Hyrule Warriors – Test zum Zelda-Warriors Mashup

Och wie schön, wenn sich zwei Spiele zusammenfinden und die Entwickler einfach nur eines draus machen. Das haben sich Nintendo und Tecmo Koeis auch gedacht, weshalb beide Entwickler ihre beliebten Spielereihen zusammengepackt haben. Und nein, ein neues Zelda ist Hyrule Warriors nicht, sondern eher ein Ableger, der die Wartezeit auf das große Zelda U im nächsten Jahr verkürzen soll. Aber auch alle Warriors-Fans können sich freuen, denn sie bekommen hiermit das wohl bislang beste Warriors-Game. Neugierig geworden? Dann lest jetzt unseren Test.

 

Ein neues Zelda! Juhu!

Wie bereits in der kurzen Einleitung erwähnt, ist Hyrule Warriors nicht das neue Zelda, was bereits die Fans heiß erwarten. Denn es stecken ebenfalls die Entwickler von Dynasty Warriors hinter dem neuen Titel für die Wii U. Dieses Mal lassen wir die Monster von einigen Zelda-Charakteren zu Rubinen zerkloppen. Wer dies in den älteren Warriors-Teilen noch nie gemacht hat, dem erklären wir einmal kurz das Spielprinzip. Wie auch in Dynasty Warriors, geht es in Hyrule Warriors darum, Schlachten zu überstehen und alle Gegnerhorden zu töten. Dabei metzelt man sich mit einem Charakter durch unzählige Monster, muss einige Festungen erobern und die unterschiedlichen Ziele erreichen. Dieses Mal steht allerdings die Welt um The Legend of Zelda im Vordergrund, was man nicht nur am Cover erkennt, sondern was sich auch im kompletten Spielverlauf widerspiegelt. Hyrule spielt sich in erster Linie wie ein Super Smash Bros., der Eindruck entsteht besonders durch die verschiedenen Charaktere und die unterschiedlichen Arenen. Man kann unter anderem als Link, Zelda, Impa, Ganondorf oder Prinzessin Ruto spielen und sich auf den Schlachtfeldern aus Ocarina of Time, Twilight Princess und Skyward Sword breitmachen. Für jeden Zelda-Fan ist das Gameplay aber wahrlich gewöhnungsbedürftig. Insbesondere für Spieler, die noch nie ein Dynasty Warriors gespielt haben, kann es am Anfang ziemlich überfordernd wirken. Es sind nicht nur die ganzen Gegnerhorden, die allesamt erlegt werden müssen, auch die immer wieder neu aufploppenden Ziele und Gespräche sollten mit Bedacht gelesen und erledigt werden. Auch die kleine Karte am Bildschirmrand kommt mit vielen Zielen und Markierungen daher, sodass es auch hier einige Schlachten braucht, bis man alles versteht und sich merken kann. Dennoch, das Grundkonzept vom Spiel ist recht einfach und für jedermann nach ein paar Runden verständlich. Auch wenn man bei solchen Titeln gerne einfach nur auf den Tasten rumdrückt, sollte man dies mit ein wenig Feingefühl ausführen. Mit nur zwei Buttons kann man den Gegner angreifen. Kombos dürfen natürlich nicht fehlen und werden ebenfalls durch nur zwei Tasten ausgeführt. Man sollte versuchen, möglichst viele Gegner in schnellster Zeit zu bekämpfen, da man durch genügend Tote, auch einen Spezialangriff ausführen kann. Dieser Spezialangriff bringt dann eine größere Reichweite mit sich und kann so mehrere Gegner auf einmal erledigen. Button-Mashing reicht trotzdem vollkommen aus, um alle regulären Gegner und die entsprechenden Bosse zu besiegen. Doch durch wildes Herumdrücken erreicht man leider nicht die vielen Kombo- und Spezialmöglichkeiten. Viele Gegner stehen meist in Horden vor uns und laufen recht planlos hin und her. Selten kommt einer in unsere Nähe und versucht uns zu schlagen. Da machen wir es uns doch einfacher und bringen diese Horden mit unserem eigenen Schwert um die Ecke.

Klein klassisches Zelda, wie wir es sonst kennen.

Klein klassisches Zelda, wie wir es sonst kennen.

 

Zu viele Infos, für zu wenig Platz

Eines der wichtigsten Instrumente ist die Karte auf dem Bildschirm. Diese ist für das komplette Spiel wichtig, da ein wenig Taktik dazugehört. Ähnlich wie in Grand Theft Auto zeigt die Karte Wege, Festungen und Vorposten, die in jedem Level vorhanden sind. Um eine Festung zu erobern, muss man einfach die angezeigten Ziele absolvieren. Und das erreicht man, indem man so viele Gegner besiegt, bis der Endboss erscheint. Tötet man diesen, hat man die Festung eingenommen. Doch auch die Vorposten müssen eingenommen werden, damit keine neuen Gegner gespawnt werden können. Es bringt also gar nichts eine Festung einzunehmen und das Level als gewonnen zu betrachten. Jedes Schlachtfeld ist dynamisch und lebt von den Gegnern und dessen Posten. Aus diesem Grund sollte man immer ein Auge auf die rot markierten Punkte haben. Es kann allerdings schnell mal ziemlich viele Ziele geben, einige Charaktere fangen sogar zwischendurch ein Gespräch an, weshalb auch eine kurze Pause mit Blick auf das Gamepad nicht schaden kann. Denn im Menü kann man Wissenswertes über die aktuelle Situation und das Schlachtfeld erfahren. Auch vor jeder Schlacht bietet es eine Menge Informationen über das Gelände und die Bedingungen, für einen Sieg oder einer Niederlage. Gerade für Neulinge kann es schon in den ersten Gefächten schnell mal zu einer Überforderung kommen, da das Spielgeschehen zwar einfach, aber gleichzeitig auch überfordern kann. Dies legt sich nach ein paar Schlachten aber bereits, sodass man auch schnell alle Gegnerhorden schnell und einfach besiegen wird. Sobald man aber in dieses routinierte Geschehen kommt, werden genau diese Schlachten recht monoton. Doch die Endgegner sind immer etwas spannender, als der Rest vom Schützenfest. Neben bekannten Endgegnern wie Ghoma, gibt es auch noch Anführer der Gegner, die ebenfalls erlegt werden wollen. Ab und an treten wir dann noch an einen Zwischengegner. Doch Vorsicht! Kleine Gegner sind schwieriger zu bekämpfen, als die Größeren. Doch auch die brauchen ihre eigene Taktik, um sie zu vernichten. Nachdem man die Gegner recht stark getroffen hat, erkennt man schnell ihren Schwachpunkt. So kann noch mehr Schaden angerichtet werden. Einige von ihnen müssen sogar zuerst durch bestimmte Items getroffen werden. Die Items halten sich dabei im Zelda-Stil: Bumerang, Enterhaken, Bogen und Bomben können auf dem Weg zum Ziel dabei helfen nicht selbst zu sterben. Alle Items kann man auch im Basar verbessern und so auf mehr Leistung bringen. Zusätzlich kann man dort auch seine Waffen verwalten, die man zuvor in Truhen auf dem Schlachtfeld gefunden hat. Die Gegner werfen immer wieder Materialien ab, die dann für Medaillen genutzt werden können. Jeder Charakter braucht ein anderes Material, um entsprechende Medaillen zu schmieden und so Upgrades zu erhalten. Zusätzlich zu den Materialien, gibt es auch noch Rubine, die allerdings nicht eigenständig eingesammelt werden müssen. Die Rubine helfen einem das nächste Charakter-Level, zu erreichen. Mal was anderes. Wer sich dennoch selbstständig hochleveln möchte, kann gegen Rubine auch ein paar Upgrades für die nächste Schlacht kaufen.

Krasse Schlachten mit vielen Gegnern, die alle abgeschlachtet werden wollen.

Krasse Schlachten mit vielen Gegnern, die alle abgeschlachtet werden wollen.

 

Koop, aber nur nach der Story

Eine kleine Story gibt es neben den epischen Schlachten obendrauf. Auch wenn innerhalb der Schlachten nicht wirklich viel passiert, gibt es jeweils davor und danach einige schöne Cutscenes, welche die Geschehnisse aufgreifen. Magierin Cia hat ein ganz besonderes Interesse an Link. Mit ihrer Besessenheit richtet sich in ihr ein großes Übel ein: Das Triforce zu erlangen. Sie lässt Seelenportale öffnen, die in verschiedene Zeiten führen – oder auch bekannte Orte aus den Zelda-Teilen Skyward Sword, Twilight Princess und Ocarina of Time. Zusammen mit der Lichtmagierin Lana versuchen Link, Zelda, Impa und Shiek die Seelenportale zu schließen. Bei ihrem Versuch bekommen sie Hilfe von bekannten Charakteren wie Agnetha, Phai, Darunia und Midna. Kurze Zeit hat man sogar die Möglichkeit das Böse zu spielen. Insgesamt warten 13 verschiedene Figuren darauf, gespielt zu werden. Glücklicherweise sind alle unterschiedlich und spielen sich dementsprechend auch so. Der eine ist durch das große Schwert recht langsam, der andere kann mehr Schaden anrichten und kommt somit schneller durch die Gegnerhorden. Für Abwechslung ist also gesorgt. Die Abwechslung ist allerdings während den Kämpfen nicht ganz so stark vorhanden. In den Warriors-Teilen können mehrere Charaktere in einer Schlacht gespielt werden. Dies ist bei Hyrule leider nicht der Fall. Einen Koop-Modus für die Story gibt es leider nicht. Nur nachdem ein Level gemeistert wurde, kann dies im Nachgang mit einem Freund gespielt werden. Warum das nicht gleich möglich ist, bleibt uns ein Rätsel. Mit der Story ist man gute 22 Stunden beschäftigt und kann dazu noch einen Abenteuer-Modus spielen, der in einer 8-Bit-Karte daherkommt. Verschiedene Herausforderungen gilt es hier zu absolvieren. Abwechslung ist auch hier gegeben und macht auch noch nach ein paar Stunden eine Menge Spaß. Insbesondere für Upgrades macht es Sinn, einen Blick in den Abenteuer-Modus zu werfen.

Auch bei mehreren Gegnern für Link kein Problem.

Auch mehrere Gegner sind für Link kein Problem.

 

Technische Seite

Technisch hebt sich Hyrule Warriors, wie schon Mario Kart 8, etwas von der Menge ab und zeigt, was alles in der Wii U steckt. Sowohl die Animationen als auch die Figuren sind einfach super in Szene gesetzt. Das Hauptaugenmerk liegt aber auch auf den Schlachtfeldern, die nicht nur verschiedenste Gegner aufweisen, sondern auch noch stimmig aussehen. Das Gefühl ein Zelda zu spielen, wird man auch nach mehreren Stunden einfach nicht los. Genau das war auch das Ziel der Entwickler. Die Texturen sind scharf, die Weitsicht ist für ein Spiel seiner Klasse super und der Detailgrad ist ebenfalls enorm hoch. Das Wichtigste: Framerate-Einbrüche gab es keine. Doch eine gute Grafik ist halt nicht alles, sodass auch die Hintergrundmusik passen muss. Auch das tut sie und ist für Zelda-Fans eine extrem gute Erweiterung zu den normalen Zelda-Teilen. Viele bekannte Stücke wurden neu und rockiger in den Hintergrund gelegt, sodass die Schlachten auch stimmig untermalt sind. Die Geräusche innerhalb der Kämpfe hätten dabei allerdings besser ausfallen müssen. Da die Charaktere nicht sprechen, geben sie nur Geräusche von sich, die alles andere als gut klingen. Hier hätte ein wenig mehr Feeling gut reingepasst. Dennoch hat Hyrule Warriors auch technisch einiges zu bieten.

Hyrule Warriors Test von NAT-Games.de

Fazit:

Mensch wer hätte das gedacht, Link in einem exklusiven Nintendo-Spiel auf dem Cover einer WII U-Verpackung und am Ende ist es gar kein Zelda. Mit Hyrule Warriors hat man sicherlich einigen Gamern das Geld “unnötig” aus den Taschen gezogen. Wobei unnötig war es sicherlich nicht, da das Spiel wirklich ordentlich geworden ist. Sowohl technisch, als auch spielerisch weiß Hyrule nämlich zu überzeugen. Die verschiedenen Spielmodi, die vielen bekannten Dinge aus den anderen Zelda-Spielen und das Konzept aus Warriors bringen die Gamer sicherlich einige Stunden auf das Sofa. Für ein zweites Mashup gerne eine richtige Story mit Stimmen und besseren Sounds einbauen, den Online-Modus nicht vergessen und ein wenig an den irgendwann, recht langweiligen Kämpfen arbeiten. Dann wäre das Spiel perfekt.

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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