Grand Mountain Adventure: Wonderlands

Test zur isometrischen Abfahrtsgaudi

Grand Mountain Adventure: Wonderlands im Überblick

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Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Angebot
Grand Mountain Adventure: Wonderlands [Nintendo Switch] - Limited Edition
  • erkunde 12 riesige Open-World-Skigebiete. Entdecke pulvrige ländliche Gebiete, tiefe Wälder mit Wildtieren, belebte Hänge, steile Klippen, hohe Gipfel und gemütliche Bergdörfer
  • Spiele im lokalen Mehrspielermodus für bis zu 4 Spieler. Rast bis zur Ziellinie, liefert euch eine Schneeballschlacht oder fahrt gemeinsam die Berge hinunter
  • In den Bergen erwarten dich zahlreiche Herausforderungen: tritt an in Super G, Slopestyle, Big Air und vielen anderen Disziplinen. Suche nach versteckten Herausforderungen und geheimen Prüfungen außerhalb der Pisten
  • Im Zen-Modus dreht sich alles darum, eine ruhige und regenerierende Zeit für sich selbst zu haben. Alle Herausforderungen, Prüfungen, Sammlerstücke und sogar NPCs werden entfernt, sodass du ganze unberührte Berge allein erkunden kannst.

*Werbung: Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Releasedatum: 10. März 2022

Genre: Ski- und Snowboardspiel

USK: ab 6 Jahren freigegeben

Publisher: Microids

Plattformen: Nintendo Switch, Windows PC

Der April steht vor der Tür und bringt den mittlerweile alljährlichen Spätwinter mit sich. Die perfekte Atmosphäre also, um sich ein kleines Wintersport-Indie-Spiel zu schnappen und sich auf dem Sofa einzukuscheln, oder? Wenn das in den nächsten Tagen euer Plan gewesen sein sollte, haben wir mit Grand Mountain Adventure: Wonderlands das passende Spiel für euch gefunden, um nach hunderten Stunden Elden Ring wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren – wobei wir an dieser Stelle erwähnen müssen, vergleichbar oft das Zeitliche gesegnet zu haben. Das vom zweiköpfigen Entwicklerteam Toppluva kreierte isometrische Ski- und Snowboard-Spiel feierte am 10. März sein Debüt auf der Nintendo Switch und dem PC via Steam, als Portierung eines ehemaligen Smartphone-Titels. Aufgewertet mit dem Zusatz “Wonderlands” und einer Hand voll neuer Inhalte geht Grand Mountain Adventure für die neuen Plattformen an den Start und wir haben uns für euch in die Schnee umwehten Berglandschaften gestürzt, um für euch herauszufinden, ob sich der Abstecher in diese Wonderlands lohnen oder ihr nicht doch lieber bei Tiny Tina vorbeischauen solltet.

 

Herzlich willkommen in den Winter-Wonderlands

Wir starten im Basislager: Grand Mountain Adventure: Wonderlands ist ein isometrisches Downhill Ski und Snowboard-Spiel, in dem ihr 12 Berglandschaften rund um den Globus frei erkunden und in verschiedensten Herausforderungen meistern könnt. Dabei ist der Titel seines Zeichens eine verbesserte und inhaltlich erweiterte Portierung eines Mobile Games für iOS und Android-Endgeräte. Mit dem Zusatz Wonderlands haben die beiden Köpfe des Toppluva Studios neue Berglandschaften und Performance-Verbesserungen in ihr Spiel gebracht und das ganze natürlich an die entsprechenden Plattformen angepasst. Dazu gehört unter anderem auch eine leicht aufpolierte Grafik, wobei wir uns an dieser Stelle keinen zynischen Kommentar in Richtung der Switch ersparen können, immerhin dürfte so ziemlich jedes moderne Smartphone die Leistung der Nintendo Switch in den Schatten stellen. Gleichwohl schafft es Grand Mountain Adventure: Wonderlands grafisch gesehen eine glaubhafte und oftmals hübsch anzusehende Atmosphäre zu erschaffen. Insbesondere die Partikeleffekte hinter euren Skiern oder eurem Snowboard wirkten so unsagbar fluffig und laden zu ausgedehnten U-Turns ein, einfach nur, weil es geht. Hinzu kommt noch die stellenweise ungewöhnlich genutzte isometrische Perspektive, die mit spielerischer Unschärfe an manchen Stellen den Eindruck vermittelt, ihr würdet in eine Schneekugel schauen. Gleichzeitig schafft es diese Perspektive bei rasanten Abfahrten die schiere Größe der stellenweise majestätischen Landschaft einzufangen, was wiederum ein Maß an Immersion erschafft, welches wir ehrlicherweise nicht erwartet hätten.

Allerdings muss man sich In puncto Immersion und Grafikpracht auch auf klare Patzer einstellen. So sind zum einen eure computergesteuerten Pistenkolleg:innen genauso steif wie ihre Fortbewegungsmittel und schleichen wie auf Schienen geführt die Berge hinab. Zum anderen weiß auch die Flora und Fauna nicht gerade zu begeistern. Während sich die Tierwelt ähnlich steif und schienenhaft fortbewegt wie eure Mitfahrer:innen, wirken die unterschiedlichen Waldlandschaften an manchen Stellen zusammenkopiert und grobschlächtig. Zusammen mit einigen weiteren groben Animationen und Texturen ergibt sich bei genauerem Hinsehen der Eindruck eines aufpolierten Titels der frühen 2000er-Jahre. Das große Aber an der Sache ist jedoch, dass ihr im Regelfall nicht genauer auf eure Umgebung achten könnt, da ihr mit gefühlten 80 Sachen einen Berg hinunterrast und aufpassen müsst nicht am nächstbesten Baum klebenzubleiben. Damit möchten wir sagen, dass die grafischen Schnitzer von Grand Mountain Adventure: Wonderlands in der Bewegung kaum zu beobachten sind und damit dem Spielgefühl nicht schaden. Und während rein technisch Schwächen zu erkennen sind, können wir in Sachen Detailverliebtheit nicht meckern. Die malerischen Dörfchen, Städte und Wälder stecken voller Leben. Straßenmusikanten stehen an der Ecke in einem Dorf, ein kleines Festival steigt am Rande des nächsten Skilifts, warmes Licht scheint aus den Fenstern der kleinen Häuseransammlung, Grand Mountain Adventure schafft es immer wieder eine gemütliche Atmosphäre zu kreieren, die im starken aber angenehmen Kontrast zur halsbrecherischen Abfarhtsaktion steht.

Grand Mountain Adventure: Wonderlands

 

Lieber ein Brett unter den Füßen, …

Kommen wir jetzt aber mal endlich zum Eingemachten: Dem spielerischen Umfang. An dieser Stelle hat uns Grand Mountain Adventure: Wonderlands wirklich überrascht. Nachdem wir zunächst erwartet hatten, hunderte sich irgendwann wiederholende Abfahrtspisten herunterzudüsen, wurden wir bereits in der ersten Berglandschaft eines Besseren belehrt. Nach einer Handvoll der erwarteten Slalom-Rennen gegen die Zeit, galt es sich gegen eine Lawine zu behaupten. Ja, richtig gelesen, direkt nach dem Kinder-Kurs am Rodelberg, müsst ihr euch mit einer Lawine messen – und da sagt noch mal einer From Software-Spiele seien Einsteigerunfreundlich. Nachdem ihr das überlebt habt, könnt ihr direkt mit diversen Trick-Herausforderungen weitermachen, die euch Saltos, Grinds und andere komische Handlungen abverlangen. Die Steuerung wird euch dabei in der Luft kurz nahegelegt, prima, oder? Obwohl wir an dieser Stelle vielleicht etwas gefrustet klingen, so waren wir in der Spielpraxis eher positiv überrascht von der Motivation, die uns ergriffen hat. Natürlich steht es euch frei, die ersten einfachen Abfahrten zu üben, bevor ihr euch den schwierigeren Herausforderungen stellt. Ihr könnt aber auch direkt an die Spitze des Berges ziehen und euch an Skiweitsprung, Lawinenrennen oder halsbrecherischen Trick-Parcours versuchen.

Dabei seid ihr in eurer Freiheit lediglich dem simplen Ski-Pass-System unterworfen. Wenn ihr Herausforderungen abschließt, erhaltet ihr Ski-Pässe, die nächst schwierigere Herausforderung benötigt X Ski-Pässe, wenn ihr genügend Pässe gesammelt habt, schaltet ihr die nächste Berglandschaft frei, und so weiter und sofort. Mit diesem System arbeitet ihr euch nach und nach den Berg der entsprechenden Karte hoch und schaltet letztlich das gesamte Gebiet frei. Die übersichtlichen Karten bieten nach ausreichender Erkundung eine unkomplizierte Schnellreiseoption, sodass ihr ohne Probleme eure liebste Herausforderung in Dauerschleife spielen könnt. Das Erkunden der Landschaften lohnt sich jedoch gleich doppelt, denn jede Karte birgt einige versteckte Ausrüstungsgegenstände, die ihr nur durch das neugierige Verlassen der Abfahrtswege entdecken könnt. Wir finden, dass Grand Mountain Adventure: Wonderlands hier auf geschickte Art den Anreiz geschaffen hat, spielerisch ihre Welten zu erkunden. Obwohl das Wort spielerisch im Kontext eures brutalen Ablebens, verursacht durch eine kleine Bären Kolonne, durchaus zynisch klingen mag. Aber hey, dafür habt ihr vielleicht ein neues Paar Ski gefunden, also…?

Grand Mountain Adventure: Wonderlands

 

Stille Schneeberge sind tief

Grafik, mit Abstrichen, check. Umfang, check. Was bleibt, ist das Herzstück eines jeden Sport-Spiels: Das Gameplay. Toppluva musste sich bei der Portierung von Grand Mountain Adventure von der Touch-Steuerung verabschieden und sich an den klassischen Eingabemöglichkeiten eines herkömmlichen Controllers bedienen. Dank der ohnehin eher simplen Grundsteuerung ist ihnen dieser Auftrag großartig gelungen, sodass ihr jetzt anstelle von Gesten, halt eben per Knopfdruck eine scharfe Kurve schlagt oder mit dem Joystick Slalom fahrt. Die beachtliche Tiefe des Gameplays geht dabei nicht verloren. Ganz im Sinne des abgenutzten Mottos “einfach zu lernen, schwer zu meistern” gibt es im Grunde nur wenige Optionen euren Charakter fortzubewegen. Diese Optionen situationsgerecht aneinanderzureihen und dadurch möglichst schnell und sicher ins Ziel zu kommen, ist jedoch die wahre Kür und wie eingangs bereits erwähnt überraschend fordernd und motivierend. Bevor ihr euch verseht, reiht ihr bei halsbrecherischen Geschwindigkeiten einen One Eighty an den nächsten und fühlt euch wie der neue Gott des isometrischen Wintersports. Einzig die eher fragwürdige Entscheidung der Entwickler:innen, die Pausen-Option während einer Herausforderung zu deaktivieren, hat uns etwas irritiert. Gerade die großen Abfahrten am Ende der Landkarte können etwas langwieriger werden und diese neu starten zu müssen, nur weil der Postbote an der Tür geklingelt hat, ist schade. Entschieden weniger bedauerlich, ist die musikalische Untermalung von Grand Mountain Adventure: Wonderlands. Angepasst an diverse Szenarien, wie Lift-Fahrten, freie Erkundungen oder Herausforderungen, erwartet euch sanfter Jazz, der interessanterweise selbst zu den Hochgeschwindigkeitsabfahrten zu passen scheint.

Nach diesem letzten bisschen Lob folgt nun jedoch unser mit Abstand größter Kritikpunkt an Grand Mountain Adventure: Wonderlands: der Preis. Genauer gesagt, der Preis der Nintendo Switch-Version. Die Grundversion für iOS und Android kostet um die 10 €, wobei ihr wie eingangs erwähnt im Vergleich zur Wonderlands-Version auf zwei Berglandschaften und einige Performance-Verbesserungen verzichten müsst. Die Steam-Version von Wonderlands erhaltet ihr für 19,99 € und damit auch sämtliche der neuen Inhalte, was wir im Rahmen des beachtlichen Umfangs als fairen Preis betrachten. Die Switch-Version verlangt jedoch für dieselben Inhalte satte 34,99 €! Mehr als das dreifache des Originals, für zwei neue Areale und eine Handvoll Verbesserungen. Fast das doppelte der identischen Version auf einer anderen Plattform! Uns erscheint diese Preispolitik in keiner weise gerechtfertigt und offen gesagt frech dem Käufer gegenüber. Immerhin sprechen wir hier von keinem Next-Gen Titel, der auf stärkerer Hardware deutliche Performance-Boots erwarten lässt. Herrgott, in diesem Fall ist das Smartphone die stärkere Plattform! Und ja, wir sind uns darüber im Klaren, dass die Switch-Version die einzige Version des Titels ist, die ein Couch-Coop-Modus besitzt. Allerdings sehen wir den Reiz des Spiels definitiv nicht in spaßigen Multiplayer-Abfahrten, das bieten andere Videospiele in umfangreicherer Form. Leider hat uns gerade dieser eiskalte Preis das eigentlich schöne Erlebnis mit Grand Mountain Adventure: Wonderlands etwas vermasselt, sodass wir euch letztendlich gerade die von uns getestete Switch-Version nur bedingt ans Herz legen können. Natürlich passt Grand Mountain Adventure: Wonderlands auf eine Nintendo Switch im Handheld-Modus wie Arsch auf Eimer, aber fast das Gleiche könntet ihr auch für ein Drittel des Preises auf eurem Handy spielen – eine Entscheidung, die letztlich jeder selbst treffen muss.

Angebot
Grand Mountain Adventure: Wonderlands [Nintendo Switch] - Limited Edition
  • erkunde 12 riesige Open-World-Skigebiete. Entdecke pulvrige ländliche Gebiete, tiefe Wälder mit Wildtieren, belebte Hänge, steile Klippen, hohe Gipfel und gemütliche Bergdörfer
  • Spiele im lokalen Mehrspielermodus für bis zu 4 Spieler. Rast bis zur Ziellinie, liefert euch eine Schneeballschlacht oder fahrt gemeinsam die Berge hinunter
  • In den Bergen erwarten dich zahlreiche Herausforderungen: tritt an in Super G, Slopestyle, Big Air und vielen anderen Disziplinen. Suche nach versteckten Herausforderungen und geheimen Prüfungen außerhalb der Pisten
  • Im Zen-Modus dreht sich alles darum, eine ruhige und regenerierende Zeit für sich selbst zu haben. Alle Herausforderungen, Prüfungen, Sammlerstücke und sogar NPCs werden entfernt, sodass du ganze unberührte Berge allein erkunden kannst.

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  • Grand Mountain Adventure
    Fazit zu Grand Mountain Adventure: Wonderlands

    Als ich den Code für Grand Mountain Adventure: Wonderlands erhalten und mich die ersten Stunden in den schneebedeckten Berglandschaften verloren habe, überraschte mich der Umfang und die enorme Detailverliebtheit des ehemaligen Mobile Games auf kaltem Fuß. Simpler und doch herausfordernder Abfahrtsspaß mit atmosphärischer Optik und erstklassiger musikalischer Untermalung. Ich dachte mir schon, dass es schwer werden würde Kritikpunkte auszumachen. Bis ich die Preise der unterschiedlichen Versionen gesehen habe und mir die Kinnlade heruntergefallen ist. Nach meiner ehrlichen Meinung ist die Nintendo Switch Version dieses Titels ihr Geld nicht wert, auch wenn Grand Mountain Adventure: Wonderlands ein überraschend gutes Spiel ist. Entsprechend würde ich euch für den mobilen Spaß klar zu der Smartphone-Variante raten. Und wenn ihr euch nicht unbedingt auf dem Sofa einkuscheln wollt, gibt es immer noch die faire Steam-Version. Gebt dem Spiel eine Chance und zollt der beeindruckenden Entwicklungsleistung zweier Entwickler:innen Respekt! Nur nicht auf der Switch.

    Maximilian Apel, Redakteur

Positiv:

Atmosphärische Optik
Einfache Steuerung mit angenehmen Tiefgang
Erstklassige Anzahl von Aktivitäten
12 abwechslungsreiche Berglandschaften
Entspannende musikalische Untermalung

Negativ:

Fragwürdige Preispolitik (Nintendo Switch)
Grafik im Stillstand veraltet
Keine Möglichkeiten euren Charakter zu personalisieren
Keine Pausenoption bei Herausforderungen

Ab in die Sammlung?

Herausforderungsliebende Mobile Gamer und PC-Master-Racer mit gemütlichem Setup könnten sich von dieser Indie-Perle verzaubern lassen. Switch-Spielern dürfte beim gesalzenen Preis der Appetit vergehen.

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10
Geschrieben von Maximilian Apel
Unity. Precision. Perfection.

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