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Test: Star Fox – Lohnt sich das Comeback des Weltraumfuchses?

Mit dem neuen Star Fox für Nintendo Switch 2 wagt Nintendo erneut den Sprung zurück ins Lylat System. Genauer gesagt handelt es sich um das mittlerweile zweite Remake von Star Fox 64 aus dem Jahr 1997. Und wenn man ganz streng ist, waren auch die Titel dazwischen Neuinterpretationen dessen. Ob sich dieser erneute Ausflug aber tatsächlich lohnt, klärt dieser Test.

 

Es macht halt immer noch Spaß

Das Grundgerüst bleibt erkennbar: Star Fox 64. Fox McCloud und sein Team fliegen mit dem Arwing durch planetenbasierte Missionen im Arcade-Stil, weichen feindlichem Feuer aus, setzen Boosts ein und bekämpfen Gegner mit Lasern und Bomben. Genau dieses bekannte Korsett wurde erneut hervorgeholt und minimal abgewandelt. Die neue Maussteuerung war jetzt nicht ganz mein Fall, weil ich das Handling damit nie so ganz komfortabel empfinde, wie am PC. Da griff ich lieber zum Pro-Controller, denn damit habe ich ein sehr gutes Gefühl, wie der Arwing auf meine Eingaben reagiert. Dieser steuert sich durchweg präzise und dadurch machen die clever designten Level auch im Jahr 2026 noch Spaß. Star Fox 64 ist einfach zeitlos.

Auch spielerisch gibt es Fortschritte. Der neue Challenge Modus erlaubt es, bereits abgeschlossene Level erneut zu spielen und dabei zusätzliche Ziele zu erfüllen, etwa zwölf Aufgaben pro Stage, gestaffelt in normale und schwere Herausforderungen. Das motiviert ungemein und sorgt für einen spürbar höheren Wiederspielwert als beim Original. Die drei Schwierigkeitsgrade Easy, Normal und Expert sorgen zudem dafür, dass sowohl Neueinsteiger als auch Serienveteranen auf ihre Kosten kommen. Insgesamt fühlt sich der Arwing einen Tick wendiger und reaktionsschneller an als in früheren Versionen, gepaart mit einer praktisch makellosen Bildrate. Wer Star Fox 64 mochte, wird sich hier sofort zuhause fühlen.

Star Fox

Bild © 2026 Nintendo

 

Zeitlos gut

Wer tiefer in die Mechaniken eintaucht, merkt schnell, wie durchdacht das Bewegungssystem nach wie vor funktioniert. Der Wechsel zwischen klassischer Schienenführung und den frei befliegbaren All-Range-Arealen sorgt für ein angenehmes, aber forderndes Spieltempo. Gerade die offenen Abschnitte, etwa über Corneria oder im Asteroidenfeld von Meteo, verlangen ein anderes Vorgehen als die linearen Passagen und belohnen umsichtiges Manövrieren mit zusätzlichen Bonuspunkten. Die Barrel Roll geht nach wie vor butterweich von der Hand und fühlt sich dank der verbesserten Bildrate noch einen Hauch direkter an als früher.

Auch das Leveldesign selbst zeigt, wie viel Sorgfalt schon damals in die einzelnen Schauplätze geflossen ist. Besonders gelungen ist die Umsetzung der verzweigten Routenstruktur. Die vielen schnellen Entscheidungen, auch in Bezug auf die Routenwahl, haben mich ein weiteres Mal voll abgeholt. Erfreulich ist zudem, dass die Bedingungen für alternative Pfade nun deutlich transparenter kommuniziert werden als im Original, sodass auch Neulinge nachvollziehen können, warum sie plötzlich auf Fichina statt auf Sector Y gelandet sind.

Positiv fällt außerdem auf, wie geschickt kleinere Spielelemente das altbekannte Gameplay auflockern. Das Sammeln von goldenen und silbernen Ringen zur Wiederherstellung von Schilden und Boosts zwingt dazu, auch in hektischen Gefechten aufmerksam zu bleiben, statt nur stumpf nach vorne zu feuern. Die Medaillenjagd eiens Levels motiviert genauso wie früher dazu, Missionen mehrfach mit veränderter Taktik anzugehen. In Kombination mit dem bereits erwähnten Challenge-Modus entsteht so ein Gesamtpaket, das trotz der kurzen Spielzeit der einzelnen Level eine stramme Langzeitmotivation entfaltet.

Star Fox

Bild © 2026 Nintendo

 

Gewöhnungsbedürftig bis befremdlich

Die Level sind dabei in ihrer Anordnung nahezu identisch. Somit sollte man keine neue Interpretation der Level erwarten. Es ist wirklich klassisches Star Fox 64. Das ist für den Anspruch eines Remakes aber auch völlig in Ordnung. Nur hätte ich mir dennoch eine kleine Aufstockung beim Umfang gewünscht. Klar, es ist ein Arcade Game und hier ist ganz klar im Fokus, dass man die Stages perfektionieren und das Punktesystem verinnerlichen soll. Aber in meinen Augen hätte es sich nicht damit gebissen, hätte man noch ein paar Stages mehr eingebaut. Unabhängig davon motiviert die Jagd nach Perfektion unheimlich und sorgt am Ende trotzdem für zahlreiche Spielstunden.

Weniger gelungen ist leider das neue Aussehen der Figuren. Fox, Falco, Peppy und Slippy wurden deutlich realistischer und tierähnlicher gestaltet, inklusive merkwürdig förmiger Beine und bei Falco sogar Krallenfüßen. Diese Entscheidung sorgte bereits bei der Ankündigung für gespaltene Reaktionen in der Community und auch nach dem Test bleibt ein zwiespältiger Eindruck bei mir zurück. Gerade im direkten Vergleich zur deutlich verspielteren Darstellung von Fox McCloud im aktuellen Mario-Galaxy-Kinofilm wirkt diese Designentscheidung merkwürdig. Fast schon leblos undunpersönlich kommt Fox im Gegensatz zum Film daher. Aber auch die Darstellung der letzten Spiele hat mir erheblich mehr zugesagt. Das liegt vor allem an der kaum vorhandenen Ausdruckskraft der Gesichter. Die fallen leider sehr steif aus. Das liegt daran, dass man die Mundbewegungen der Charaktere im Multiplayer per Switch-Kamera nachmachen können soll. Auf den Kompromiss hätte ich gerne verzichtet. Weil die Kamera benutzen wahrscheinlich die Wenigsten für solch ein Feature, für das man nun auf detailverliebte Animationen verzichten muss.

Star Fox

Bild: 2026 © Nintendo

 

Der heimliche Star?

Überrascht hat mich dagegen der Multiplayer! Der neue Battle Modus bietet 4 gegen 4 Luftkämpfe zwischen Team Star Fox und Team Star Wolf auf den drei Karten Corneria, Sector Y und Fichina. Spielmodi wie King of the Hill oder Capture the Flag sorgen für angenehme Abwechslung und fühlen sich deutlich durchdachter an, als man es von einem reinen Bonusmodus erwarten würde. Privatschlachten mit Freunden funktionieren genauso reibungslos wie Matchmaking mit Spielern aus aller Welt. Die Partien sind kurzweilig, leicht zu erlernen und machen wirklich Laune! Nur die time-to-kill hätte für meinen Geschmack etwas länger ausfallen können. Hoffentlich erscheinen in Zukunft auch noch weitere Modi, um für Langzeitmotivation zu sorgen.

Auch der Koop Modus für die Kampagne funktioniert überraschend gut und macht aus dem Solo Erlebnis eine spaßige Koop-Reise. Wer amiibo Figuren von Fox, Falco oder Wolf besitzt, schaltet zusätzlich exklusive Embleme frei. Somit ist der Multiplayer insgesamt doch eine positive Überraschung in meinen Augen, weil kompetitiv und kooperativ eine Bereicherung bietet, die das Original in der Form nicht hatte. Beide Varianten wirken durchdacht und nicht einfach wie „reingeklatscht“, weil insbesondere der Battle Mode aus nochmal eigenen spielerischen Komponenten besteht, die sogar ganz gut ausbalanciert sind.

Star Fox

Bild: 2026 © Nintendo

 

Die deutsche Synchro enttäuscht

Die neuen, vollständig vertonten Dialoge und Missionsbesprechungen klingen in der deutschen Version stellenweise hölzern und emotionslos. Gerade die zahlreichen neuen Zwischensequenzen, die eigentlich mehr Persönlichkeit ins Team bringen sollen, verlieren durch eine teils unmotivierte oder standardisierte Sprecherführung spürbar an Wirkung. Auch verleiht es den Figuren nicht die Charaktertiefe, die sie im Original hatten. Aber braucht es denn überhaupt so ganz grundsätzlich ein Remake?

Star Fox ist bereits die fünfte Inkarnation derselben Geschichte, nach dem Original von 1997, Star Fox 64 3D im Jahr 2011 und Star Fox Zero im Jahr 2016, ganz zu schweigen vom ursprünglichen SNES-Titel, der die Geschichte erstmals erzählte. Die Marke wurde seit fast drei Jahrzehnten kaum mit echten neuen Inhalten gefüttert, während die immer gleiche Geschichte um Andross und das Lylat System inzwischen zum wiederholten Mal aufgewärmt wird.

Natürlich lässt sich argumentieren, dass ein technisch poliertes Remake einer neuen Generation den Zugang zu einem Klassiker ermöglicht. Dennoch bleibt der schale Beigeschmack, dass echte erzählerische Tiefe, die in der Serie seit jeher angedeutet wurde, weiterhin ungenutzt bleibt. Eine waschechte Fortsetzung mit neuen Levels, einer neuen Geschichte und ganz neuer spielerischer Möglichkeiten hätte die Reihe eigentlich mal verdient. Stattdessen bekommt sie erneut dieselbe Reise durch dieselben Planeten, lediglich mit schickerer Grafik und etwas mehr Drumherum. Aber muss man dafür erneut so tief in den Geldbeutel greifen?

Star Fox

Bild: 2026 © Nintendo


Fazit zu Star Fox

Star Fox hinterlässt einen gespaltenen Eindruck bei mir. Und das liegt einfach daran, dass es ein Remake von Star Fox 64 ist. Somit bekomme ich ein zeitlos tolles Gameplay. Noch immer steuert sich der Arwing butterweich durch die großartig designten Level. Noch immer bekomme ich einen abwechslungsreichen Aufbau geboten und fühle mich extrem motiviert, mich innerhalb des Punktesystems zu verbessern. Das Remake unterstreicht vor allem, wie gut Star Fox 64 eigentlich war und immer noch ist. Der Gameplay-Loop wird mich wahrscheinlich auch in 30 Jahren noch begeistern können. Getrübt wird das positive Gesamtbild jedoch durch das gewöhnungsbedürftige neue Charakterdesign, eine eher durchwachsene deutsche Synchronisation und vor allem durch die grundsätzliche Frage, ob die Serie nach fast 30 Jahren nicht endlich eine echte neue Geschichte verdient hätte, statt zum fünften Mal dieselbe zu erzählen. Oder mal Mut in Form neuer Spielelemente vielleicht? Somit kommt es sehr auf eure Beziehung zu Star Fox und zum Franchise an, ob sich ein Kauf lohnt. Je multiplayer-affiner ihr seid, umso mehr lohnt sich das Remake. Ansonsten seid ihr mit dem Original oder den anderen Iterationen weiterhin wunderbar bedient.

Christian Koitka (Redakteur)

Positiv:

Das Level-Design ist auch nach all den Jahrzehnten immer noch großartig
Das Handling des Arwing ist hervorragend präzise
Der Multiplayer ist überraschend spaßig
Technisch läuft alles butterweich
Das Punktesystem motiviert extrem für mehrere Durchläufe
Das Remake ist einsteigerfreundlicher, bietet aber genauso viel für Veteranen

Negativ:

Im Prinzip bekommen wir immer wieder das gleiche Star Fox
Das Charakter-Design ist sicherlich Geschmackssache, ich find's allerdings hässlich
Allzu viel Zusatz-Content darf man leider nicht erwarten
Deutsche Synchro ist ziemlich steif und generisch

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ab in die Sammlung?

Wenn ihr Zugang zu vorigen Titeln habt, wartet lieber mal auf einen Sale. Außer ihr seid absolute Multiplayer-Fans. Den gibt’s in der Form nur im Switch 2-Remake!

Christian Koitka
The guy who loves videogames

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