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Test: Isle of Reveries

Nostalgische Hommage an die GameBoy-Zeldas

Es wird derzeit das 40-jährige Jubiläum der Legend of Zelda-Reihe zelebriert und daher blicken alle aktuell erwartungsvoll auf das Remake von Ocarina of Time. Wir schweifen heute mit unserem Blick jedoch ein wenig ab und schauen uns Isle of Reveries an, ein kleines Indie-Zeldalike, welches sich vor allem an den Spielen für den GameBoy orientiert. Wer also riesiger Fan von Link’s Awakening ist, der sollte jetzt vielleicht etwas aufpassen.

 

Besucht die Insel der Tagträume… und kehrt nie wieder zurück!

Wir erleben die Abenteuer der kleinen Eule Lief, die auf die Isle of Reveries, also „Insel der Tagträume“ reist. Dort pilgern zahllose Tiere hin, denn dort soll man sich seine sehnlichsten Wünsche erfüllen können und Lief möchte gerne ihre verstorbene Mutter wiederbeleben. Doch Gerüchte besagen auch, dass niemand je von der Insel zurückgekehrt ist.

Sind wir mal ehrlich, die Narrative von Isle of Reveries ist nett, aber mehr auch nicht. Wir treffen einige quirlige NPCs, die alle interessante Dinge erzählen, meist aber nur auf ihre jeweilige Nebenquest bezogen. Im Laufe der Geschichte sind wir doch nur ein weiterer Laufbursche der Götter oder irgendeiner Fee, die uns zum Retter der Insel erkoren hat. Und so klappern wir die Insel ab, erkunden gefährliche Dungeons und besiegen Monster, manche groß, andere etwas kleiner. Die Geschichte bietet einige kleinere Twists hier und da, aber auch hier wird sich am Vorbild orientiert. Die Zelda-Spiele waren immerhin noch nie wirklich bekannt für ihre bahnbrechenden Erzählungen.

Isle of Reveries

Hmm, ein sprechender Baum… Wo habe ich das nur schon mal gesehen? | Bild: 2026 © desertcucco

 

Vertrautes Gefühl für erfahrene Abenteurer*innen

Vielmehr steht das Gameplay im Vordergrund und das ist in Isle of Reveries sehr gut. Der Gameplayloop ist bekannt: Wir erkunden eine Oberwelt, besiegen Monster mit unserem Schwert oder anderen Mitteln und erkunden Höhlen und vor allem große Dungeons. In diesen lösen wir Rätsel, finden Schlüssel für verschlossene Türen und einen Bossschlüssel für die Bosstür. Hinter dieser wartet ein Boss, bei dem wir das Item, welches wir in diesem Dungeon gefunden haben, verwenden müssen, um ihn zu besiegen. Das alles ist nicht neu, aber Isle of Reveries setzt es mühelos um. Die Rätsel sind bereits im ersten Dungeon schön knackig und vor allem die Ideen bei den Bossen wissen zu gefallen. Außerdem hat Isle of Reveries einen netten Gameplaykniff, der oft in Rätseln zur Verwendung kommt. Wir werden nämlich von einer kleinen Fee begleitet, die jederzeit Objekte kopieren kann. Diese Kopie können wir dann jederzeit verwenden. Also können wir einen Block kopieren und ihn auf einem Schalter platzieren. Oder wir kopieren einen Feuerspeier, um weit entfernte Fackeln zu entzünden. Es entsteht dadurch eine recht clevere Dynamik, dass man dieses Feature bei Rätseln immer im Hinterkopf behalten muss.

Außerhalb der Dungeons gibt es natürlich viel zu sammeln. Da wären die bekannten Herzteile, die es natürlich in einem guten Zeldalike geben muss, vier von ihnen erhöhen eure Lebensenergie. Dann gibt es aber noch etliche andere Sammelobjekte. Magische Samen können gepflanzt werden, um magische Trinkets mit Spezialeffekten zu ernten und ein Waschbär schickt uns auf die Jagd nach verschollenen Blättern. Monster lassen allerlei Materialen fallen und unter Gras und Stein finden wir so manches Krabbeltier, für welches sich Käfersammler sicher interessieren. Außerdem können wir jedes Monster fotografieren und unserem Glossar hinzufügen und auch jeder NPC, den wir treffen, wird bildlich festgehalten. Isle of Reveries lässt sich in gut 15 Stunden durchspielen, doch wenn man wirklich alles erledigen möchte, kann man hier noch deutlich mehr Zeit verbringen.

Isle of Reveries

In den Dungeons, aber auch außerhalb, erwarten euch knackige Rätsel. | Bild: 2026 © desertcucco

 

Upps, da hab ich mich wohl etwas versprungen

Wenn ihr einen schlechten Orientierungssinn habt, dann könnt ihr sogar noch etwas länger auf der Insel verbringen, denn man kann sich schon mal gut verlaufen. Ja, es gibt eine Karte und diese ist genauso aufgebaut wie damals in den GameBoy-Zeldas, aber irgendwie bekommt man manchmal trotzdem nicht das Gefühl einer zusammenhängenden Welt. Vor allem bei so vielen Sammelobjekten wäre es heutzutage sehr nett, wenn man Möglichkeiten zur Markierung der Karte hätte.

So läuft man manchmal etwas blind umher und untersucht die Ortschaften. Dabei macht das etwas minderwertige Platforming die Reise etwas schwerer. Lief kann nämlich springen und so Abgründe und Gewässer überqueren. Das ging zwar in den GameBoy-Zeldas mit der Greifenfeder auch, aber dort war die Steuerung deutlich präziser. Selbst wenn Link beinahe einen Abgrund hinunterfiel, konnte man sich noch irgendwie retten. Dieses Zeitfenster ist in Isle of Reveries leider sehr ungnädig und so landet man sehr oft in den Tiefen eines Lochs oder im kühlen Nass. Generell fühlt sich die Steuerung stellenweise etwas schwammig an und erfordert etwas an Eingewöhnungszeit.

Bosse sind ein Highlight des Spiels. | Bild: 2026 © desertcucco

 

Pixelart und Chiptunes, gibt es was Schöneres?

Das alles gerät aber direkt in Vergessenheit, sofern ihr große Game-Boy-Nostalgiker seid, denn die Optik und die Chiptune-Musik katapultieren uns direkt zurück in die Ära von Nintendos erstem Handheld. Die wunderschön in Pixelart gestaltete Spielwelt strahlt dabei eine ganz eigene Mystik aus und wenn jeder Dungeon eine eigenen Signaturmelodie bekommt, fühle ich mich direkt zurückversetzt. In diesem Aspekt hat desertcucco, das Indiestudio hinter Isle of Reveries, ganze Arbeit geleistet.

 

 

Titelbild: 2026 © desertcucco

Fazit zu Isle of Reveries

Isle of Reveries ist eine wunderbare Hommage and Link’s Awakening und die Oracle-Spiele. Es hat zwar seine Ecken und Kanten, besonders im Platforming und bei der Orientierung, überzeugt aber in jeglichen anderen Aspekten des Spiels. Die Rätsel sind clever und zahlreich, die NPCs sind alle interessante Figuren und die Präsentation sowohl in Optik als auch im Sound sind eine Augen- und Ohrenweide für Liebhaber*innen der GameBoy-Ära. Ich kann dieses Spiel also jedem GameBoy-Zelda-Fan wärmstens empfehlen.

Maarten Cherek (Redakteur)

Positiv:

Schöne Zelda-Hommage für Gameboy-Nostalgiker
Clever durchdachte Dungeons mit fordernden Rätseln
Von Herzteilen über Blätter bis hin zu merkwürdigen Items, es gibt viel zu Sammeln
Grafik und Musik arbeiten in Harmonie, um die 8-bit-Nostalgie so richtig zu fördern
Die Geschichte ist zwar nicht herausragend, aber sie ist liebevoll präsentiert und die NPCs haben alle etwas Interessantes zu erzählen

Negativ:

Präzises Springen ist in diesem Spiel eine Mammutaufgabe und schlägt sehr oft fehl
Das Zurechtfinden in der Welt ist oft nicht einfach, die Karte hilft da nur bedingt
Manche Entscheidungen in der Menüführung sind fragwürdig

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ab in die Sammlung?

Wenn ihr einen guten spirituellen Nachfolger für Link’s Awakening gesucht habt, dann werdet ihr mit Isle of Reveries fündig. In meinen Augen ist dieses Indie ein MUSS für 8-bit-Nostalgiker.

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isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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