Erst vor wenigen Tagen präsentierte sich Xbox noch mit einem vielversprechenden Line up bei der Summer Game Fest, doch nun überschlagen sich die Meldungen über mögliche Studioschließungen und einen weitreichenden Neustart des Geschäfts.
Mehrere Studios stehen auf der Kippe
Im Fokus der Berichterstattung stehen gleich mehrere renommierte Entwicklerstudios. Compulsion Games, Double Fine und Ninja Theory befinden sich in aktiven Verhandlungen mit Microsoft. Diese Studios, die für Titel wie South of Midnight, Psychonauts und Hellblade bekannt sind, könnten geschlossen werden, wenn sie keine Lösung finden.
Die Studios haben jedoch die Möglichkeit, sich von Xbox freizukaufen und wieder unabhängig zu werden. Diese Option würde jedoch wahrscheinlich mit erheblichen Entlassungen einhergehen. Die Mitarbeiter wurden bereits über die Situation informiert und haben die Erlaubnis erhalten, sich nach neuen Stellen umzusehen, während der endgültige Status der Studios noch ungewiss ist.
Besonders brisant: Ninja Theory präsentierte erst vor wenigen Tagen auf der Xbox Games Showcase das neue Spiel Senua. Nun steht die Zukunft des Studios bereits eine Woche später auf der Kippe. In der öffentlichen Kritik steht auch das Xbox-Management, welches den Studios keine vernünftigen Strukturen an die Hand gegeben habe.
Der große Reset
Auslöser dieser Entwicklungen ist eine umfassende Neuausrichtung unter der neuen Xbox-CEO Asha Sharma, die das Amt im Februar übernommen hat. In einem internen Memo mit dem Titel „Next 100 Days: Xbox Reset“ zeichnete Sharma eine Analyse der Lage.
Die Zahlen sind alarmierend: Ohne die Übernahme von Activision Blizzard King hat Xbox in den letzten fünf Jahren über 20 Milliarden Dollar investiert, während der jährliche Umsatz im gleichen Zeitraum um fast eine halbe Milliarde Dollar zurückging. Die aktuelle Gewinnmarge liegt bei lediglich drei Prozent. Sharmas Botschaft an die Belegschaft war, dass es so nicht weitergehen kann.
Neben den Studioschließungen gibt es weitere personelle Veränderungen. Craig Duncan, der Chef von Xbox Game Studios, trat kürzlich zurück. Auch Louise O’Connor, eine langjährige Führungskraft, verließ das Unternehmen. Diese waren langjährige Rare-Veteranen . Auch Treyarch-Urgestein und Studio Chef Mark Gordon verlässt den Konzern. Die Berichte deuten darauf hin, dass die betroffenen Studios nicht die einzigen sind, die gefährdet sind. Auch Mitarbeiter von Arkane Studios sind besorgt.
Ungewisse Zukunft
Die erwarteten Entlassungen sollen nach dem Ende des Geschäftsjahres von Microsoft am 30. Juni erfolgen. Die Lage wurde treffend von den involvierten Reportern mit den Worten zusammengefasst: Das Xbox von Juli wird völlig anders aussehen als das Xbox von Juni.
Während diese unsichere Phase andauert, versucht der Xbox Game Pass, Normalität zu suggerieren. Die Ankündigung der Juni-Welle 2 mit Titeln wie EA Sports FC 26 wirkt fast surreal vor dem Hintergrund der dramatischen Entwicklungen. Microsoft hat sich bisher nicht offiziell zu den Gerüchten geäußert.
Auch gab es in dem Zuge Berichte, dass Microsoft wohl überdenke, Xbox komplett als Tochtergesellschaft auszulagern, insbesondere auf Wunsch der Aktionäre.
Bild © Microsoft/ Xbox Games Studios/ Ninja Theory



