Alekhine’s Gun – Test zum schlechtesten Hitman-Klon, den es je geben wird

Gerade als Agent 47 wieder im Geschäft ist, versuchen Maximum Games einen Konkurrenten auf den Markt zu werfen, um im Genre mitzumischen. Dieses Experiment ist leider kolossal gescheitert. Kalter Krieg plus Nazis und den Elementen aus Hitman bringen leider nicht direkt ein gutes Spiel. Wir haben uns durch die Importversion gequält und beantworten euch nun die Frage, warum dieses Spiel schlechter, als so manches Pony-Abenteuer von Treva für den Nintendo 3DS, geworden ist.

 

Nazis und die Atombombe

Die Geschichte in der Stealth-Action bedient sich am Mord von John F. Kennedy und den Kalten Krieg. Das ganzen wird in den Ladebildschirmen in Form von Gemälden und Tagebüchern erzählt. Auf gute Cutscenes hat der Entwickler hier, besser ist wohl auch, verzichtet. Wir spielen einen russischen KGB-Agenten, der einen Atomanschlag verhindern soll. Generell lässt sich sagen, dass die Hintergründe ordentlich recherchiert wurden und alles geschichtlich korrekt erscheint. Das war dann leider auch das einzig Positive am ganzen Spiel. Die Geschichte wird öde erzählt, wie wir lange kein Spiel mehr gesehen haben. Wer in der heutigen Zeit eine zusammenhängende Geschichte in Form von ein paar Bildchen, Tagebuchtexten und langweiligen Stimmen erzählen möchte, der ist im Gamingbereich schlichtweg falsch. Aber womöglich wären die Cutscenes genauso ruckelig und hässlich geworden, wie das gesamte Erlebnis. Besonders in den Arealen, wo viele NPCs sind, geht die Framerate innerhalb einer Millisekunde unter 30 Bilder pro Sekunde. Neben dem Ruckeln gibt es ein fast durchgängiges Geflimmer von allen Objekten in dem Areal zu entdecken. Da soll mir mal einer sagen, wie ich bitte Freund und Feind unterscheiden soll. Die Stimmen der Personen sind durch die Bank weg schlechter als alle Sharknado-Schauspieler zusammen – und das soll schon was heißen. Von weiteren Soundeffekten möchte ich gar nicht erst anfangen. Technisch eine reinste Katastrophe, die heutzutage nicht mal mehr auf der PlayStation 3 gut gewesen wäre. Ein ähnlicher Fall, wie schon bei Duke Nukem. Schließlich sollte das Spiel schon vor fünf Jahren als dritter Teil der Death-to-Spies-Reihe auf den Markt kommen. Vielleicht hatten die Angehörigen von 1C Company schon eine Vorahnung, in welche Richtung das Ganze gehen wird. Die Animationen sind der reinste Dreck und die Texturen waren auf der ersten Xbox detaillierter. Ein Reinfall.

Hier sieht die Welt noch nach einem guten Spiel aus...

Hier sieht die Welt noch nach einem guten Spiel aus…

 

Speichern ohne Menü nicht möglich

Wenn wir schon bei der Technik sind, automatisches Speichern wurde vergessen. Einzig über das Hauptmenü kann man den aktuellen Spielstand sichern. Wer das entschieden hat, muss entweder ein Praktikant oder betrunken gewesen sein. Denn die KI hilft einem regelrecht dabei zu sterben, was ohne Speicherung einen kompletten Neustart der Mission zur Folge hat. Da wir schon beim ersten Auftrag regelrecht gescheitert sind, kann man sich sicherlich denken, wie die anderen zehn Missionen abliefen. Diese sind vom Aufbau her auch grundsätzlich gleich, richtige Innovationen innerhalb der Missionen darf man also nicht erwarten. Das fängt beim Design an, welches besonders am Anfang extrem einfallslos ist. Wir schlendern durch irgendwelche Einrichtungen, in denen nationalsozialistische Anhänger ihr Unheil treiben. Immer das Ziel Nazis zu töten. Die Entwickler waren also sehr innovativ. Eine spielerische Verknüpfung zwischen den einzelnen Aufträgen gibt es genauso wenig, wie die verfassungsfeindlichen Symbole. Aus diesem Grund schafft es das Spiel auch weder in den deutschen Handel, noch in den Store – deutsche Spieler können also gar nicht in die Versuchung kommen, das Spiel tatsächlich zu kaufen. Vor allem aber nimmt Maximum Games einfach die wesentlichen Mechaniken von IO Interactive und packt diese in einen Haufen Schrott. Innerhalb einer Mission können wir zwischen Schusswaffen, der Klavierseite und Gift wählen, um unsere Gegner zur Strecke zu bringen. Ebenfalls wichtig sind die unterschiedlichen Verkleidungen, die wir immer wieder anziehen müssen, um nicht erwischt zu werden. All das erinnert sehr an Hitman.

Dieses Bild zeigt das Grauen aber wohl am besten...

Dieses Bild zeigt das Grauen aber wohl am besten…

 

Finger weg!!!

Besonders interessant wird es dann, wenn sich das Spiel gar nicht entscheiden kann, wie es uns bestrafen möchte. Mal erkennt uns die KI selbst ohne Outfit nicht, mal haben wir eine schicke Uniform an und schon sieht das jeder Gegner. Müssen wir durch eine Tür, die nur mit bestimmter Uniform betreten werden kann, muss diese gesucht werden. Mal reicht es aber auch einfach die Tür zu öffnen und wir waren ohne Probleme drin. Eine logische Schlussfolgerung ist Frust. Auch wer meint, er wisse, wie man schnell vorgehen kann, hat sich getäuscht. Immer wieder kommen neue Dinge ans Licht, die einem nur einen Facepalm darstellen lassen. Als kleines Rätsel gibt es natürlich die Möglichkeit Schlösser zu knacken. Dieser Teil vom Gameplay ist so unglaublich banal, dass selbst meine Oma, die den PlayStation Controller das erste Mal in ihrem Leben nur an Weihnachten in ihrer Hand hielt, um ihn mir zu schenken, Schlösser in Alekhine’s Gun knacken kann. Richtig lustig wird es, wenn der Alarm ausgelöst wird. Denn dann stürmen zwar etliche neue Gegner auf uns zu, allerdings sehen sie uns nicht gleich. Erst wenn sie beim Alarm angekommen sind, wird Ausschau nach uns gehalten. Gegen Wände laufen, Türen verschließen als welche zu öffnen und im Kreis laufen ist da noch das Harmloseste. Wer sich so einen Schwachsinn ausgedacht hat, will einfach nicht in meinen Kopf. Im Vergleich mit Hitman hat man hier keinerlei Freiheiten. Das Bicarbonat muss in die vom Spiel bestimmte Flasche. Vollkommen egal, dass neben uns eine ähnliche auf dem Tisch steht. Dabei bieten einige Areale sogar große Abschnitte an, um frei handeln zu können. Von der Steuerung möchte ich gar nicht mehr anfangen, diese ist nämlich grauenvoll. Das Menü ist so verbuggt, dass man nicht mal die wichtigen Infos von der Karte ablesen kann, schon ist diese wieder verschwunden. Dieses Basics gehören bei jedem Titel, selbst bei Indie-Teams, als Standard in jedes Spiel.

 

Fazit:

Warum bekommt Alekhine’s Gun die schlechteste Wertung* in der Geschichte von NAT-Games? Es ist recht einfach: Wenn ein großer Publisher so etwas als innovativen Stealth-Titel in direkter Konkurrenz zum neuen Hitman auf den Markt gebracht hätte, sehe die Wertung nicht anders aus. Das Spiel bietet keinerlei Gründe es überhaupt zu kaufen, selbst wenn es im deutschen Handel erhältlich sein würde. Niemand möchte beim Spielen dauerhaft aus Frust den Controller an die Wand werfen, außer vielleicht die FIFA-Spieler, oder sich über die Ungerechtigkeit der KI ärgern. Die Story wird sowas von öde und langweilig erzählt, die Charaktere sind belanglos, die Stimmen nach einer Firmenfeier mit Kater eingesprochen und das Design der Areale sieht schlichtweg hässlich aus. Dazu fehlen Basics, wie etwa automatisches Speichern oder ein Menü ohne Bugs. Wer dieses Spiel freiwillig nach Deutschland importiert und dafür noch 50-60€ ausgibt, ja es ist ein Vollpreistitel, hat entweder zu viel Geld oder keine Ahnung von Games. Sorry Maximum Games, this is a pile of shit!

 

 

*Retro-Reviews sind von der Aussage ausgenommen!

 

Good
  • Es kann in Deutschland in seiner ursprünglichen Fassung nie erscheinen
Bad
  • Vollpreistitel
  • Das Missionsdesign ist selbst für Agent 47 nicht ertragbar
  • Ungerechte KI, die nicht weiß, was sie tut
  • Technisch ein reiner Schrotthaufen
  • Kein automatisches Speichersystem
  • Die Steuerung komplett für die Katz
  • Es dauert mit seinen knapp acht bis zehn Stunden einfach zu lange
19
Tobias Liesenhoff
Geschrieben von
ist bereit für neue Herausforderungen in 2019.

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