Auf der diesjährigen State of Unreal-Konferenz hat Epic Games tiefere Einblicke in die sechste Generation der Unreal Engine gewährt. Bereits im Vormonat war die Engine erstmals im Zuge eines Ausblicks auf eine nächste Rocket-League-Generation angedeutet worden, doch nun folgten die handfesten Details.
Generative AI für die Spieleentwicklung
Im Fokus der Präsentation stand das Thema, welches die Branche derzeit spaltet: Künstliche Intelligenz. Epic setzt bei UE6 offenbar voll auf generative KI. Man betonte allerdings: Nicht, um Entwickler zu ersetzen, sondern um sie von lästigen Routinearbeiten zu entlasten. Das erklärte Ziel: schnellere Content-Creation bei gleichzeitigem Erhalt der vollen kreativen Kontrolle.
Interessant ist der grundlegende Ansatz, den Epic für die nächsten zwei Jahre verfolgt. Anders als bei den Sprüngen von UE4 auf UE5 gehe es bei der neuen Version weniger um eine rein inkrementelle Verbesserung der Bauweise, sondern vielmehr um eine Evolution der gesamten Betriebs- und Veröffentlichungsprozesse. Konkret bedeutet das: Die beiden bisher getrennten Entwicklungsstränge, die klassische Unreal Engine 5 und der Unreal Editor für Fortnite, werden in einem einzigen Produkt namens Unreal Engine 6 zusammengeführt.
Epic verspricht dennoch kontinuierliche Fortschritte in bekannten Bereichen: Die Renderqualität werde weiter zulegen, Cook Times sinken, Iterationsschleifen enger werden und die Mobile-Unterstützung ausgebaut. Dennoch rechtfertigt man den Schritt zur neuen Hauptversion mit drei parallelen Paradigmenwechseln, die simultan umgesetzt werden müssten.
Die drei Säulen der UE6: Verse, Portabilität und KI
Laut Epic ruht die sechste Engine auf drei großen Pfeilern:
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Die Programmiersprache Verse: Sie löst bisherige Gameplay-Programmiermodelle ab.
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Portabilität und Interoperabilität: Inhalte und Code sollen nahtlos zwischen verschiedenen Spielen übertragbar und kompatibel sein.
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Die tiefgreifende KI-Integration: Hier kommen Modelle wie Claude von Anthropic oder Googles Gemini ins Spiel.
Diese KI-Assistenten werden als „Produktivitäts- und Kreativitätsmultiplikatoren“ beschrieben. Sie sollen Teams ermöglichen, sich auf die wirklich essenziellen technischen und künstlerischen Aufgaben zu konzentrieren, anstatt Zeit mit manuellen, repetitiven Tätigkeiten zu verlieren.
Entwickeln per Knopfdruck
Während der Bühnenpräsentation führte Epic vor, wie direkt in der Engine über ein Claude-Prompt-Fenster gearbeitet werden kann. So wurde etwa eine virtuelle Wohnung eingerichtet, indem das System einfach per Textbefehl nach bestimmten Möbelstücken gefragt wurde, die daraufhin automatisch aus der Asset-Bibliothek gezogen wurden. Ein weiteres Beispiel zeigte die Veränderung der Beleuchtung in einer Stadtszene: Ein schlichter Prompt, um die Tageszeit zu wechseln, oder die Nutzung eines Standfotos als Referenz für die Lichtstimmung reichten aus.
Weitere Einsatzgebiete, die Epic explizit nannte, umfassen das automatische Einrichten von Leveln, das Rigging von Charakteren, das Erstellen von Partikelsystemen, das Skin-Bone-Weighting oder auch die Justierung von Lichtverhältnissen. Das Versprechen: Die Entwickler verbringen weniger Zeit mit dem „lästigen“ Teil der Content-Erstellung und haben mehr Raum für kreative Erkundungen sowie für zusätzliche Polishing-Iterationen.
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Volle Kontrolle und offene Modell-Wahl
Trotz der mächtigen KI-Helfer betont Epic eindringlich, dass das letzte Wort weiterhin beim Menschen liegt. Alle generierten Ergebnisse können manuell nachbearbeitet und verändert werden. Zudem wird die Engine mit Werkzeugen ausgeliefert, die es Studios erlauben, ihre bevorzugten Modelle mitzubringen – diese wurden bereits intern sowie in UEFN umfassend getestet und für tauglich befunden.
Einen festen Termin gibt es noch nicht, doch Epic gibt einen groben Fahrplan vor: Demnach soll Unreal Engine 6 gegen Ende des Jahres 2027 in die Early-Access-Phase starten. Der finale Vollrelease ist etwa 12 bis 18 Monate später geplant.
Zum Abschluss der Veranstaltung richtete Epic einen Appell an die Entwicklergemeinde: „UE6 wird die Art und Weise, wie Spiele gemacht werden, massiv verändern. Aber es wird das Wichtigste nicht ändern: Dass die Menschen in dieser Industrie, die Game-Entwickler, die Filmemacher, unsere Unreal-Engine-Familie, diejenigen sind, die Dinge wirklich möglich machen. Danke, dass ihr die Unreal Engine zum Strahlen bringt.“
Bild: 2026 © Epic Games
Quelle: Epic Games



