der Atmosphäre her sind immer wieder die Weltraumabschnitte, die sehr cineastisch in Szene gesetzt werden und jedem Sci-Fi-Fan ein Lächeln auf das Gesicht zaubern dürften. Egal ob wir durch Asteroidenfelder fliegen, auf ein schwarzes Loch zusteuern oder eine gegnerische Armada vor uns haben, die Ausflüge im Raumschiff waren jedes Mal imposant.

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Fazit zu Akimbot

Wird Akimbot in die Fußstapfen von Ratched & Clank und Konsorten steigen und die Ära der 3D Action-Platformer wiederbeleben? Ich denke nicht, dafür ist das Gebotene einfach zu mittelmäßig. Und wir wollen damit noch einmal betonen: Mittelmäßig ist NICHT schlecht, sondern einfach nur da. Ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass ich mit Akimbot keinen Spaß hatte, aber die vorhersehbare Story, die nicht wirklich gefestigten, etwas lieblosen und teils nervigen Charaktere sowie einige Aspekte wie etwa die sehr standardisierten Waffen und Mangel an Experimenten bei den Spezialwaffen sorgen dafür, dass Akimbot leider nicht mehr als das Prädikat „Nett“ von uns erhält, welches Fans des Genres aber durchaus etwas abgewinnen können.Maarten Cherek (Redakteur)

Positiv:

Sehr spaßiges, flüssiges und teils forderndes Platforming
Actionreiches Shooter-Gameplay
Viel Abwechslung mit Minispielen und Bosskämpfen
Manche Setpieces sind sehr imposant, besonders im Weltraum

Negativ:

Sehr vorhersehbare Story gefüllt mit Klischees
Alle Figuren in diesem Spiel bleiben sehr blass und oberflächlich
Shipset muss dringend das Sprachmodul entfernt werden, die Drohne nervt durchgehend
Potential der Spezialwaffen wird nicht vollends ausgereizt und man kann nicht alle auf das Maximum upgraden, Standardwaffen nicht aufwertbar
Hacking-Minispiele wiederholen sich immer wieder und werden niemals richtig anspruchsvoll
Einziges Sammelobjekt sind optionale Texte zur Hintergrundgeschichte etc. und gefühlt die Platforming-Passagen nicht wert

Ab in die Sammlung?

Die Inspiration sind zwar Spiele wie Ratched & Clank, aber ein ähnliches Level darf man hier nicht erwarten. Wenn man als Genre-Fan mit der richtigen Erwartungshaltung an diesen Titel herangeht, dann könnt ihr hier Spaß haben. Denkt aber nicht, dass ihr aus den Socken gehauen werdet, besonders erzählerisch.

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