Persona 4: Dancing All Night – Test zum Vita exklusiven Dance Spin Off

Kaum ein Spiel hat in der Vergangenheit besser gezeigt, dass Spin-Offs kein Müll sein müssen, wie die Persona Reihe. Die RPG-Titel gehören an sich zu den besten Rollenspielen aller Zeiten und nicht zuletzt wegen der großartigen Charaktere und Story. Zweimal hat man allerdings schon einen Ausbruch aus dem RPG-Genre gewagt. Mit den Arena Ultimax Games hat man bereits gezeigt, dass auch Beat’em Ups eine hervorragende Story haben können. Und nun macht sich die Clique um Yu Narukami auf, die Tanzflächen zu erobern. Natürlich nicht, ohne eine vollwertige Story im Gepäck. Wir haben uns das Persona Rhythm Spiel für euch angeschaut und teilen jetzt unsere Eindrücke mit euch.

 

Zurück zu den Schatten

Es ist etwas Zeit vergangen, seitdem die Freunde um Yu Narukami den Midnight Channel in Persona 4 Golden durchstreift haben und nun ist schon das nächste Abenteuer am Horizont. Rise Kujikawa ist gerade dabei ihre Karriere als Idol fortzusetzen und bittet dabei ihre Freunde bei ihrem ersten Auftritt als Backgroundtänzer aufzutreten. Dies dient als Hintergrund für den Ausflug in das Rhythm Game Genre. Die Freunde trainieren also, um Rise nicht zu enttäuschen. Bei den Vorbereitungen lernt ihr aber auch noch eine weitere Truppe kennen. Die beliebte Idol-Gruppe “Kanamin Kitchen” wird nämlich auch auf dem “Love Meets Bonds” Festival auftreten. Die Mädchengruppe besteht allerdings aus einer Mischung sehr unterschiedlicher Persönlichkeiten und nicht alle machen sich bei euch beliebt. Während ihr mit Proben für den großen Auftritt beschäftigt seid, machen Gerüchte die Runde. Menschen fallen in ein mysteriöses Koma und zwar nachdem sie um Mitternacht ein seltsames Video auf der Festival Homepage gesehen haben. Etwas Unruhe kommt plötzlich im Management, das auch Rise vertritt, auf, denn vier der fünf Kanamin Girls sind verschwunden. Doch wie es im Showbusiness eben so ist, wird versucht, diese Tatsache zu vertuschen. Yu beschwört den Geist der alten Truppe und das “Investigation Team” macht sich daran, aufzuklären was hier vor sich geht. Um Mitternacht schauen sie sich also das geheimnisvolle Video an und landen prompt in einer fremden Umgebung. Eine Stimme aus dem Nichts sagt auf einmal, sie wolle sich mit euch verbinden und aller Schmerz würde vergehen. Plötzlich findet ihr euch umzingelt von Schattenwesen wieder, seid ihr etwa zurück in der TV World. Doch diese Schatten sind irgendwie anders, sie sind verbunden durch gelbe Bänder und tanzen zu einem Lied, welches euch die Kräfte raubt. Durch Zufall erkennt ihr jedoch, dass andere Musik den Bann des Schattenliedes brechen kann und so kommt es zur ersten ungeplanten Performance. Von hier an liegt es an euch herauszufinden, was hinter dieser seltsamen Stimme steckt, wo die Kanamin Girls hin sind und wie ihr alles wieder ins Lot bringt. Die Story wird euch dabei einige Stunden auf qualitativ hohem Niveau unterhalten. So wie es sich für ein Spiel eben gehört, welches den Namen Persona trägt.

Auch Dancing All Night glänzt wieder mit einem vollwertigen Story Mode.

Auch Dancing All Night glänzt wieder mit einem vollwertigen Story Mode.

 

Nicht nur für Hardcore Dance Freaks

Persona 4: Dancing All Night bietet euch im Grunde zwei Hauptmodi. Zum einen den Story Mode, hier schaltet ihr wie gewohnt kapitelweise Abschnitte frei und macht manchmal auch einen Sprung in einen Nebenzweig in der Handlung. Für Persona Fans ist dies also vertrautes Territorium. Was mich aber wieder besonders gefreut hat, dass man hier eine absolut vollwertige Persona Geschichte geliefert bekommt. Es ist meist gängige Praxis, dass man in Spin-Offs mit einer eher mäßigen Wegwerfgeschichte abgespeist wird. Die Ableger der Persona Serie sind da konstant das absolute Gegenteil. Die Stories sind zwar nie so umfangreich und vielschichtig wie in den Hauptspielen, aber auf jeden Fall vollwertig und durchweg großartig. Habt ihr Lust auf eine schnelle Runde oder habt ihr die Story schon durchgespielt, könnt ihr euch im Freien Modus austoben. Im Freien Modus könnt ihr die 27 Songs des Spiels meistern. Zu Beginn stehen euch dabei nur wenige Songs zur Auswahl und ihr müsst weitere erst freispielen. Zwei der Songs können zudem nur durch den Abschluss des Story Modes freigespielt werden. Die Songs können dabei in drei Schwierigkeitsgraden gespielt werden. Easy, Normal und Hard sind von Beginn an verfügbar und wem das noch nicht reicht, der kann noch den All Night Modus freischalten und dort seine Fähigkeiten einem echten Stresstest unterziehen. Jeder Song wird dabei nur von einem speziellen Charakter präsentiert, ihr könnt also nicht jeden Song mit einem beliebigen Charakter spielen. Ihr könnt ihm allerdings neue Outfits verpassen oder Accessoires anlegen, aber dazu später mehr. In den meisten Songs könnt ihr noch einen Partner bestimmen und dann geht es auch schon los. Das Gameplay ist dabei recht simpel aufgebaut. Auf einem Ring seht ihr links die Tasten oben, links und unten und auf der rechten Seite die Tasten Dreieck, Kreis und X. Das sind die Notentasten. Befindet sich eine Note über einem der Felder, müsst ihr die entsprechende Taste drücken. Nichts Neues also, ähnlich sieht es mit den grünen Noten aus. Bei diesen drückt ihr die Taste, sobald sie das Feld berührt, und lasst los, wenn sie das Feld verlässt. Die lila Unison Noten erfordern, dass ihr die beiden gegenüberliegenden Tasten gleichzeitig drückt. Das sind dann die Basics zu den normalen Noten.

Es gibt allerhand Kostüme und Accessoires für eure Charaktere.

Es gibt allerhand Kostüme und Accessoires für eure Charaktere.

 

Schnappt euch die Ringe

Das spezielle Feature des Gameplays ist der Fever Mode. Manchmal seht ihr einen blauen Ring, der sich ausbreitet und den Notenring ansteuert, sobald er diesen erreicht, müsst ihr einen der Sticks kurz anschubsen. Das bewirkt einen Scratch und ist im Grunde eine andere Art von Note. Trefft ihr den Scratch, trägt das zu eurer Kombo bei, im Gegensatz zu normalen Noten bricht eure Kombo allerdings nicht ab, wenn ihr den Scratch verfehlt. Manchmal erscheint dann ein spezieller Feverring. Trefft ihr diesen mit dem Scratch, steigt das Fevermeter. Erreicht ihr einen der Feverbereiche im Song bei gefüllter Anzeige, erscheint dann euer Tanzpartner, für eine gemeinsame Performance und mehr Punkte. Wenn euch übrigens der Scratch Move mit dem Stick schwerfällt, so wie mir, könnt ihr in den Einstellungen die Schultertasten zum Scratchen verwenden. Nach jedem Song erhaltet ihr dann eure Bewertung und Geld. Und hier komme ich jetzt zurück zu den Kostümen und Accessoires. Auf Tanakas Home Shopping Channel könnt ihr mit dem erspielten Geld Kostüme für eure Charaktere kaufen. Diese reichen von normalen Sommer- oder Winteroutfits bis hin zu sehr schrägen Kostümen. Lustig ist, dass man hier sogar charakterspezifische Reaktionen eingebaut hat. Chie (mein absoluter Liebling in Persona 4 Golden) hat ja immer etwas Probleme mit zu femininer Kleidung. Steckt ihr sie hier in ein bestimmtes Kostüm, wird sie das nicht unkommentiert lassen. Items könnt ihr ebenso erstehen, anders als Kostüme und Accessoires, welche nur kosmetisch sind, bieten diese aber bestimmte Boni oder steigern den Schwierigkeitsgrad. Bevor ihr einen Song startet, könnt ihr einstellen, welche Items ihr nutzen wollt. Items die euch Vorteile verschaffen senken aber gleichzeitig die Belohnungen am Ende und umgekehrt steigen die Belohnungen, wenn ihr Items nutzt, die es für euch schwerer machen. Ein Bonus könnte sein, dass ihr jede Note mit einer beliebigen Taste aktivieren könnt. Ein Beispiel für einen Nachteil ist, dass Noten nur kurz erscheinen und vor den Feldern wieder verschwinden, sodass ihr abschätzen müsst, wann das Feldern erreicht ist.

https://youtu.be/yeBtqMUidMM

 

Persona Art Style for the win

Effektvolle und bunte Animegrafik auf hohem Niveau erwartet man von Persona und genau das bekommt man hier auch. Hier sogar noch mehr als zuvor. Vor allem die Bühnen in der Schattenwelt glänzen mit tollen Effekten. Man sollte allerdings keine Probleme mit Epilepsie haben, denn hier geht es durchaus ganz schön ab. Das ist auch etwas, das Anfängern im Genre etwas Probleme bereiten könnte. Es geht manchmal so viel auf dem Bildschirm ab, dass es schwer sein kann die einzelnen Noten zu erkennen. Veteranen, die vielleicht schon mit Hatsune Miku Erfahrungen gesammelt haben, sollten aber keine Probleme damit haben. Die Songauswahl besteht dabei aus Tracks aus der Persona Reihe. Manche davon sind originale Versionen, andere sind Remixe der bekannten Songs und auch der eine oder andere neue Track findet sich darin. Reichen euch die 27 Songs nicht, könnt ihr auch noch weitere per DLC erhalten, teilweise sogar kostenlos. Fans werden auch einige Ohrwürmer wiederfinden. Großartig fand ich auch, dass man die Story komplett vertont hat und sich nicht einfach nur mit billigen Texteinblendungen begnügt hat.

Bei Tanakas Home Shopping kauft ihr Kostüme, Items und Accessoires.

Bei Tanakas Home Shopping kauft ihr Kostüme, Items und Accessoires.

 

Fazit:

Persona 4: Dancing All Night ist zwar kein Triple-A Titel, fühlt sich aber definitiv danach an. Die Story ist interessant und unterhaltsam und für ein Spin-Off auch noch recht lang. Der Freie Modus mit seinen kleinen und feinen Features kann auch nach Tagen noch fesseln. Anfänger sollten sich auch nicht abschrecken lassen. Auch wenn es einem unmöglich scheint, einen Song auf Hard abzuschließen, wer dran bleibt, wird nach einiger Zeit merklich besser werden. Persona Fans sollten hier absolut zugreifen, denn hier bekommt man Persona pur und auch wer Rhythm Games mag, darf sich diesen Titel nicht entgehen lassen. Persona 4: Dancing All Night ist ein echter Hit auf Topniveau und bietet jede Menge Spielspaß. Ich kann es nicht erwarten, eine Fortsetzung zu bekommen.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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