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Test: Aquapark Tycoon (Early Access)

Mein absoluter Tycoon-Geheimtipp

Achterbahnen, Zoos, Städte, Krankenhäuser. Im Tycoon-Genre habe ich schon fast jedes Szenario durchgespielt, aber ausgerechnet der klassische Freizeitpark mit Wasserrutschen fehlte mir bisher komplett. Umso neugieriger war ich auf Aquapark Tycoon! Boxelware liefert nämlich genau das. Ich habe mittlerweile viele Stunden investiert, mehrere Attraktionen gebaut, wieder abgerissen und neu geplant, und ich möchte in diesem Test möglichst genau aufschlüsseln, wie sich das Spiel in seinem aktuellen Early-Access-Zustand tatsächlich anfühlt.

 

Das Disneyland der Wasserrutschen

Schon der Einstieg scheint zugänglich. In den anfänglichen Szenarien wird mir die Steuerung und grundsätzliche Baumechanik erklärt. Die Menüführung ist dabei sehr übersichtlich, die Bauwerkzeuge sitzen dort, wo ich sie erwarte, und die Optik ist ein farbenfroh, leicht cartoonhaft. An der Oberfläche wirkt das Spiel simpel und einfach, doch man kann sich tiefer in die Materie eingraben. Aber dazu später mehr. Die ersten Minuten fühlen sich bereits sehr intuitiv an. Denn nachdem die Rollercoaster-Reihe mehr oder weniger etwas unterging, fehlte mir genau das Gefühl der zugänglich, aber umfangreichen Spielbarkeit.  Hier macht es aber durchaus schnell „klick“.

Am meisten Zeit verbringe ich beim Bau der Wasserrutschen, und das ist auch der Bereich, der mich am meisten überrascht hat. Ich lege jedes Segment einzeln in den Raum, ziehe Kurven, baue Loopings, variiere Neigungswinkel und Geschwindigkeit, und merke dabei sehr schnell, dass das Spiel unter der Haube tatsächlich mit ordentlich Physik arbeitet. Baue ich eine Rutsche zu steil oder mit einer zu engen Kurve, springen meine virtuellen Gäste im schlimmsten Fall regelrecht aus der Bahn, was mich beim ersten Mal ehrlich gesagt zum Lachen gebracht hat. Also fange ich an, tatsächlich auf Geschwindigkeit, Neigung und Fliehkräfte zu achten, was dem Bauprozess eine überraschend befriedigende kleine Ingenieurs-Note verleiht.

Ich baue enge Spiralrutschen für Nervenkitzel-Fans, ruhigere Familienrutschen für die jüngeren Gäste und wilde Geschwindigkeits-Attraktionen für die Adrenalinjunkies unter meinen Besuchern, und jede einzelne fühlt sich wegen der freien Formgebung individuell an. Es gibt für mich kaum etwas Befriedigenderes, als eine besonders gewagte Rutschenkonstruktion fertigzustellen und dann zuzusehen, wie die ersten Gäste kreischend hindurchsausen.

Aquapark Tycoon

Bild: 2026 © Boxelware

 

Macht Platz für den Baumeister

Genauso viel Sorgfalt stecke ich mittlerweile in meine Poolanlagen. Form, Tiefe, Wassertemperatur und Ausstattung lassen sich bei jedem Becken einzeln festlegen, wodurch ich sehr unterschiedliche Bereiche gestalten kann. Für die actionorientierten Gäste baue ich ein tosendes Wellenbecken mit künstlichem Wellengang, für Familien ein flaches Planschbecken mit kleinen Spielelementen, und für alle, die einfach nur entspannen wollen, eine ruhige, warme Thermalzone mit Poolbar. Besonders die Saunen haben es mir angetan, weil ich dort tatsächlich mit Temperatur, Duftaufgüssen und Ambiente herumtüfteln kann, um ein möglichst stimmiges kleines Wellness-Erlebnis zu erschaffen. Ich definiere sogar einen eigenen Aufgussplan mit unterschiedlichen ätherischen Ölen und Aromen, die jeweils verschiedene Effekte haben und unterschiedliche Gästegruppen anziehen.

Dass ein Tycoon-Spiel mir so viel gestalterische Freiheit gerade in diesem eher ruhigen Wellnessbereich gibt, hat mich positiv überrascht. Vor allem: Das ist alles schon im Early Acces drin! Zudem muss ich gerade da die erwähnte Spielbarkeit hervorheben. Es hakt nicht merkwürdig, Objekte klippen nicht merkwürdig aneinander. Es fühlt sich sehr „snappy“ an und auch komplexe Attraktionen gehen gut von der Hand. Klar, perfekt ist es noch nicht. Manche Rundungen in Poolanlagen könnten noch etwas einfacher von der Hand gehen. Oder ein allgemeiner Button fehlt, um jede vorige Aktion rückgängig zu machen. Einen solchen gibt es nur im Baumenü mancher Geräte. Aber für ein Spiel in einer noch jungen Phase, ist das schon sehr beachtlich!

Aquapark Tycoon

Bild: 2026 © Boxelware

 

Viel Anpassbarkeit

Über all dem liegt natürlich die gewohnte Verwaltungsebene. Ich stelle Rettungsschwimmer ein, die auf die Sicherheit meiner Gäste achten, Saunameister, die unterhaltsame Aufgüsse machen, und Wartungspersonal, das im Hintergrund dafür sorgt, dass meine Attraktionen nicht ausfallen. Jede dieser Rollen fühlt sich für mich spürbar unterschiedlich an, auch wenn ich mir hier für spätere Updates noch mehr Tiefe und individuellere Persönlichkeiten wünschen würde. Über ein Forschungssystem schalte ich nach und nach neue Bauoptionen, Ausstattungsgegenstände und Managementmöglichkeiten frei, was mir immer wieder neue Anreize gibt, weiterzuspielen, statt in einem irgendwann stagnierenden Baukasten festzustecken.

Besonders spannend finde ich, wie unterschiedlich meine Gäste eigentlich ticken. Manche suchen reinen Nervenkitzel und stürmen direkt zu den höchsten Rutschtürmen, andere wollen sportlich aktiv sein und schwimmen lieber ihre Bahnen, wieder andere kommen nur wegen der Entspannung und verschwinden direkt in der Sauna. Ich beobachte immer wieder ihr Feedback, ihre Zufriedenheit und ihre Beschwerden, und passe meinen Park entsprechend an, ob es nun um die verzweifelt gesuchte Sitzgelegenheit für müde Großeltern, die extremste Rutsche für abenteuerlustige Teenager oder die ruhige Thermalzone für gestresste Erwachsene geht.

Schön ist auch, dass ich meine Attraktionen frei benennen kann. Das gilt auch für Food-Stände. Schade ist allerdings, dass es hier ein festes Angebot gibt. Ich kann leider nicht einstellen, dass mein Pommes-Stand auch Pommes-Currywurst anbieten kann oder wie die Cocktails heißen, die meine Bar anbietet. Teilweise bieten die Stände auch nur 1 oder 2 Produkte. Hier wäre mehr Anpassbarkeit noch ganz schön. Auch vermisse ich es stellenweise, dass man nicht auch noch etwas mehr ins Extreme gehen kann. Damit meine ich: Noch höhere Wellen im Wellenbad. Noch höhere Rutschentürme. Noch abgedrehtere Attraktionen. Natürlich möchte keiner in eine Rutsche, bei der man plötzlich aus 70 Metern in ein Becken stürzt. Aber hier einen Haken setzen zu können, dass genau solche Grenzen der Vernunft aufgehoben werden: Da sehe ich mich!

Aquapark Tycoon

Bild: 2026 © Boxelware

 

Ganzjahrespark

Ein Detail, das mich immer wieder begeistert, ist der Wechsel von Jahreszeiten und Tageszeiten. Der Tag-Nacht-Zyklus begeistert mit seinen eigenen Lichtstimmungen. Genauso spannend finde ich die dynamisch wechselnden Jahreszeiten, die tatsächlich Auswirkungen auf mein Gästeverhalten haben. Im Sommer strömen meine Besucher regelrecht an die Außenbecken und kaufen Sonnencreme, während im Winter plötzlich die kuschelige Wärme meiner Saunen zum begehrtesten Rückzugsort wird. Ich muss also mitdenken, ob ich meinen Park eher für die warme oder die kalte Jahreszeit optimiere, oder ob ich clever genug baue, um beides gleichzeitig zu bedienen. Das gibt der Parkplanung eine zusätzliche strategische Ebene, die ich in dieser Form nicht erwartet hatte.

Für ein so junges Early-Access-Spiel bin ich vom Umfang wirklich positiv überrascht. Über 40 verschiedene Varianten der Hauptattraktionen stehen mir zur Verfügung, dazu mehrere Themenwelten und jede Menge Dekorationsoptionen, mit denen ich meinen persönlichen Stil in jeden Winkel meines Parks bringen kann. Insgesamt 13 Szenarien in drei Schwierigkeitsgraden führen mich durch unterschiedlichste Landschaften und Zielvorgaben, vom entspannten Sommerpark bis zur anspruchsvollen Region mit schwankenden Jahreszeiten, in der ich ständig zwischen Sommer- und Wintergeschäft jonglieren muss. Wenn mir die vorgegebenen Ziele irgendwann zu eng werden, wechsle ich einfach in den frei konfigurierbaren Sandbox-Modus, in dem ich mir Startbedingungen und Ziele komplett selbst zusammenstellen kann.

Aquapark Tycoon

Bild: 2026 © Boxelware

 

Das läuft schon echt rund

Auch technisch macht der Titel für ein Early-Access-Spiel eine überraschend gute Figur. Während meiner gesamten Spielzeit hatte ich keine größeren Aussetzer, keine Abstürze und keine spürbaren Ruckler, selbst als meine Parks größer und meine Rutschenkonstruktionen komplexer wurden. Klar, ab einer gewissen Größe merkt man die Einbußen. Doch auch das ist Meckern auf hohem Niveau, angesichts des Early Access. Rundum gefällt es mir aber auf technischer Ebene und ich mag auch den Stil des Spiels. Natürlich darf es gerne noch etwas mehr Detailreichtum hier und da sein.

Für 22,99 Euro bekomme ich meiner Meinung nach schon jetzt sehr viel Spiel geboten, gerade wenn ich bedenke, wie viel Inhalt bereits zum Early-Access-Start enthalten ist. Wer möchte, kann zusätzlich zur Digital-Deluxe-Variante mit Soundtrack und kleinem Supporter-Paket greifen, was ich persönlich vor allem all jenen empfehlen würde, die die Entwicklung finanziell unterstützen möchten. Besonders freue ich mich über den Ausblick auf die kommenden Monate: Boxelware hat für den weiteren Early-Access-Verlauf weitere Szenarien mit mehrstufigen Zielen angekündigt, dazu eine größere Attraktionsauswahl, zusätzliche Themenwelten und vor allem eine deutlich ausgefeiltere Gäste- und Personal-KI, bei der meine Besucher künftig in Gruppen auftreten und insgesamt natürlicher wirken sollen.

Aquapark Tycoon

Bild: 2026 © Boxelware

 

Fazit zu Aquapark Tycoon

Ich bin echt positiv überrascht! Ich glaube Aquapark Tycoon hat in mir das erste Mal wieder diese alte, fast erloschene Tycoon-Flamme in mir entzündet, die ich seit den Hochzeiten von Rollercoaster Tycoon vermisse. Aber hier stimmt schon jetzt so viel! Das Spiel von Boxelware ist enorm zugänglich, steuert sich präzise und lässt mich relativ handlich auch komplexe Dinge bauen. Das Schöne ist, dass ich mich bereits im Early Access schon ordentlich austoben kann. Klar würde ich mir hier und da noch mehr und noch abgedrehtere Sachen wünschen. Doch wie viel hier an Umfang geboten wird, ist schon echt lobenswert.

Doch Aquapark Tycoon bietet auch einiges an Spieltiefe. Die zahlreichen Besucher haben eigene Bedürfnisse, ich muss Schattenplätze haben für den Sommer, wohingegen im Winter überdachte Gebäude gebraucht werden. Ich muss auf Sauberkeit achten, meine Finanzen im Blick haben, kann neue Dinge erforschen und genug Bademeister braucht es auch. Es ist für mich eine Wiederentdeckung eines Genres. Ich freue mich richtig auf die zukünftigen Inhalts-Updates und was so bis zum Full-Release passiert. Well done, Boxelware! Das ist schon heute ein richtig gutes Tycoon Game.

Christian Koitka (Redakteur)

Fazit zu Aquapark Tycoon

Wenn jetzt Sommer wär…

Ich als absoluter Aufbau-Management-Strategie-Fan der ersten RollerCoaster Tycoon-Stunde war vor rund zwei Jahren mächtig überrascht, als Boxelware als deutsches Entwicklerteam Aquapark Tycoon ankündigte und auch prompt auf der gamescom erste Inhalte präsentierte. Damals hätte ich aber niemals damit gerechnet, dass es unfassbar viel Spaß macht, seinen eigenen Wasserpark zu managen.

Dabei ist es erstaunlich, wie detailliert das Spiel bereits in seiner Early Access-Phase gestaltet ist. Sowohl das Aufbau- als auch das Management-System bieten eine Menge an Umfang und Tiefe. All dies was wir bei Planet Coaster und Planet Zoo bereits kennen, wurde hier nochmal mehr auf das Wohl eines Badebesuchers gelenkt. Sei es das richtige Personal, die richtigen Liegeflächen für die Gäste, Neuheiten präsentieren und am Ende die Wasserrutschen möglichst interessant zu bauen, um die Besucher*innen möglichst lange und oft an den eigenen Park zu binden. Dabei darf natürlich auch nicht das Finanzielle aus den Augen geraten. Vor allem die Liebe zum Detail und die Gestaltungsfreiheit sind hier wirklich ein Ass.

Rundum ist Aquapark Tycoon ein wirklich tolles Spiel, welches ich mir nach RollerCoaster Tycoon 3 und zuletzt Planet Coaster 2 schon immer gewünscht habe. Statt Achterbahnen und Attraktionen einfach eine Poollandschaft und Wasserrutschen bauen. Und mal ehrlich, wer schon einmal in solch einem Park wie z.B. dem Siam Park auf Teneriffa zu Gast war, weiß, wovon ich spreche.

Tobias Liesenhoff (Chefredakteur)

Positiv:

Enorm zugängliche Steuerung und intuitives Bausystem
Für einen Early-Access-Titel schon durchaus umfangreich
Viele Möglichkeiten sich kreativ auszutoben und zu individualisieren
Läuft schon jetzt sehr stabil und zuverlässig
Stets dynamisches Spielverhalten durch die Jahreszeiten
Bietet neben der Zugänglichkeit auch eine ordentliche Spieltiefe

Negativ:

Hier und da darf es gern noch mehr Individualisierungsmöglichkeiten geben
Ein allgemeingültiger "Rückgängig-Button" wäre hilfreich

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ab in die Sammlung?

Wer auf gute Freizeitpark-Tycoons steht, ist hier genau richtig! Dazu spart ihr auch gegenüber dem Full-Release.

Christian Koitka
The guy who loves videogames

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