Die genauen Ausmaße der jüngsten Entlassungswelle bei XBOX werden zunehmend sichtbar. Nach der Ankündigung eines umfassenden „Resets“ am vergangenen Montag, der weltweit Tausende Beschäftigte betrifft, sind nun auch zahlreiche erfahrene Mitarbeiter von den Kündigungen betroffen. Auch Bethesda, bzw. Obsidian und id Software wurden hart getroffen.
Auch langjährige Veteranen müssen gehen
Berichten zufolge hat es die Belegschaft von Obsidian Entertainment besonders hart getroffen. Wie das Onlineportal Kotaku erfahren haben will, mussten zwischen 60 und 70 Angestellte das Studio verlassen. Unter den Entlassenen befanden sich demnach Produzenten, Künstler, Designer, Programmierer, Qualitätssicherungstester und Autoren. Der langjährige Art Director Daniel Alpert bestätigte seinen Abgang auf der Plattform LinkedIn. Nach 21 Jahren bei Obsidian sei seine Reise mit dem Studio zu Ende gegangen, schrieb er. Es sei zwar nicht der erhoffte Ausgang, doch er empfinde tiefe Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit. Obsidian sei weit mehr als ein Arbeitsplatz gewesen, nämlich ein Ort, an dem er seine Karriere aufgebaut, dauerhafte Freundschaften geschlossen und mit den talentiertesten und leidenschaftlichsten Menschen der Branche zusammenarbeiten durfte.
Auch die Narrative Designerin A. K. Fedeau gab auf LinkedIn bekannt, von den Entlassungen betroffen zu sein. Sie beschrieb es als einen wunderschönen Traum, für jenes Studio schreiben zu dürfen, dessen Werk sie einst aus einer dunklen Phase geholt und ihr die Liebe zum Schreiben zurückgebracht habe. Diese Erfahrung habe sie an Orte geführt, die sie sich niemals hätte vorstellen können.
Doom-Macher auf die Hälfte reduziert
Parallel dazu kursieren schwerwiegende Meldungen über das texanische Studio Id Software. Scott Miller, der Gründer von 3D Realms, behauptete, dass der Großteil oder sogar sämtliche Programmierer von Id Software entlassen worden seien. Diese Behauptung wird durch eine Aussage von Jeff Gardiner untermauert, einem ehemaligen Projektleiter bei Bethesda Game Studios. Er gab in sozialen Medien an, dass ihm zufolge 95 Mitarbeiter bei Id Software ihren Job verloren hätten.
Die Massenentlassungen stehen im Zusammenhang mit den weitreichenden Plänen von Microsoft, die Bethesda Sparte neu auszurichten. Wie Bloomberg berichtet, will sich der Konzern künftig auf die stärksten Marken des Publishers konzentrieren. Dazu zählen die Erfolgsreihen Fallout, The Elder Scrolls, Doom, Quake und Wolfenstein. Weniger erfolgreiche oder externe Projekte sollen hingegen zurückgefahren werden.
Bereits zu Beginn der Woche war bekannt geworden, dass Microsoft im Zuge der Neuausrichtung die Studios Undead Labs und Ninja Theory veräußert. Gleichzeitig erlangen Double Fine und Compulsion Games ihre Unabhängigkeit zurück. Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedoch, dass der personelle Aderlass weit über diese Verkäufe hinausgeht und tief in die etablierten Entwicklermannschaften einschneidet.
Quelle: videogameschronicle
Bild: Bethesda/ Xbox Game Studios



