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Preview: Sea of Remnants ist das etwas andere Black Flag | gamescom 2026

Ich habe Sea of Remnant immer ein wenig als das „etwas andere“ Assassin’s Creed: Black Flag wahrgenommen. Umso gespannter war ich, den Titel auf der gamescom 2026 endlich mal selbst ausprobieren zu können. Und ich wurde doch sehr überrascht! Ein großes Fragezeichen gibt es aber trotzdem noch.

 

Black Flag + JRPG?

Die Idee ist ziemlich ungewöhnlich. Ihr spielt einen Seemann, der zu den sogenannten Puppetfolk gehört. Das sind lebendig gewordene, künstliche Wesen, die aussehen wie fein gearbeitete Marionetten. Euer Problem: Ihr habt keine Erinnerungen mehr. Also heuert ihr an, segelt los und versucht, eure verlorene Vergangenheit Stück für Stück zurückzuholen. Das Spiel ist kein reines Abenteuer, sondern hat einen Roguelike-Kern. Das heißt: Ihr fahrt raus, erkundet Inseln, sammelt Schätze und kommt zurück. Euer Zuhause ist die Piratenstadt Orbtopia. Dort baut ihr euer Schiff und eure Crew mit den erbeuteten Schätzen dauerhaft aus. So wird jeder neue Ausflug ein bisschen leichter, aber die Welt bleibt trotzdem jedes Mal anders und unberechenbar. Das macht Lust auf immer neue Fahrten.

Das Kampfsystem ist zweigeteilt und das ist richtig spannend. An Land, wenn ihr die Inseln erkundet, trefft ihr auf Gegner und kämpft rundenbasiert. Das heißt, ihr seid abwechselnd mit dem Feind dran. Hier kommt ein cooles Würfelsystem ins Spiel. Je nachdem, was ihr würfelt, bekommen eure Crewmitglieder plötzlich Extra-Aktionen oder der Kampf nimmt eine überraschende Wendung. Das zwingt euch, immer wieder neue Taktiken auszuprobieren. In der Demo hat das wirklich gut funktioniert. Wenn ein Teammitglied einen Treffer landet, kann ein anderes oft noch einen Schlag hinterher setzen. Außerdem gibt es starke Spezialangriffe, die den normalen Kampfablauf durcheinanderwirbeln können. Es sorgte aber auch teilweise dafür, dass ich ein bisschen den Durchblick verloren habe, warum plötzlich 2, 3 Angriffe in Folge automatisiert von der CPU ausgespielt werden.

Sobald ihr auf dem Wasser seid, wird es actionreich. Dann steuert ihr euer Schiff in Echtzeit, weicht feindlichen Kanonenschlägen aus und feuert selbst zurück. Das erinnerte mich ein bisschen an die Seeschlachten aus Black Flag, nur mit eigenem Stil. Besonders cool: Während des Gefechts läuft stimmungsvolle Musik, die von Piratenliedern bis zu rockigen Klängen alles bietet. Die Schiffsteuerung ist jedoch deutlich simpler, als in AC4. Zwar kann man das Schiff auch vielseitig upgraden, doch die Seeschlachten fühlen sich im Ubisoft-Titel nochmal eine ganze Spur umfangreicher an.

Sea of Remnants

Bild: 2026 © Netease

 

Das sieht gut aus und klingt noch besser

Optisch ist „Sea of Remnant“ ein Hingucker. Der Cel-Shading-Look, also diese gezeichnete Optik, lässt die Welt besonders lebendig wirken. Die Charaktere im Puppenstil sind detailverliebt und haben einen ganz eigenen Charme. Auch bei den Waffen haben sich die Macher was einfallen lassen: Da kämpft jemand mit einer übergroßen Schere oder einer Leier. Solche verrückten Details machen einfach Laune. Auch die Musik hat mich überrascht. Ein extra für das Spiel geschriebener Song wurde in der Demo gezeigt und passte perfekt zur Stimmung. Besonders der Wechsel von ruhigen, gesungenen Teilen hin zu rockigen Passagen während eines harten Kampfes war richtig gut gemacht.

Nach der Demo bin ich echt angetan. „Sea of Remnant“ packt viele Ideen in ein Spiel: eine emotionale Geschichte, Roguelike-Elemente, taktische Kämpfe und actionreiche Seeschlachten. Das ist ganz schön viel, aber bisher wirkt es, als könnte das alles gut zusammenspielen. Besonders die Idee, dass immer wieder neue, zufällige Crewmitglieder auftauchen, die ganz neue Spielweisen ermöglichen, klingt vielversprechend.

Das Spiel soll Free-to-play erscheinen, was immer ein kleines Fragezeichen mit sich brignt. Ob die Bezahlmodelle fair bleiben, muss sich zeigen. Aber der erste Eindruck macht Lust auf mehr. Die geschlossene Beta startet im Dezember 2026. Ich werde mich auf jeden Fall anmelden. „Sea of Remnant“ ist auf jeden Fall ein Spiel, das man auf dem Schirm haben sollte. Es könnte der Überraschungshit der nächsten Monate werden und  kann vielleicht auch endlich mal meine F2P-Skepsis bezwingen. Aber wie schwerwiegend das System eine natürlich Progression verhindert, werden wir frühestens erst zur Beta wissen.

Sea of Remnants

Bild: 2026 © Netease

Christian Koitka
The guy who loves videogames

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