Der französische Publisher Ubisoft hat seinen neuen Finanzbericht vorgelegt. Auffällig: Ubisoft geht darin sehr genau auf die Entwicklungen hinter verschlossenen Türen ein. Konkret geht es um ein Projekt, welches maßgeblich mit Hilfe von generativer Ai entstanden ist.
Ubisoft setzt mehr auf generative KI
Es geht um „Teammates“, das erste spielbare KI-Erlebnis des Hauses, das auf generativer Technologie fußt. Bereits im November 2025 hatte Ubisoft dieses Projekt vorgestellt und erläutert, wie die Technik künftig die Spielvertiefung erhöhen und Spielwelten dynamisch formen könne. Im nun veröffentlichten Jahresfinanzbericht heißt es wörtlich:
„Ubisoft beschleunigt die Investitionen hinter ‚Teammates‘, seiner ersten spielbaren generativen KI-Erfahrung, um die Spielererlebnisse zu bereichern, während die Teams organisch spürbare Fortschritte bei KI-Anwendungen erzielen, die helfen können, die wachsende Komplexität moderner Spielentwicklungsprozesse zu bewältigen.“
Das Spektrum reiche von intelligenteren Bots zur Unterstützung der Qualitätssicherungsteams bis hin zu clevereren Nichtspieler-Charakteren (NPCs) und Spielwelten, die sich an das Verhalten der Spieler anpassen und in Echtzeit dynamischer reagieren könnten.
Echtzeit-Dialoge durch Ai
Laut Ubisoft werde dafür ein Team mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bau ambitionierter Offene-Welt-Umgebungen, KI-gesteuerter Systeme sowie jahrelanger Forschung im maschinellen Lernen eingesetzt – all das fließe in die Entwicklung von „Teammates“. Bei der Vorstellung im November 2025 präsentierte der Publisher einen Ego-Shooter-artigen Titel mit intelligenten, KI-gesteuerten NPCs sowie einem Begleiter, der die Spieler dynamisch durch die Umgebung führte. Damals äußerte sich Narrative Director Virginie Mosser:
„Wir hoffen, dass die Spieler das Gefühl haben, die Geschichte selbst zu formen, nicht nur ihr zu folgen. Wenn ich mit Sofia [KI-Teamkameradin] spreche, reagiert sie auf das, was ich ihr sage, und das verändert mein Erlebnis. Für mich ist das ein echter Durchbruch und ermöglicht es den Spielern, die Geschichte auf ihre eigene Weise zu erleben.“
Bislang sei diese Art Technologie vor allem durch Modding und andere Werkzeuge sichtbar geworden, doch nur wenige Spiele hätten bislang Echtzeit-Reaktionen basierend auf freier Eingabe aktiv erforscht.
Bei Capcom sollen die Entwickler weiter im Vordergrund stehen
Capcom stellt klar, dass der Publisher KI nicht zur Erzeugung von Assets einsetzt, sondern um die Potenziale der Entwiickler zu fördern. Konkret übernehme KI vor allem Routinetätigkeiten wie das Debugging: Sie prüfe bereits, sogar während die Entwickler schlafen, ob Abweichungen vom Spielkonzept vorliegen. Man spare so enorme Mengen an Kontrollarbeit. Technikdirektor Kazuki Abe ergänzte, dass der Mensch stets die Eingabe der Befehle sowie die Ausgabe der Ergebnisse kontrolliere, während die KI die Zwischenschritte effizient abwickele. Langfristig wolle Capcom so zu einer früheren Arbeitskultur zurückkehren, in der sich die Teams wieder auf das Diskutieren interessanter Ideen konzentrieren könnten. Die mit der Zeit komplexer gewordenen Strukturen, durch die es eine Vielzahl von Routinearbeiten gibt, sollen durch KI vereinfacht und verkürzt werden. So hätten Entwickler wieder mehr Zeit für kreative Prozesse.
Quelle: Insider Gaming/ VGC
Bild © Capcom/ Ubisoft




