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Preview: Wardens of Avalon und die etwas andere Tafelrunde | gamescom 2026

Die Ritter der Tafelrunde als Bösewichte, selbst König Artus eingeschlossen: Das ist die ungewöhnliche Prämisse von Wardens of Avalon. Runes Studio präsentierte erstmals auf der gamescom 2026 eine spielbare Fassung des Spiels, einem düster interpretierten Arthurian-Action-RPG aus der Vogelperspektive. Ich habe mir eine halbe Stunde Zeit genommen, um selbst durch die Trümmer von Camelot zu ziehen, und war am Ende positiv überrascht von dem, was das kleine Team dort auf die Beine gestellt hat.

 

Eine finstere Version der Artus-Sage

In Wardens of Avalon liegt das einst sagenumwobene Königreich in Trümmern. Eine tiefgreifende Finsternis hat sich über das Land gelegt und dabei auch jene Helden korrumpiert, die einst als leuchtende Vorbilder besungen wurden, die Ritter der Tafelrunde selbst. Als Mitglied des neu gegründeten Ordens der Zwielichtritter ist es nun an mir, sowohl gegen diese gefallenen Helden anzutreten als auch das zerstörte Camelot Stein für Stein wieder aufzubauen. Genau diese Doppelrolle aus fordernden Kämpfen und langfristigem Wiederaufbau verleiht dem Spiel schon auf dem Papier einen erfrischend eigenständigen Charakter innerhalb eines an sich vertrauten Genres.

Wardens of Avalon

Bild: 2026 © Runes Studio

 

Kämpfen ohne feste Klasse

Besonders gut gefallen hat mir das Fortschrittssystem, das bewusst auf feste Klassen verzichtet. Statt sich früh auf eine feste Rolle festzulegen, wird der eigene Spielstil vollständig über die gewählte Ausrüstung definiert. Waffen und Rüstungen bringen jeweils eigene Attribute mit, wodurch sich mein Zwielichtritter im Laufe der kurzen Session mehrfach spürbar anders anfühlte, je nachdem, welche Kombination ich gerade ausprobierte. Diese Flexibilität sorgt für angenehme Experimentierfreude und dürfte gerade im späteren Spielverlauf, wenn immer mehr Ausrüstung verfügbar wird, noch deutlich an Tiefe gewinnen.

Wardens of Avalon

Bild: 2026 © Runes Studio

 

Chaos garantiert im Koop

Auch die kooperative Ausrichtung des Spiels konnte im Gespräch überzeugen. Bis zu vier Spieler können sich gemeinsam durch Avalon kämpfen, wobei sich Bossgegner laut Renault nicht einfach nur an höhere Spielerzahlen anpassen, indem sie mehr Lebenspunkte oder Schaden erhalten. Stattdessen verändern manche Bosse ihr komplettes Verhalten und greifen auf zusätzliche Fähigkeiten zurück, sobald mehr Mitstreiter im Kampf stehen, wodurch laut Renault dieselbe Begegnung mit vier Spielern völlig anders ablaufen kann als im Duo oder Solo. Genau diese Aussicht auf herrlich chaotische Gruppenkämpfe, bei denen am Ende alle gleichzeitig durcheinander rufen, weiß absolut zu reizen und dürfte für ordentlich Wiederspielwert sorgen.

Wardens of Avalon

Bild: 2026 © Runes Studio

 

Das macht Lust auf mehr

Wardens of Avalon hat mich mit seiner finsteren Neuinterpretation der Artussage sowie dem klassenlosen, ausrüstungsbasierten Kampfsystem klar überzeugt, auch wenn die auf der Messe gezeigte Fassung naturgemäß noch nicht final poliert war und dem einen oder anderen Detail bei Animationen und Feedback noch etwas Feinschliff gut täte. Die Kombination aus forderndem Hack-and-Slash-Gameplay

, dem langfristigen Wiederaufbau Camelots und dem vielversprechenden Koop Ansatz mit dynamisch reagierenden Bossen ergibt insgesamt ein rundes, vielversprechendes Gesamtpaket. Ein konkretes Releasedatum steht zwar noch aus, ein weiterer öffentlicher Playtest ist aber bereits angekündigt, und sollte das Team die kleineren Schwächen der aktuellen Version bis dahin ausbügeln, könnte aus Wardens of Avalon einer der spannenderen Genrevertreter des kommenden Jahres werden.

Christian Koitka
The guy who loves videogames

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