Battlezone – Test der virtuellen Panzerschlacht in VR

Zum Start von PlayStation VR gab es ja den einen oder anderen Launch-Titel. So haben wir zum Beispiel schon EVE: Valkyrie und EVE: Gunjack für euch getestet. Ein weiterer der Launch-Titel war Battlezone, ein Remake eines Arcade-Klassikers, mit Vier-Spieler-Koop und einer Roguelike-Kampagne. Für viele mit Sicherheit drei gute Kaufgründe. Ein Punkt, der für manche dagegen sprach, war mit Sicherheit der Preis. Ein Vollpreisspiel zum Start der neuen Sony-VR-Peripherie? Oder kann das Arcade-Remake überzeugen?

 

Remake eines Arcade-Klassikers

In Battlezone spielt ihr einen Panzerpiloten, der in einem Krieg gegen künstliche Intelligenzen verwickelt ist. Ziel des Spiels ist es ein Feld aus Hexfeldern zu überqueren, von dem jedes einzelne Feld eine separate Schlacht darstellt. Die Schlachten erwecken einen Hauch von Tron, dem Filmeklassiker von 1982, in dem Jeff Bridges in die Welt eines Videospiels reicht. Die Darstellung der Panzer und Umgebung von Battlezone erinnert sehr an die Lichtlinien und bunte Welt der Tron-Filme. Grundsätzlich ist das PlayStation VR Remake von Battlezone ja nicht das erste Remake des Spieleklassikers. Das Erlebnis der Vorgänger wurde dabei auch durch die Grafik gut eingefangen.

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Die Kampagne wird prozedural generiert, es gibt also immer etwas Abwechslung

 

Kampagne mit prozeduraler Generierung

Wie bereits erwähnt wird die Kampagne des Spiels prozedural generiert. Zu Beginn könnt ihr aussuchen, welchen Schwierigkeitsgrad ihr spielen wollt und wie lange das Spiel dauern soll. Auf Basis dieser Daten generiert das Spiel dann eine Karte aus Hexfeldern. Ihr dürft euch durch diese Felder eine eigene Route aussuchen, auf der ihr den Weg zum Ziel beschreiten wollt. Dabei gibt es immer wieder verteilt Stationen, an denen ihr neue Waffen und Ausrüstung erhalten könnt. Bei jeder neuen Map werden die Gegner zahlreicher und auch zäher zu besiegen. Bei den einzelnen Feldern können euch verschiedene Spielmodi erwarten, neben einem Team-Deathmatch kann euch auch eine Verteidigungsmission eines Konvois oder einer Basis erwarten, oder eine Mission, in der ihr bestimmte Einrichtungen des Gegners zerstören müsst. Am Ende der kompletten Karte erwartet euch ein Bosskampf, der schon deutlich knackiger ist als die einzelnen Kämpfe der Karte, allerdings auch nicht besonders schwierig, da ihr durch die Karte selber Möglichkeiten habt den Gegner deutlich zu schwächen.

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Im Panzer mit der VR-Brille kommt echtes Panzerfahrer-Feeling auf

 

Rogue-Like Elemente auf Panzerfahrt

Cool ist aber, dass das Spiel einige Rogue-Like-Elemente mitbringt. So habt ihr zum Beispiel eine bestimmte Anzahl an Leben. Diese lassen sich zwar ebenfalls durch die Spielwährung kaufen, kosten aber deutlich mehr als Verbesserungen. Verliert ihr all eure Leben, ist die komplette Kampagne verloren, fangt ihr von vorne an, keine Checkpoints oder Speicherpunkte werden übernommen, an denen ihr neu starten könnt. Hier kommt der eigentlich Spielspaß ins Spiel. Das Spiel ist im Singleplayer zwar eine coole und interessante VR-Erfahrung, allerdings macht das Spiel erst so richtig Spaß im Multiplayer. Hier könnt ihr zwar auch nicht gegen menschliche Gegner spielen, allerdings habt ihr taktisch mehr Möglichkeiten. So könnt ihr eure Freunde heilen und wiederbeleben. So geht weniger Geld für die zusätzlichen Extraleben drauf. Außerdem bekommt ihr nach dem ersten Durchspielen die Möglichkeit einen neuen Schwierigkeitsgrad auszuwählen, sowie mit neuen Panzern in das Spiel zu starten. Im höchsten Schwierigkeitsmodus agiert die KI auch komplett anders, insgesamt wesentlich intelligenter als auf den anderen Schwierigkeiten. Im höchsten Schwierigkeitsgrad kommt das Spiel sogar schon fast an so etwas wie menschliche Gegner heran.

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Die Grafik von Battlezone erinnert an den Film-Klassiker Tron von 1982

 

Coole Lichtbahnen-Optik

Optisch ist Battlezone schon eines der besten VR-Spiele zum Start der neuen Sony VR-Brille. Zwar ist die Lichtbahnenoptik nicht jedermanns Sache, aber das Cockpit sieht mit PlayStation VR schon sehr sehr gut aus, es kommt echte Panzerfahrer-Atmosphäre auf. Einzig und allein der Wumms der Panzer, gerade bei den schwereren Ausführungen, kommt nicht allzu gut herüber. Auch eine Art Head-up Display wurde direkt in VR integriert und so habt ihr wirklich den Eindruck, in einem futuristischen Panzer zu sitzen. Die Grafik ist, wie für PlayStation VR üblich, nicht die allerbeste. Über allen Spielen liegt, wenn man sie durch die VR-Brille betrachtet, ein merkwürdiger Filter, der alles erscheinen lässt, als würde man es durch ein Fliegengitter anschauen. Auch die Auflösung ist nicht besonders gut, hier soll ja aber durch die PlayStation Pro, die im November erscheint, deutlich nachgebessert werden.

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Die KI verhält sich mitunter relativ dämlich…

 

Kaum Probleme mit Motion Sickness – Gott sei Dank!

Ein weiteres interessantes Thema für VR-Besitzer ist ja auch die sogenannte Motion Sickness, die ich ja schon im Artikel zu EVE: Valkyrie und EVE: Gunjack erklärt habe. Bei dem Spiel Rigs, in dem ihr einen großen Mech in einer Art Fußballstadion spielt, und gegen gegnerische Teams antretet, war zumindest bei mir, die sogenannte Motion Sickness, oder auch VR-Krankheit, am stärksten ausgeprägt. Bei Battlezone kommt ein derartiges Problem so gut wie gar nicht auf, denn ihr befindet euch ja die meiste Zeit in einem eher langsamen Panzer, der auf keine gigantischen Geschwindigkeiten kommt. So habt ihr, was Übelkeit und Schwindel angeht, mit Battlezone in der Regel keine Probleme. Das ist aber alles ohne Gewähr, denn jeder Spieler reagiert unterschiedlich auf diese Bewegungen. Der eine reagiert stärker, der andere schwächer, ein Anderer hat mit diesem Phänomen gar keine Probleme. Wichtig aber auch hier, merkt ihr, dass euch übel oder schwindelig wird, dann solltet ihr das Spiel sofort unterbrechen. Erst wenn es euch wieder gut geht, könnt ihr weiterspielen.

 

Fazit:

Battlezone ist ein cooler VR-Titel, wenn auch nicht den Vollpreis wert. Die Grafik ist cool, besonders für Leute, die auf den Filmeklassiker Tron und seine verspätete Fortsetzung stehen. Dadurch, dass ihr kaum, bis gar keine Motion Sickness auftritt, ist Battlezone ein cooler Einstiegstitel in die VR-Welt. Die KI in Battlezone reagiert auf den meisten Schwierigkeitsgraden sehr dumm und es wird, abgesehen vom Bosskampf, kaum zu einer Herausforderung kommen. Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad habt ihr aber, besonders mit Freunden, einen coolen VR-Titel an der Hand, mit dem ihr eine Menge Spaß haben könnt. Zwar sind allzu viele Freunde, die die neue PlayStation VR besitzen eher Mangelware, wenn ihr aber zumindest einen habt, macht Battlezone schon eine ganze Menge mehr Spaß.

 

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Geschrieben von Thomas Solzic
Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

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