Ragnorium

Test zur Koloniesimulation im Retrostil

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Releasedatum: 25. April 2022

Genre: Siedlungssimulation, Strategie

USK: keine Angabe

Publisher: Devolver Digital

Plattformen: PC/Mac

Ragnorium: Planet Recolonization Odyssey ist seit Ende April 2022 bei Steam verfügbar und verspricht ein Abenteuer beim Aufbau einer Kolonie auf einem unbekannten Planeten. Entwickelt wurde das Spiel von einer einzigen Person, Vitali Kirpu, manchen bereits bekannt durch Pixel Pirates. Ob Ragnorium nach rund zwei Jahren im Early Acess nun komplett fertig ist und für wen es sich lohnt, erfahrt ihr hier in unserem Test.

 

Glaube gegen grenzenlose Wissenschaft

In Ragnorium schlüpfen wir in die Haut, oder besser gesagt in das Metallgehäuse, eines Quantencomputers. Wir sind ein Kommandant der Klon Union, die mit ihren namensgebenden Klonen neue Welten erschließen und dort Kolonien gründen will. Das wiederum gefällt den religiösen Fanatikern vom Reich der Arche mal so gar nicht. Sie verachten Klone und haben es sich zum Ziel gemacht, jeden einzelnen von ihnen auszulöschen.

Diese Prämisse klingt nun erst mal spannender, als es später im Spiel ist. Von der Klon Union selber bekommen wir zwar sporadisch Nachrichten, diese sind aber eher lose Hinweise wie man die Kolonie besser aufbaut, als dass sie eine Geschichte bilden. Die Schiffe der Union, mit denen wir Vorräte und Klone auf den Planeten schießen, sehen wir auch stets nur kurz über unsere Karte fliegen. Eine Raumstation oder andere Mitglieder der Union sehen wir nicht, alles spielt sich fest vorgegeben auf dem gewählten Planeten ab.

Vom Reich der Arche sehen wir da ein wenig mehr, beziehungsweise von ihren Mitgliedern. Auf den jeweiligen Planeten tummeln sich mal mehr, mal weniger von ihnen und stellen, gerade am Anfang einer Kolonie, eine ernstzunehmende Gefahr dar. Über den Grundkonflikt zwischen den beiden Fraktionen hinaus bekommen wir nicht viel mit, eine ausgefeilt erzählte Geschichte erwartet uns hier nicht. Der Fokus von Ragnorium liegt viel mehr auf dem Gameplay und dem stetigen Wachsen der Kolonie.

 

Gute Vorbereitung ist alles!

Bevor wir uns auf direkt ins Koloniemanagment stürzen können, müssen wir zunächst einmal einen Planeten auswählen. Am Anfang können wir nur den ersten von insgesamt sechs Planeten wählen. Die anderen schalten wir frei, indem wir eine bestimmte Menge an Tagen auf dem vorherigen Planeten überlebt haben. Die unterschiedlichen Planeten bieten dabei unterschiedliche Vegetation und Klimaverhältnisse, wobei sich nur letzteres aufgrund der mitunter kalten Temperatur auf das Gameplay auswirkt.

Wissen wir auf welchen Planeten es gehen soll, gilt es ein Schiff zu beladen. Dabei können wir zwischen verschiedenen Containern mit Nahrung, Wasser oder allgemeinen Vorräten und Klonen wählen. Jedes Schiff hat eine unterschiedliche Anzahl von Plätzen, die wir besetzen können. Jeder besetze Platz kostet uns außerdem eine gewisse Menge an Einfluss. Beim ersten Start haben wir eine vorgegebene Menge, später können wir durch das Erledigen von Zielen mehr Einfluss sammeln und erneut ein Schiff mit Klönen oder Material anfordern.

Nach dem Start gleitet unser Schiff über die Karte und es gilt eine geeignete Landestelle für unsere Fracht zu finden, an dem wir idealerweise auch unsere Kolonie erbauen wollen. Bewegen wir die Maus werden verschiedene Symbole sichtbar, die Wasserstellen, gefährliche Gegner und besondere Objekte anzeigen. Nachdem wir uns mit der mehr als fragwürdigen Kameraeinstellung rumgeschlagen haben und die Fracht sicher auf dem Planeten gelandet ist, kann es endlich los gehen!

 

Meiner kleiner grüner Kaktus

Am Anfang können unsere Kolonisten so gut wie nichts, es ist nicht mal eine einfache Holzhütte drin. Stattdessen müssen wir alles mit unserem Quantencomputer erforschen. So gut wie alles hat dabei sein eigenes Forschungsprojekt, ab und zu schaltet eins aber auch mehrere Bau – oder Herstellungsoptionen frei. Der Quantencomputer fungiert dabei quasi als unser Kommandant, wird er mit seinen mageren Lebenspunkten zerstört, endet das Spiel. Bewegt werden kann er jedoch nur von unseren Klonen, also sollte er sich stets im Zentrum unser Kolonie befinden.

Während die ersten Forschungsprojekte zum Häuserbau oder rudimentären Waffen laufen, sammeln unsere Klonen derweil ein paar Vorräte. Diese legen sie dann in der von uns eingerichteten Lagerzone ab. Da Vorräte und Gegenstände die draußen liegen jedoch langsam verrotten, machen wir uns schleunig daran, einfache Holzkisten herzustellen, also sofern wir die nötige Forschung dazu abgeschlossen haben versteht sich. Am wichtigsten ist hier wie so oft das Sammeln von Holz und Nahrung, bzw. Wasser, welches an Kakteen oder an Seen gesammelt werden kann. Die Seen werden jedoch stets von relativ starken Wassermännern beschützt, an die wir uns ohne Waffen nicht ran trauen sollten. In der ersten Spielstunde ist der Kaktus unser bester Freund.

Da unsere Kolonie am Anfang nicht komplett ohne Unterstützung durchhalten kann, sollte man relativ früh einen neuen Abschuss organisieren. Dieser ist möglich sobald wir mindestens acht der bereits erwähnten Einflusspunkte gesammelt haben. Diese erhalten wir nur durch das Erfüllen von Zielen. Dabei gilt es mal etwas bestimmtes zu bauen oder herzustellen, mal sollen wir unsere Klone zum Erkunden losschicken. Ziele werden, wer hätte es gedacht, ebenfalls durch die Forschung freigeschaltet. Wenn wir ein Ziel zur Erkundung wählen, spawnen auf dem Weg dahin oft aggressive Gegner, die bei Kontakt sofort angreifen, gerade zu Beginn eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Leider bleiben diese Gegner jedoch auch, wenn man das Ziel wieder abbricht um ein neues zu wählen, was gerade dann ärgerlich ist wenn man das Ziel eben wegen der Gegner abgebrochen hat und nun ein Weg versperrt ist.

Im Laufe der Zeit schließen wir immer neue Forschung ab, kommen an neue Waffen und Kleidung und versuchen, unsere Kolonie technologisch voran zu bringen. Dabei ist jedoch ein Teil der Technologie hinter einem besonderen Ereignis versteckt, wir müssen einen Angriff der Archen Akolythen abwehren, sonst kommen wir nie über Holzhütten und Steinschwerter hinweg. Diesen Angriff zu überleben stellt auch mit Hilfe der Nachricht der Klon Union eine immense Herausforderung im Spiel dar und wird gerade neue Spieler an ihre Grenze bringen, wenn nicht gar ihre ganze Kolonie ausgelöscht wird. Haben wir den Angriff überlebt können wir endlich an der Landwirtschaft forschen und etwas moderner werden.

 

Ein ungeschliffener Diamant oder noch ein Stück Kohle?

Ragnorium wirkt auf den ersten Blick wirklich interessant und setzt sich mit seiner 3D Grafik und charmanten Retrostil zunächst von ähnlichen Simulationen wie Rimworld ab. Bei genauerer Betrachtung liegt jedoch noch einiges im Argen. So ist es eher die Regel als eine Ausnahme, dass eine gut laufende Kolonie nachts plötzlich von mehreren wirklichen starken Gegnern angegriffen wird, welche die verstreuten Klone einem nach den anderen niedermetzeln. Naja, Schwamm drüber und neu laden? Fehlanzeige. Manuell speichern ist zwar möglich, aber es gibt immer nur einen Spielstand und dieser wird nach jedem verstrichenen Tageszyklus automatisch überschrieben. Die nicht nachvollziehbaren und plötzlichen Angriffe mindern den Spielspaß enorm, gerade wenn man dachte man würde mit dem „Zenlike“ Spielmodus entspannt seine Kolonie aufbauen.

Außerdem verstecken sich wichtige Gegenstände bzw. Handwerksanleitungen hinter Zielen, deren Name und Beschreibung keinen Hinweis auf die Wichtigkeit geben. Auch gibt es an Werkbanken verschiedene Ansichten der herstellbaren Items. Aber in der einen Ansicht sind nicht alle Gegenstände aufgelistet, in der anderen steht es werden zwei Exemplare hergestellt, obwohl nur eins in Auftrag gegeben wurde.

Die UI ist ebenfalls nicht das gelbe vom Ei und an mancher Stelle wirklich fummelig, von der Ästhetik ganz zu schweigen. Wer kein Englisch oder Russisch kann ist außerdem auf eine ziemlich fehlerhafte deutsche Version angewiesen, die wenigen Monologe sind nur auf Englisch verfügbar. Wer gerne mit Kopfhörern spielt sollte sich auch genaustens mit den Audioeinstellungen auseinander setzten, denn einige Töne, wie etwa das Forschungsgeräusch oder die wie durch alte Funkgeräte gesprochen klingenden Monologe, haben großes Kopfschmerzpotential.

Schließlich ist vor allem der Spielfluss ein Faktor, der es schwierig macht das Spiel zu genießen. Die Kolonisten vollführen ihre Aufgaben relativ langsam und stehen mitunter auch einfach rum und tun nichts, bevor sie dann plötzlich eine neue Aufgabe starten. Man kann zwar Vorspulen, aber selbst das ist teilweise, gemessen an den langen Aufgabenzeiten, zu wenig und sollte noch erhöht werden.

Bei allen, teilweise drastischen, Fehlern die Ragnorium zur Zeit hat ist es jedoch positiv hervorzuheben, dass im Wochentakt Updates veröffentlicht werden. Diese sind auch dringend nötig und haben das Potental aus Ragnorium eine wirklich spaßige Simulation zu machen, sofern die ärgsten Fehler behoben werden. Nach zwei Jahren im Early Acess, hätten wir aber von der jetzigen Version deutlich mehr erwartet, gerade bei einem Preis von rund 21 Euro.

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  • Ragnorium – Test zur Koloniesimulation im Retrostil
    Fazit zu Ragnorium

    Auf den ersten Blick sah Ragnorium richtig gut aus ich hatte große Lust eine Kolonie vor Sci-Fi Kreuzrittern zu verteidigen. Im jetztigen Stadium ist das Spiel aber bei weitem noch nicht ausgereift genug um richtig Spaß zu machen. Gerade nach so langer Zeit im Early Acess ist das enttäuschend, aber ich hoffe, dass es bald sein Potienzial ausschöpft und die lästigen Fehler behoben werden.

    Tobias Mehrwald, Redakteur

Positiv:

Charmante Retro Optik
Unterschiedliche Siedlungsgebiete mit unterschiedlichen Startbedingungen

Negativ:

Stark fehlerhafte deutsche Übersetzung
Fummelige und unansehnliche UI
Der leichte Schwierigkeitsgrad ist alles andere als leicht
Unituitive und teilweise unsinnige Forschungs- und Herstellungsoptionen

Ab in die Sammlung?

Zum jetzigen Zeitpunkt lieber die Finger davon lassen und in ein paar Monaten nochmal schauen, ob es sich verbessert hat.

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Geschrieben von Tobias Mehrwald
entkommt in unter fünf Minuten aus der Unterwelt.

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