Metroid Prime: Federation Force – Test zum Metroid-Spin-off-Shooter

Das letzte Metroidspiel ist nun bereits sechs Jahre her, da war es keine Überraschung, dass viele Fans gehyped waren, als bei einer Nintendo-Direct Präsentation das Logo von Federation Force auftauchte. Doch diese Freude verflog schnell, denn es wurde bereits nach kurzer Zeit klar, dass dies kein typisches Metroidspiel mit Heldin Samus Aran werden würde, sondern ein Koop-Multiplayer-Shooter. Was folgte, war ein Shitstorm sondergleichen. Ob dieser nun gerechtfertigt ist oder ob Federation Force vielleicht doch ganz gut ist, erfahrt ihr in diesem Test.

 

Vielleicht lieber eine neue IP?

Die Frage, warum der Metroid-Name auf dieses Spiel geklatscht wurde, bleibt auch nach dem Spielen bestehen. Ja, Samus Aran wird ab und zu erwähnt, kommt aber selber nicht vor. Stattdessen spielt man namenlose, kleine Soldaten, die in Mech-Anzüge schlüpfen und auf Missionen gehen. Das Setting ist natürlich der Weltraum und seine vielen Planeten, aber das allein macht ja kein Metroid-Spiel aus. Es war das Erkunden unbekannter Welten, das Analysieren jedes noch so kleinen Winkels gepaart mit intensiven Kämpfen gegen Weltraumpiraten, die Metroid so einzigartig machen. In Federation Force wird zumindest der Erkundungsfaktor minimiert. Ja, es gibt hier und da versteckte Ecken, in denen man Upgrades etc. finden kann. Ansonsten geht es mehr um das Erfüllen des Missionsziels als um das Erkunden fremder Planeten. Wenn das Spiel eine neue IP gewesen wäre, dann wäre man als Metroidfan nicht so enttäuscht gewesen.

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Auf in die Schlacht, meine andersfarbigen, uncharakteristischen Kollegen

 

Gute Kooperation

So, jetzt haben wir genug gemeckert, was macht Federation Force denn nun richtig? Nun ja, es ist ein spaßiger 3D-Koop-Shooter auf dem 3DS, alleine das sollte schon aussagekräftig genug sein. Es gibt keine Trennung von Single- und Multiplayer, ihr startet die Missionen entweder alleine, könnt aber natürlich auch online oder lokal mit vier Freunden ins Gefecht starten, was auch vorzuziehen ist. Nicht nur sind die meisten Missionen aufgrund der Feinde alleine deutlich herausfordernder, auch das Itemkontingent wird mit mehr Spielern natürlich größer. Jeder Soldat kann nur eine bestimmte Anzahl von Items mitnehmen, und so sind die verfügbaren Slots schnell voll. So findet man vielleicht in der Mission eine brüchige Wand, hat aber keine Raketen mehr übrig. Wenn man mit mehreren Leuten unterwegs ist, steigen die Chancen, alle Geheimnisse zu finden. Ein Knackpunkt ist hierbei jedoch die Kommunikation. Diese verfügt leider über keinen Sprachchat, sodass man sich mit vorgefertigten Sprüchen zufriedengeben muss. Ein einfaches „Hallo“ oder „Mir Nach“ reicht aber nicht immer aus, und sofern ihr nicht mit drei Freunden in einem Raum oder per Skype zockt, dann ist die Kommunikation nicht optimal. Besser ist da die Steuerung des Spiels. Sicherlich muss man sich daran erst gewöhnen, aber Shooter funktionieren auch auf dem 3DS, wie dieses Spiel zeigt. Wenn ihr euch vertikal umschauen wollt, dann müsst ihr entweder in einen Strife-Modus wechseln oder mit der 3DS-Kamera zielen. Bis auf die Fähigkeiten, die Samus sonst zur Verfügung stehen wie zum Beispiel der Morph-Ball sind alle Mechanismen vorhanden, die man erwarten kann. Die Schusstaste gedrückt halten, und ihr ladet den Schuss auf. Die Sprungtaste gedrückt halten, und ihr schwebt für eine Weile. Im Großen und Ganzen gibt es an der Steuerung nichts zu meckern.

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Kleines Ablenkungsmanöver für meinen blauen Freund

 

Schicke MODs

Im Spiel gibt es 22 Missionen, welche allesamt so ca. 10-20 Minuten dauern, je nach Ausmaß des Erkundens. Sie haben also eine gute Länge für eine kurze Runde zwischendurch. Leider könnt ihr in der Online-Lobby nur Sitzungen beitreten, wenn ihr die ausgewählte Mission bereits freigeschaltet habt. Das macht natürlich Sinn, aber ihr werdet nicht immer eine Sitzung mit der Mission finden, die ihr gerade machen wollt. Genauso werden eurer Sitzung mit der Map eurer Wahl eventuell keine Mitspieler joinen. Also doch lieber alleine starten oder ein paar Freunde dazu holen, dann ist dieses Problem aus der Welt geschafft. Die Missionen selbst sind fast alle gut gemacht und besonders abwechslungsreich gestaltet. In der einen müsst ihr nur einen Generator zerstören, während euch Roboter nerven. In der anderen müsst ihr Puzzles mit kleinen Bällen überwinden. Dann wiederum werdet ihr aus euren Mech-Suits gezwungen und müsst euch ohne eure großen Waffen beweisen, bis ihr den Mech zurückerobert habt. Oder aber ihr müsst Gegner in Käfige locken, und dann gibt es da noch eine Mission, die an das beigefügte Minispiel Blast Ball angelehnt ist. Dieses ist ein kurzer, Zeit vertreibender Spaß, der zu Zeiten von Rocket League oder Overwatch’s Lucioball nicht mehr viele Leute begeistern kann. Jetzt haben wir über die Level und ihre Abwechslungen gesprochen, aber nicht, warum ihr nicht einfach von A nach B laufen solltet. Ihr könnt nämlich bei genauer Erkundung versteckte MODs für euren Anzug finden, der diesem besondere Fähigkeiten verleiht. So könnt ihr vielleicht mehr Items tragen, mehr Schaden einstecken oder aber Gegnern, die euch berühren, einen Stromschlag verpassen. Doch aufgepasst, wenn ihr Game Over geht, dann wird eure MOD zerstört. Also heißt es gut überlegen, welche Fähigkeit ihr aufs Spiel setzen wollt.

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Die Rätsel sind schon recht clever

 

Wer seid ihr? Wo ist Samus?

Optisch überzeugt Federation Force nur so halb. Die Umgebung ist nicht ganz so detailreich, wie man es vielleicht von einem Metroid-Spiel (hust hust) erwarten könnte, dafür läuft das Teil auf dem 3DS sehr flüssig. Insofern macht die Grafik ihren Job, hässlich ist sie jetzt auch nicht wirklich. Jedenfalls nicht so hässlich wie die charakterlosen Charaktere, die ihr spielt. Ja, ihr könnt eure Mechs noch ein wenig designen, zumindest was die Farbe angeht, das war es aber auch schon. Da wünschen wir uns doch lieber eine Samus Aran zurück. Der Fakt, dass sie in diesem Spiel zumindest erwähnt wird, lässt uns hoffen, dass Nintendo sie nicht ganz vergessen hat.

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Auf die da soll ich schießen?

 

Fazit:

Federation Force ist ein gutes Spiel, nur halt kein gutes Metroid. Wer einen kleinen, abwechslungsreichen Shooter für die Hosentasche will, der kann hier zuschlagen, auch wenn das Spielen online oder mit Freunden definitiv zu empfehlen ist. Aber keine Angst, eine Soloerkundung ist nicht ganz unmöglich. Und jetzt können Samus-Fans auf das nächste RICHTIGE Metroid warten.

 

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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