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Preview: Agni ist die interessante Mischung aus Resident Evil & Alan Wake | gamescom 2026

Abseits der großen Publisherstände, lohnt sich auf der Gamescom bekanntlich immer auch ein Abstecher zu den kleineren Titeln. Und in diesem Jahr habe ich mit Agni: Village of Calamity einen richtig starken Titel entdeckt. Das kleine indonesische Studio Separuh Interactive, unterstützt vom Publisher Wired Productions, zeigte mir abseits der Messehallen eine spielbare Demo seines Survival-Horror-Titels. „Agni ist eine Mischung aus Resident Evil und Alan Wake“ hieß es. Aber erfüllt es das auch?

 

Ein herrlich schöner Albtraum

In Agni übernehme ich die Rolle der titelgebenden Ermittlerin, die für eine verdeckte Einheit einer indonesischen Behörde arbeitet. Gegen ausdrückliche Anweisung macht sich Agni auf die Suche nach ihrer vermissten Partnerin und gerät dabei tief in das verbotene Dorf Desa Purba. Was als klassische Ermittlungsarbeit beginnt, entwickelt sich rasch zu einem beklemmenden Abstieg in Trauma, Besessenheit und eine zunehmend instabile Realität. Erzählerisch setzt das Spiel dabei bewusst auf einen fast schon Lynchesken Ton, bei dem sich Wahn und Wirklichkeit immer stärker vermischen.

Agni: Village of Calamity

Bild: 2026 © Wired Productions

 

Die Inspiration ist offensichtlich

Schon in den ersten Minuten wurde deutlich, woher Separuh Interactive seine Inspiration bezieht. Die feste, hybride Kameraführung sowie die bedrückende Grundatmosphäre erinnerten mich sofort an klassische Resident Evil und Alan-Wake-Momente, während einige der surrealeren Passagen in der zweiten Hälfte der Demo fast schon eine Backrooms artige Verlorenheit versprühten. Genau diese Mischung aus vertrauten Survival Horror-Zutaten und unverkennbar indonesischem Setting verleiht Agni einen angenehm eigenständigen Charakter, ganz ohne dabei komplett neu erfinden zu wollen, was das Genre ausmacht.

Auffällig war zudem, dass sich Agni keineswegs allein auf klassische Schusswaffen verlässt, um den umherstreifenden, kaum zu tötenden Bedrohungen des Dorfes zu entkommen. Stattdessen setzt das Spiel auch auf übernatürliche Fähigkeiten sowie ein Inspektionssystem, mit dem sich Hinweise und Umgebungsdetails genauer untersuchen lassen, um die Geheimnisse von Desa Purba nach und nach zusammenzusetzen. Laut den anwesenden Entwicklern soll die Vollversion darüber hinaus noch weitere, bislang unangekündigte Mechaniken enthalten, die insbesondere Fans klassischer PlayStation-Ära-Survival-Horror-Titel gefallen dürften.

Agni: Village of Calamity

Bild: 2026 © Wired Productions

Schöne Mischung

Wer genauer hinschaut, erkennt schnell, wie bewusst Separuh Interactive einzelne Versatzstücke seiner großen Vorbilder aufgreift, ohne dabei zur reinen Kopie zu werden. Aus dem Resident Evil Baukasten stammt zunächst die feste, fast schon cineastische Kameraführung, die vor allem während der Erkundungspassagen zum Einsatz kommt und die Szenerie dadurch bewusst bedrohlich in Szene setzt, ganz im Stil klassischer Umbrella-Anwesen. Dazu passt ein Inventar, in dem sich gefundene Gegenstände nicht nur horten, sondern aktiv untersuchen lassen, um darin versteckte Hinweise freizulegen, ein Kniff, der direkt an die Item-Inspektion der frühen Serienteile erinnert.

Die Kämpfe selbst spielen sich aus der Third Person Perspektive und wollen bewusst nicht als reines Ballerfest verstanden werden. Munition ist knapp bemessen, Gegner stecken ordentlich etwas weg, und wer einfach nur wild draufhält, findet sich schnell ohne Patronen und in ernsthaften Schwierigkeiten wieder. Stattdessen fordert die Demo dazu auf, Begegnungen taktisch anzugehen, Fluchtwege im Blick zu behalten und genau abzuwägen, welcher Kampf sich überhaupt lohnt. Ein direkter Gruß an Alan Wake ist dabei die Rolle der Taschenlampe, mit der sich bestimmte Gegner erst verwundbar machen lassen, bevor Schüsse überhaupt richtig Wirkung zeigen, wodurch Licht und Schatten zu einer echten taktischen Ressource werden statt bloßer Atmosphäre.

Agni: Village of Calamity

Bild: 2026 © Wired Productions

Ein kleiner Dämpfer zum Schluss

Ganz ohne Kritik kommt mein Eindruck allerdings nicht aus. Während die ersten gut zwanzig Minuten der Demo technisch absolut sauber liefen, machten sich in den letzten fünf Minuten spürbare Ruckler bemerkbar, die den ansonsten dichten, angespannten Spielfluss merklich störten. Bei einem kleinen, unabhängigen Team wie Separuh Interactive ist das angesichts des Messetrubels zwar nachvollziehbar und sicher kein Beinbruch, sollte bis zur finalen Fassung aber unbedingt noch ausgebügelt werden, gerade weil Survival-Horror stark von einem konstanten, unangenehmen Spannungsbogen lebt, den ruckelnde Bildraten schnell empfindlich stören können.

Abgesehen von der kurzen Performance-Delle in den Schlussminuten hinterließ Agni: Village of Calamity bei mir einen richtig starken Eindruck. Die Kombination aus vertrauten, bewährten Survival-Horror-Mechaniken und der ungewöhnlichen, kulturell tief verwurzelten indonesischen Erzählperspektive macht neugierig auf mehr, zumal Separuh Interactive selbst betont, dass in der finalen Fassung noch einige überraschende neue Mechaniken auf erfahrene Genrefans warten sollen. Ein konkretes Releasedatum steht zwar noch nicht endgültig fest, ein Erscheinen noch im Jahr 2026 für PC, PlayStation 5 sowie Xbox Series X|S ist aber weiterhin das erklärte Ziel des kleinen, aber sichtlich ambitionierten Teams.

Christian Koitka
The guy who loves videogames

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