Die Pinguine aus Madagascar – Review zu den vier Chaoten

Passend zum Kinofilm erscheint zu den Pinguinen aus Madagascar ein Spiel, aus dem Hause Little Orbit, für sämtliche Nintendo-Konsolen. Dieses Mal erhofften wir uns ein wenig mehr Spaß und Action auf der Konsole, denn schließlich ist nicht nur einer, sind es nicht nur zwei, nein auch keine drei, sondern ganze vier Pinguine, die die Hauptattraktion des Kinoabenteuers darstellen. Doch ob das Abenteuer rund um Skipper, Private, Kowalski und Rico wirklich gelungen ist oder ob man lieber doch nur ins Kino gehen sollte, lest ihr jetzt in unserem Test.

 

Ich bin ein starker Mann

In der Tat gibt es auch bei den Pinguinen aus Madagascar keine wirkliche Geschichte. Die vier Pinguine stehen am Start und freuen sich auf etwas zu essen. Doch bevor sie etwas essen können, müssen noch einige Aufgaben erledigt werden. So viel haben wir in unserem Test zumindest von der Geschichte mitbekommen. Denn die Charaktere sind zwar allesamt genial animiert und kommen auch mit Lippenbewegungen daher, eine Stimme haben die vier Musketiere nicht erhalten. Nicht ein Wort kommt aus den Viechern heraus und das obwohl die Animationen dafür programmiert wurden. Es bleibt uns ein Rätsel, warum wir den vieren nicht beim Quatschen zuhören durften. Auch für Kinder und Fans der Animationsserie ist das Fehlen der Synchronsprecher wirklich eine Schande. Immerhin startet das Spiel mit einigen netten und witzigen Dialogen, die Kinder allerdings in einem jungen Alter noch nicht unbedingt verstehen. Ein kleines Tutorial bringt uns das wesentliche und wichtige Gameplay bei. Doch Vorsicht, die wichtigste Funktion, das Wechseln zwischen den vier Pinguinen, wird uns nicht erklärt. Erst im dritten Level haben wir durch Drücken des Fadenkreuzes herausgefunden, dass wir auch noch drei weitere Pinguine spielen können. Das darf einfach nicht passieren. So viel Negatives vorweg heißt aber nicht, dass das Spiel nicht auch viel Gutes zu bieten hat. Man kann zwischen den verschiedenen Charakteren hin und her wechseln, was im Verlauf der Level auch genutzt werden muss. Viele Wege und Aktionen kann man nur mit bestimmten Figuren bewältigen. So kann nur einer der Vier die Computer bedienen, der andere kann durch eine Luftschleuse geschossen werden, der Dritte im Bunde kann schneller rennen und der Vierte kann sich mit Hilfe von Lüftungen durch Schächte schweben lassen. Besonders für jüngere Spieler macht das Wechseln sicherlich Spaß, sodass man immer etwas zu tun hat. Auch das Kombinieren der verschiedenen Aktionen kann für Kinder im jungen Alter hilfreich sein. So müssen bestimmte Knöpfe und Schalter so betätigt werden, dass der Strom auf bestimmten Wegen an oder ausgeschaltet wird. Eine Berührung mit der Elektrizität bedeutet den sofortigen Tod. Einen dramatischen Abgang hat man sich gespart, da es schließlich auch Kinder spielen sollen.

Ein wenig auf der Hüpfburg springen.

Ein wenig auf der Hüpfburg springen.

 

Ein Tablet zum TV schauen

Die Rätsel am Computer sind fordernd, dabei aber nicht zu schwierig gestaltet. Mithilfe des Steuerkreuzes kann man die verschiedenen Zahnräder in die richtige Stellung bewegen. Warum man allerdings sämtliche Aktionen mit den Tasten absolvieren muss, ist genauso unklar, wie die Tatsache, dass sämtliche auf dem TV angezeigten Inhalte, auch auf dem Tablet gezeigt werden. Nur wenige Entwickler nutzen auch die Funktion des Nintendo WiiU Gamepads. Man hätte den Computer so schön auch mit dem Touchpad bedienen können. Den Wechsel der Pinguine hätte ebenfalls mithilfe einer Berührung stattfinden müssen. Wozu halte ich eigentlich so ein großes Ding während des Spielens in der Hand? Wer nebenbei noch einen Film oder eine Serie schauen möchte, für den ist die Funktion natürlich genial. Doch wer schaut beim Zocken schon einen Film? Die verschiedenen Level unterscheiden sich im Grunde stark voneinander. Zwar geht es immer um dasselbe Ziel, Essen, dennoch sind die Pinguine mal in einem streng bewachten Bürogebäude, mal am Strand und mal am Flughafen. Einen Zusammenhang gibt es nicht. Dennoch sehen alle Level ordentlich aus, richtig detailliert ist es insbesondere in den Lagerhallen natürlich nicht. Damit wir unser Ziel möglichst nicht einfach erreichen, gibt es neben den ganzen Rätseln auch noch einige Gegner, die wir entweder einfach umgehen können oder mal eben eine verpassen. Das Umgehen ist ganz einfach, wir rennen einfach an ihnen vorbei, ohne dass sie uns angreifen. Tolle Intelligenz! Doch Vorsicht, sehen die Tentakel-Gegner uns, müssen wir einfach vor ihnen weglaufen, damit die Warnungsanzeige am oberen linken Bildschirmrand sich wieder entlädt. Berühren wir die Gegner, müssen wir wieder von vorne anfangen. Dies kann manchmal sogar vom Vorteil sein, denn das Spawnsystem ist sogar schlechter als bei Call of Duty im Multiplayer. Beispiel: Wir müssen einen Weg überqueren, der aktuell mit Strom bedeckt ist. Wir schaffen den Weg allerdings nur zur Hälfte. Da auf der anderen Seite allerdings ein neuer Spawnpunkt ist, landen wir einfach dort, anstatt wieder von vorne zu beginnen. So machen knifflige Hindernisse natürlich auch sehr viel Sinn. Haben wir alle Aufgaben gelöst, die Pinguine in durch die entsprechenden Wege geschickt und das Essen eingesammelt, müssen wir feststellen, dass das Spiel trotz der kleinen Schwierigkeiten sogar eine Menge Spaß gemacht hat. Kurz bevor wir den Test dann allerdings geschrieben haben, sollte das Spiel noch einmal zum Laufen gebracht werden. Wir werden im Hauptmenü gefragt, ob wir ein neues Abenteuer beginnen möchten oder unser aktuelles fortsetzen, möchten. Das Letztere sollte uns eigentlich an die Stelle zurückbefördern, an der wir aufgehört hatten. Doch Pustekuchen: Unsere Spielstunden sind alle futsch, verschwunden, einfach weg und in Luft aufgelöst. So macht der Wiederspielwert doch mal Sinn! Grafisch sieht der Titel stellenweise sogar ganz nett aus. Die Pinguine machen einige Bewegungen, wenn man sie gerade mal nicht bewegt. Mal stehen sie gelangweilt da und wackeln mit den Füßen, mal schlafen sie einfach ein. Eine nette Animation, die sich schlussendlich zu oft und vor allem zu schnell wiederholt. Die Texturen sind in einem netten Comiclook gehalten und sehen alle recht scharf aus. Eine richtige Augenweide ist das Spiel dennoch nicht.

Achtung Achtung: Mal eben vor einem Gegner weglaufen.

Achtung Achtung: Mal eben vor einem Gegner weglaufen.

 

Trailer zum Spiel:

 

 

Fazit:
Ähnlich wie schon bei Planes 2 haben die Pinguine ein paar Dinge, die einfach nicht funktionieren wollen. Das Gameplay ist stimmig und durch die verschiedenen Charaktere abwechslungsreich, doch die recht öde, eigentlich nicht vorhandene, Geschichte und der nicht vorhandene Sound der Pinguine, lassen einfach keine bessere Wertung zu. Immerhin sind die Pinguine aus Madagascar im Gesamtpaket eine minimale Ecke besser, als noch das erwähnte Planes. Für Kinder ein netter Zeitvertreib, für alle Anderen eher nicht.

 

 

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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