Der Versuch der FIFA, mit FIFA World Cup: Launch Edition eine neue Fußball-Simulation auf den Markt zu bringen, scheiterte kläglich. Sicherlich zur Freude von EA Sports. Nun zog man daraus die Konsequenzen. Refacto Games, die u.a. an dem Spiel arbeiteten, haben einen Großteil der Belegschaft entlassen.
FIFA World Cup: Launch Edition gescheitert
Erst vor wenigen Tagen machte die Nachricht die Runde, dass das junge Studio Refactor Games den Großteil seiner Belegschaft entlassen hat. Firmengründer Nathan Burba bestätigte gegenüber GamesBeat einen drastischen Einschnitt: Rund 85 Prozent der Mitarbeiter müssen das Unternehmen verlassen. Brancheninsider von Inside Gaming beziffern die Zahl der Betroffenen sogar auf etwa 80 Personen.
Als Hauptgrund für die Kündigungswelle wird ein Finanzierungsstopp seitens Delphi Interactive genannt: Jenes Unternehmen, das gemeinsam mit Refactor und Netflix an einem offiziellen Fußballtitel arbeitete. Offizielle Stellungnahmen von Delphi oder dem Streaming-Riesen Netflix liegen bislang nicht vor, auch Burba äußerte sich in seiner knappen Mitteilung nicht zu den Hintergründen.
Das Aus für das gemeinsame Projekt namens Netflix’s FIFA World Cup: Launch Edition wirft ein Schlaglicht auf die ursprünglich ehrgeizigen Pläne des Studios. Gegründet wurde Refactor Games im Jahr 2022 mit der klaren Vision, eine Football-Simulation als Konkurrenz zu EAs Madden NFL zu entwickeln. Irgendwann auf dem Weg dorthin erfolgte jedoch die Kurskorrektur hin zum Fußballtitel für Netflix.
Entlassungen kamen ohne Vorwarnung
Besonders bemerkenswert war das zugrundeliegende Konzept: Statt jährlich neue Ableger auf den Markt zu bringen, setzte Refactor auf ein System ohne Jahresversionen. Die Spieler sollten umfassende Anpassungsmöglichkeiten erhalten und durch Rollenspiel-Elemente an klassische Fußballspiele erinnert werden, die bei eingefleischten Fans bis heute hoch im Kurs stehen, oftmals mit manuell nachgepflegten Kaderlisten. Die Idee war, die Modifikationsgewalt komplett in die Hände der Community zu legen, sodass die Spieler ihre Anpassungen untereinander teilen können. Langfristig strebte man sogar eine Ausweitung des Prinzips auf andere Sportarten wie Eishockey oder Basketball an.
Die plötzliche Beendigung der Zusammenarbeit traf die Belegschaft offenbar völlig unvorbereitet. Wie aus Beiträgen betroffener Angestellter auf LinkedIn hervorgeht, erfolgte die Kündigung ohne jede Vorwarnung. Dies verkündete man in einer allgemeinen Versammlung am 31. Juli. Während Burba selbst schweigt, halten sich auch die Führungsetagen von Delphi Interactive und Netflix mit Kommentaren zu dem Vorfall bedeckt.
Quelle: Gamesbeat
Bild: 2026 © Netflix Games



