Devil’s Third – Review zum Wii U-Trash

Was sind die Probleme der Wii U? Da gibt es zu viele, um sie aufzuzählen, aber eines ist sicher das Fehlen von erwachsenen Spielen. Sicher, Mario, Zelda und Co. machen allesamt viel Spaß, jedoch wäre das eine oder andere düstere oder actionreichere Spiel mal eine gewünschte Abwechslung. Devil’s Third versucht ebendies, und nach der Insolvenz von Publisher THQ dauerte es zwar eine Weile, doch nun erscheint das Actionspiel von Nintendo selbst gepublished auf der U. Bringt es die gewünschte erwachsene Abwechslung, oder bleiben wir doch lieber bei Mario und Konsorten? Wir verraten es euch in dieser Review.

 

I wear my sunglasses at night…

Was passiert mit den Skripten, die selbst für einen plumpen Actionfilm zu dämlich sind? Richtig, sie werden in einem Trashspiel verwurstet. Und genau das ist auch in Devil’s Third geschehen. Eine Terrororganisation lässt US-Satelliten explodieren, viele Waffensysteme und generell der Strom in großen Teilen der Welt fällt aus, die Bruchstücke der Satelliten stürzen auf die Erde, Chaos bricht aus. Und dann passiert da noch etwas mit einem Mittel, was Leute mutieren lässt, oh weh. Was ein Glück, das ein ehemaliges Mitglied der Terrorbande in Guantanamo Bay inhaftiert ist, den man nun als Agenten einspannen kann, um die Terroristen zu stoppen. Ivan ist natürlich Russe, nimmt auch nachts seine Sonnenbrille nicht ab und T-Shirts braucht er natürlich auch nicht, sonst können man seine coolen chinesischen Tattoos nicht sehen. Seine Verbrechen waren so schwer, dass man ihm sage und schreibe 850 Jahre aufgebrummt hat. Trotzdem darf er ab und zu für die Regierung ein paar Ausflüge machen und Menschen töten. Dafür bekommt er dann einige Unterhaltungsgegenstände in seine übergroße Zelle, so was Normales wie ein Schlagzeug zum Beispiel. Die Story ist so dämlich, dass sie schon wieder gut ist…nein, doch nicht, selbst für eine Trashstory ist die Geschichte von Devil’s Third zu trashig. Die Dialoge sind hölzern, Ivans Hintergrundgeschichte lahm und generell hat man alles schon einmal irgendwo anders gesehen, und zwar in besser.

Das ist Ivan, die alte Glatze

Das ist Ivan, die alte Glatze

 

Ein offener Brief an ein Trashspiel

Liebes Devil’s Third, kannst du Dich mal bitte entscheiden, was du sein willst? Möchtest du gerne, dass Ivan in 3rd-Person herumläuft und die Gegner mit Macheten, Katanas und Tomahawks aufschlitzt?. Oder soll er doch lieber eine Knarre in die Hand nehmen, in die First Person wechseln und die Fieslinge mit einem nicht enden wollenden Kugelhagel niederballern? Ach, du willst beides? Okay, von mir aus gerne, aber kannst du es bitte auch gut machen? Die Nahkämpfe erfordern keinerlei Können oder Kombinationen von verschiedenen Moves, nur ein paarmal auf zwei Tasten drücken, zack sind die Gegner tot. Und du willst uns erzählen, bei Gegnern mit Schild muss ich auf eine Öffnung warten? Also bei mir hat wildes Drauflosprügeln auch funktioniert. Immerhin füllt sich beim Töten durch Nahkampf eine Spezialleiste, mit dem Ivan sein Enbuku aktivieren kann. Dann leuchten seine Tattoos hell auf und er wird ultrastark. Das hat sich dein Entwickler Tomonobu Itagaki super ausgedacht, er erklärt diese Superfähigkeit durch die Metalllegierung in Ivans Tattoos. Apropos Itagaki, hat der nicht 2004 die Ninja Gaiden Reihe revolutioniert? Da hätte man erwarten können, dass er bei dir auch gutes Nahkampfdesign programmiert, oder? Naja, auf jeden Fall ist das Enbuku ein guter Grund, seine Gegner niederzumetzeln. Die Ballerei kommt bei dir aber auch nicht zu kurz, nicht wahr? Klar, es ist nicht realistisch, dass die Köpfe kerzengerade senkrecht in die Luft fliegen, wenn man mit einer MG auf den Brustkorb schießt, aber das machst du absichtlich, nicht wahr? Soll den Trashfaktor noch ein bisschen pushen. Ich verrate dir jetzt mal was: Das klappt nicht. Ja, es fließt viel Blut, Körperteile fliegen durch die Gegend und an jeder Ecke gibt es laute Explosionen. Das reicht aber nicht für ein Actionspiel. Vor allem, wenn das Blut scheiße aussieht, aber dazu kommen wir später noch. Was hast du sonst noch so zu bieten, liebes Devil’s Third? Stationäre Ballersequenzen, an denen man alle heranlaufenden Gegnerhorden niederballern muss, soso. Autofahrten, bei denen man fast nur einer geraden Linie folgen muss, aha. Und wo wir gerade von geraden Linien sprechen, dein Leveldesign ist auch nicht so Bombe. Schlauchige Gänge, die sich mit jedem Level kaum Unterscheiden, immer die gleichen Deckungsmöglichkeiten, hier und da mal rote Fässer zum Draufballern, versteckte Trophäen, die gar nicht so versteckt sind, und überall Waffen zum Aufheben, einfach so mitten auf dem Weg. Sag mal, Devil’s Third, gibst du dir überhaupt Mühe? Nein? Hab ich mir gedacht, das merkt man auch an den Bosskämpfen, bei denen man zwar ab und zu öfter stirbt, aber trotzdem fast immer nur draufballern muss. Also noch mal, was willst du eigentlich sein? Ein Trashspiel, welches so trashig ist, dass es einen gewissen Charme besitzt und man es so lustig findet, dass es auf jeden Fall mal gespielt werden muss? Tja, da hast du, liebes Devil’s Third, leider versagt.

Guck mal, mein Schwert ist frisch poliert, willste mal schnuppern?

Guck mal, mein Schwert ist frisch poliert, willste mal schnuppern?

 

After Effects lässt grüßen

So, nachdem ich Devil’s Third Mal gehörig die Meinung gegeigt habe, erzähle ich euch jetzt noch kurz, wie scheiße das Spiel aussieht und sich anhört. Wie schon erwähnt fließt viel Blut und diverse Körperteile werden abgetrennt. Und wenn das gut aussieht, dann ist bei Splatterfans das Gegröle groß. Doch leider sieht das Blut Mal aus wie Ketchup, ein anderes Mal, als wäre es mit Paint auf den Bildschirm gemalt. Da hilft es auch nicht, dass die Charaktere, zumeist Ivan, aussehen wie Knetfiguren. Außerdem spielt die Kamera oft nicht mit, wenn ihr an eine Wand gedrängt seid, kann es passieren, dass ihr gar nichts mehr seht. Hinzu kommt, dass die Kamera zu nah an Ivan gezoomt ist. Kommen wir zu den Explosionen, die einem solchen Actionspiel eigentlich zugutekommen sollten. Diese sind einfach nur billig. Das kann jeder Youtubehobbyfilmemacher mit After Effects besser machen. Nicht nur sehen die Explosionen scheiße aus, sie hören sich auch absolut kacke an. Der Knallbummeffekt, so nenne ich ihn mal, der einem Actionkracher das gewisse Etwas geben sollte, bleibt hier aus. Dazu kommt eine langweilige Hintergrundmusik, die diesen Fakt einfach nur weiter unterstreicht: Devil’s Third ist kein gutes Spiel.

Graah, ich bin böse, weil ich bedrohlich aussehe!

Graah, ich bin böse, weil ich bedrohlich aussehe!

 

Fazit:

Was wäre Devil’s Third gerne geworden? Ein Actionspiel, welches auf der Wii U eine erwachsene Abwechslung zu Mario und Kompanie bieten sollte und eventuell sogar absichtlich ein wenig auf den Trashfaktor setzt. Im Endeffekt ist es jedoch so trashig geworden, dass es im wahrsten Sinne des Wortes auf den Müll gehört. Das ist schade, denn vom Erfinder von Dead or Alive und Entwickler von späteren Ninja Gaidens hätte man mehr erwarten können. Also lasst Ivan im Knast verrotten, er ist doch nicht der richtige Mann für diesen Job.

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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