Resident Evil: Origins Collection – Test zur Resident Evil Sammlung

Nachdem im letzten Jahr Capcom überaus erfolgreich mit Resident Evil HD den ersten Teil der Horror Reihe eine gelungene Remastered Edition spendierte, war es nur eine Frage der Zeit bis auch weitere Teile der Reihe überarbeitet werden. Direkt zu Beginn des neuen Spielejahres hat Capcom nun mit Resident Evil Zero den zeitlichen Vorgänger überarbeitet und ihn zusammen mit Resident Evil HD in der Resident Evil: Origins Collection in den Handel gebracht (beide Titel sind auch einzeln im jeweiligen Store erhältlich). Ob die überarbeiteten Fassungen heute auch noch genauso viel Spaß machen wie damals, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Resident Evil: HD Remaster / Eine Version reicht wohl nicht

1996 erschien Resident Evil erstmals für die PlayStation One und revolutionierte die Gamingwelt. Nicht nur weil es brutale Zombie-Action gab, sondern auch die knackigen Rätsel rund um die Umbrella Corporation wussten zu überzeugen. Deshalb folgten bis heute auch unzählige Fortsetzungen und Ableger der Resident Evil-Reihe. Da die Technik und Grafik allerdings in die Jahre gekommen ist, dachte sich Capcom 2002 den alten Teil komplett neu zu entwickeln und auf den Nintendo Gamecube herauszubringen. Dies war ein voller Erfolg, weshalb man 13 Jahre später das Gamecube-Remake nun auch auf die aktuellen Konsolen und den PC herausbrachte. Bislang war diese Version nur als digitaler Download in den jeweiligen Stores erhältlich, was sich nun seit diesem Monat dank der Origins Collection änderte. Neben dem neuen HD-Remake zu Resident Evil: Zero gibt es nämlich Resident Evil: HD Remaster direkt mit dazu. Grund genug also noch einmal kurz auf die Remaster-Version von vor einem Jahr zurückzuschauen.

Auch nach 20 Jahren immer noch die selbe Villa.

Auch nach 20 Jahren immer noch die selbe Villa.

 

Resident Evil: HD Remaster / Die Zeit verändert nicht die Geschichte

An der eigentlichen Geschichte hat sich natürlich nichts verändert. Je nach Spielfigur, entweder Jill Valentine oder Chris Redfield, verändern sich die Ereignisse während der Erlebnisse, was dem Spiel einen hohen Wiederspielwert bietet. Noch immer wird die S.T.A.R.S.-Sondereinheit um Jill und Chris in die alte Villa getrieben, um dort auf zahlreiche untote Lebewesen zu treffen. Dabei ist es egal, ob sich hierbei um einen infizierten Menschen, einen Hund, eine Schlange oder ein anders mutiertes Lebewesen handelt. Hauptsächlich geht es um den bekannten T-Virus und um die Frage, wie man aus dem ganzen Schlamassel eigentlich wieder herauskommt und ein normales Leben führen kann. Dabei geht es allerdings nicht nur um das Töten von den Zombies, sondern auch um die vielen Rätsel, welche im Spiel für ordentliches Nachdenken auffordert. Der Spieler ist dabei vollkommen auf sich allein gestellt, neben den vielen Untoten natürlich. So müssen Objekte gesucht werden, die dann nur kombiniert den Schlüssel zum Erfolg bringen, im wahrsten Sinne des Wortes. Das Inventar von Jill ist dabei nur auf acht Plätze limitiert, im Falle von Chris sind es sogar nur sechs. Am alten System wurde also nicht viel verändert, auch das Speichern ist nur an den vorgesehenen Speicherräumen per Farbbanditem an der Schreibmaschine möglich. Zeitgemäßes Spieldesign sieht natürlich anders aus, weshalb das Erlebnis von Resident Evil: HD Remaster nur für Retro-Fans eine Empfehlung ist. Denn bereits bekannte Rätsel- und Lösungswege könnten beim erneuten Ansehen wieder aus den im Gehirn abgelegten Akten herausgekramt werden. Einzig die Steuerung und die Auflösung wurden für die Konsolen und den PC angepasst. So ist dank der neuen Steuerung der Spielverlauf etwas flüssiger. Wer dennoch in purer Nostalgie steckt, der kann aber auch zur veralteten Steuerung wechseln. Alles andere bleibt wie von damals gewohnt.

Überall können Zombies auf uns lauern.

Überall können Zombies auf uns lauern.

 

Resident Evil: Zero / Das Zombie Prequel

Zugfahrten sind nicht immer die erfreulichsten. Verspätungen, defekte Klimaanlagen oder unfreundliche Fahrgäste all das hat man selber schon irgendwann festgestellt. Doch wenn die Fahrgäste anfangen sich gegenseitig an den Hals zu springen und rumbeißen, da ist dann Umbrella schuld. Denn die Geschichte von Resident Evil Zero Remastered Edition setzt genau da an. So muss die junge STARS-Rekrutin Rebecca Chambers einen außer Kontrolle geratenen Zug voller bluthungriger Zombies erkunden und herausfinden, was dort geschehen ist. Dass ebenfalls mit Bill Coen ein gesuchter und zum Tode verurteilter Straftäter unterwegs ist, ist dabei ihre geringste Sorge. Denn wie sich schnell herausstellt, befindet sich Bill ebenfalls im Zug und schließt sich mit Rebacca mehr oder weniger freiwillig zusammen. Wer schon einmal ein Resident Evil gespielt hat, wird schnell erahnen, dass das Zug Level nicht das einzige Gebiet sein wird, durch welches man Rebecca und Bill begleitet. Das obligatorische Herrenhaus und Forschungsanlage samt bissigen Zombies, widerlichen Tausendfüßern und anderen garstigen Kreaturen versteht sich natürlich. In allen Gebieten müssen dabei diverse Rätsel gelöst werden. Ein Großteil der Rätsel ist dabei auf die Zusammenarbeit der beiden Protagonisten ausgelegt. So müssen beispielsweise per Frachtaufzüge Schlüssel und Gegenstände zu unserem Partner, der mehrere Etagen höher darauf warten schicke. Oder mit  Coen eine Kurbel betätigen, mit der man einen Aufzug für Rebecca in Gang setzt.

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Rebecca un Bill müssen zusammen arbeiten, um zu überleben.

 

Resident Evil: Zero / Das Inventarsystem des Grauens

Aus der Sicht der Steuerung hat sich im Vergleich zur Ursprungsfassung nicht viel geändert. So steuert man die beiden Protagonisten noch immer durch die mit fester Kamera ausgestatteten Gebiete. Auf Knopfdruck kann man hierbei zu jederzeit zwischen beiden Charakteren hin und her wechseln. Was besonders bei den vielen Rätseln notwendig ist. Auch besitzen sowohl Rebacca als auch Bill unterschiedliche Stärken und Schwächen. So ist Bill durch seine Körperkraft in der Lage schwere Gegenstände zu bewegen, während nur Rebacca unzugängliche Orte und Heilkräuter mischen kann. Durch dieses System muss man stets überlegen, mit welchem Charakter man welche Aktion tätigt, damit man die zahlreichen Rätsel lösen kann. Ebenfalls sollte man zu jederzeit überlegen, welche Objekte man welchem Charakter gibt. Denn jeder von beiden hat nur sechs Inventarslots für Objekte dabei. Egal ob Waffen (bei denen einige sogar zwei Slots benötigen), Munition, Heilkräuter, Schlüssel oder andere Objekte wie Farbpatronen (mit denen man an Schreibmaschinen Speichern kann). Jeder dieser Objekte verbraucht ein Inventarslot und wird dementsprechend recht schnell voll. Da man schon allein mit einem Gewehr samt Munition, einem Heilkraut und einer Schreibpatrone fünf der insgesamt sechs Slot verbraucht, hat man für neu gefundene Schlüssel meistens kein Platz mehr. Falls dies geschieht, muss man schauen ob der Partner noch Platz hat und dann die Objekte hin und her tauschen oder ein Objekt ablegen. Dieses Vorhaben ist allerdings auf Dauer nervig und stört den Spielverlauf enorm, da man bei einem Großteil der gefundenen Objekte immer hin und her tauschen muss. Ebenfalls nicht mehr zeitgemäß ist das Speichersystem des Spiels. Da man bei jedem Speichern eine Farbpatrone benötigt, die ebenfalls im Inventar gelagert wird, muss man es sich gut überlegt zu speichern. Da man immer das Gefühl hat zu wenig von den Patronen dabei zu haben, lässt man allerdings mal ein Speicherpunkt aus und speichert nicht. Stirbt man dann unterwegs, weil man von einem Zombie gebissen wurde, muss man vom letzten Speicherpunkt erneut anfangen. Dieser kann dann allerdings einige Stunden Spielzeit zurückliegen.

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Bei Zombies hilft nur ein gezielter Schuss in den Kopf.

 

Resident Evil: HD Remaster und Zero / Der Tod sieht gut aus

Resident Evil: HD Remaster und auch Zero wurden lediglich technisch überarbeitet, die eigentlichen Spiele sind dem jeweiligen Ursprungstitel beibehalten. Die technischen Überarbeitungen machen sich vor allem bei der Grafik bemerkbar. So sehen die Gebiete sehr detailliert und gut ausgestattet aus. Zusätzlich sorgt ein gelblicher Farbfilter für eine spannende Atmosphäre, die vor allem durch die Full-HD-Auflösung gut zur Geltung kommt. In der Ursprungsfassung kamen im Spiel hässliche Treppchen- und Kantenbildung vor, die es jetzt ebenfalls nicht mehr gibt. Das sorgt dafür, dass die Remaster Edition im Gegensatz zur Ursprungsfassung feingeschliffener aussieht. Die grafische Überarbeitung gilt allerdings nicht für die zahlreichen Zwischensequenzen, denn diese wurden leider nicht überarbeitet. Dadurch sehen die gespielten Szenen besser aus als die gerenderten Zwischensequenzen. Dabei merkt man schnell, dass man ein Spiel aus den frühen 2000er spielt. Auch die steifen Animationen merkt man das Alter an. Im Vergleich zwischen PS3 und Xbox One fielen uns keine großen Unterschiede auf. Die Disc-Version kommt allerdings ohne Menü zum Auswählen der beiden Titel daher. Sie dient lediglich als Datenträger der Installationsdateien, die man im Xbox Dashboard findet. Von dort aus kann man dann entscheiden, welchen der beiden Spiele auf seine Konsole installiert werden sollen. Hier hätten wir uns, ähnlich wie bei der Nathan Drake Collection, ein vollständiges Menü mit Auswahlfunktion zum Starten der jeweiligen Titel gewünscht.

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Während das Spiel eine graifische Aufpolierung erhielt, wurden die Zwischensequenzen eins zu eins aus dem Hauptspiel genommen.

 

Fazit zur Resident Evil: Origins Collection

Endlich sind die beiden Resident Evil Anfänge auf einer Disc in neuer Optik vereint. Neu mit an Bord ist Resident Evil: Zero, welches die gleichen Kritikpunkte bietet, wie schon Resident Evil: HD Remaster. Einerseits ist die Remaster Edition eine gelungene Möglichkeit die alten Teile der beliebten Resident Evil-Reihe erneut zu erleben. Denn es wird sicherlich einige Spieler geben, die damals als die Spiele erschienen zu jung waren, um sie selbst zu spielen. Allerdings werden nicht alle mit den ersten Teilen den Spielspaß erleben, wie man ihn aus heutigen Spielen gewohnt ist. Das liegt vor allem an dem altbackenen Inventarsystem, welches nicht mehr zeitgemäß ist. So macht das Tauschen der Objekte, das im Gebiet fallen lassen und das Lagern an den Speicherpunkten einen Großteil des Spieles aus. Allerdings hat sich Capcom bei der grafischen Polierung ordentlich Mühe gegeben, denn beide Titel punkten durch die Atmosphäre, die die detaillierten Umgebungen auslösen. Somit können alte Resident Evil Veteranen, die nochmals die Vorgeschichte zu Resident Evil erleben möchten und die Schwachstellen gewohnt sind, zugreifen. Für diese bietet die Collection die perfekte Gelegenheit. Wer noch nie eines der ersten Resident Evil Spielen gespielt hat, wird wohl durch die nicht mehr zeitgemäßen Inhalten abgeschreckt und eher keinen Spielspaß großen haben.

 

Für unseren Test standen uns die PS3-Version von Zero und die Xbox One-Version der Origins Collection zur Verfügung. Im direkten Vergleich gibt es kaum großen Unterschiede zwischen den HD-Remakes. Einen genauen Einblick bringt auch unser Review-Fazit als Video in der Diskussion mit dem Haupttester Kevin und den beiden Serienfans Tobias und Marco:

https://youtu.be/chiP84tDur0

 

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Geschrieben von Kevin Kreisel
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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