Bei XBOX gab es erneut weitere Maßnahmen im Rahmen des großen „Reset“. Neben Entlassungen wurden auch Spiele-Studios verschmolzen. Dies kündigte Matt Booty in einer internen Mail an die Belegschaft an. Das Ausmaß der Veränderungen scheint jedoch noch größer zu sein, als der XBOX-Vize in der Mail Preis geben wollte.
Halo geht an Activision
Die wohl größte Veränderung ist sicherlich im Rahmen des einstigen Zugpferdes passiert. Die Halo Studios werden zwar erhalten bleiben, jedoch eher als Community-Support-Studio. Denn hier mussten zahlreiche Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Neue Spiele sollen zukünftig stattdessen bei Activision entstehen. Die Halo-Marke geht damit an den Call of Duty-Publisher über. Dort wird der nächste Titel von einem gänzlich neuen Team entwickelt. Wer und wie viele dort beschäftigt sein werden ist nicht bekannt. Da es jedoch zahlreiche Call of Duty-Studios gibt, könnten hier mehrere Leute abgezogen werden, um sich auf den nächsten Halo-Titel zu konzentrieren. Dementsprechend dürfte es aber auch noch zahlreiche Jahre dauern, bis wir wieder etwas vom Master Chief sehen oder hören werden.
Hellblade-Studio wird geschlossen
Mindestens genauso schlimm trifft es aber Ninja Theory. Das traditionsreiche Studio, welches für die Hellblade-Reihe verantwortlich war, wird wohl seine Pforten schließen. Hier gab es in den letzten Wochen Übernahmegespräche. Denn XBOX wollte das Studio verkaufen. Jedoch konnte mit den potenziellen Käufern keine Einigung erzielt werden, sodass Booty eine Schließung des Studios in Aussicht stellte. Dies sei demnach gerade die wahrscheinlichste Option, insofern sich nicht noch sehr kurzfristig eine andere Option auftun würde. Ninja Theory hatte auf dem Juni-Showcase erst noch ein neues Hellblade angekündigt. Allerdings hatte XBOX dies initiiert, um potenzielle Käufer zu locken. Nun scheint die Schließung geradezu unausweichlich.
Forza-Studio schließt & State of Decay-Studio mit Entlassungen
Die Forza Motorsport-Reihe entstand bei Turn 10. Das Racing-Studio war viele Jahre eines der Aushängeschilder von Microsoft. Doch mit dem letzten Release wurden hier zahlreiche Entlassungen bekannt gegeben. Nun gab man bekannt, dass Turn 10 in Playground Games eingegliedert werden soll, um bei der Entwicklung von Forza Horizon und Fable mitzuwirken. Turn 10 als solches wird somit in Zukunft nicht weiter existieren. Damit dürfte auch keine Hoffnung mehr auf ein neues Forza Motorsport bestehen.
Von Entlassungen war bislang hier noch nichts Näheres in dem Fall bekannt. Zu den insgesamt 268 entlassenen Personen in dieser Woche zählten hauptsächlich Leute aus den Halo Studios, sowie einige Personen aus der Management-Ebene. Aber nicht nur dort.
Darüber hinaus kündigte Undead Labs, das Studio hinter State of Decay, ebenfalls eine Entlassungswelle an. Microsoft hatte sich frisch vom Studio getrennt, jedoch scheinbar nicht folgenlos. Nun kündigte das Studio an, dass man sich von einer signifikanten Zahl an Beschäftigten trennen müsse. Diese Kündigungen sind jedoch nicht Teil der 268 bei XBOX betroffenen Leute.
Age of Empires-Studio mit enormen Entlassungen
Der nächste Schock trifft World’s Edge, das Studio hinter Age of Empires und Age of Mythology. Hier wurde der Creative Director Adam Isgreen entlassen, der die Age of Empires-Reihe seit dem Reboot betreute und auch für die Definitive Editions verantwortlich war, inklusive der Neuauflage von Age of Mythology. Zudem arbeitete er an den alten Command & Conquer Spielen, Star Wars: Empire at War und sogar den beiden Ori-Spielen. Doch Isgreen gab außerdem auf Resetera bekannt, dass XBOX nahezu die Hälfte des Teams bei World’s Edge entlassen hat. Damit kann man hinter ein neues Age of Empires sicherlich ein großes Fragezeichen machen. Zudem werde das Studio ebenfalls zu Activision wandern. Gleiches ereilt auch das Traditions-Studio Rare. Die Sea of Thieves-Macher reporten in Zukunft ebenfalls an die Activision-Führungsebene.
Entlassungswelle geht weiter
Die Umstrukturierungen sind Teil des angekündigten Resets bei XBOX. Bereits im Sommer wurde angekündigt, dass insgesamt 3.200 Leute das Studio verlassen müssten. Die Hälfte davon wurde direkt bekannt gegeben, der Rest über die nun kommenden Monate. Somit ist davon auszugehen, dass die frisch angekündigten Veränderungen nur ein Teil der zweiten Entlassungswelle darstellt. Während bei Bethesda und den Xbox Game Studios bereits viele Leute gehen mussten, könnte Activision Blizzard King demnächst stärker ins Visier der Entlassungen rücken.
Asha Sharma betonte, man müsse sich schlanker aufstellen, um wieder mehr Profitabilität zu erzielen. Andererseits betonte beispielsweise Chris Hays, Veteran von id Software, wie schlecht die Stimmung mittlerweile bei den Mitarbeitern sei. Dementsprechend müssen wir schauen, inwieweit die Veränderungen auch Früchte tragen oder nicht.
Quellen: Xbox Wire, Gamesindustry.biz, gamedeveloper
Bild © World’s Edge/ Xbox Game Studios, Turn 10, Ninja Theory





