Disney Planes 2: Immer im Einsatz – Review zu den fliegenden “Cars”

Im Kino drehten die Autos erst nach fünf Jahren ihre neuen Runden. Bei den Flugzeugen ging es bereits ein Jahr später wieder in die Luft. Auch wenn Pixar nicht für die Filme verantwortlich war, kamen beide beim Publikum sehr gut an. Warum nicht dieses Potenzial des möglichen Videospiel-Absatzes ausnutzen und einfach auch zum zweiten Teil von Planes einen Videospiel-Ableger für die Nintendo-Konsolen produzieren lassen? Bandai Namco übernimmt das Publishing für das Werk von Little Orbit. Ob es für Kinder auch wirklich flugreif ist, oder ob man im Spiel abstützt, lest ihr jetzt im Test.

 

Lass uns ein Feuerwehrmann sein

Anstatt einfach die Story aus dem Film in ein ordentliches Videospiel für Kinder zu stecken, gibt es in Planes 2: Immer im Einsatz nichts anderes zu erledigen, als Missionen an immer dem gleichen Schauplatz: Der Piston-Peak-Nationalpark. Eine Story oder einen Zusammenhang zwischen den Missionen sucht man leider, schon direkt beim ganz netten Tutorial, vergebens. Immerhin gibt es die echten Charaktere aus den beiden Filmen zu sehen und zu spielen. Doch fangen wir noch einmal von vorne an. Eine Geschichte gibt es nicht, ein Tutorial für die knapp 30 Missionen schon. Zwar fällt dies auch nicht wirklich groß aus, dennoch bietet es besonders für jüngere Spieler einen guten Start in die recht kleine Welt. Denn auf der kleinen Karte, die uns nach der ersten Aufgabe im Hauptmenü bereitsteht, sind verschiedene Aufgaben verteilt, die nach und nach abgearbeitet werden müssen. Ohne einen Zusammenhang dürfen wir uns an verschiedene Aufgaben wagen. Immerhin sind die originalen Flugzeuge mit an Board, sodass Fans der Filme Dusty, Blade und Lil´Dipper auf jeden Fall wiedererkennen dürften. Eine wirkliche Sprachausgabe gibt es leider nicht. Zwar stehen verschiedene Textstellen von den einzelnen Charakteren vor und nach jeder Missionen an der Tagesordnung, vertont wurden diese aber nicht. Zumal diese Texte eigentlich die Einweisung zu unserer Aufgabe darstellen sollen, wäre ein Vertonung angebracht gewesen. Ab und zu geben die Charaktere beim Erscheinen ihres Textes einen kleinen Satz oder Spruch von sich. Doch jede Figur besitzt leider ein Sprachvermögen von nur vier bis fünf Sätzen. Auf Dauer kann dies ziemlich nervig werden. Deshalb hat Little Orbit mitgedacht und gleich eine “Überspringen”-Funktion für die Dialoge eingebaut. Einmal auf das Plus drücken und man kann direkt mit der eigentlichen Mission beginnen. Super Funktion! Wenn wir schon beim Thema Sound sind: Die Hintergrund-Musik ist nicht wirklich nervig, wiederholt sich allerdings so oft, dass sie durch das Wiederholen nervig werden kann. Wenn ich einen Song zu oft gehört habe, überspringe ich diesen automatisch in meiner Playlist. Hier ist dies nicht möglich, da wohl nur vier Hintergrundstücke produziert wurden. Kinder mögen dies vielleicht nicht störend empfinden, da die Stücke wirklich nett und abenteuerlich klingen. Ein wenig mehr Abwechslung hätte dem Ganzen dennoch ganz gut getan.

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Schnell den Wald vom Feuer befreien.

 

Sammelt die Medaillen

So schlecht das Spiel im ersten Absatz auch klingt, ist es im Prinzip gar nicht. Unser Ziel muss in einer bestimmten Zeit absolviert werden, woraufhin drei Medaillen verteilt werden. Aufgeteilt in Bronze, Silber und Gold kann man verschiedene Artworks vom Spiel und neue Missionen freischalten. Zwar macht es am Ende keinen Unterschied, ob man nun die schnellste Zeit eingeflogen hat oder nicht. Hauptsache man absolviert einfach die Aufgabe. Alle Ziele sind vom Schwierigkeitsgrad her ebenfalls machbar, sodass man nicht unnötig daran verzweifeln muss. Die verschiedenen Missionen bieten eine Menge Abwechslung. Zwar ist es vom Spielumfang kein Grand Theft Auto, dennoch kann man froh sein, bei einem Lizenz-Spiel unterschiedliche Aufgaben zu absolvieren. Es gibt dennoch genug unterschiedliche Dinge, verschiedene Schauplätze werden wohl erst mit einem DLC nachgereicht… Was schon mit im Spiel enthalten ist, sind die spielbaren Charaktere. Während einer Mission kann man zwischen mehreren Fahrzeugen hin und her wechseln. Dies klappt mit einem Tastendruck und funktioniert sogar ganz flüssig. Jedes Fahrzeug hat unterschiedliche Funktionen. Das Flugzeug kann zum Beispiel nur Wasser aufnehmen und dieses dann über ein Feuer abwerfen, sodass dies gelöscht wird. Der Helikopter kann zusätzlich noch andere Fahrzeuge und Objekte vom Boden aufheben und diese transportieren. Dies stellt sich als besonders hilfreich dar, wenn sich mal wieder zwei Wohnwagen in dem riesigen Areal verfahren haben und nach Hause wollen. Damit der Weg für die Touristen freigemacht werden kann, gibt es noch einen Bagger, mit dem man Dreck und Schrott einfach wegräumen lassen kann. Alle Animationen sehen dabei ganz in Ordnung aus, bieten aber keinen wirklichen Höhepunkt. Die Grafik hat leider einige technische Fehler und bringt so manchen Bug mit sich. Besonders das Feuer sieht im direkten Vergleich mit einem Far Cry 2 aus dem Jahre 2008 um längen schlechter aus. Mit dem heutigen Standard für PS4 nicht mehr vergleichbar. Alle Objekte, inklusive dem Wasser, sind pixelig und verwaschen. Eine große Grafik-Revolution sollte man nicht erwarten.

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Ähm… ja und noch mal schnell den Wald vom Feuer befreien.

 

Ich bin Dynamite

Die Aufgaben sind entweder recht kurz oder recht lang gestaltet. Mal dauern sie nur knapp eine Minute, das andere Mal kann man auch mal zehn Minuten davor sitzen bis alles gelöst wurde. Mal muss man das Feuer löschen, Fahrzeuge und Besucher vom Park wieder auf die Bundesstraße führen, Tanks mit Wasser befüllen, eine Art Rennen durch verschiedene Checkpoints gewinnen, Trümmer und Objekte entfernen oder Cabbie (den Bagger) an Zielen abwerfen. Für Abwechslung ist gesorgt, auch wenn man bei dieser Vielzahl an Aufgaben immer das Gefühl bekommt, jederzeit gelangweilt zu werden. Für einen erfahrenen Spieler, und nicht unbedingt Freund von solchen Titeln, wird es schwer nachvollziehbar sein, warum man Planes 2 spielt. Grundsätzlich muss man auch die Zielgruppe beachten, die hier auf Kinder zwischen fünf und zehn Jahren gelegt wurde. Dafür ist das Spiel wirklich gut gelungen. 50€ sind dennoch einfach zu viel für das Paket. Ein Bundle mit dem Film auf DVD oder Blu-ray hätte es ruhig auch geben können. So hätte die ganze Familie noch etwas davon haben können. Leider hat es nur für den kurzen Spaß für die Kinder gereicht.

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Neben dem Feuer, muss man ab und zu für Ordnung sorgen.

 

 

 

Fazit:
Für Kinder ist Planes 2 sicherlich ein guter Unterhaltungswert, für die richtigen Gamer bleibt es, wie die meisten anderen Lizenz-Titel, einfach nur Beiwerk im Spieleregal. Keine vorhandene Vertonung der Charaktere, nur eine Karte auf der gerade mal 30 kleine Missionen absolviert werden müssen. Der Umfang stimmt für knapp 50€ einfach nicht. Dennoch macht das Spiel mehr richtig, als andere Titel und kann sich somit im Kampf gegen den Lizenzschrott nur ganz knapp durchsetzen.

 

 

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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