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Preview: Silent Hill: Townfall war mein Highlight der Messe | gamescom 2026

Ich war im Vorfeld durchaus skeptisch. Würde mir Silent Hill: Townfall das bekannte Gefühl der Reihe mitgeben, aber trotzdem auch neue Pfade einschlagen? Denn die ersten Trailer wirkten weniger nach Silent Hill. Mehr wie ein Versteckspiel zwischen Protagonist Simon und den Feinden. Ich konnte mich 90 Minuten lang durch St. Amelia bewegen und für mich war Townfall vielleicht sogar mein Highlight des gamescom 2026.

 

Nebel, Nebel, Nebel

Man könnte fast meinen, ich wäre in Silent Hill. Doch der neue Ableger spielt in der kleinen Hafenstadt St. Amelia. Es mag hier sicherlich mal idyllisch zugegangen sein. Doch als Simon sich ans Ufer robbt und Schritt auf der Insel fasst, ist davon nicht viel zu sehen. Die Stadt ist in einen tiefen Nebel gehüllt. Man hört nur das Rauschen des Meeres und einige Möwn kreischen. Doch Menschen sucht man vergebens. Auch als ich mich von der Hafenanlage Richtung „Stadtmitte“ bewegte, war nirgends eine Seele anzutreffen. Doch da begann das Spiel auch allmählich sein Spielkonzept zu erklären.

Ich bewege Simon in der Ego-Perspektive durch das scheinbar verlassene Örtchen, doch schnell erlange ich eine Karte, sodass ich mich zumindest orientieren kann. Aber dank der sehr detaillierten und individuell ausgestalteten Häuserfassaden, kann man sich auch ganz gut im Ort orientieren. Die Erkundung der Insel ist ein sehr zentraler Aspekt des Spiels und zielt damit auch auf die Stärken der Reihe ab. Neben der Stadt, kann ich auch in diverse Gebäude und so gilt an verschiedenen Ort eben Rätsel zu lösen, die mich in meiner Erkundung voranbringen. Dadurch, dass die Welt auch einfach so schön, aber gleichzeitig so mysteriös wirkt, ist auch der natürliche Forscherdrang aktiviert und so befand ich mich schnell in einem Loop, der qualitativ auch der Silent Hill-Reihe würdig ist.

Silent Hill: Townfall

Bild: 2026 © Konami

 

Die richtige Frequenz

Zwischendurch gibt es auch die erwähnten Rätsel, die natürlich nicht fehlen dürfen. Die sind anfangs noch relativ überschaubar schwierig. Nach und nach merkte ich aber, dass der Schwierigkeitsgrad hier anzog. Den kann man übrigens auch wieder anpassen. So kann man bspw. die Kämpfe auf leicht, aber die Rätsel auf schwer spiele und umgekehrt oder eben beides auf einer Stufe. Wichtig zu erwähnen ist dabei ein neues Tool. Das CRTV ist eine Art Decoder, welcher vielfältig eingesetzt werden kann. Empfängt man darüber ein Signal, gilt es, dieses zu decoden, was mittels eines kleinen Mini Games passiert.

Entweder lassen sich dann Videos abrufen, die die Handlung voranbringen, oder man bekommt Silhouetten von Gegener in der Welt angezeigt, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Aber auch ein Rätsel konnte ich darüber empfangen, worin ich ein Video sah, welches mir eine Schnitzeljagd nach Hinweisen bot. Und hier gefiel mir sehr, wie variantenreich das kleine Tool eingesetzt wird und vor allem, welch interessante Rätsel auf diese Weise möglich sind. Es war nur ein Vorgeschmack, aber ich habe Blut geleckt. Fraglich ist nur, ob das Decoding-Mini-Game nach dem 100. Mal immer noch Spaß macht. Weil ich befürchte, dass muss man relativ häufig absolvieren.

Silent Hill: Townfall

Bild: 2026 © Konami

 

So muss Gameplay

Wenn ich kein Rätsel, sondern den Umriss eines Gegners spotte, muss ich besonders aufpassen. Denn dann habe ich verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen. Ich kann den Gegner mittels eines alternativen Pfades umgehen, oder eben per Stealth um ihn herum schleichen. Ich kann aber auch die direkte Konfrontation suchen und ihn vermöbeln. Doch in Townfall sind die Gegner kein Kanonenfutter. Sie sind schon eine ernsthafte Bedrohung und so muss man gut sein Vorgehen abwägen. Die Kämpfe selbst sind aber mit die Besten, die Silent Hill so bisher bot.

Zugegeben: Die Stärke der Reihe lag nie in den Kämpfen, aber ich war ich positiv angetan. Denn der Schlag mit meinem Brett hatte einen satten Impact und auch das Trefferfeedback war nachvollziehbar. So konnte ich den Gegner beispielsweise in seiner Ausholanimation ordentlich nach hinten pfeffern, als ich ihn in diesem Prozess eins um die Ohren gehauen habe. Aber auch das Blocken geht gut von der Hand. Doch Haltbarkeit und Munition sind hier knapp und so bieten die Konfrontationen in meinen Augen nicht nur ein zufriedenstellendes Kampfsystem, sondern auch die passenden Rahmenbedingungen für ein solches Spiel.

Silent Hill: Townfall

Bild: 2026 © Konami

 

Horror at its best?

Aber was wäre ein Silent Hill ohne Atmosphäre? Und genau in dem Punkt hat mich Townfall dann doch nochmal überrascht. Zwar waren die Szenen in der Demo (noch) nicht so verstörend, wie in Silent Hill f, aber die Richtung stimmt. Das Sounddesign funktionierte hervorragend! Knarzen, Schreie und andere verstörende Geräusche rundeteten die Soundkulisse gekonnt ab. Dazu wirkt die ganze Welt, durch ihre Verlassenheit und den dichten Nebel, einfach beklemmend. Silent Hill: Townfall bot mir immer wieder sehr intensive Abschnitte, in denen die Präsentation ganz klar im Vordergrund stand und zu begeistern wusste. Die Story machte definitiv auch Lust auf mehr, auch wenn ich hier noch nicht so ganz tief einsteigen konnte. Doch ich will jetzt schon das Geheimnis der Insel lösen!

Was mich aber am Titel am Meisten begeistert, ist die Abwechslung dieser einzelnen Komponenten. Nie habe ich einen Aspekt, der sich aufdrängt. Townfall ist großartig zwischen Erkundung, Rätsel, Story, Stealth und Kämpfe ausbalanciert und hat mich nicht losgelassen. Nur ob der kleine Decoder mit seinem Minispiel auf Dauer so Spaß macht, da bin ich mir noch nicht so sicher. Aber vielleicht schafft es das finale Spiel auch diese Sorge zu beseitigen.

Silent Hill: Townfall

Bild: 2026 © Konami

Christian Koitka
The guy who loves videogames

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