Slayed - Wer stirbt als nächstes?

Kritik zum brutalen Studentensterben

Titelbild: © SquareOne Entertainment

Ein skrupelloser Killer ermordet Mitglieder einer Studentenverbindung. So ziemlich jeder dürfte so einen Film schon mal gesehen haben. Slasherfilme, bei denen ahnungslose Studenten umgebracht werden, gibt es nämlich wie Sand am Meer, weshalb ich beim Trailer von Slayed – Wer stirbt als nächstes? erst einmal stutzig geworden bin.

Jedoch hat der Trailer durch die Anpassung an die heutige Social Media-Generation ganz im Stile von Filmen wie Unknown User oder Unfriend mein Interesse geweckt und so entschied ich mich dafür, dem erneuten Studentensterben eine Chance zu geben. Ob mich der Streifen am Ende überzeugt hat, oder ob es sich nur um einen weiteren austauschbaren Slasherfilm handelt, erfahrt ihr in meiner Kritik zu Slayed – Wer stirbt als nächstes?

 

Die Story von Slayed – Wer stirbt als nächstes?

Die nur aus Jungs bestehende Studentenverbindung Sigma Nu Pi spielt ein krudes Spiel in den sozialen Medien. Per Ausrufezeichen werden in den Kommentaren Mädchen markiert, die sie ins Bett gekriegt haben. Zudem soll es bereits im vergangenen Jahr auf einer Party zu einem sexuellen Übergriff auf eine Studentin gekommen sein. Der vermeintliche Täter, Schwimmstar Wes Scott (Froy Gutierrez), kam mit einem blauen Auge davon. Nun steht das neue Semester kurz vor der Tür und die Draufgänger haben erneut allen Grund zu feiern.

Obwohl die Studentinnen sich versprechen, dieses Mal aufeinander aufzupassen, wird auf der Party die nächste Studentin zum Missbrauchsopfer. Doch das soll nicht das einzige Verbrechen bleiben, mit dem sich der Direktor der Uni bald auseinandersetzen darf. Denn wenige Tage nach der Party wird Wes auf brutale Art und Weise ermordet und letztendlich per Bohrmaschine an die Tür des Verbindungshauses genagelt.

Nun gilt es für Scott’s Schwester Ellery (Lindsay LaVanchy), Polizist Rico Martinez und Detektivin Sandra Fitzgerald dem Killer auf die Spur zu kommen, ehe ihm noch weitere feierwütige Studenten vor den Bohrer laufen.

Der Film hält nicht, was der Trailer verspricht

Tja, was soll ich sagen? Ich hatte mich wirklich auf Slayed gefreut. Der Trailer hat mich ein bisschen an die Black Mirror Folge „Von allen gehasst“ (im Original „Hated in the Nation“) erinnert und ich hatte wirklich gehofft, dass der Film diese Richtung einschlägt. Eine Art “Schreibt in die Kommentare, wer soll als nächstes sterben soll”-Slasherfilm hätte wahrscheinlich deutlich besser funktioniert als das, was Slayed letztendlich geworden ist.

Es entsteht der Eindruck, als wolle der Trailer den Zuschauern ein wenig das Generation Z / Instagram Thema nur vorgaukeln, um ihr Interesse zu wecken. Denn im Film spielt es dann keine wirkliche Rolle mehr. Zwar werden immer wieder Textnachrichten und Newsfeeds als Stilmittel eingeblendet, doch aus welchem Grund das passiert bleibt schleierhaft.

Das selbe gilt für das Thema Cybermobbing. In nur einem Satz wird beiläufig erwähnt, dass die Uni ein Problem damit hätte. Weiter drauf eingegangen wird allerdings nicht. Auch hier habe ich nach dem ersten Schauen des Trailers wohl einfach zu viel erwartet. Stattdessen fühlt es sich jetzt so an, als wurde das Thema nur mit aufgenommen, weil es gerade den Zeitgeist repräsentiert.

Wenige, kurze Lichtblicke

Okay ich gebe zu, vielleicht bin ich mit zu hohen Erwartungen an die Sache rangegangen, aber Filme wie Unfriend haben den Social Media-Spirit bereits vor Jahren viel besser umsetzen können. Doch genug von der Thematik, kommen wir zur Handlung. Die ist im Allgemeinen zwar sehr flach gehalten, das muss einem Film dieses Genres aber nicht unbedingt schaden.

Die Charaktere handeln alle einigermaßen nachvollziehbar und aus einer verständlichen Motivation heraus. Das kann man immerhin nicht von vielen Slasherfilm-Charakteren behaupten. Selbst der Killer bekommt hier ein solides Motiv für seine brutalen Bohrer-Morde, weshalb man ihm am Ende nicht mal richtig böse sein kann. Nichtsdestotrotz bleibt die Story sehr vorhersehbar und nicht frei von Logikfehlern, dafür aber mit einem kleinen Twist am Ende.

Alles in allem schaue ich relativ emotionslos auf Slayed zurück. Ich habe mich zwar über die 90 Minuten hinweg nicht gelangweilt, so wirklich vom Hocker gerissen hat der Streifen mich aber auch nicht. Die Slasher-Szenen fand ich durchaus unterhaltsam und würde sie als Mini-Highlight des Films bezeichnen, denn abgesehen davon hatte Slayed leider nicht allzu viel zu bieten.

 

Informationen zu Slayed – Wer stirbt als nächstes?

  • Originaltitel: Initiation
  • Laufzeit: ca. 96 Minuten
  • Heimkinostart: 7. Mai 2021
  • Altersfreigabe (FSK): ab 16 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Lindsay LaVanchy, Isabella Gomez, Froy Gutierrez

 

Trailer zu Slayed – Wer stirbt als nächstes?

  • Slayed – Wer stirbt als nächstes? – Kritik zum brutalen Studentensterben
    Fazit zu Slayed - Wer stirbt als nächstes?

    Ich bin ein bisschen traurig darüber, dass Slayed am Ende nicht das war, was der Trailer mir suggeriert hat. So bleibt am Ende leider nur noch ein austauschbarer Slasherfilm über, den ich so oder so ähnlich schon mehrere Male gesehen habe. Trotzdem weiß der Film an manchen Stellen auch zu unterhalten und die Slasherszenen sind auf eine altmodische Art und Weise recht gelungen.

    Lukas Runde, Redakteur

 

Der Trailer vermittelt einen falschen Eindruck
Die Slasher-Szenen sind teilweise gut inszeniert
Die Story ist vorhersehbar
Die Charaktere handeln größtenteils nachvollziehbar

Ab in die Filmsammlung?

Freunde von Slasherfilmen können mit diesem Film und geringen Erwartungen einen unterhaltsamen Abend haben.

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10
Geschrieben von Lukas Runde
Redakteur im Bereich: Games, Movies

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