FIFA 15 – Review zum diesjährigen Fußballableger

Wenn man in der Gamerszene fragt, auf welchen Titel sie sich dieses Jahr am meisten freuen, dann werden viele mit Fifa 15 antworten. Doch Fifa spaltet jedes Jahr die Gamergemeinschaft, wie kaum ein anderes Spiel. Die einen schwören auf den Titel und kaufen es jedes Jahr aufs Neue. Für die anderen ist es nur ein Fußballspiel, welches jedes Jahr mit wenig Neuerungen und mit einer größeren Zahl am Ende erscheint. Doch welches Lager nun am Ende recht hat, erfahrt ihr in unserer Review.

 

“Ganz locker wird man als Bundesligatrainer nie – oder man ist es nicht lange.” – Armin Veh

Fußball ein Sport, ein Sport fürs Volk. 22 Mann und ein Ball. Das Ziel: Das runde Ding aus Leder, in das Tor des Gegenübers zu treten. So einfach das klingt, in der Realität ist dies härter. Schon seit Ewigkeiten bringt Electronic Arts in jedem Jahr einen neuen Ableger ihrer Fifa Reihe raus. Lohnt es sich überhaupt jedes Jahr ein Spiel über Fußball zu veröffentlichen? Anscheinend schon, denn die Verkaufszahlen eines Fifa können locker mit denen eines Triple AAA Titels mithalten. Mit jedem Spiel bringt EA kleine aber feine Verbesserungen und Neuerungen in die Fußballsimulation. Diese fallen auf den ersten Blick nicht so stark auf, wie es sonst der Fall war. Unter den Neuerungen sind Kleinigkeiten wie der Balljunge, der einem dem Ball wieder zuwirft oder die Werbebanner, die Werbung von Unternehmen anzeigen. Diese haben zwar keine großen Auswirkungen auf das Spiel, steigern jedoch die Atmosphäre enorm. Apropos Atmosphäre, darauf scheint EA ein großes Augenmerk gelegt zu haben. Denn in Fifa 15 wurde erstmals mit der englischen Premier League eine komplette Liga lizenziert. Dies beinhaltet neben allen zwanzig Mannschaften auch deren Trikots, Spielernamen, Stadien, Bälle, TV-Einstellungen und auch 200 neue Spielergesichter, nur aus der Premier League. Neben der Premier League gibt es 34 weitere Fußball Ligen, dabei unter anderem die erste und zweite Bundesliga, Spanische Ligen, italienische Seria A und weitere. Lediglich die brasilianische Liga fehlt. Zudem wurde auch das Fanverhalten überarbeitet. Wenn ihr gute Spielzüge abliefert, klatschen sie euch zu oder buhen den Schiedsrichter, bei einer angeblichen Fehlentscheidung, gnadenlos aus. Absoluter Pluspunkt für die Atmosphäre sind die Fangesänge, dabei singen die Fans von Liverpool, beim Einzug der Mannschaft in die Anfield Road, die Hymne “You´ll never Walk alone”. Zusätzlich reagieren die Spieler jetzt so emotional wie nie. Wird zum Beispiel ein Spieler ständig von einem Spieler gefoult, dann reagiert er gereizt und sucht das Gespräch mit dem Schiedsrichter. Wenn gute Chancen oder Fehler im Defensivverhalten gemacht werden, dann kommen auch die Emotionen sichtbar zum Vorschein. Dies wird nicht nur durch Mimik und Gestik dargestellt, sondern auch mithilfe der Körpersprache der Spieler.

Der Spielaufbau ist der Grundstein zum Erfolg

 

Das Runde muss ins Eckige

In FIFA 15 sind wieder alle Modi an Bord, die es in den Vorgängern auch gegeben hat. Der Karrieremodus, in der ihr als Spieler oder Manager einen Verein steuert, ist einer von ihnen. Dieser verläuft jedoch recht monoton und langweilig. Da es in der gesamten Zeit keinerlei Höhepunkte oder Herausforderungen gibt. So spielt ihr, Saison nach Saison und bestreitet endlos viele Spiele. Je nach Verein gibt es vielfältige Ziele, zu erreichen. So müsst ihr zum Beispiel als Manager vom FC Bayern München sowohl die deutsche Meisterschaft, als auch den DFB-Pokal und den Champions Cup (die Champions League und die Euro League Lizenzen sind zwei der wenigen Lizenzen die EA fehlen) gewinnen. Als ein Manager einer kleineren Mannschaft ist eure Aufgabe zum Beispiel den Klassenerhalt zu sichern. Doch beide Jobs haben eines gemeinsam, wenn euer Ziel in Gefahr ist, dann kann es Ärger mit dem Vorstand geben. Dies kann sogar mit einer Kündigung enden. Falls dies geschieht, ist eure Karriere auf keinen Fall zu Ende, denn dann könnt ihr einfach bei einem anderen Verein, der euch ein Jobangebot unterbreitet, anfangen. Die ganzen Konversationen mit Vorstand, Spielern, Transferanfragen etc. geschehen alle in Textform. Wer schon im vorherigen Fifa den Karrieremodus mochte, wird auch diesen gut finden. Jedoch ist die Karriere kein Vergleich zu einem Karrieremodus eines NBA 2K Games. In dieser Karriere wird anstatt dem simplen Abspielen von Matches eine aufbauende und durchgeskriptete Geschichte erzählt. Hier hat Fifa noch absolut Verbesserungspotenzial. Neben dem Karrieremodus dürfte der Ultimate Team Modus der Spielmodus sein, der die größte Beliebtheit bei den Fans hat. In diesem Modus stellt jeder Fußballspieler eine Karte dar, die je nach Können in drei Kategorien unterteilt sind (Bronze, Silber, Gold). Im UT Modus müsst ihr aus allen Spielern aus FIFA 15 euer Team zusammenstellen. Auf der Xbox One gibt es zudem 15 Legenden, dabei sind Spieler wie zum Beispiel Lothar Mathäus oder Pele. Doch könnt ihr diese nicht wahllos zusammenstellen. Das Zauberwort hierbei ist Teamchemie. Denn Spieler haben eine bessere Chemie, wenn sie neben einem Spieler der aus demselben Land, Verein oder Liga stehen. Stammt zum Beispiel eure halbe Mannschaft aus demselben Verein, hat sie eine größere Teamchemie, als ein wahllos zusammen gewürfelter Haufen an Spielern. Durch eine hohe Teamchemie bekommt eure Mannschaft einen essenziellen Bonus, der euch erlaubt mit einer auf dem ersten Blick schlechten Mannschaft eine Topmannschaft zu besiegen. Spieler, die ihr nicht mehr braucht, könnt ihr auf dem Transfermarkt an andere Spieler auf der Welt verkaufen. Damit entsteht eine wahre Sammelleidenschaft auf der Suche nach dem Spieler, der euer Team noch besser macht. Neu in diesem Jahr ist, dass man sich einige Spielerkarten für eine gewisse Anzahl an Spielen ausleihen kann. In dem Ultimate Team Modus hat es sich EA jedoch nicht nehmen lassen einen Ingame Shop einzubauen, in dem man mit echtem Geld Boosterpacks kaufen kann. Dadurch kommen Leute, die Geld investieren, schneller an die Topspieler.

Im Ultimate Team Modus könnt ihr eure eigene MAnnschaft zusammenstellen

Im Ultimate Team Modus könnt ihr eure eigene Mannschaft zusammenstellen

 

Du laberst so viel scheiße, du könntest glatt Fifa Kommentator sein

Kommen wir zum eigentlichen Spiel, in welchem sich ebenfalls kleine, aber feine Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger Fifa 14 befinden. Allein das Spielerverhalten ist ein Traum, so halten und nehmen gute Spieler den Ball jetzt besser als Schlechte. Zudem ist die körperliche Statur eines Spieler merklich wichtiger geworden. Ein graziler Stürmer wie Messi spurtet durch die Abwehrreihen des Gegners, kann jedoch leichter vom Verteidiger abgedrängt werden. Während ein eher bulliger Stürmer, wie Wayne Rooney sich dagegen stemmen kann. Mindestens genauso wichtig wie eure Mannschaft ist eure Taktik, mit der ihr das gegnerische Team besiegen wollt. Diese könnt ihr nun noch variabler einstellen. Im Spiel habt ihr nun die Wahl zwischen sechs verschiedenen Offensiv – Defensiv Einstellungen. Diese reichen von “totaler Angriff” bis “Abwehrriegel”. Während des Spiels kommt jedoch der größte Kritikpunkt des Spiels zum Vorschein. Zusätzlich wurde an der KI der Torhüter merklich geschraubt. Dem Torhüter wurden unter anderem 50 neue Animationen spendiert. Zudem verhalten sich diese sich nun besser in 1vs1 Situationen, da diese nun besser antizipieren. Die Kritikpunkte hören auf zwei Namen: Frank “Buschi” Buschmann und Manfred “Manni” Breuckmann. Dieses deutsche Kommentatorenduo kommentiert das Fifa Geschehen bereits seit Fifa 11. Jedoch so dermaßen nervig wie jetzt haben ihr Kommentare noch nie vernommen. Anfangs sind diese noch in Ordnung, aber da diese sich stetig wiederholen und teilweise recht unpassend sind, wird der Frustfaktor von Spiel zu Spiel erhöht. Hier ein kleiner Auszug der schlimmsten Sprüche: ” ich will ja nicht untertreiben, aber der ging meilenweit am Tor vorbei.” oder “tausend Mal berührt, tausend Mal ist nix passiert. Dem ist nix mehr hinzuzufügen”. Wer sich diese Sprüche nicht antun will, dem empfehle ich entweder die Kommentarfunktion auszuschalten oder die englische Kommentarspur, zu wählen. Diese geben euch zudem triviales Wissen über diverse Mannschaften, Spieler und Vereine die gerade Spielen.

Im Menü gibt es zahlreiche Infos zum aktuellen Fußballgeschehen

Im Menü gibt es zahlreiche Infos zum aktuellen Fußballgeschehen

 

Flanke, Kopfball, Tor

Aus technischer Sicht kann Fifa 15 auch punkten. Die von uns getestete Playstation 4 Fassung lief zu jedem Zeitpunkt flüssig. Grafisch sieht das Spiel wahrlich nach Next Gen aus. Allein das gefüllte Stadion sieht durch die voll animierten Zuschauer lebendig aus. Wer auf den ersten Blick das Geschehen auf dem Bildschirm verfolgt, kann denken, dass er eine normale Fußballübertragung im Fernsehen schaut. In den Wiederholungen sieht man unter anderem jeden einzelnen Grashalm auf dem Platz. Auch für die Ohren ist Fifa 15 ein Genuss, wie schon in den vorherigen Teilen versteht es EA einen grandiosen und abwechslungsreichen Soundtrack in das Spiel zu packen. Wer will, kann sich im Menü rund 40 Songs von Avici, Milky Chance und anderen aufstrebenden Musikstars anhören.

Bayern – Dortmund ein absolutes Spitzenspiel

Fazit:

Da ist endlich der diesjährige Fifa Ableger. Die Warterei hat sich gelohnt. Was Fußballfans hier geboten wird, ist das Geld alle mal wert. Durch die vielen Lizenzen kann jeder Fan auch mit seiner Lieblingsmannschaft spielen und mehr als hundert Stunden im Onlinemodus verbringen. Zusätzlich gibt es mit dem beliebten Ultimate Team Modus einen weiteren Modus, in dem man Wochen verbringen kann. Stets kann man seine Spieler auf dem Markt verkaufen oder dem nächsten Schnäppchen hinterher jagen. Lediglich die üblichen Kritikpunkte an Fifa trüben auch hier etwas das Gesamtpaket.

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Geschrieben von Kevin Kreisel
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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