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Test: Everdeep Aurora

Ein gemütliches Abenteuer mit einer Katze und ihrem Bohrer

Everdeep Aurora im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Releasedatum: 10. Juli 2025

Genre: Puzzle Platformer

USK: Keine Freigabe

Publisher: Ysbryd Games

Plattformen: PC, Switch

Es gibt so Spiele, die wirken auf den ersten Blick simpel, münden aber in einem der immersivsten Spieleerlebnisse, die man sich vorstellen kann. So ging es mir mit Everdeep Aurora, einem gemütlichen Puzzle-Platformer über eine kleine Katze und ihrem Bohrer. Auf der Suche nach unserer Mutter erkunden wir einen mysteriösen Untergrund, treffen viele charmante Charaktere und vor allem schaffen wir uns mit dem Bohrer unseren eigenen Weg nach unten.

 

Eine vermisste Mutter, ein Meteorschauer und ein mysteriöser Abgrund

Wir steuern das kleine Katzenmädchen Shell, die eines Tages aufwacht und feststellt, dass ihre Mutter verschwunden ist. Lediglich einen Brief hat sie ihr hinterlassen. Wir wollen uns natürlich sofort auf die Suche nach ihr machen und bekommen von unserem Freund, dem Froschbarden Ribbert, einen klapprigen Bohrer geschenkt. Mit diesem können wir uns nach unten bohren und die Untergrundwelt von Everdeep erkunden. Die Tierbevölkerung hat sich hier ein neues Zuhause errichtet, nachdem ein ständig andauernder Meteorschauer die Oberfläche auszulöschen droht.

Die Suche nach Shells Mutter ist der rote Faden, der die Geschichte vorantreibt. Jedoch sind es die ganzen kleinen Nebengeschichten, die den wahren erzählerischen Kern von Everdeep Aurora darstellen. Wir treffen auf unserer Reise allerlei schrullige Charaktere, wie etwa den blinden Schmied Remulus, der unseren Bohrer verbessern kann, den schrulligen Archäologen Promoleus, der die verschiedenen Gesteinsarten untersucht und ein kleines Ziegenmädchen, welches Wasser für die Blumen in ihrem Geheimgarten benötigt. Dabei helfen wir all diesen Figuren bei ihren Problemen. Wir suchen für Ribbert nach seiner Tochter, sammeln für einen Roboter, der von einem Kult als Gott angehimmelt wird, verloren gegangene Ersatzteile und mischen uns als Briefträger in eine Liebesgeschichte ein. Der Untergrund steckt voller charmanter Geschichten, denen wir beiwohnen können.

Everdeep Aurora

Es gibt viele liebenswerte Charaktere wie diesen blinden Ziegenschmied, der unseren Bohrer aufwertet.| Bild: 2025 © Nautilus Games

 

Ich glaube, da müssen wir bohren

Das Kerngameplay von Everdeep Aurora dreht sich um den Bohrer. Mit ihm können wir zu Beginn des Spiels eine bestimmte Sorte Gestein beseitigen. Wir bohren uns also vorsichtig nach unten, aber auch nach links und rechts. Und keine Sorge, dass ihr eventuell den Weg nach oben zerstört, denn erstens erscheinen weggebohrte Blöcke nach einiger Zeit wieder neu und zweitens könnt ihr euch jederzeit von Ribbert an ein entdecktes Lagerfeuer transportieren lassen.

Die Erkundung mit dem Bohrer macht durchaus Spaß, auch wenn sie am Anfang etwas limitiert ist. Wir haben zu Beginn nur zwei Batterien für ihn und wenn diese sich leeren, bohrt der Bohrer zwar weiter, aber viel langsamer. Es ist also ratsam, ihn an dafür vorgesehenen Stationen wieder aufzuladen. Später finden wir im Spiel weitere Batterien und können den Bohrer mit diversen Erzen, die wir im Gestein finden können, upgraden. Außerdem sollten wir auch viele von den roten Gesteinsblöcken zerbohren, denn aus ihnen bekommen wir sogenanntes Duracite, seltenes Erz vom riesigen Meteor der Oberfläche. Es dient dazu, den Bohrer wieder aufzuladen und an einigen Stellen auch als Währung.

Der Entdeckungsdrang in Everdeep Aurora wird sehr stark gefördert, an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Sei es eine versteckte Schatzkiste, in welcher vielleicht neue Hüte oder Brillen für Shell zu finden sind, versteckte Höhleneingänge zu kleinen Geheimabschnitten oder auch bestimmte Items, die uns ein wenig über die Hintergrundgeschichte der Spielwelt und ihrer Bewohner aufklären. Lediglich die Orientierung ist manchmal etwas schwierig, trotz eines Radars den wir etwas später finden. Viele entdeckten Eingänge werden nicht auf der Karte des Radars markiert, sodass es manchmal zu Erinnerungslücken kommt, wenn man an einen bestimmten Ort zurückreisen möchte, etwa weil man ein bestimmtes Item gefunden hat oder Shell eine neue Bewegungsfertigkeit erlernt hat.

Bohren, bohren und noch mehr bohren, so lautet die Devise. | Bild: 2025 © Nautilus Games

 

In Everdeep Aurora geht es vornehmlich nach unten, aber auch nach oben

Everdeep Aurora ist ein Puzzle-Platformer, der sehr gemütlich und entspannend ist. Hier verfolgen uns keine Monster, Kämpfe gibt es gar nicht. Es geht einfach nur darum, diese unterirdische Welt zu erkunden. Leichte Metroidvania-Elemente sind vorhanden, soll heißen: Manchmal geht es an bestimmten Orten mit neuen Items oder Fähigkeiten zurück. Im Laufe des Spiels bekommt Shell etwa die Fähigkeiten, einmal von der Wand abzuspringen, eine Weile zu schweben oder sich nach oben zu katapultieren.

Immer stärker werdende Gesteinsschichten können auch nur mit stärkeren Bohrern durchdrungen werden, die wir im Laufe der Hauptgeschichte bekommen. So füttert uns das Spiel in abgetrennten Sektionen seine Geheimnisse, wir können also zwar nicht immer weiter nach unten, aber mit neu gefundenen Sachen immer wieder nach oben klettern.

In jeder noch so kleinen Nische kann sich ein Schatz verstecken. | Bild: 2025 © Nautilus Games

 

Ein paar kleinere Makel

Mit immer mehr gefundenen Gegenständen füllt sich unser Inventar recht schnell. Das Manövrieren dieses Inventars ist leider ein Makel an diesem ansonsten sehr wunderbaren Spiel. Anstatt vielleicht ein Pausenmenü aufzurufen, können wir jederzeit während des Spiels durch das Inventar scrollen, allerdings nur mit dem Steuerkreuz links und rechts. Wenn wir also ein Item ganz unten rechts auswählen wollen, müssen wir ganz nach rechts durchscrollen. Das geht nach einer Weile auf die Nevern. Es gibt zwar nur wenige Items, die wir aktiv einsetzen müssen, wie zum Beispiel eine magische Brille, die Geheimnisse sichtbar macht, aber genau diesen Gegenstand dann auszwählen wird oft zu einer Qual. Zusammen mit der manchmal echt unübersichtlichen Karte ist die Menüführung also ein Faktor, welcher das Spielerlebnis ein klein wenig schmälert.

Auch ist es schade, dass es keine deutschen Texte gibt. Neben English sind auch noch ein paar andere Sprachen wie Französisch, Spanisch und Portugiesisch vorhanden, Deutsch ist allerdings leider nicht dabei. Ihr solltet also der englischen Sprache mächtig sein, wenn ihr dieses Spiel spielen wollt.

Ja, natürlich gibt es auch Kistenschieberätsel. | Bild: 2025 © Nautilus Games

 

Wenn der Gameboy Color und das SNES ein Baby hätten

Diese kleinen technischen Macken sind am Ende des Tages nur Erbsenzählerei, denn Everdeep Aurora ist einfach ein wundervolles Spiel, welches besonders der 16bit-Ära ihren Tribut zollt. Grafisch kommt das Spiel in einer Pixelart daher, die an die Zeit des Gameboy Color erinnert. Besser gesagt erinnern die unterschiedlichen Farbtöne daran, wenn man damals ein Gameboy-Spiel in einen Gameboy Color eingelegt hatte. Da konnte man auch zwischen verschiedenen Farbschemen wechseln.

Natürlich wird Everdeep Aurora etwas detailreicher erscheinen als die meisten Spiele auf dem Gameboy, wo dann auch der Vergleich mit dem SNES daherkommt. Dass das Spiel sich als Hommage an die Retro-Zeit der 90er sieht, das zeigen auch viele Easter Eggs, die man im Spiel finden kann. Manche Statuen, an denen wir wichtige Items finden, sehen den Chozo-Statuen aus den Metroid-Spielen verdächtig ähnlich. Der Radar erinnert stark an den Dragon-Radar aus Dragon Ball. Und ein Hündchen, welches kleine Haufen in unserem Inventar hinterlässt, versetzt uns zurück in eine Zeit, in der wir ständig vergessen haben, unser Tamagotchi zu füttern. Der Charme, den Everdeep Aurora verströmt, quillt einfach nur über. Dies wird durch einen exzellenten Soundtrack perfektioniert.

 

Titelbild: 2025 © Nautilus Games

 

Fazit zu Everdeep Aurora

Ja, Everdeep Aurora ist tatsächlich eines der besten Spiele, die ich dieses Jahr gespielt habe. Es ist einfach so schön entschleunigend. Keine Kämpfe, einfach nur eine gemütliche Erkundung einer extrem interessanten Spielwelt mit liebenswerten Charakteren und spannenden Geheimnissen. Als Kind der 90er ist natürlich auch der Retro-Faktor für einen großen Teil der Nostalgie zuständig, aber ich finde die Pixelart-Grafik sehr zeitlos und auch für Kinder der Neuzeit schön anzuschauen. Gut, die Karte ist nicht immer hilfreich und das Management des Inventars teilweise etwas fummelig, aber darüber kann man hinwegsehen. Wer also ein etwas ruhigeres Abenteuer sucht, der ist bei Everdeep Aurora genau an der richtigen Stelle.Maarten Cherek (Redakteur)

Positiv:

Eine spannende unterirdische Welt zum Erkunden
Viele liebenswerte, charmante Charaktere mit ihren eigenen Geschichten
Spaßiges Erkundungsgameplay mit einem Bohrer und einigen weiteren Fähigkeiten
Viele versteckte Schätze, Höhleneingänge und Gegenstände zu finden
Bezaubernde Retro-Grafik mit 16bit-Gameboy Color- und SNES-Flair

Negativ:

Die Karte ist nicht immer sehr übersichtlich und viele entdeckte Orte werden nicht markiert
Das Manövrieren durch das Inventar ist sehr fummelig
Leider keine deutschen Texte

Everdeep Aurora erhält den NAT-Games Award

Ab in die Sammlung?

Knallharte Action gibt es hier nicht, stattdessen ist dieses Spiel etwas für all diejenigen, die in Ruhe nach Geheimnissen suchen möchten und einen Hang zur 90er-Retro-Grafik haben.

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