Nach übereinstimmenden Berichten zweier branchennaher Journalisten hat Halo Studios die Entwicklung des mit Spannung erwarteten Mehrspielerprojekts mit dem Codenamen „Ekur“ beendet. Die Entscheidung fällt zeitlich mit den weitreichenden Sparmaßnahmen zusammen, die Microsofts Xbox‑Sparte in der vergangenen Woche offiziell angekündigt hatte.
Mehrere Quellen bestätigen Einstellung
Die Nachricht kommt nur sieben Tage nach einer gegenteiligen Einschätzung. Der auf Halo spezialisierte Reporter Rebs Gaming hatte in einem YouTube‑Beitrag unter Berufung auf mit der Entwicklung vertraute Quellen zunächst erklärt, dass Ekur oder zumindest wesentliche Teile davon das nächste große Mehrspieler‑Halo werden sollten. Diese Prognose ist nun hinfällig. Einem aktuellen Bericht von Rebs Gaming zufolge, der sich auf Aussagen mehrerer Mitarbeiter von Halo Studios stützt, ist die Produktion eingestellt. Die Information wurde wenig später von Jez Corden von Windows Central bestätigt, der ebenfalls über ausgezeichnete Verbindungen zum Microsoft‑Konzern verfügt. Corden bezeichnete die Neuigkeit als „zu 100 Prozent wahr“.
Ein direkter Zusammenhang mit den aktuellen Xbox‑Einsparungen wird von den Reportern jedoch nicht hergestellt. Als wahrscheinlichste Ursache für das Projektende nennen die Berichte stattdessen erhebliche Entwicklungsschwierigkeiten beim parallel laufenden Remake des ersten Halo‑Teils, das unter dem Titel „Halo: Campaign Evolved“ geführt wird. Diese Probleme hätten offenbar einen so großen personellen Abzug aus dem Ekur‑Team zur Folge gehabt, dass eine Weiterführung nicht mehr möglich war. Weitere Details zu diesem Vorgang nannte Rebs Gaming in seinem Beitrag nicht.
Holprige Entstehungsgeschichte
Bei dem gestrichenen Titel handelte es sich um einen Prototypen, der von dem externen Studio Certain Affinity vorangetrieben wurde. Dieses Entwicklerhaus hat eine lange und enge Verbindung zur Halo‑Reihe und war in der Vergangenheit unter anderem für Mehrspielerkarten zu Halo 2 sowie für Arbeiten an der Master Chief Collection verantwortlich.
Den Auftrag für Ekur erhielt Certain Affinity, nachdem ein vorheriges, ebenfalls auf Unreal Engine basierendes Battle‑Royale‑Experiment mit dem Namen „Tatanka“ nicht zur Umsetzung kam. Ekur sollte die Unreal‑Technologie weiter erkunden, wobei sowohl Tatankas Karte als auch die Slipspace‑Engine‑Karte von Halo Infinite verwendet werden sollten. Eine wichtige Entscheidung fiel im September 2023, als der Prototyp die interne Grünphase erfolgreich bestand.
Nach der Freigabe experimentierte das Team zunächst mit der Idee eines Extraktions‑Shooters, verwarf diese jedoch zugunsten eines Konzepts, das als „Super Big Team Battle“ beschrieben wurde. Als inhaltliche Referenz diente hierbei der Warzone‑Modus aus Halo 5. Dem Bericht zufolge waren im Projekt spielbare Spartaner und Eliten sowie eine umfangreiche individuelle Charakteranpassung vorgesehen.


