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Test: Assassin's Creed Black Flag Resynced

Es wird wieder die Piratenflagge gehisst

Die Assassin’s Creed-Reihe ist Ubisofts Flaggschiff (ha, you see what i did there?), doch in 2026 werden die Rufe nach der guten alten Zeit laut. Für viele Fans, mich eingeschlossen, war Black Flag, der vierte Teil der Reihe, der letzte richtige gute Ableger und so dachte sich Ubisoft, dass es doch vielleicht mal Zeit für ein Remake wird. Zack, schon haben wir hier Assassin’s Creed Black Flag Resynced vor uns, welches uns das Abenteuer von Edward Kenway in einer komplett überarbeiteten Verpackung präsentiert. Ob das Piratenabenteuer dieselben Gefühle wie damals wecken kann, habe ich für euch getestet.

Edward Kenway, Pirat und Sympathieträger

Wir schlüpfen also erneut in die Haut von Edward Kenway, einem Mann, der vom Reichtum träumt. Um sich und seiner Frau Caroline ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen, startet er in die Piraterie und gerät dadurch aus Versehen in den großen Konflikt zwischen Assassinen und Templern. Edward ist immer noch ein unfassbar sympathischer Protagonist, immer mit einem guten Spruch auf den Lippen und einer Charakterentwicklung, wie sie wenige Protagonisten von Videospiele durchmachen. Alle alten Sprecher*innen sind, bis auf wenige Ausnahmen aufgrund von verstorbenen Sprechern, wieder mit an Bord. Die neuen Dialoge fügen sich nahtlos in das bestehende narrative Gerüst mit ein.

Die Geschichte bleibt größtenteils identisch, es finden sich aber ab und zu einige Zusätze. Neben einigen zusätzlichen Dialogen und Zwischensequenzen gibt es jetzt einige komplett neue Missionen, bei denen wir sogar ganz neue Charaktere kennenlernen. So können wir zum Beispiel drei Offiziere rekrutieren, die unserem Schiff neue Fähigkeiten verpassen. Diese finden aber etwas isoliert in ihren eigenen Questreihen statt, es wäre wahrscheinlich einfach zu umständlich gewesen, sie in die bereits bestehende Hauptstory zu integrieren. Diese neuen Missionen sind zwar super, dafür enthält das Remake aber leider nicht den DLC Freedom Cry, in welchem es um die Geschichte von Adéwale ging.

Ebenfalls fällt die moderne Abstergo-Storyline komplett weg. Einen Großteil der Leute dürfte das sicher freuen, auch ich persönlich kenne nicht viele, welche die Geschichte in der Gegenwart so berauschend finden. Als Erstatz gibt es jetzt ein paar vereinzelte Animus-Missionen, die uns zusätzlichen Kontext für das Piratenzeitalter und Edwards Hintergrundgeschichte bieten. Eine nette Idee, eine richtige Notwendigkeit waren diese Missionen jetzt aber auch nicht wirklich.

Assassin's Creed Black Flag Resynced

Edward stürzt sich in ein malerisches Abenteuer. | Bild: 2026 © Ubisoft

 

Urlaub in der Karibik

Assassin’s Creed Black Flag Resynced beruft sich auf die großen Stärken der Reihe, damit meine ich natürlich die Erkundung der riesigen offenen Spielwelt. Und ich sage euch, das Finden von Schätzen in der Karibik rund um die großen Ortschaften Havanna, Nassau und Kingston macht immer noch einen Heidenspaß. Wir klettern und rennen über die Dächer der Häuser und über verzweigte Bäume, jagen Notenblättern hinterher, entdecken versteckte Truhen und tauchen auf den Grund des Meeres auf der Suche nach auch dem letzten Geheimnis. Es gibt eine Menge zum Einsammeln, doch im Vergleich zum Original wurde Assassin’s Creed Black Flag Resynced ordentlich entschlackt. Die Truhen sind zum Beispiel nicht mehr so vielzählig, dafür sind sie oft ein wenig besser versteckt. Der Gameplayloop aus dem Auskundschaften der Orte von einem hohen Turm aus bis hin zum Aufdecken aller Geheimnisse ist auch heute noch sehr befriedigend.

Abseits dessen können wir uns mit etlichen Nebenbeschäftigungen ablenken. Wir jagen Tiere für ihre Ressourcen, um unser Inventar aufzuwerten, rauben Lagerhäuser aus und entspannen uns bei einem Würfelspiel in der Taverne. Oder wir beginnen eine der vielen Missionen, sei es nun die Hauptquest, Templerjagd oder die Rekrutierung der Offiziere.

All diese Elemente gehen in Assassin’s Creed Black Flag Resynced nahtlos ineinander über. Zwischen den Orten gibt es keine Ladebildschirme und die Story ist auch nicht mehr in Sequenzen zerstückelt. Dafür wurden aber optionale Missionsziele bei den Quests entfernt. Wir sammeln also keine Bonuspunkte mehr, wenn wir unentdeckt bleiben oder eine bestimmte Waffe fünfmal eingesetzt haben.

Assassin's Creed Black Flag Resynced

Das malerische Havanna lädt zum Erkunden ein. | Bild: 2026 © Ubisoft

 

Wir lassen die Säbel rasseln

Dadurch, dass wir nun also keine optionalen Vorgaben mehr haben, können wir in den Missionen so vorgehen, wie wir es am liebsten möchten. Wir können uns also, wie ein wahrer Assassine, gänzlich lautlos durch die Level bewegen und die Wachen einzeln ausschalten. Das funktioniert oft aufgrund sehr wackeliger KI aber nicht immer, doch kein Problem. In Assassin’s Creed Black Flag Resynced werden Missionen nicht mehr abgebrochen, wenn man entdeckt wird. Wir können uns also auch in den Nahkampf stürzen, ein wahrer Pirat schwingt doch ohnehin lieber die Säbel.

Im Kern funktioniert das Kampfsystem von Assassin’s Creed Black Flag Resynced immer noch ähnlich wie beim Original, wir können angreifen, abwehren und kontern. Blaue Angriffe der Gegner sind für einen Konter geeignet, roten Angriffen sollten wir ausweichen. Doch wir können auch noch viele andere Elemente in den Kampf mit einfließen lassen. Es gibt noch einen Spezialangriff, der zwischen den Waffen variiert und den Block der Gegner durchbricht, wir können unsere Feinde treten oder ihnen mit einem Fußfeger den Boden unter den Füßen wegreißen. Sekundärwaffen wie die Pistolen oder der Wurfpfeil sind ebenfalls hilfreiche Mittel. Alles in allem machen die Kämpfe Spaß, sind aber sehr oft etwas unübersichtlich. Oft spielt die Kamera nicht gut mit und so greifen Gegner aus dem Nichts an, während wir gerade mit jemand anderem beschäftigt sind. Vor allem in Gefechten mit vielen Feinden ist nicht immer klar, welchen Gegner Edward nun angreifen wird. Wirklich schwer sind die Kämpfe nicht, sie wirken dadurch aber manchmal etwas zu hakelig.

Im Kampf bekommt man auch mal ein Knie ins Gesicht, so ist das eben. | Bild: 2026 © Ubisoft

 

Wilde Gefechte auf dem Karibischen Meer

Aber Edward ist ja ein Pirat und die kämpfen bekanntermaßen ja nicht nur an Land. Und so gibt es in Assassin’s Creed Black Flag Resynced natürlich auch die beliebten Seeschlachten mit unserem Schiff, der Jackdaw. Und die haben es in sich, sie machen immer noch genauso Laune wie 2013. Da haben sie ja immerhin für so viel Aufmerksamtkeit gesorgt, dass Ubisoft sich mit einem Spiel namens Skull & Bones komplett auf dieses Feature konzentrieren wollte. Nun, wie das ausgegangen ist, wissen wir ja, aber jetzt haben wir endlich brachiale Seeschlachten in Assassin’s Creed Black Flag Resynced. Wir können unser Schiff aufwerten und uns so gegen immer stärkere Gegner wagen, bis wir schließlich versuchen, die legendären Schiffe zu versenken. Wir können besiegte Schiffe entern und dann Rohstoffe ergattern, unseren Bekanntheitsgrad senken oder unsere Flotte erweitern. Mit den neuen Offizieren können wir besondere Fähigkeiten erlangen, die uns in den Seeschlachten helfen, so gibt uns Schiffsbauerin Lucy zum Beispiel die Fähigkeit, bei unserer ersten Deckung den erlittenen Schaden vollständig zu vermeiden. Dadurch wird auch das Gameplay bei den Seeschlachten nochmal aufgewertet.

Auch im allgemeinen macht das Segeln auf dem Karibischen Meer eine Menge Spaß, auch wenn das dynamische Wetter uns etwas zu oft einen Strich durch die Rechnung macht. Für meinen Eindruck regnet es in der Karibik nämlich etwas zu oft und bei einem Sturm ist das schnelle Reisen mit dem Schiff nicht möglich. Ob es sich bei der überhöhten Anzahl an Stürmen um einen Bug handelt, weiß ich nicht, aber nicht zu selten hat mir der eintretende Regen das Segeln versaut. Immerhin können wir uns jetzt einen tierischen Begleiter in Form einer Katze oder eines Affen an Bord holen. Das hebt meine Laune dann auch bei schlechtem Wetter.

Die See ist nicht immer so ruhig wie hier dargestellt. | Bild: 2026 © Ubisoft

 

Assassin’s Creed Black Flag Resynced bietet ein verbessertes Spielerlebnis

Man merkt bei Assassin’s Creed Black Flag Resynced schon, dass Ubisoft versucht hat, an den richtigen Stellschrauben zu drehen. Es gibt etliche Quality of Life-Verbesserungen, welche zu einem angenehmen Spielerlebnis führen. Dass bestimmte Missionen bei der Entdeckung nicht abgebrochen werden, ist so eines von diesen Beispielen. Oder auch die Tatsache, dass ihr nun jederzeit zu entdeckten Aussichtspunkten schnellreisen könnt und das mitsamt der Jackdaw. Außerdem könnt ihr nun überall geduckt laufen, nicht nur im Gebüsch und das Tauchen ist überall im Gewässer möglich. Und die wohl beste Neuerung ist das automatische Folgen, bei dem ihr in Storymissionen dem entsprechenden NPC automatisch hinterherlauft. Weggefallen sind dafür die elendigen Abhörmissionen, bei denen ihr immer in einem bestimmten Radius bleiben musstet. Einge unangenehme Eigenart des Originals, die zum Glück nicht ihren Weg in das Remake gefunden hat.

Es ist klar, dass Ubisoft hier jeden abholen möchte und so könnt ihr den Schwierigkeitsgrad des Spiels beliebig einstellen. Dies bezieht sich auf die einzelnen Elemente im Gameplay. So könnt ihr die Seeschlachten etwas erleichtern, wenn euch die Schiffe zu schnell versenken. Ihr könnt die Schwierigkeit aber auch nach oben schrauben, wenn ihr das möchtet.

Das Remake hat viele bekannte und neue Features zu seinem guten Gesamtpaket geschnürt. | Bild: 2026 © Ubisoft

 

Fast so schön wie eine Postkarte aus dem Urlaub

Einer der wohl wichtigsten Aspekte, wenn man ein Spiel von 2013 in die Neuzeit holt, ist der optische Aspekt. Und mannomann, sieht Assassin’s Creed Black Flag Resynced einfach nur gut aus. Jede Aussicht von einem weiteren Aussichtspunkt sorgt für Staunen, selten sahen Sonnenuntergänge in einem Videospiel so gut aus wie hier. Ob zu Land oder auf hoher See, optisch weiß das Remake einfach zu überzeugen.

Dass gilt größtenteils auch für die Charaktere, wobei es hier jedoch leider ein kleines Manko gibt. Durch die Darstellung der Gesichter in der neuen Optik geht einiges an der Mimik, welche im Original besonders war, verloren. Das fällt besonders auf, wenn man sich Vergleichsvideos Side by Side anschaut. In vielen Situationen wirkt Edwards Gesicht etwas steif, was Reaktionen auf bestimmte Ereignisse etwas unglaubwürdig erscheinen lässt. Und so geht mit dem wahrlich neuen Glanz des Remakes ein wenig vom Charme des Originals verloren.

 

Titelbild: 2026 © Ubisoft

Fazit zu Assassin’s Creed Black Flag Resynced

Ja, auch in 2026 ist Black Flag immer noch der beste Teil der Assassin’s Creed-Reihe. Assassin’s Creed Black Flag Resynced zeigt dies mal wieder eindrucksvoll und legt sogar noch ein paar neue Inhalte und Quality of Life-Verbesserungen mit oben drauf. Edward ist immer noch ein sympathischer Teufelskerl mit einer interessanten Geschichte, das Segeln auf hoher See macht immer noch eine Menge Spaß und es gibt eine Menge zu erkunden in der Karibik. Zudem sieht das Spiel, bis auf einige Gesichtsanimationen, umwerfend aus. Kleinere Mängel wie die unübersichtlichen Kämpfe oder einige Ubisoft-artige Shop-Elemente (Ja, die gibt es leider auch) kratzen aber nicht am Gesamtprodukt und so ist Assassin’s Creed Black Flag Resynced insgesamt ein gutes Remake für Fans und Neulinge gleichermaßen geworden.

Maarten Cherek (Redakteur)

Positiv:

Mit Edward Kenway sticht einer der sympathischsten Protagonisten erneut in See
Eine malerische Karibik lädt ein, erkundet und besegelt zu werden
Neue Quests und NPCs, die sich nahtlos in die Geschichte des Originals einfädeln
Sehr viele Quality of Life-Anpassungen, die nervige Aspekte des Originals ausmerzen
Ja, die Seeschlachten und das Segeln an sich sind auch im Remake die Highlights

Negativ:

Kämpfen werden manchmal etwas zu chaotisch und unübersichtlich
Der DLC "Freedom Cry" ist leider nicht mit enthalten
Manche Mimiken gehen durch die neue Grafik etwas verloren
Ubisoft macht Ubisoft-Dinge und hat auch hier einen unnötigen Shop mit Cosmetics, Waffen usw.

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ab in die Sammlung?

Man mag der Assassin’s Creed-Reihe vielleicht überdrüssig sein, aber hier wartet ein gutes Remake des wahrscheinlich besten Teils auf euch, also kann ich euch Edwards neues Abenteuer als Fan nur ans Herz legen.

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