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Crazy Taxi: World Tour – Kann der Multiplayer überzeugen?

An diesem Wochenende durfte ich am Closed Network Test zu Crazy Taxi: World Tour teilnehmen und mir den Multiplayer genauer anschauen. Das Spiel an sich habe ich bereits auf der gamescom anspielen können und war daher natürlich gespannt, inwieweit sich das neue, große Feature so schlägt. Vor allem, weil ich es spielerisch „nur“ solide fand und dementsprechend natürlich auf ein ausgiebiges Multiplayer-Chaos gehofft habe.

 

Was gibt es denn für Modi?

In Pickup Race bin ich mit bis zu fünf weiteren Spielern gegeneinander angetreten. Das Motto: Wer sammelt innerhalb des Zeitlimits die meisten Fahrgäste ein. Das klingt nicht nur so, sondern es fühlt sich auch einfach wie ganz normales Crazy Taxi an. Es hat mir persönlich sehr stark der kompetitive Gedanke gefehlt, als auch das Chaos, welches dadurch entstehen sollte. Dadurch, dass jeder aber so ein Stück weit sein eigenes Ding macht, fehlte mir hier die Multiplayer-Dynamik. Wieso nicht einfach die Anzahl an Fahrgästen stark limitieren, sodass man um die Kunden richtig kämpfen muss? Das würde den Chaos-Faktor deutlich höher treiben und für witzigere Dynamiken sorgen. So muss ich aber sagen, bleibt der Modus überhaupt nicht im Gedächtnis.

Cops ‚N‘ Cabbies dagegen verfolgt einen deutlich interessanteren Ansatz. Hier heißt es Cops gegen Taxifahrer. 4 Taxifahrer müssen (natürlich) wieder Leute aufsammeln und von A nach B bringen. 2 Cops müssen das dann versuchen zu unterbinden und die Taxifahrer zu rammen. Dadurch kann es auch mal sehr knappe Situationen geben, in denen ich zum Beispiel jemanden aufsammle und gerade noch so dem anrauschenden Polizeiwagen ausweichen kann. Während man im Pickup-Race die normale Köln-Map aus der gamescom-Demo bespielen konnte, gab es hier eine deutlich kleinere Version der Karte.

Das sorgte für wesentlich mehr Action und Chaos, weswegen mir der Modus auch ein wenig besser gefiel. Aber für mich war auch da relativ schnell die Luft raus, weil ich als Taxifahrer ja mehr oder weniger wieder das mache, was ich in allen anderen Modi bereits mache. Lediglich die Möglichkeit, als Cop zu fahren, war zumindest kurzfristig erfrischend. Doch je mehr Zeit man damit verbringt, desto mehr spürt man, dass es dann am Ende doch nicht super viel Spieltiefe bietet. Hier könnte evtl. die Progression helfen, dass ich dann doch eher am Ball bleibe.

Crazy Taxi

Bild: 2026 © SEGA

 

Pimp my Taxi

Das Fahrgefühl ist und bleibt für mich aber der eigentliche Knackpunkt. Sega hat das Steuerschema spürbar modernisiert, ohne aber so richtig die Stärken eines Crazy Taxi auszuspielen. Das Tempo fühlte sich wesentlich gemächlicher an und gerade in den Kurven wurde mein Eindruck verstärkt. Das lag für mich vor allem am Handling, insbesondere bei den Drifts, da sich das Spiel durchgehend ein wenig gehemmter anfühlte, als das Original. Dem Fahrgefühl fehlt einfach die Crazyness, die der Titel suggeriert. Daran sollte SEGA unbedingt noch feilen, weil so fühlt sich der Titel einfach wenig nach etwas an, was lange im Gedächtnis bleibt.

Ein Bereich, den es in den klassischen Crazy-Taxi-Teilen so gar nicht gab, war die Anpassung von Fahrer und Fahrzeug. Zur Auswahl standen vier Charaktere und sechs Autos, jeweils mit eigenen Tuning-Optionen. Statt einfach nur kosmetisch zu sein, wirken sich die Einstellungen auch auf das Fahrverhalten aus. Ich konnte über passive Fähigkeiten mein Auto Richtung Topspeed trimmen und gleichzeitig Fähigkeiten wählen, die die Strafe fürs Verlassen der Straße abmildern.

Ich bin gespannt, wie komplex dieses System am Ende ist und vor allem auch, welche Fahrerinnen und Fahrer SEGA noch in den Multiplayer einbaut. Ich glaube, da bieten sich viele Möglichkeiten an. Sonic macht es ja gerade in Sonic Racing: Crossworlds vor. Das Customizing konnte ich jetzt gefühlt nur etwas oberflächlich ausprobieren, aber es ist grundsätzlich eine spannende Komponente.

Crazy Taxi

Bild: 2026 © SEGA

 

Hat es *Klick* gemacht?

Ich gehe ehrlich gesagt mit einem zwiegespaltenen Gefühl aus diesem Network-Test. Ich habe mir nämlich hier etwas mehr erhofft. Crazy Taxi wirkt einfach nicht richtig crazy. Und auch die Multiplayer-Modi wirken schon fast zurückhaltend. Wo bleiben die kreativen Modi? Diese Reihe lässt doch Raum für Dinge, die auch mal komplett über die Stränge schlagen. Nur habe ich davon nichts gesehen. Ich hoffe, dass SEGA hier noch mehr in Petto hat und sich auch da mal kreativ etwas fallen lässt. Immerhin ist ja auch noch etwas Zeit. Doch Crazy Taxi: World Tour entpuppt sich für mich immer mehr als ein recht durchschnittlicher Titel, der sich zu wenig traut.

Dazu braucht es auch noch Veränderungen im Handling und auch hoffe ich nach wie vor, dass man sich noch von den KI-Texturen verabschiedet. Das braucht es nämlich nicht. Meine Vorfreude ist offen gestanden gedämpft, aber nicht weg. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass man die noch vorhandene Zeit nutzt, um mit interessanten Modi, einem besseren Fahrgefühl und menschengemachten Texturen ein interessanteres Spiel auf die Beine zu stellen, als ich es bisher erlebt habe. Weil so ist der Titel bisher „nur“ nett. Nicht mehr und nicht weniger.

Crazy Taxi

Bild: 2026 © SEGA

Bild: 2026 © SEGA

Christian Koitka
The guy who loves videogames

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