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Test: Elden Ring - Tarnished Edition

Das Warten auf die Nintendo Switch 2-Version hat sich gelohnt

Mit Elden Ring erschien der feuchte Traum zahlloser Nerd:innen und Fantasy Liebhaber:innen rund um den Globus bereits vor vier Jahren auf den aktuellen Konsolen. Eine Kollaboration zwischen From Software unter Führung der Entwicklerlegende Hidetaka Miyazaki und dem „Das Lied von Eis und Feuer“-Autor George R. R. Martin – eine Kombination, die man sich nicht hätte epischer ausmalen können. Über drei Jahre mussten wir seit der ursprünglichen Ankündigung auf der E3 2019 warten, bis Elden Ring schließlich am 25. Februar 2022 endlich erschien. In dieser Zeit kamen aber auch Zweifel auf. Immerhin handelt es sich bei Elden Ring um die erste offene Spielwelt eines Studios, welches sich stets auf exakt konstruierte Open-Schlauch Welten spezialisiert hatte.

Eine neue IP in einem Setting, welches den klassischen Souls-Titeln verdächtig ähnlich sah und die Frage aufkommen ließ, ob es sich genügend abgrenzen konnte. Und natürlich der erdrückende Aufmerksamkeitsgewinn der breiten Masse durch die Zusammenarbeit mit George R. R. Martin.

Und was sollen wir noch groß erzählen: Elden Ring wurde 2022 Game of the Year und auch uns hat es seit Tag Eins in seinen Bann gezogen. Damals haben wir uns knapp einen Monat in den Ländern herumgeschlichen, um eine sehr gute Einschätzung zum bis dato umfangreichsten From Software-Titels aller Zeiten treffen zu können. Doch nun steigt das große Abenteuer auf Nintendos Hybrid-Konsole, der Nintendo Switch 2. Und entgegen der Ankündigung, dauerte der finale Release nochmal ein ganzes Jahr. Still und heimlich wanderte das wohl größte Abenteuer der letzten Jahre dann schließlich zwischen gamescom und dem Herbst Ende August 2026 auf die aktuellste Hardware, welche es zu kaufen gibt.

Doch wie schlägt sich solch ein Meisterwerk auf einem überwiegend genutzten Handheld? Erwartet uns hier das Cyberpunk 2.0 und ein Aushängeschild für Nintendos aktuelle Hardware? Wir verraten es euch in unserem XXL-Test zur Elden Ring – Tarnished Edition.

 

Ein Ring sie zu knechten…

Ihr startet das Abenteuer als Befleckter, der nach seinem Tod in den Zwischenlanden aufwacht. Die Befleckten verloren einst die Gnade des heiligen Erdenbaumes im Zentrum des Zwischenlandes und wurden verbannt. Nach eurem Erwachen gehört ihr jedoch zu den wenigen Bewohnern der Welt, die den goldenen Schimmer der Gnade sehen können und von ihr geführt werden. Vor einiger Zeit wurde der sogenannte Elden Ring zerbrochen, wodurch die goldene Ordnung zerstört wurde und Gottkönigin Marika verschwand. Ihre halbgöttlichen Kinder stritten sich um dessen Überreste und wurden von der Macht der Splitter verdorben. Sie verursachten einen furchtbaren Krieg, die Zersplitterung genannt, welche die Zwischenlande verwüstet zurückließ. Nun schickt ihr euch an, von der Gnade des Erdenbaums geleitet, die Splitter des Elden Rings wieder zu vereinen und der neue Elden Fürst zu werden.

Die Geschichte von Elden Ring kommt zunächst pompös erzählt daher und schmeißt mit allerlei Begriffen um sich. Im Spiel selbst finden wir davon auch ein wenig wieder. Sobald ihr hinaus in die Spielwelt tretet, ist der majestätische, in den Himmel wachsende Erdenbaum nicht zu übersehen. Auch das Ziel scheint einfach, Halbgötter umlegen und ihnen ihre großen Runen, also die Splitter des Elden Rings, abknöpfen. Aber wer genau jetzt welcher Halbgott ist, wessen Festung wir da gerade stürmen und warum so gut wie jede menschliche Gestalt, die wir treffen uns töten will, ist gerade am Anfang nicht ersichtlich. Und was genau diese tolle goldene Ordnung ist, für die so mancher NPC kämpft, wird auch nach zahlreichen Spielstunden nicht so richtig klar.

Das liegt vor allem daran, dass Elden Ring dem Spieler immense Freiheiten gibt, sowohl beim Gameplay, als auch beim Erleben der Geschichte. Es gibt keine Questübersicht, kein Tagebuch, kein Glossar, so gar nichts was uns irgendwie erklären würde, was gerade abgeht. Zu Beginn lernen wir als maidenloser Befleckter beispielsweise Melina kennen, welche die Rolle einer Fingermaid für uns übernimmt. Tja, was ist eine Fingermaid? Und warum erscheint die Dame einfach aus einem Hauch von blauem Nebel und verschwindet dann wieder? Keine Ahnung, aber sie schenkt uns unser Pferd und ermöglicht uns den Stufenaufstieg. Fragen stellen können wir so gut wie keinem NPC, wir klicken sie an und hören zu, was sie bereit sind uns zu erzählen.

Dabei ist die Welt, welche George R. R. Martin geschaffen hat, eigentlich ziemlich spannend. Der Schöpfer der Romanreihe „Ein Lied von Eis und Feuer“ (auch bekannt als Game of Thrones) hat bereits bewiesen, dass er interessante Welten schaffen kann und Elden Ring ist da definitiv keine Ausnahme. Nur müssen wir uns jede Information mühsam erkämpfen oder genau die richtigen Leute treffen. In der Tafelrundenfestung, dem Hauptquartier der Befleckten, treffen wir etwa auf einen einzigen NPC der uns Informationen zu den gesuchten Halbgöttern gibt. Er bleibt mit der einzige, vom großen Schildkrötenpapst (fragt nicht) abgesehen, der uns etwas mehr über die Welt und ihre Bewohner verrät. Das, was wir erfahren ist auch wirklich interessant und weckt den Entdeckergeist, aber es kommt in winzigen Häppchen daher und ist auch weit davon entfernt einen informativen Glossareintrag á la Mass Effect zu ersetzen. Allerdings hat es natürlich auch seinen Charme durch ein gänzlich unbekanntes Land zu streifen, es zu erkunden und sich die Geschichte Stück für Stück selbst zusammenzusetzen.

 

Gameplay der tausend Möglichkeiten

Zu Beginn erstellt ihr erst einmal euren Charakter. Dabei wählt ihr erst eine grobe Voreinstellung, sowie das Geschlecht und ein Volk, wobei es im Spiel später nur einen optischen Unterschied macht. Dann geht’s an die Feinheiten und zwar wirklich wirklich an die Feinheiten. Der Charactereditor in Elden Ring muss sich nicht verstecken und kann sich mit anderen detaillierten Editoren wie z.B. Cyberpunk messen. Soll das rechte Auge eine andere Farbe haben als das linke? Darf es etwas mehr Glanz im Haar sein oder wollt ihr sie doch lieber stumpf und splissig wirken lassen? Ist die Ausprägung der Wagenknochen im Vergleich zum Härtegrad des Kinns genehm?

Um das passende Gesicht zu erstellen verbringt ihr, wenn ihr schnell seid, locker mehr als eine halbe Stunde im Editor. Mit frischem Gesicht und Haarglanz der Stufe 62 startet ihr also freudig das Spiel, nur um in den Zwischenlanden mit wenig schmeichelhafter Kopfbedeckung aufzuwachen. Wie ihr schnell feststellt, sind die wirklich guten Helme die Ritterhelme, welche das gesamte Gesicht verdecken. Die Option den Helm nicht anzeigen zu lassen, sucht man leider vergebens. Gerade nach so einer detaillierten Charaktereinstellung stößt es sauer auf, wenn man entweder nie das Gesicht sieht oder auf die so wichtigen Rüstungswerte verzichten muss. Schönheit hat also auch in Elden Ring ihren Preis.

Natürlich könnt ihr auch nicht einfach nach Lust und Laune durch die Zwischenlande streifen. Beinahe an jeder Ecke werdet ihr von feindlich gesinnten Wölfen, Soldaten, Drachen oder anderen mitunter sehr seltsamen Kreaturen angegriffen. Dabei hat jeder Gegnertyp unterschiedliche Stärken und Schwächen, sowie ein anderes Bewegungsmuster. Hat ein Gegner besonders hohe physische Resistenz, streicht ihr besser etwas Magiefett über eure Klinge, während ihr einen anderen Gegner vielleicht lieber mit explosiven Töpfen oder Wurfmessern weichklopft und ihm dann den Rest gebt. Den Großteil eurer Zeit in Elden Ring verbringt ihr in fordernden Kämpfen und am besten besteht man diese, in dem man für jeden Gegner die richtige Herangehensweise findet.

Dabei könnt ihr aus einem wirklich diversen Arsenal an Waffen wählen. Von klassischen Kurz- und Langschwertern, über Peitschen, Sensen bis zu einem auf eurer Hand geparkten Drachenkopf der bei Bedarf Feuer speit. So gut wie jede denkbare Nahkampfwaffe steht euch zur Verfügung – sofern ihr sie denn bei einem Händler, Bossgegner oder in der freien Welt ergattern könnt und die nötigen Attribute gelevelt habt. Außerdem könnt ihr eure Lieblingswaffen mit sogenannten Kriegsaschen aufrüsten, um ihre Spezialfähigkeit zu verändern. Aus der Ferne könnt ihr mit Bögen oder Armbrüsten schießen oder ihr investiert ein paar eurer Aufstiegspunkte in Weisheit oder Glaube, um Magie beziehungsweise göttliche Anrufungen zu verwenden.

Die sogenannte Schimmersteinmagie steht als Magieklasse von Anfang an zur Verfügung, jedoch kann jede Klasse loslegen sobald sie einen Stab und einen Zauber gefunden hat. Mit dieser Magie der Sterne schießt ihr verschiedenste Projektile auf ahnungslose Gegner, schleudert sie durch die Gegend oder beschwört einen kleinen aber hochexplosiven Mond um sie zu erledigen. Die göttlichen Anrufungen werden mit einem heiligen Siegel ausgeführt und halten vor allem Heil- und Stärkungszauber bereit. Trotzdem könnt ihr mit ihnen einigen Schaden verursachen indem ihr goldene Blitze vom Himmel ruft oder diverse Drachenkräfte einsetzt. Zauber und Anrufungen findet ihr ebenfalls bei verschiedensten Lehrern, Gegnern oder einfach beim Erkunden und könnt sie an jedem Ort der Gnade ausrüsten. Dafür müssen allerdings genug Zauberplätze frei und die Attributsanforderungen erfüllt sein.

Die Kämpfe sind der Fokus und auch eines der Markenzeichen von Elden Ring. Jeder Boss verhält sich anders, mal solltet ihr blocken, mal hilft nur eine rettende Ausweichrolle. Oder ihr beschwört mit Geisterasche einen Helfer und betet, dass dieser für euch die Aufmerksamkeit auf sich zieht, damit ihr eure Zauber abfeuern könnt. Die Gegnertypen auf der Weltkarte sind zahlreich und sehr verschieden. Zu Anfang kämpft ihr noch gegen einfache Soldaten und Wölfe, während ihr in der Mitte des Spiels panisch riesige krabbelnde Hände erschießt, bevor sie euch erreichen können. Sowieso hat gefühlt jeder zweite Gegner mehr Hände als er eigentlich haben sollte, der Begriff Fingermaid hätte wirklich aufhorchen lassen sollen. Die vielseitigen Kämpfe sind jedoch nicht nur die große Stärke Elden Rings, sondern zugleich auch einer der größten Kritikpunkte. Beziehungsweise nicht die Kämpfe an sich, sondern der leidige Schwierigkeitsgrad. Bei Beginn des Spiels könnt ihr nämlich gar keinen Schwierigkeitsgrad auswählen, es gibt keinen.

Was für Veteranen des Soulbourne-Genres selbstverständlich ist, kann gerade für Einsteiger sehr frustrierend sein. Beginnt ihr mit einem frischen Charakter, können euch auch die Wölfe im Startgebiet mit vier Schlägen erledigen. Bei Bosskämpfen ist anfängliches Sterben eher die Regel als eine Ausnahme. Natürlich ist das für einige Spieler:innen genau das, was sie an diesen Spielen reizt. Mehrmals einen Gegner herausfordern und seine Kampfweise schließlich so gut zu verstehen, um ihn besiegen zu können und in den Endorphinen des hart erkämpften Sieges zu schwelgen. Wer das Spiel jedoch als Neuling unbedarft in die Finger bekommt und bereits 20 Mal gestorben ist, bevor er überhaupt den zweiten Ort der Gnade erreicht hat, dürfte schnell frustriert sein. Somit kommt es darauf an ob man eine gewisse Frusttoleranz mitbringt und dieses Genre mag oder ob man besser die Finger von Elden Ring lassen sollte. Wir können jedoch allen Interessierten raten, sich auf diese ungewohnte Spielweise einzulassen, es lohnt sich!

 

Eine Open World, die es in sich hat

Das erste Mal in einem Soulsbourne-Ableger dürft ihr euch über eine offene Spielwelt freuen. Und diese Spielwelt hat es in sich. Nach und nach erkundet ihr die Karte, deckt sie dabei jedoch nicht auf. Eine richtige Karte könnt ihr euch nur anzeigen lassen, wenn ihr auch ein Kartenfragment im Spiel findet, schließlich seid ihr lediglich mit euren Kleidern am Leib in den Zwischenlanden gestrandet. Diese Fragmente sind jedoch gekennzeichnet, sodass sie auch relativ einfach zu finden sind. Markierungen könnt ihr auch selbst dauerhaft auf die Karte setzen, um euch interessante Orte zu merken oder beim Erkunden eine Orientierung auf eurem Kompass am oberen Bildschirmrand zu haben. Das Spiel selbst zeigt euch relativ wenig an, was irgendwo aber auch den Reiz ausmacht. Zumindest aber Ruinen und Dungeons sowie Orte der Gnade werden euch vorgefertigt angezeigt.

Orte der Gnade sind quasi eure umweltfreundlichen Lagerfeuer aus Licht an denen ihr rasten könnt. Dort füllt ihr eure Heil- und Manatränke wieder auf, rüstet andere Zauber aus, vollführt einen Stufenaufstieg, greift auf eure Truhe zu und einiges mehr. Und glaubt uns, wenn wir sagen, dass diese Orte eure absolute Lebensversicherung sind, denn sie fungieren auch als Zwischenspeicherpunkte. Außerdem könnt ihr, nachdem ihr sie einmal angeklickt haben, außerhalb eines Kampfes jederzeit zu ihnen schnellreisen. Durch das Schnellreisen könnt ihr nach Lust und Laune verschiedenen Quests folgen oder eure Erkundungstour in ein neues Gebiet verlegen wenn euch danach ist. Und die fünf verschiedenen Gebiete der Welt laden wirklich zum erkunden ein.

An jeder Ecke stolpert ihr über Dungeons oder werdet plötzlich von Gegnern angegriffen, die ihr im ganzen Spiel zuvor noch nicht gesehen habt. Oder ihr reitet gemächlich durch die Ebenen und sammelt vom Pferderücken aus Blumen und andere Materialien zum Handwerken. Die Größe der Karte ist dabei angemessen groß, sodass man eine ganze Weile neues sehen kann, aber auch nicht so groß, dass man sich zu sehr darin verliert. Kurz gesagt: Sie hat eine super Größe!

 

Zu zweit ist man weniger allein

Elden Ring lässt sich komplett offline spielen, aber es lohnt sich den Online Modus anzuschalten. Dann spielt ihr nicht konstant mit anderen Spieler:innen zusammen, könnt aber Freund:innen oder Fremde in eure Welt einladen, oder eure Hilfe in anderen Welten anbieten. Dafür benutzt ihr verschiedene Gegenstände, wie blutige Finger (warum immer Finger?!) oder bestimmte Ringe, die ihr auch relativ früh zu Beginn des Spiels bekommt. In Dungeons oder neuen Arealen findet ihr beispielsweise kleine Statuen, die ihr aktiviert. Von nun an könnt ihr an diesen andere Spieler:innen zur Hilfe beschwören oder selbst euer Zeichen an alle Statuen in der Nähe schicken, um anderen zu helfen. Außerdem könnt ihr eure goldene Rune auch überall in der Spielwelt platzieren, die dann von jedem anderen Spielenden benutzt werden kann.

Zusammen können so immer höchstens drei Spieler:innen spielen, um gemeinsam den jeweiligen Gebietsboss zu besiegen. Das kann mitunter wirklich hilfreich sein, jedoch erhalten alle Gegner und Bosse auch deutlich mehr Lebenspunkte je mehr Spielende anwesend sind. Wollt ihr nur mit einem Freund zusammenspielen, könnt ihr im Menü eure Rune mit einem Passwort versehen, sodass nur Leute die den selben Code einstellen eure Rune sehen. Motiviert um Hilfe anzubieten werdet ihr durch eine kleine Belohnung, die ihr durch das Besiegen des Gebietsboss in Form eines nützlichen Verbrauchsitems erhaltet, dass wir lediglich aus Spoilergründen nicht näher beschreiben wollen. Leider gilt jede Herbeirufung nur für das Areal in dem ihr sie gewirkt habt beziehungsweise den jeweiligen Boss besiegt. Habt ihr euer Ziel dort erledigt, kehrt die gerufene Person automatisch zurück in seine Welt. Ausgedehntere Koop-Sessions sind also leider etwas hakelig, da ihr dafür nach jedem gelegten Boss die Rune erneut platzieren beziehungsweise finden müsst.

Außerdem seht ihr im Online Modus immer mal wieder andere Spieler als weiße Geistergestalten durch die Gegend laufen oder unsichtbare Gegner bekämpfen. Diese Erscheinungen halten nicht lange an, geben aber ein kleines Gemeinschaftsgefühl und helfen, sich in der ziemlich feindlich gesinnten Welt, nicht ganz so alleine zu fühlen. Außerdem könnt ihr mit einem anderen Item (ebenfalls ein Finger) kleine weiße Runen auf dem Boden platzieren, die eine geschriebene Nachricht aus vorgegebenen Textbausteinen enthält.

In der ganzen Spielwelt findet ihr auch praktisch alle paar Schritte Nachrichten der anderen Spieler:innen, die euch vor Überraschungsgegnern hinter einer Tür warnen oder euch den richtigen Weg zu einem versteckten Händler weisen. Die Community Elden Rings macht sich aber auch einen Spaß daraus, neue Spieler:innen in die Irre zu führen und raten ihnen an Klippen in den Tod zu springen oder behaupten eine einfache Wand enthielte einen Geheimgang (Spoiler: Tut sie meistens nicht). Dieses simple Nachrichtensystem hat uns so manchmal zum Lachen gebracht und auch oft vor versteckten oder schweren Gegnern gewarnt und ist ein wirklich cooles Feature, was wir bislangin dieser Art noch nicht so ausufernd erlebt haben.

Ebenfalls im Online Modus sichtbar werden rote Blutlachen, die euch per Klick den Tod eines anderen Spielenden zeigen. Nicht selten werdet ihr ein neues Gebiet betreten und abrupt angesichts zahlreicher Blutlachen ein mulmiges Gefühl bekommen. Bekommen wir dann aus dem Nichts von hinten eins übergebraten und verlieren dabei die Hälfte unseres Leben, erschließt sich uns auch die Anzahl der roten Pfützen.

 

So läuft Elden Ring auf der Nintendo Switch 2

Gerade auf der Nintendo Switch 2 bekommt Elden Ring noch einmal einen ganz eigenen Reiz. Denn so beeindruckend die Zwischenlande bereits auf den großen Konsolen und dem PC sind, unterwegs braucht sich das Abenteuer nicht verstecken. Nach dem anfänglichen Staunen darüber, ein derart großes Open-World-RPG auf einem Handheld spielen zu können, gewöhnt man sich erstaunlich schnell daran, mit Sturmwind durch die weitläufigen Gebiete zu reiten. Genau hier spielt die Tarnished Edition ihre größte Stärke aus.

Technisch bewegt sich die Switch 2-Version grundsätzlich in der 30-FPS-Klasse und bietet eine recht stabile Bildrate. Gerade beim Betreten neuer Gebiete, bei schnellen Kameraschwenks oder wenn auf dem Bildschirm gleichzeitig zahlreiche Gegner auftauchen, kann es aber dann doch zu kurzen Rucklern und kleineren Einbrüchen kommen. Einen hunderprozentigen 30 FPS-Wert bekommt ihr demnach nicht geboten. In den meisten Spielsituationen fällt dies allerdings kaum ins Gewicht und auch größere Bosskämpfe laufen stets flüssig. Wer von den aktuellen PlayStation- und Xbox-Versionen deutlich höhere Bildraten gewohnt ist, muss sich dann aber natürlich trotzdem umstellen. Gerade bei einem Spiel, bei dem Ausweichrollen, Blocken und das genaue Beobachten von Gegneranimationen über Leben und Tod entscheiden können, kann diese Begrenzung durchaus fordernder sein als man es bisher gewohnt war.

Optisch merkt man der Switch 2-Version an, dass bei einem Spiel dieser Größenordnung Kompromisse eingegangen werden musste. Im Vergleich zu den anderen Konsolen fallen vor allem reduzierte Schatten, weniger dichte Vegetation, etwas geringere Details bei entfernten Objekten und teilweise weichere, sowie unschärfere Texturen auf. Dazu gesellen sich gelegentliche Pop-ups und flimmernde Elemente, die besonders im TV-Modus auffallen können. Im Handheld-Modus verschwinden diese Schwächen dagegen ein gutes Stück in den Hintergrund. Das Bild wird zwar noch einmal etwas reduzierter dargestellt, dafür wirkt die gesamte Präsentation auf dem kleineren Bildschirm erstaunlich rund. Die gewaltigen Bauwerke, der riesige Erdenbaum und die vielen atmosphärischen Landschaften kommen auch unterwegs sehr gut zur Geltung und brauchen sich nicht verstecken.

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Mehr Informationen

 

Beeindruckendes Abenteuer für unterwegs

Das Besondere an der Elden Ring – Tarnished Edition ist dabei, dass wir jederzeit das Spiel vom TV mit in die Bahn oder den nächsten Urlaub mitnehmen können. Die Ladezeiten fallen generell erfreulich kurz aus und liegen je nach Situation meistens im niedrigen zweistelligen Sekundenbereich. Selbst nach einem Tod sind wir schnell wieder im Spiel – eine beindruckende Leitung für die Nintendo-Konsole. Inhaltlich muss sich die Tarnished Edition ohnehin nicht vor den anderen Konsolen verstecken, denn Nintendo-Fans bekommen hier das komplette Paket spendiert. Neben dem Hauptspiel ist auch Shadow of the Erdtree direkt enthalten, wodurch ihr nach Abschluss nicht noch einmal Geld für die große Erweiterung auf den Tisch legen müsst. Hinzu kommen die Inhalte des Tarnished Packs, mit denen die Switch-2-Version ein paar zusätzliche Inhalte bekommt.

Zwei neue Startklassen stehen zur Auswahl: Der Idus Knight richtet sich eher an Spieler, die einen beweglichen und vielseitigen Kämpfer bevorzugen, während der Heavy Knight mit schwerer Rüstung, hoher Traglast und einer großen geschwungenen Waffe deutlich wuchtiger zu Werke geht. Dazu kommen vier neue Rüstungssets und drei unterschiedliche kosmetische Erscheinungen für Sturmwind. Gerade Letztere sind natürlich kein spielentscheidender Bonus, schließlich verändern sie weder Werte noch Fähigkeiten unseres Pferdes. Trotzdem ist es eine nette Ergänzung, um möglichst individuelle Anpassungen zu ermöglichen. Die neuen Klassen sind vor allem für einen erneuten Durchlauf interessant, denn wer bereits einige Stunden gespielt und seine Attribute sowie Ausrüstung entsprechend angepasst hat, wird schnell merken, dass die ursprüngliche Klassenwahl immer mehr in den Hintergrund rückt.

Für Besitzer von Elden Ring auf einer anderen Plattform sind diese zusätzlichen Inhalte sicher kein Grund, das Spiel erneut zu kaufen. Wer das Abenteuer jedoch bislang verpasst hat und eine Nintendo Switch 2 besitzt, bekommt mit der Tarnished Edition das Rundum-sorglos-Paket. Elden Ring ist ohnehin ein Spiel, bei dem man ständig irgendwo einen kleinen Umweg entdeckt, noch schnell einen Gegner erledigen möchte oder plötzlich einen Dungeon vor der Nase hat. Mit der Switch 2 werden aus zehn Minuten gerne mal eine halbe Stunde, bevor man schließlich nach zwei Stunden plötzlich merkt, den Anschlusszug verpasst zu haben – ärgern tut mich sich dann eher über die vielen Tode im Spiel. Aber vermutlich ist es genau das, was Bandai Namco und FromSoftware mit der Handheld-Version erzeugen möchten – der Bann an die Zwischenlande.

Fazit zu Elden Ring: Tarnished Edition

Ein Meisterwerk für unterwegs mit kleinen Abstrichen

Elden Ring hat auch vier Jahre nach seinem ursprünglichen Release nichts von seiner Faszination verloren. Die Zwischenlande gehören noch immer zu den spannendsten offenen Spielwelten, die wir erkunden durften. Mit der Tarnished Edition kommt dieses komplette Abenteuer inklusive Shadow of the Erdtree und den zusätzlichen Inhalten nun auch auf die Nintendo Switch 2. Technisch muss die Switch 2 dabei zwar einige Kompromisse eingehen, besonders im Handheld-Modus spielt die Tarnished Edition aber ihre größte Stärke aus. Elden Ring unterwegs spielen zu können ist wirklich eine Wucht und macht die Switch-2-Version trotz der technischen Abstriche zu einer gelungenen Umsetzung.

Reduzierte Schatten, weniger Umgebungsdetails, weichere Texturen und gelegentliche Pop-ins sind vor allem am Fernseher sichtbar. Auch die angepeilten 30 Bilder pro Sekunde werden nicht immer vollkommen konstant gehalten. Wirklich störend wird das allerdings nur selten. Die zusätzlichen Inhalte mit zwei neuen Startklassen, vier Rüstungssets und drei kosmetischen Sturmwind-Skins sind dabei nette Zusätze. Für Neueinsteiger ist das allerdings ohnehin nebensächlich, denn mit Hauptspiel und Shadow of the Erdtree wartet hier ein gigantisches Gesamtpaket mit weit über 100 Stunden Spielzeit. Wer Elden Ring bislang verpasst hat und eine Switch 2 besitzt, bekommt damit die umfangreichste Version dieses außergewöhnlichen Action-RPGs und darf das Abenteuer zudem noch unterwegs erleben – eine perfekte Kombi!

Tobias Liesenhoff (Chefredakteur)

Positiv:

Riesige, hervorragend gestaltete Open World mit zahlreichen Geheimnissen
Enorme Freiheit bei Charakterentwicklung, Waffen und Spielweise
Hauptspiel und Shadow of the Erdtree direkt in der Switch 2-Version enthalten
Auch unterwegs ein beeindruckendes Elden-Ring-Erlebnis mit ordentlichem 30-FPS-Erlebnis
Zwei neue Startklassen und zusätzliche Rüstungssets
Umfang für weit über 100 Stunden Spielzeit

Negativ:

Teilweise sichtbare Pop-ins und flimmernde Elemente
Bildrate nicht jederzeit vollkommen konstant
Teilweise weichere beziehungsweise unschärfere Texturen
Handheld-Steuerung kann zunächst etwas gewöhnungsbedürftig sein

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ab in die Sammlung?

Keiner sollte hier lange überlegen und sich Elden Ring auch 2026 für die Nintendo Switch 2 auf die Konsole holen. Auch für Neulinge ist die neuste Version ein fantastischer Einstieg in die Welt der Soulslike- bzw. Soulsbourne-Spiele.

Tobias
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