Dead By Daylight – Test zum Killer-Spektakel auf der PS4

Vor etwa einem Monat hatten wir mit Friday the 13th: The Game erst einen Titel im Test, indem es bereits für einige Teenager ums nackte Überleben ging. Dead by Daylight ist zwar nicht ganz neu in der Gamingszene, PC-Spieler konnten bereits vor über einem Jahr in die Haut des Killers oder Überlebenden schlüpfen, erschien jetzt aber auch in einer Special Edition auf den Konsolen PlayStation 4 und Xbox One. Doch können die Starbreeze Studios mit ihrem Titel wirklich überzeugen? Wir haben den Test gemacht und verraten euch, warum der Titel mit Freunden Spaß machen kann.

 

Wer zusammenspielt, bleibt am leben

Dead by Daylight wird ausschließlich online im Multiplayer mit bis zu fünf Spielern gespielt. Dabei entscheidet ihr euch zu Beginn des Spieles, ob ihr lieber auf der Seite der Überlebenden steht und damit den Nervenkitzel hervorruft, oder ob fleißig getötet wird. Die Aufgabe als einer der vier Überlebenden ist relativ einfach erklärt: Auf einer begrenzten Karte stehen verschiedene Generatoren, die repariert werden müssen, damit sich ein Ausgangstor für die Lebenden öffnet. Die Anzahl der Generatoren wird anhand der Mitspieler festgelegt und beträgt meist einen mehr, als Überlebende im Spiel sind. Sollte nur noch eine Person am Leben sein, öffnet sich bei zwei laufenden Generatoren eine Falltür, durch die der Spieler ebenfalls entkommen kann. Doch es wäre natürlich viel zu einfach, wenn ein Kasten nach dem anderen per Knopfdruck aktiviert wird und ihr schnurstracks dem Killer entkommt. Deshalb entstehen für die böse Seite immer wieder Warnsignale, wenn versucht wird, einen Generator wieder in Gang zu bekommen. In Quick-Time-Events müssen dabei die richtigen Knöpfe zum richtigen Zeitpunkt gedrückt werden, damit der Generator auch aktiviert werden kann. Außerdem werden Fehlversuche mit lauten Geräuschen bestraft, die ebenfalls für den Killer ersichtlich sind. Demnach kommt es vor allem auf die perfekte Teamarbeit an. Nur wer auch zusammenspielt und gemeinsam das Böse austrickst, kann die Runde gewinnen. Natürlich bleibt es euch überlassen, ob ihr als Team zusammenarbeitet oder alleine auf die Suche zum Erfolg macht. Zusammenarbeit wird allerdings mit einigen Vorteilen belohnt. So nehmen die Generatoren wesentlich schneller den Betrieb wieder auf, sobald mehrere Überlebende ihn wieder zum Laufen bringen. Des Weiteren könnt ihr auch euren vom Killer gefangen genommenen oder verletzten Kollegen vom Haken befreien oder ihm heilen.

 

Mr. Killer sorgt für Aufsehen

Als das Böse umschrieben, besteht die Aufgabe des Killers darin, alle vier Personen zu finden und an einem von mehreren Haken aufzuhängen, die über die Map verteilt sind, und verbluten zu lassen. Trotz der harten Umschreibung fließt im gesamten Spiel allerdings gar nicht so viel Blut, wie man es vielleicht denken mag. Insgesamt stehen sieben verschiedene Typen (der Fallensteller, der Geist, der Hinterwäldler, die Krankenschwester, der Wandler, die Hexe und der Doktor) zur Auswahl, die allesamt unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Der Fallensteller kann die auf der Karte verteilten Bärenfallen aktivieren und so positionieren, dass die anderen Spieler in diese hineintappen. Daraufhin bekommt ihr ebenfalls ein Signal und könnt das Opfer zu einem nächstgelegenen Haken bringen. Die Überlebenden haben allerdings noch vor der Auslösung die Möglichkeit, die Fallen zu entschärfen. Ist es bereits zu spät, können sie ihre Teammitglieder befreien. Als Geist seid ihr wie bei Harry Potters Umhang fast komplett unsichtbar. Dadurch können die Überlebenden euch auf den ersten Blick nicht erkennen. Auch der Herzschlag, welcher sonst zu hören ist, falls sich ein Killer in der Nähe des Überlebenden befindet, ist stumm. Nur durch leichtes Verzerren könnt ihr erkennen, dass sich der Killer wohl bald vor euch melden wird. Der Hinterwäldler besitzt eine Kettensäge, mit der er einen besonderen Sprint hinlegen kann und dadurch das Opfer direkt zu Boden wirft. Als Krankenschwester könnt ihr euch teleportieren, was sogar durch Objekte möglich ist. Daraufhin wird nicht nur ein Schrei losgelassen, der in der ganzen Welt zu hören ist, auch die Bewegung nach dem Teleportieren ist kurzweilig langsamer. Beim Wandler habt ihr weniger Chancen seinen Herzschlag zu hören, wenn er sich in Stufe eins seiner Fähigkeit befindet. Mit dem Aufstieg in die zweite Stufe wird der Sound lauter und gleichzeitig früher wiedergegeben und in der dritten Stufe ist das Signal genauso laut, wie bei den anderen Killer-Typen. Zusätzlich kann der Überlebende mit nur einem Schlag bewusstlos geschlagen werden. Die Hexe setzt ebenfalls Fallen in die Welt, werden diese ausgelöst, erscheint ein Phantombild der Hexe direkt vor dem Opfer. Sollte die Hexe sich innerhalb eines kleinen Radius zur ausgelösten Falle befinden, teleportiert sie sich direkt zu der Person hin und kann diese angreifen. Alternativ wird die ausgelöste Falle auf der Karte angezeigt, wodurch die Position eines Überlebenden automatisch bekannt wird. Und wie könnte es anders sein, der Doktor hat übermächtige Kräfte, mit denen er die Opfer mit Stromstößen angreifen kann. Alternativ kann er die Personen aber auch mit seiner Hauptwaffe niederschlagen. Durch die abwechslungsreichen Charaktere werden alle Partien zu einer neuen Herausforderung und gleichzeitig zum Highlight von Dead by Daylight.

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Als Hinterwäldler seit ihr mit einer Kettensäge gut bewaffnet.

 

Befreien sollte man sich lieber nicht allein

Jeder der neun Charaktere kann im Level aufsteigen, Items oder Gegenstände einsammeln, Opfergaben und Fähigkeiten freispielen. Um diese freizuschalten, müssen Blutpunkte eingesetzt werden. Diese werden automatisch durch verschiedene Interaktionen in den Matches belohnt. Dies zählt ebenso für die Killer. Gesteuert wird der Überlebende in der Third-Person-Ansicht, der Killer hingegen ausschließlich aus der Ego-Perspektive. Dies hat den spielerischen Vorteil, die Übersicht zu behalten und sich schnell zu verstecken, falls es brenzlich werden sollte. Denn die Befreiungsversuche, sollte der Killer erst einmal zugeschnappt haben, enden in der Regel tödlich, sollte ein Teamkollege nicht zufälligerweise vor Ort helfen. Als Überlebender könnt ihr selbstverständlich schleichen, mit der Spielwelt interagieren und sprinten. Letzteres sollte allerdings mit Bedacht eingesetzt werden, da es nicht nur laute Geräusche verursacht, sondern auch die Energie reduziert. Das böse Gegenüber besitzt nämlich einen schnellen Schritt und bekommt sämtliche Störungen als Ortungshinweise angezeigt. Demnach solltet ihr die Spielwelt gut kennen und Bretterstapel und Verstecke gut kennen, um den Killer auszutricksen. Die technische Seite ist ganz in Ordnung. Auch wenn die Umgebungen detailarm sind, die Animationen nicht unbedingt zusagen und die Abwechslung auf den Karten zu kurz kommt, sieht das Spiel insgesamt recht ordentlich aus. Vor allem die Soundkulisse ist richtig stark geworden. Die ständige Angst, dass der Killer hinter euch steht, wird bereits in der ersten Runde deutlich in Szene gesetzt.

 

Das Spiel killt sich selbst

Wahrlich soll man lieber mit dem Schlimmsten anfangen, wir drehen den Spieß heute mal um. Dead by Daylight macht nur dann Spaß, wenn ihr euch mit euren Freunden zusammenhockt und das Spiel via Online-Party zusammenspielt. Alleine durch die Welt reisen und hoffen, dass die anderen Mitglieder der Gruppe das Prinzip einigermaßen verstanden haben, wurde während unseres Testzeitraumes, etwa einen Monat (die Hoffnung, dass es besser werden würde, starb zuletzt), schlichtweg mit einer Enttäuschung geplagt. Angefangen hat alles bereits im Menü. Auch wenn das Spiel auf dem PC seinen Einstand feierte, muss ein für die Konsole optimiertes Menü her. Die Starbreeze Studios dachten wohl anders und brachten den Mauszeiger inklusive selbstständigem Herumführen in die neue Version. Angezeigte Knöpfe des Controllers wurden dabei sogar ohne Funktion integriert. Dazu kommt, dass teilweise deutsche und englische Sprache vorhanden ist… ähm ok?! Ein Tutorial zu den komplexen Spielabläufen, den verschiedenen Fähigkeiten und unterschiedlichen Killern gibt es ebenfalls nicht. Nicht einmal Hilfetexte haben es in das Spiel geschafft. Dazu gesellen sich häufige Lags, Abbrüche, Ruckler und ewige Wartezeiten auf eine volle Lobby. Man fühlt sich, wie in einer schlechten Beta, die 30€ kosten soll.

 

Positiv:

Abwechslungsreiche Killer-Typen mit unterschiedlichen Fähigkeiten
Teamfähigkeit wird bei Dead by Daylight groß geschrieben und dementsprechend belohnt
Dichte Atmosphäre dank einer sehr guten Soundkulisse
Levelsystem mit neuen Gegenständen und Items für die Überlebenden

Negativ:

Ein reines Onlinespiel mit nur einem Spielmodus und ohne Singleplayer oder Koop-Kampagne
Kein Tutorial für das komplexe Spielsystem und die verschiedenen Fähigkeiten
Alleine hat man fast keine Chance auf Erfolg
Menü ist nicht für die Konsole optimiert, sondern ein einfacher Port mit Mauszeiger
Die kaum vorhandene Abwechslung und die wenigen Inhalt trüben die Langzeitmotivation
Häufige Lags, Ruckler und lange Mitspielersuche
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58913″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Tobias Liesenhoff, Chefredakteur”]

“Dead by Daylight ist wahrlich kein schlechtes Spiel. Die Idee mit den verschiedenen Charakteren aufseiten des Killers und der Überlebenden macht durchaus Spaß. Die bedrückende Stimmung und der erhöhte Schwierigkeitsgrad machen den Titel zu einem echten Teamspiel. Hat man allerdings kein Team, schaut man auf die kaum vorhandene Abwechslung, den nur einen Spielmodus und die technischen Probleme, so erhält man für sein Geld ein noch unausgereiftes Spiel, welches besser noch ein paar Monate in der Entwicklung hätte sein dürfen. Aber sind wir mal ehrlich: Es gab schon diverse Onlinespiele, die nach einem halben Jahr doch noch rund liefen. Vielleicht ist Dead by Daylight ja genau so ein Kandidat – ich würde es mir wünschen.”

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Ab in die Sammlung?

Wer auf Teamspiel, Horror und verschiedene Killertypen steht, der darf bei knapp 30€ gerne zugreifen. Aber Vorsicht: Bugs, Ruckler und Lags trüben aktuell den Spielspaß.

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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