Heart of Darkness – Retro-Review zum finsteren Jump and Run

Wer hat sich als Kind nicht darüber gefreut, wenn sich in seiner Frühstücksflockenpackung ein Spielzeug befand. Es war immer eine nette Ergänzung und man freute sich umso mehr darüber etwas Tolles zu finden. Ab und zu war sogar ein Videospiel darin. Das erste Videospiel das ich in einer Frühstücksflockenpackung fand war Heart of Darkness. Ein Spiel aus dem Jahre 1998 von Amazing Studio programmiert und von Infogrames gepublisht. Ein 2D Jump and Run Sidescroller mit einem Jungen als Hauptcharakter. Klingt fast wie einer der vielen die es damals auf dem Markt gab. Ob das der Fall ist erfahrt ihr in unserem Test.

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Das Artwork des Spiels

 

Fast schon eine Bilderbuchgeschichte

Das Spiel beginnt gleich mit einer sehr stimmungsvollen, computeranimierten Zwischensequenz. Unser Held Andy ist mal wieder im Unterricht eingeschlafen, denn er hasst Schule und will lieber im Freien sein. Nachdem er Schulschluss hat geht er in den Park, um sich die Sonnenfinsternis anzusehen. Doch dann entführen finstere Schattenwesen seinen Hund Whiskey. Er ist Andys bester Freund. Das kann Andy nicht akzeptieren. Andy ist klug und erfinderisch. In seinem Baumhaus ist ein selbstgebautes Flugzeug, ein Computer mit selbst programmiertem Betriebssystem und eine selbstgebaute Strahlenkanone. So macht sich Andy auf in eine düstere Schattenwelt, um denen das Handwerk zu legen die seinen Hund entführten. Leider stürzt Andy ab und muss zu Fuß weiter. Genau dort ergreifen wir unsere Tastatur oder Joypad, denn nun sind wir an der Reihe. Durch die Schattenwelt, in der ein finsterer Herrscher sein Unwesen treibt, müssen wir nun gehen, um unseren Hund Whiskey aus den Klauen des Bösen zu befreien. Später bekommen wir sogar Hilfe, aber von wem und wieso soll jeder für sich selbst herausfinden. Die Story ist super erzählt, sehr finster, aber auch mit Humor und erschreckenden Szenen. Aber jeder sollte dieses Spiel für sich selbst erleben, denn es ist einfach zu schön, wenn man es selbst erlebt. Auf jeden Fall Hut ab vor den erzählerischen Künsten dieses Spiels.

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Schwingen und Klettern kann Andy besonders gut

 

Es gibt immer viel zu sehen

Und was machen wir so in den verschiedenen Levels? Klar! Wir hangeln uns von Vorsprung zu Vorsprung. Klettern an Kilometer tiefen Abgründen vorbei. Besiegen Schattengegener mit unseren Fähigkeiten oder wir lösen Rätsel, wenn auch eher primitivere. Andy kann einen Doppelsprung ausführen, rennen, klettern, schießen und sich ducken. Das Manövrieren fällt nicht schwer, auch wenn es sich anders anfühlt als bei derzeitigen Sidescrollern. Insgesamt ist die Steuerung recht simpel gehalten und funktioniert für ein Spiel dieser Art sehr gut. Auch wenn die Steuerung mit der Tastatur gut von der Hand geht, empfehlen wir jedem ein Joypad. Damit geht es viel leichter und es fühlt sich, mal ganz nebenbei, besser an. Die Level sind alle sehr unterschiedlich. Gebirge, Wald, Sumpf, Festung, alles ist dabei. Ein Head up Display gibt es nicht, nach einem Treffer ist man tot und das kann schnell für Frust sorgen. Dadurch kommt eine ganz andere Spielstimmung zustande. Mit einem HUD würde die Stimmung und die Atmosphäre des Spiels gar nicht so rüberkommen wie sie es sollte. Mal nebenbei, das Spiel ist ab 12 Jahren freigegeben. Die Gegener brechen dir die Wirbelsäule, fressen dich bei lebendigem Leibe, zersetzen dich in deine Bestandteile, äschern dich ein, stoßen dich die Klippe runter und ertränken dich. Weiterhin wird man von Türen zerstampft, von Lava verbrannt, von riesigen Schädeln zerquetscht und noch vieles mehr. Tja, was auch immer bei der Altersfreigabe schiefgelaufen ist. Das Spiel kann sogar ziemlich gruselig werden, aber dazu muss man es wirklich selbst spielen um das zu merken.

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Das Spiel ist ab 12 Jahren freigegeben

 

Die bösen Buben des Spiels

Die Gegner sind sehr abwechslungsreich designt. Es gibt Flugmonster, Schattenmonster, Unterwasser-Tentakel-Dinger, Crawler und gegen Ende auch Große blecherne Hundemonster die sich selbst wiederbeleben können. Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist Extrem. Sogar auf Einfach verreckt man öfter als es einem lieb ist und oftmals erscheinen so viele Gegner, dass man schon die Tastatur vor Angst nicht mehr anfasst. Dennoch verliert das Spiel nie an Spass, auch wenn man häufig stirbt. Das Gefühl eine Situation durch bloßes Können gemeistert zu haben ist einfach viel zu gut.

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Kleine und große Gegener lassen sich im Spiel finden

 

Sechs Jahre Entwicklungszeit zeichnen sich ab

Technisch ist das Spiel veraltet. Klar es ist immerhin von 1998. Aber dennoch war es schon damals veraltet. Das Spiel war seit 1992 in Produktion. Da 1993 mit Doom das dreidimensionale Leveldesign revolutioniert wurde, war das Spielegerüst schon zu diesem Zeitpunkt kein großer Kracher mehr. Erst 6 Jahre später kam das Spiel dann endlich auf den Markt. Es gab bereits Quake und Half-Life ließ auch nicht mehr lange auf sich warten. Jedoch muss man sagen, dafür das das gesamte Spiel aus handgemalten Sprites besteht, hat es seinen eigenen Flair verdient. Das Spiel wirkt trotz allem stimmungsvoll und gut designt, auch wenn es lange kein Grafikhammer ist. Neben der PC Version gibt es auch eine PS1 Version. Diese unterscheidet sich überhaupt garnicht von der PC Version. Daher ist es völlig belanglos ob nun PC oder PS1 gemeint ist. Die Zwischensequenzen sind dreidimensional und wunderbar animiert. Es macht viel Spass sie wieder und wieder anzusehen. Das ist ein großer Pluspunkt des Spiels. Der Ton ist auch gut gelungen. Besonders die musikalische Untermalung in den Zwischensequenzen ist super. Leider gibt es keine Musik in den Levels, was doch etwas Schade ist. Dennoch sind alle Töne und Effekte wirklich sehr toll. Es gibt sogar eine qualitativ hochwertige deutsche Vertonung. Das ist dann alles gleich doppelt so schön anzuhören. Im Optionsmenü lassen sich die Einstellungen gut anpassen. Zwar gibt es nicht viel insgesamt zum einstellen, doch lässt sich die Steuerung in der PC-Fassung komplett frei belegen. Auch die Menüs sind übersichtlich und logisch konzipiert. Insgesamt fühlt man sich im Spiel nie verloren und verwirrt, da nie etwas überladen wirkt.

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Trotz alter Grafik macht es viel Spass

 

Aber wenigstens läufts ja rund

Nun fragen sich alle PC Spieler sicherlich, ob das Spiel auf Windows 7 PC`s überhaupt noch läuft. Ja das tut es, aber nur mit ein paar Tricks. Diese sind aber alle leicht im Internet zu finden und es gibt viele Tutorials. Insgesamt läuft das Spiel dann aber Absturz und Fehlerfrei auf Windows 7. Auf Windows XP kann man das Spiel gleich ohne Probleme Zocken. Also wer noch einen alten Windows 98 bis XP Rechner hat, der hat garkeine Probleme. Auch die Hardwareanforderungen sind, wie zu vermuten ist, sehr mild. Das Spiel läuf eigentlich auf jeder Gurke. Umso besser, denn dann verpasst niemand was.

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Heart of Darkness ist grafisch nicht sehr anspruchsvoll.

 

Fazit:

Trotzdem es eindeutig nicht für 12 jährige empfohlen werden kann, ist Heart of Darkness ein Must-have für jeden Jump and Run Fan. Es ist etwas ganz eigenes und besonderes. Ein komplett eigenes Spiel mit einem komplett eigenem Stil. Mann muss es Spielen um es zu verstehen. Und selbst nach einmaligem Durchspielen macht es immer wieder Spaß.

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Geschrieben von Thomas Solzic
Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

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