Pokémon Tekken – Test zum Knuddelmonsterprügler

Mit Pokémon Tekken bewegen Nintendo und Bandai Namco sich in neuen Gefilden der Gamingwelt und fusioniert das klassische Kampfsystem von Tekken mit den allseits beliebten Taschenmonstern. In actiongeladenen Kämpfen haut ihr euch die Birne weich, bis nur noch ein Pokémon im Kampfring steht. Dabei versucht ihr, die Spitze der Liga zu erklimmen und ein Meister eures Fachs zu werden. Doch was sind die Unterschiede zu anderen Beat’em Ups? Kann sich Pokémon Tekken mit seinem innovativen Kampfsystem wirklich gegen allseits bewährte Prügler durchsetzen? Das alles und noch viel mehr erfahrt ihr in diesem Test!

 

Pokéball, los!

Ihr startet euer Abenteuer in der Ferrum Region, einer Insel umgeben vom weiten Ozean. In dieser Region ist es üblich, in Pokémonkämpfen zu beweisen, dass ihr das Zeug zum Trainer habt. Hierbei fällt allerdings die klassische Auswahl der Attacken durch Auswählen weg: Vielmehr verschmelzt ihr hier durch einen Scouter mit eurem Pokémon und könnt dieses in den Kämpfen direkt steuern. Begleitet werdet ihr bei eurem Abenteuer durch einen Coach namens Nia, der euch mit Tipps und Tricks zur Seite steht. Diese Dame spricht in deutschen Textfeldern zu euch, die Vertonung könnt ihr entweder gänzlich weglassen oder auf Japanisch bzw. Englisch umstellen. Zur Auswahl stehen euch normale Kämpfe gegen einen CPU, Ligakämpfe, Onlinekämpfe oder ein lokales Match gegen einen Freund. Zu Beginn würde ich euch allerdings raten, das Tutorial komplett durchzuspielen, da die Steuerung in Pokémon Tekken wirklich…. einzigartig ist.

Das Tutorial hilft euch in diesem Spiel immens weiter

 

Snibunna, ich wähle dich!

Der Kampf in Pokémon Tekken an sich besteht aus zwei Phasen: Einer Duell- und einer Feldphase. In der Duellphase stehen der Gegner und ihr Angesicht zu Angesicht. Ihr könnt quasi in einer 2D-Ansicht nur nach links und rechts gehen und mit erhöhtem Schaden den Gegner im Nahkampf plätten. In der Feldphase könnt ihr euch frei über die Arena bewegen und so Fernkampfattacken ausweichen oder diese gleich blocken. Den Wechsel zwischen den beiden Phasen führt ihr über bestimmte Attacken herbei. Schleudert ihr euren Gegner mit einer Attacke weg, wechselt ihr automatisch in die Feldphase und könnt eurem Gegner direkt hinterher. Zur Auswahl stehen euch dabei 16 kampfbereite Pokémon, wovon Pikachu in gleich zwei Varianten vertreten ist. Die einzelnen Pokémon haben ihre Stärken und Schwächen, so ist Snibunna zum Beispiel eher auf Schnelligkeit ausgelegt, während Glurak für ordentlichen Schaden sorgt. Schade hierbei ist, dass es nur bei diesen 16 spielbaren Charakteren bleibt und ihr keine weiteren Kämpfer freischalten könnt. Die Grafik in den Kämpfen ist eher mittelprächtig, dafür warten Nintendo und Bandai Namco mit anspruchsvollen Spezialeffekten in den Kämpfen auf, die den Kampf an sich trotzdem noch übersichtlich gestalten.

Mein Lieblingspokémon hat es in die Kämpferauswahl geschafft!

 

Oh, mein Pad besitzt ein Steuerkreuz?

Das – für mich persönlich – störendste Manko an Pokémon Tekken ist, dass ihr euch nicht mit dem Analogstick, sondern mit dem Steuerkreuz fortbewegen müsst. Bislang benutzte man das Steuerkreuz nur für spezielle Anwendungen, in diesem Spiel ist es euer Fortbewegungsmittel. Dementsprechend müsst ihr euch zunächst an die Steuerung im Spiel gewöhnen, was aufgrund der einzigartigen Steuerung eher schwerfällt. Zusätzlich zum Steuerkreuz habt ihr nämlich eine ganz eigene Weise, wie ihr Angriffe starten könnt. Ein Knopf ist für Fernangriffe, einer bewegt euch zum Gegner, so weit, so gut. Mit R blockt ihr, erleidet zudem einen Deckungsbruch, wenn man zu lange blockt. Auch noch verständlich. Allerdings unterscheidet Pokémon Tekken drei grundlegende Angriffe, die ihr durch Drücken verschiedener Tasten ausführen könnt. Mit normalem Buttonmashing führt ihr Standardangriffe aus, mit Drücken von Y+B oder X+A gleichzeitig führt ihr allerdings entweder Greif- oder Komboattacken aus. Komboattacken setzen sich gegen Standardattacken durch, Standardattacken gegen Greifattacken und Greifattacken gegen Komboattacken, sodass ihr ein Schere-Stein-Papier-Prinzip erhaltet, was entscheidet, wer sich mit seiner jeweiligen Attacke durchsetzt. Natürlich sind hierbei auch Timing und Geschick gefragt, allerdings ist dieses Attackendreieck die Grundlage des Kampfsystems.

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Und weil es so schön ist: Noch ein Bild von meinem Lieblingspokémon!

 

Glurak, setz deinen Feuersturm ein!

Wie in den altbekannten Pokémon-Editionen hat euer Pokémon eine bestimmte Anzahl an LP, die es zu verteidigen gilt. Eine neue Leiste bildet allerdings das Resonanzmeter, welches sich durch Phasenwechsel oder Angriffen füllt. Durch Drücken der beiden Schultertasten löst ihr bei komplett gefülltem Resonanzmeter das Resonanzlimit aus. Hierdurch gewinnt euer Pokémon an Stärke und kann einen einmaligen Limitschlag verwenden, den ihr durch selbige Tastenkombo auslöst. Auch hier unterscheiden sich die einzelnen Pokémon, da sich die Dauer des Resonanzlimits unterscheidet und ihr auch unterschiedliche Zeit benötigt, diese zu füllen. Was man zudem aus Beat’em Ups wie Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm kennt, sind die Helfer. Ihr habt die Möglichkeit, ein Helferteam von zwei Pokémon auszuwählen, die euch im Kampf mit ihren Fähigkeiten unterstützen. Hierbei unterteilen sich die Pokémon in drei Arten: Die einen Pokémon wie Lapras sind für den Angriff zuständig, Pokémon wie Fynx verteidigen euch als Saboteure und Pokémon wie Evoli verstärken euch mit kleinen Boosts und können euch sogar geringfügig heilen. Ihr müsst euch also gut überlegen, welches Helferteam euren Kampf unterstützen soll. Des Weiteren kann euer Coach euch im Kampf durch verschiedene Methoden unterstützen (Motivieren), was ihr natürlich auch vor dem Kampf aussuchen könnt. Was wirklich schade ist: Euch fehlt die Analogie zu den veränderbaren Statuseffekten in Pokémon. Im Kampf könnt ihr weder einfrieren noch paralysiert werden, ihr könnt lediglich in den Bereichen Angriff/Tempo/Verteidigung gesteigert oder verringert werden.

pokemon-tekken-gengar

Die Kämpfe sind trotz vieler Spezialeffekte recht übersichtlich

 

Yeah! Ich habe den Käferorden bekommen!

Die Liga in Pokémon Tekken besteht aus den Ligen Rot, Blau, Grün und Chroma. In den verschiedenen Ligen könnt ihr Preisgelder gewinnen und euch Liga für Liga hochkämpfen. Jede Liga besteht aus dem gleichen Prinzip. Zunächst müsst ihr in Liga-Matches im Rang aufsteigen, indem ihr gegen ranghöhere Trainer kämpft. Habt ihr einen Rang erreicht, der hoch genug ist, müsst ihr in K.O-Matches gegen andere Trainer antreten und somit das große Finale erreichen. Hier tretet ihr in einer Rangprüfung gegen den ligastärksten Pokémontrainer an. Besiegt ihr diesen, steigt ihr in die nächsthöhere Liga auf. Natürlich wartet hier auch eine kleine „Story“ auf euch, die aber eher im Hintergrund des Spieles steht. Die einzelnen Areale, in denen ihr kämpft, bieten unterschiedliche Größen und Musikstücke an. Rein optisch sind diese eher schlicht gehalten, da der Fokus wohl auf den Kämpfen liegen soll. Nach einem Kampf erhält euer Pokémon Erfahrungspunkte und kann im Level aufsteigen, zudem erhaltet ihr die Möglichkeit, einen Punkt auf einen „Statuswert“ wie Angriff oder Helferpokémon zu verteilen. Außerdem könnt ihr Titel für den Online-Modus freischalten und Frisuren und Kleidungsstücke erhalten, mit dem ihr euren Avatar personalisieren könnt, wie ihr es wollt. Selbst Outfits für unseren Coach Nia könnt ihr auf diese Weise freischalten.

Nia erklärt uns den Aufbau der Liga

 

Fazit:

Die Kombination aus Pokémon und Tekken ist Bandai Namco und Nintendo ist hiermit einigermaßen gelungen. Wenn man das Spiel mit anderen Beat’em Ups vergleichen möchte, so erinnert es mich vom Konzept her am stärksten an die Ninja Storm-Reihe von Naruto Shippuden, allerdings ist die Tastenbelegung und Spielweise eine ganz andere. Neben den Kämpfen bietet Pokémon Tekken im Vergleich zu anderen Spielen des Genres allerdings nicht viel Content, wenn man vor allem die geringe Spielerauswahl von 16 Pokémon beachtet (gerade bei mittlerweile über 700 verschiedenen Pokémon sollte es doch möglich sein, ein paar mehr für das Spiel auszuwählen). Allerdings motivieren freischaltbare Titel und Kleidungsstücke einen immer weiter, sich durch die Ligen der Ferrum-Region zu kämpfen und weiter am Ball zu bleiben. Gerade durch den Online-Modus ist ein Messen mit anderen Spielern möglich und sorgt dafür, dass das Spiel nicht nach einer Woche staubig in der Ecke landet.

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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