Ubisoft hat seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr 2025/26 vorgelegt. Das Ergebnis fällt allerdings ernüchternd aus. Umsatz und Netto-Buchungen gaben deutlich nach. Grund seien ein „schwächerer Neuveröffentlichungsplan“ sowie ein neues Betriebsmodell. Gleichzeitig kündigte der Konzern einen tiefgreifenden Umbau an.
Ubisoft mit Milliarden-Verlust
Für die zwölf Monate bis zum 31. März 2026 verzeichnete Ubisoft einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang um satte 21,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Netto-Buchungen (Net bookings) sanken um 17,4 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, die digitalen Netto-Buchungen um 16,0 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro. Besonders dramatisch fiel das Schlussquartal aus: Hier brach der Umsatz um 47,3 Prozent auf 419,5 Millionen Euro ein, die Netto-Buchungen sogar um 54 Prozent auf 415 Millionen Euro.
Das operative Ergebnis verschlechterte sich massiv: Von einem Minus von 196,5 Millionen Euro im Vorjahr weitete sich der Verlust auf 1,3 Milliarden Euro aus. Hauptursache ist die weitreichende Umstrukturierung des Unternehmens. Sieben Projekte wurden inzwischen eingestellt, sechs Spiele verschoben. Dennoch verzeichnete Ubisoft monatlich 36 Millionen eindeutige Nutzer und 129 Millionen über alle Plattformen hinweg, wenn man XDefiant ausklammert.
Einige Titel sind dennoch erfolgreich
Trotz der Gesamtentwicklung meldete der Publisher auch Lichtblicke. Tom Clancy’s Rainbow Six Siege verzeichnete starke Nutzerzahlen und erreichte im März mit über zehn Millionen aktiven Spielern einen Höchstwert. Bei The Division 2 verdoppelten sich die Netto-Buchungen im gesamten Geschäftsjahr nahezu. Das Aushängeschild Assassin’s Creed zeigte sich weiterhin erfolgreich: Man verzeichnete mit 30 Millionen Spielern hier einen spürbaren Anstieg. Auch Avatar: Frontiers of Pandora, The Crew Motorfest (mit Rekordnutzerzahlen im Quartal) und For Honor“legten zu.
Yves Guillemot, Mitgründer und CEO, sprach von einem „Jahr entschlossenen Handelns“. Man habe eine der ehrgeizigsten Transformationen der Firmengeschichte angestoßen, hin zu einer fokussierteren, agileren Organisation. Für das laufende Fiskaljahr 2026/27 kündigte er an, den Umbau fortzusetzen und abzuschließen. „Dieses Jahr wird voraussichtlich den Tiefpunkt unserer freien Cashflow-Entwicklung darstellen, mit einem schwächeren Veröffentlichungsplan und Restrukturierungskosten“, so Guillemot. Für das Folgejahr 2027/28 erwartet Ubisoft einen starken Aufschwung. Der Fokus liege auf dem Live-Service-Portfolio, insbesondere Rainbow Six Siege, dem neuen Titel Assassin’s Creed Black Flag Resynced (Start am 9. Juli) sowie weiteren Premium-Spielen auf Basis etablierter Marken.
Guillemot räumte ein: „Diese zweijährige Transformation erfordert schwierige Entscheidungen und eine enttäuschende kurzfristige Finanzperformance.“ Doch er zeigte sich überzeugt, dass die Maßnahmen Ubisoft langfristig nach vorne bringen würden.
Quelle: gamesindustry.biz
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