Criminal Girls: Invite Only – Review zum Peitschenkurs für Anfänger

Wer anstatt Fifty Shades of Grey gerne einige Shades of Color mag und dennoch mal die Peitsche schwingen will, der ist hier genau richtig. Bereits 2010 hatte Imageepoch Inc. Criminal Girls für die Playstation Portable entwickelt. Auch damals sorgte das Spiel mit seinem anzüglichen Gameplay für Aufsehen. Nun kommt Ciminal Girls Invite only in überarbeiteter Form für PS Vita nach Europa. Ob der Ausflug in die Hölle, zu den bösen Mädchen lohnt, erfahrt ihr in unserer Review.

 

Böse Mädchen kommen in die Hölle

Das Arbeiten manchmal die Hölle sein kann wissen wir alle. Dass allerdings eure neue Arbeitsstelle wirklich in der Hölle ist, dürfte mal eine ganz andere Baustelle sein. Doch was sollt ihr hier? Die Stellenanzeige hatte sich doch eher nach einem Job als Zoowärter angehört. Egal, hauptsache ihr geht es motiviert an. Jedoch ist euer Charakter nicht von der motivierten Sorte und macht erst mal ein Nickerchen. Sanft werdet ihr von eurer Vorgesetzten Miu Manase, mit einer schallenden Ohrfeige, aufgeweckt. Sofort macht sie euch einmal ordentlich rund, weil ihr während der Arbeit geschlafen habt. Nachdem ihr Miu euren Namen gesagt habt, gibt es erst mal eine Einweisung in euren neuen Job. Das ist auch der Punkt, an dem ihr erfahrt, dass ihr von nun an in der Hölle Dienst habt. Doch keine Sorge: ihr seid ja nicht tot – nur gefangen in einem Job, der eine Ewigkeit dauern kann. Doch was ist denn nun eure Aufgabe. Miu erzählt euch, dass es an euch sein wird, eine Gruppe von jungen Damen zu beaufsichtigen. Was unter Umständen nach einer einfachen Aufgabe aussieht, ist jedoch etwas komplizierter. Die Mädels waren vor ihrer Ankunft in der Hölle nämlich auf dem besten Weg kriminell zu werden und euch obliegt es jetzt, sie wieder zu bekehren, bevor ihre Seelen wiedergeboren werden. Miu lässt die Grazien antreten, um sie euch vorzustellen. Nachdem sie sich aus ihren Zellen bewegt haben, fällt allerdings auf, dass nur vier von ihnen noch da sind. Die Anderen sind anscheinend ausgebüxt. Nun macht ihr euch aber erst mal bekannt mit der holden Weiblichkeit. Zuerst wäre da Kayoko Rando genannt “Ran”. Kaum habt ihr die etwas gereizt wirkende Ran angesprochen bekommt, ihr auch schon wieder eine runter gehauen. Also lieber schnell zur nächsten. Sako Katagi starrt euch an, und bevor ihr etwas sagen könnt, fragt sie euch, ob ihr derjenige seid, der Yuko entführt hat. Ihr versucht ihr zwar klarzumachen, dass ihr keinen Plan habt wer Yuko ist, doch leider glaubt sie euch kein Wort. Als nächstes wendet ihr euch der abwesend wirkenden Yuri Mizuna zu, die sich selbst allerdings Alice nennt. Leider bekommt man aus ihr kein vernünftiges Wort heraus und so begebt ihr euch zur letzten in der Runde. Kyoko Kisaragi mustert euch, als wolle sie bemessen, ob ihr ein armer Schlucker seid. Da ihr allerdings nicht ewig Zeit habt, fordert euch Miu auf die Mädels dazu zu motivieren, dass sie euch folgen. Nachdem ihr mit einiger Überzeugungskraft die Mädchentruppe dazu bewegt habt, startet eure eigentliche Aufgabe. Die gesamte Anlage ist in Ebenen unterteilt und ihr müsst auf dem Weg in die oberste Ebene die Damen zu besseren Menschen machen. Doch kaum auf der ersten Ebene angekommen, steht ihr auf einmal seltsamen Monstern gegenüber. Miu fordert die Gruppe auf, das Monster zu bekämpfen. Als diese sich jedoch weigern, versohlt ihr kurzerhand Kisaragi den Hintern, bis sie es sich anders überlegt hat. Mit einem ersten Sieg in der Tasche macht ihr euch dann auf den weiteren Weg nach oben.

Ihr kämpft euch Ebene für Ebene mit eurer weiblichen Gefolgschaft durch.

Ihr kämpft euch Ebene für Ebene mit eurer weiblichen Gefolgschaft durch.

 

Many Shades of Color

Schon der Einstieg in die Story zeigt, wie schräg dieser Titel ist. Es regiert die zweideutige Eindeutigkeit. Kurzgefasst beinhaltet Criminal Girls knapp bekleidete Mädchen zum Gehorsam zu bewegen, indem ihr sie mit Peitsche, Reizstrom oder ähnlichem bekannt macht. Das Spiel allerdings lediglich auf diese, zugegebenermaßen seltsamen, Mechaniken zu reduzieren wäre jedoch falsch. Wie in Rollenspielen üblich führt ihr eine Gruppe aus vier Charakteren in die Schlacht. Zu Beginn haben die Damen – bis auf Kisaragi – allerdings keine Lust darauf zu kämpfen. Mit Kisaragi besteht ihr die ersten Kämpfe und sammelt dadurch CM. Diese CM-Punkte sind die Hauptwährung im Spiel. Die klassischen RPG-Items wie Potions, Gegengifte und Wiederbelebungstränke könnt ihr damit im Shop kaufen. Doch haben die CM-Punkte noch eine weitere wichtige Funktion. Mit diesen könnt ihr nämlich die Mädchen motivieren und das in verschiedenen Stufen. Die erste Stufe ist Maintenance (Wartung). Im Motivationsmodus gilt es, sofern ihr Maintenance gewählt habt, die Versuchungen der Mädchen mit der Peitsche zu beseitigen. Diese Versuchungen erscheinen dabei entweder in Form rosafarbener oder blauer Symbole. Erstere werdet ihr los, indem ihr sie auf dem Touchscreen antippt, die blauen, wenn ihr das Touchpad auf der Rückseite der Vita nutzt. Ist die Prozedur vorbei und habt ihr ausreichend XP gesammelt schaltet ihr eine neue Fähigkeit frei. Jede Stufe hat dabei vier Perks, die ihr freischalten könnt. Das sind dann nicht nur Fähigkeiten, sondern auch Statusverbesserungen. Im Kampf gibt es dadurch einige Besonderheiten, die ein gewisses Maß an Planung, Geschick und Glück erfordern. Im Gegensatz zu anderen Rollenspielen sind eure Aktionen pro Runde begrenzt. Nur eine eurer Ladys darf in jeder Runde angreifen und die einzige Möglichkeit, dies zu umgehen, ist Attacken zu nutzen. die den “x2”-Zusatz haben. Dieser wird jedoch in jeder Runde zufällig vergeben, sodass ihr euch nie darauf verlassen könnt, dass euch solch ein Angriff in der nächsten Runde zur Verfügung steht. Auch habt ihr pro Runde nur einmal die Chance, ein Item zu verwenden, zu fliehen oder eines der später dazukommenden Mädchen einzuwechseln. Gehen euch einmal die Items aus oder sollte die Truppe Erholung benötigen, sucht ihr die Infimary (Krankenstation) auf. Hier könnt ihr mit den erkämpften CM neue Vorräte kaufen, die Gruppe heilen lassen und sie motivieren. Im Motivations Modus gab es dann allerdings etwas, das wirklich seltsam war. Ich hatte in der Vergangenheit bereits die japanische Originalversion gespielt. In dieser sind die Mädels während der Motivation deutlich sichtbar, wodurch immer eindeutig ist, dass diese nie nackt sind. In dieser Version jedoch verschleiert ein rosa Nebel das Geschehen und so gut wie alle Geräusche der Mädchen wurden entfernt. Was eigentlich zur Entschärfung dienen sollte, hat hier allerdings den gegenteiligen Effekt. Jetzt ist manchmal kaum mehr sichtbar, ob die junge Dame tatsächlich bekleidet ist. Dadurch wirken auch einige der Posen nun noch wesentlich eindeutiger als bereits im Original der Fall war. Diese Art der Zensur hätte man sich ernsthaft sparen sollen, denn der Effekt ist hier ins Gegenteil umgeschlagen.

Die Entschärfungsmaßnahmen sind hier eindeutig nach hinten losgegangen.

Die Entschärfungsmaßnahmen sind hier eindeutig nach hinten losgegangen.

 

Oldschool Dungeon RPG

In Sachen Grafik darf man bei Criminal Girls nicht zuviel erwarten. Ihr bewegt euch in einer schräg von oben Ansicht auf einfachen Maps aus miteinander verbundenen Plattformen. Hier und da gespickt mit einigen Truhen und Monstern in Pixel-Art-Grafik. In den Dialogen könnt ihr dann die animierten, gezeichneten Sprites der Charaktere bewundern. Darüber hinaus gibt es auch in den Kämpfen keine spektakulären Grafikeffekte, aber eine dennoch angemessene und zweckmäßige Grafik mit Old School Charme. Fans von Japano Games werden froh sein, dass man die japanische Sprachausgabe beibehalten hat. Diese ist auch die einzige, die zur Verfügung steht. Die Texte sind dabei allesamt in Englisch. Auch bei der Musik kommt Retro-Feeling auf, da manche Sounds an alte SNES Spiele erinnern. Alles in allem also ein solides Setup.

 

 

Fazit:

Criminal Girls ist ein solides RPG mit Oldschool Touch. Wer sich die Zeit nimmt im Spiel mehr als nur die Motivationsspielchen zu sehen, findet zudem ein Kampfsystem mit einigen taktischen Raffinessen. Für Fans von schrägen, typisch japanischen Games auf jeden Fall einen Blick wert.

79

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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