Before I Wake – Test zum Kind, was nicht schlafen kann

Horrorfilme mit dem gewissen Thrill werden immer beliebter und kommen deshalb nun auch öfter auf die große Leinwand. Kinder spielen meist die entschiedene gruselige Rolle, da sie entweder von etwas Bösem besessen sind oder heimgesucht werden. In dem neuen Horrorstreifen Before I Wake geht es um eine ähnliche Thematik, nämlich der Angst vorm Einschlafen. Doch kann der Film mit “Raum”-Star Jacob Tremblay wirklich überzeugen? Wir haben uns kurz vorm Schlafengehen das Spektakel genauer angesehen und waren danach ebenfalls nicht gerade zum Schlummern zumute.

 

Die Story

Das Ehepaar Jessie (gespielt von Kate Bosworth) und Mark (gespielt von Thomas Jane) waren glücklich mit ihrem Sohn und lebten ein perfektes Familienleben. Doch als die beiden plötzlich bei einem tragischen Unfall ihren Sohn verloren, droht ihre Ehe aufgrund von Trauer zu zerbrechen. Deshalb beschließen beide, einen Adoptivsohn aufzunehmen. Der 8-jährige Cody (gespielt von Jacob Tremblay) ist sensibel und schüchtern, trotzdem nehmen sie ihn schnell in ihr Herz auf. Allerdings hat Cody noch eine weitere Angst, nämlich die vom Schlafen. Eine Gestalt versucht ihn heimzuholen und deshalb versucht er, möglichst wenig die Augen zu schließen. Die beiden Eltern halten dies für eine Einbildung, bis sie merken, dass die Träume tatsächlich Realität werden. Wunderbare Visionen mit Schmetterlingen sind erst der Anfang, doch schnell endet es in den von Cody erwähnten Dämonen, die von nun an das Leben der jungen Familie bedrohen. Der durch den Unfall gehärtete Zusammenhalt zwischen Jessie und Mark wird erneut auf eine harte Probe gestellt – doch noch einmal wird man ihnen ihr Kind nicht wegnehmen.

 

Meine Meinung zum Film

Vor allem am Anfang dreht sich alles um das Schicksal des Ehepaares, wodurch das Gefühl eines Dramas aufkommen mag. Genau aus diesem Aspekt ist der Streifen besonders in der ersten Dreiviertelstunde anders als andere Filme in dem Horrorthriller-Genre. Die Charaktere vermitteln genau in diesen Szenen ihre bewegende Trauer und so versucht man den Zuschauer erst wenig mit der eigentlichen Thematik zu schocken. Hier kommt es besonders auf den Cast an, der mit Thomas Jane und Kate Bosworth gute Schauspieler aufweißt. Hervorheben sollte man aber den kleinen Jacob Tremblay, der nach seiner Rolle in Raum auch in Before I Wake eine unglaubliche Leistung abliefert. Der Twist zwischen Familiendrama und Horror wirkt im Gesamten dann allerdings doch zu  spartanisch, weshalb das letzte Drittel zu sehr dem normalen Horrorgenre ähnelt und die sehr besondere erste Hälfte schnell verdunsten lässt. Die Auflösung am Ende ist hingegen wieder ganz gut gelungen, generell weiß der Film aber eben nicht in welche Richtung er letztendlich einschlagen möchte. Ist er nun ein Drama oder ein Horrorfilm mit kleinen Schockmomenten? Auch die Gestalten spielen eher in der untersten Liga, was für das angedachte Genre nicht gerade förderlich ist. Die Idee beide Abteilungen zu verbinden ist nicht gerade neu, durch die gute Grundgeschichte wäre es allerdings besser gewesen, die erste Hälfte einfach in der Art und Weise weiterzuführen und nicht zu stark in das Horrorgenre reinzudriften. Denn genau ab diesem Zeitpunkt wird der Film zu genretypisch und hebt sich nicht mehr von der Masse ab. Und leider bleibt meist nur das Finale bei den Zuschauern in den Köpfen…

 

Positiv:

Der Cast ist sehr passend und spielt die Charaktere glaubhaft
Dramaturgie kommt sehr gut zur Geltung
Erscheint im limitierten Digibook fürs Heimkino

Negativ:

Horrorelement nimmt im letzten Drittel zu viel ein
Genremix hat dem Film nicht gut getan
  • before-i-wake-test-review-wallpaper-nat-games
    “Ich war im Vorwege von Before I Wake sehr angetan. Bereits im Kino war der Trailer sehr bedrückend, weshalb ich mich sehr auf den Film gefreut habe. Leider wurde ich nach dem Schauen eines Besseren belehrt. Der Streifen ist zwar kein Totalausfall, meiner Meinung nach wusste er aber ab dem letzten Drittel nicht mehr, in welches Genre er eigentlich gehört. Die Dramaturgie am Anfang ist bedrückend und konnte bei mir punkten. Der Sprung auf die Horrorschiene wiederum eher weniger, was gerne auch an den bösen Gestalten lag. Man muss sich eines im Klaren sein, Before I Wake ist kein typischer Film mit dem Gruselfaktor, sondern eher eine Mischung aus Drama, Thriller mit einem kleinen Horrortüpfchen dazu.”
    Tobias Liesenhoff, Chefredakteur

Ab in die Sammlung?

Wer hier einen wirklichen Horrorschocker mit Dämonen aus Conjuring erwartet, der sollte lieber wegschauen. Dafür ist der Film zu sehr mit der Drama beschäftigt.

Tobias Liesenhoff
Geschrieben von
ist bereit für neue Herausforderungen in 2019.

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