Biomutant – Test zum heiß erwarteten, tierischen Open World-Abenteuer

Biomutant im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Angebot
Biomutant [Playstation 4]
  • EINE NEUE HERANGEHENSWEISE AN KAMPFE IN THIRD-PERSON-PERSPEKTIVE
  • ENTWICKLE DEIN GAMEPLAY
  • DIE NACHSTE STUFE DES CRAFTING
  • UBERLEBE IN EINER LEBENDIGEN OPEN-WORLD-UMGEBUNG
  • EINE UNGEWOHNLICHE STORY MIT EINEM UNGEWOHNLICHEN ENDE

*Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Releasedatum: 25. Mai 2021

Genre: Open World Action RPG

USK: Ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: THQ Nordic

Plattformen: PC, PS4, Xbox One

Biomutant ist auf dem Papier der wahrgewordene Traum eines jeden Open World-Fans. Seit seiner Ankündigung im Jahre 2017 hat sich ein gewaltiger Hype um den Actiontitel mit den kleinen Kampfwaschbären gebildet. Nach einigen Verschiebungen ist das Spiel nun endlich erschienen und wir konnten überprüfen, ob es dem Hype gerecht werden kann. Dazu vorweg nur soviel: Es wurde sich anscheinend ein wenig übernommen.

 

Endzeit mit Waschbären

Das Setting ist ein oft verwendetes in der Videospielwelt: Mal wieder befinden wir uns in der Postapokalypse. Jedoch bewohnen die zerstörte Welt dieses Mal kleine waschbärartige Wesen, welche sich in verschiedenen Stämmen zusammengesammelt haben. Die alten Wohnstätten der Menschen sind zu Ruinen verkommen, in denen es allerhand an Entdeckungen zu machen gibt. Im Zentrum dieser Welt steht der Lebensbaum, der wohl eine sehr wichtige Rolle in dieser Welt annimmt. Jedoch ist der Schein der Idylle offensichtlich, denn nicht nur bekriegen sich die Stämme untereinander, auch an den Enden der vier Wurzeln des Lebensbaums nagen riesige Monster namens Weltenfresser. Sollte der Baum des Lebens aussterben, so wird auch die Welt untergehen.

Die ursprüngliche Prämisse klingt eigentlich recht erfrischend und gut erzählt erwartet uns hier eine spannende Story, leider bleibt Biomutant dafür aber etwas zu flach. Charaktere werden niemals richtig ausgearbeitet, sodass man selbst nach dem Durchspielen kaum irgendwelche Charakteristiken der Figuren aufzählen kann. Da es sich um Tierwesen handelt, sprechen diese natürlich auch in einer fiktiven Sprache, die ein Erzähler für uns dolmetschen muss. Und dies tut er das ganze Spiel über, was die Dialoge nur unnötig in die Länge zieht und aus vielen Gesprächen die Spannung und Emotionen herausnimmt. Doch der Erzähler brabbelt auch abseits dessen stetig vor sich hin, kommentiert jede eurer Aktionen mit einem Spruch und verrät euch manchmal sogar die Lösung für ein Rätsel. Ihr könnt ihn zwar ausschalten, dann habt ihr aber wirklich keine Untermalung mehr und das ist auch nicht viel besser. Also entweder keine Sprachausgabe oder eine nervige Quasselstrippe als ständiger Begleiter.

Ihr erstellt euer manchmal recht groteskes Waschbärwesen selbst.


 

Was für ein Waschbär bist du?

Erzählerisch gewinnt Biomutant also nie wirklich an Tiefe, selbst wenn der Eindruck vermittelt werden soll. Ständig werden irgendwelche philosophischen Sprüche vom Stapel gelassen, dabei ist der Sinn nie wirklich tiefgründig. Auch ein Moralsystem, bei dem ihr euch für eine helle oder dunkle Seite entscheiden könnt, ist nur oberflächlich implementiert. Ihr könnt hier und da entscheiden, ob ihr einen Gefangenen retten oder nicht retten wollt oder ob ihr ein Eichhörnchen streichelt oder nicht streichelt. Dafür bekommt ihr dann ein paar gute oder schlechte Karmapunkte und das war’s. Diese haben übrigens nur Auswirkungen darauf, was für Fähigkeiten ihr lernen könnt. Ab und zu wird euch noch ein Spruch gedrückt, wie lieb oder unartig ihr in eurer Kindheit wart und das ist dann das Ausmaß des Gut / Böse-Systems.

Apropos Kindheit, hier erfahren wir ein wenig über den Protagonisten, den ihr euch zu Beginn des Spiels selbst zusammenstellen könnt. Nett ist hierbei, dass je nachdem wie ihr die Werte wie Stärke und Intellekt verteilt, sich euer Aussehen verändert. Aber macht euch nicht zu viele Gedanken, ob ihr lieber einen Nahkämpfer oder einen Magier oder doch etwas anderes spielen wollt, denn im Laufe des Spiels läuft es eh darauf hinaus, dass ihr von allem etwas könnt. Also kann auch ein Psioniker mit einer Waffe herumballern und auch ein reiner Muskelprotz lernt Elektroschocks und Feuerbälle zu verteilen. Wie bei der Story geht die Wahl der Klasse also nicht tief genug. Ebenso wird unser Protagonist nicht wirklich gut beleuchtet. Wir erhalten zwar ein paar Rückblenden, aber auch hier fehlt es an erzählerischer Fingerfertigkeit. Wir sind wohl eine Art Auserwählter, aber wie oder warum und weshalb überhaupt, die Details bleibt man uns schuldig.

Ihr entdeckt bei eurer Erkundung allerlei Überbleibsel der ausgestorbenen Menschen.


 

Die Spielwelt als Protagonist

Der wahre Hauptdarsteller von Biomutant ist die Spielwelt und die Aufmachung. Die alten Stätten der Menschen zu erkunden und dabei allerlei Loot zu Tage zu fördern, macht schon Laune. Dabei bieten sich uns einige sehr atmosphärische Ausblicke. Dazu kommen einige Biome wie extrem heiße oder kalte oder sogar komplett atomverseuchte Gebiete. In diesen könnt ihr euch nur mit der nötigen Resistenz oder einer passenden Ausrüstung bewegen. Und so erkundet ihr die Welt bis auf den letzten Winkel, denn zu finden gibt es eine ganze Menge. Da wären Materialien zum Crafting, Psi- und Biopunkte für eure Fähigkeiten und Mutationen, Ausrüstungsgegenstände und viel mehr. Ab und zu werdet ihr auch auf kleinere Rätselminispiele stoßen, doch diese sind zu keinem Zeitpunkt wirklich anspruchsvoll.

So schön die Spielwelt auch sein mag, so leer ist sie auch leider. Beim Erkunden der alten Menschengebiete trefft ihr kaum eine Waschbärseele, wenn ihr nicht gerade einen der Stämme besucht. Doch hier wiederholt sich das Geschehen andauernd. Ihr könnt am großen Stämmekrieg teilnehmen, der artet aber in den immer gleichen Aufgaben aus. Greift ein feindliches Lager an, besiegt die Gegner und irgendwann wird sich der Hauptmann des Stammes euch stellen. Viel Tiefe gibt es hier, wie bei so vielen Aspekten von Biomutant, leider auch nicht. Ebenfalls wiederholen sich die Aufgaben bei den Weltenfressern, die ihr ja besiegen müsst. Ihr trefft einen Charakter, für den ihr Teile eines Roboters sammeln müsst. Mit diesem Roboter macht ihr euch auf in das jeweilige Gebiet und bekämpft die riesigen Weltenfresser, die aber auch schnell zu Boden gehen. Taktik ist in diesem Kampfsystem kaum von Nöten.

Ihr schnetzelt und brutzelt euch durch Monster und gegnerische Stämme.


 

Schnetzel, Kratz, Peng Peng

Sprechen wir also mal ein wenig mehr über dieses Kampfsystem. Im Grunde greift ihr auf vier unterschiedliche Arten an: Nahkampf, Fernkampf, Bio-Genetik und Psi-Kräfte, quasi die Magie des Spiels. Diese könnt ihr auf diverse Art und Weise miteinander kombinieren und so außergewöhnliche Wung-Fu-Techniken verwenden. Das Kämpfen ist allerdings nie so komplex und anspruchsvoll wie es hätte sein können. Oft reicht pures Buttonmashing und das Ballern aus der Ferne mit einer Pistole oder einem Gewehr, damit die Gegner zu Boden gehen. Den Spielspaß und die Herausforderung muss man sich also sozusagen selber basteln, indem man viele unterschiedliche Kombos ausprobiert, ob sie jetzt notwendig sind oder nicht. So geht man vielen Gegnertruppen, die man mal an einer Kreuzung oder in der Wildnis antrifft, aus dem Weg. Wenn man doch gerne den Kampf sucht, dann natürlich mit der richtigen Ausrüstung. Die ganze Looterei soll ja für etwas gut sein und so könnt ihr eure Waffen und Outfits mit den nötigen Materialien auch verbessern.

Dazu könnt ihr Waffen sogar von Grund auf neu basteln. Leider ist auch das Craftingsystem ein weiterer Aspekt von Biomutant, der unausgereift und nicht zu Ende gedacht wirkt. So sind Vergleichswerte kaum zu ziehen, da man seine Objekte nicht nach Werten sortieren kann. Die zu verbessernden Objekte zeigen ihre Grundstärke nicht an und so muss man mit basteln und zerlegen herumexperimentieren, bis man die wirklich stärkste Waffe hat. Und das hat, wie eben bereits erwähnt, sowieso keinen besonders großen Einfluss auf die Kämpfe. Dieser mangelhafte Crafting-Aspekt macht das von mir eigentlich gerade so gelobte Entdecken der Spielwelt ein wenig null und nichtig, denn man findet ja nur Objekte für das Crafting. Es nimmt einem ein kleines bisschen den Entdeckerdrang. Und viel mehr gibt es in Biomutant auch nicht zu tun. Ihr jagt entweder der sehr repetitiven Hauptquest hinterher oder ihr macht eine von den vielen Nebenquests, die alle aus etwas einsammeln und jemanden bzw. etwas verkloppen bestehen.

Angebot
Biomutant [Playstation 4]
  • EINE NEUE HERANGEHENSWEISE AN KAMPFE IN THIRD-PERSON-PERSPEKTIVE
  • ENTWICKLE DEIN GAMEPLAY
  • DIE NACHSTE STUFE DES CRAFTING
  • UBERLEBE IN EINER LEBENDIGEN OPEN-WORLD-UMGEBUNG
  • EINE UNGEWOHNLICHE STORY MIT EINEM UNGEWOHNLICHEN ENDE

*Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekommt die Redaktion von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

 

Positiv:

Überzeugendes Setting
Spielwelt lädt zum Erkunden ein
Kämpfe mit manuellem Nachhelfen durchaus spaßig

Negativ:

Geschichte reißt aufgrund charakterloser Figuren nicht emotional mit
Haupt- und Nebenaufgaben zu repetitiv und einfallslos
Kämpfe sowie Rätsel nicht besonders herausfordernd
Unübersichtliches und obsoletes Crafting-System
Nerviger, stetig quasselnder Erzähler
Ach, das Spiel hat ein Moralsystem?
[testimonial_slider arrows=”false”][testimonial image_url=”58910″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Maarten Cherek, Redakteur”]

“Biomutant ist wie ein Karton, den man wahllos mit einer Menge Sachen vollgestopft und dann versucht hat, ihn gründlich zuzukleben. Doch der Karton wurde zu voll gepackt und beult sich aus, an manchen Stellen reißt das Klebeband. Außerdem ist kaum Ordnung zu erkennen, es passt einfach irgendwie nicht. Biomutant ist ein für seine Verhältnisse viel zu ambitioniertes Spiel. Es hat so viele Aspekte und Features, die aber alle nicht zu Ende gedacht wirken. Es ist bei weitem kein schlechtes Spiel, der Hype hat diesem Titel jedoch nicht gut getan, da er diesem niemals hätte gerecht werden können. Und so bleibt Biomutant am Ende des Tages hinter den Erwartungen zurück und kann leider nur als Enttäuschung bezeichnet werden, auch wenn ein paar Stunden Spielspaß durchaus möglich sind.”

[/testimonial][/testimonial_slider]

Ab in die Sammlung?

Fans von Open World-Spielen können EVENTUELL über einen Kauf nachdenken, wenn sie wirklich im Moment kein anderes Open World-Futter zur Verfügung haben, aber empfehlenswert ist es, auf einen Deal zu warten, der dieses Spiel um einiges günstiger werden lässt.

Share This Post
Deine Meinung?
00
Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.