Bei XBOX steht ein tiefgreifender Umbau an. Wie ein kürzlich veröffentlichter Bericht von Bloomberg zeigt, plant Konzernchefin Asha Sharma eine umfassende Neustrukturierung des Geschäfts. Bereits im Juli sollen erneut „erhebliche“ Entlassungen sowie Budgetkürzungen erfolgen. Von ca. 1000 Menschen ist die Rede, die ihren Job verlieren sollen. Damit wäre XBOX mit über 10.000 Entlassungen in den letzten Jahren das Unternehmen mit dem meisten gekündigten Mitarbeitenden in der Branche.
Bei XBOX wird erneut umstrukturiert
Nach Bekanntwerden der Vorgänge veröffentlichte XBOX das interne Rundschreiben von Sharma an die Belegschaft. Darin zeigt sich die Chefin ungewöhnlich offen: „Wir werden nicht erfolgreich sein, indem wir harte Wahrheiten verbergen, und auch nicht, indem wir das Gleiche tun und andere Ergebnisse erwarten“, zitiert der Bericht aus dem Memo.
Zur Lage von XBOX listet Sharma darin auf:
- Ein deutlicher Rückgang der Einnahmen, „der nicht fortgesetzt werden kann“
- Eine schwerwiegende Krise bei Hardware-Komponenten
- Die Notwendigkeit einer Neubewertung des gesamten Portfolios und der Infrastruktur
Weiter räumt die Chefin ein: „Wir haben unser Studiosystem ausgeweitet, als wir eine Inhaltepipeline für mehrere Strategien brauchten. Im Abo-Bereich, beim Streaming und bei den Geräten. Dabei haben wir uns überdehnt.“ Zwar sei man Verwalter von branchendefinierenden Franchises mit enormem Potenzial, doch diese seien nicht ausreichend finanziert worden, um zu konkurrieren und zu gewinnen. Als Konsequenz halte man Massenentlassungen notwendig, um auf die Herausforderungen zu reagieren. Dies sei bereits seit Wochen in der Planung.
Ungewisse Fahrwasser
Die Ausgaben für Speicherkomponenten hätten sich seit dem vergangenen Herbst verdoppelt, so Sharma. Für die nächste Konsolengeneration mit dem Codenamen „Projekt Helix“ rechne man sogar mit dem Fünffachen der ursprünglichen Kosten. Erst vor wenigen Tagen hatte Xbox-Chefstratege Matthew Ball, erst seit weniger als einem Monat im Amt, eingeräumt, dass man wegen der Komponentenkrise die Nachfrage nach neuen Konsolen nicht decken könne. Dies zwinge zu einem Umdenken bei „Helix“.
Angesichts der Marktlage müsse man nun mit vielen Veränderungen in der Planung rechnen. Dementsprechend stehen Zeiten bevor, die mit Entlassungen und Veränderungen des aktuellen Kurses einher gehen. Wie The Verge unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, könnten die Sparmaßnahmen auch zur Schließung eines weiteren Studios führen. Bereits unter Sharmas Vorgänger Phil Spencer mussten mehrere Xbox-eigene Entwicklerstudios dichtmachen, darunter The Initiative, das eigentlich mit einem Neustart von Perfect Dark betraut worden war. Ein gehandelter Kandidat ist u.a. Compulsion Games, die zuletzt South of Midnight gemacht haben.
Bild © Microsoft/ XBOX Game Studios
Quelle: The Verge



