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Test: Mouse P.I. For Hire

Bei diesem charmanten Rubberhose-Shooter fliegen die Löcher aus dem Käse

Was haben ein verschwundener Magier, entführte Spitzmäuse und eine ermordete Schauspielerin gemeinsam? Die Antwort auf diese Frage versucht Privatdetektiv Jack Pepper im stilvollen Shooter Mouse P.I. For Hire herauszufinden. Wir haben unsere Schnüffelnasen ausgestreckt und versucht zu ermitteln welche Beweise es dafür gibt, dass dieser Boomer Shooter mit Cartoongrafik ein gutes Spiel sein soll. Und wir haben sie gefunden, hier unser Bericht.

Mehr als nur eine schnelle Verwertung einer Public Domain

Mouse P.I. For Hire ist bereits seit seinem ersten Teasers relativ viral gegangen. Grund dafür liegt natürlich an der Optik des Spiels, die sich am Rubberhose-Animationsstil bedient und vor allem stark an alte Mickey Maus-Cartoons erinnert. Dadurch, dass der Originalcartoon „Steamboat Willie“ seit 2024 in der Public Domain ist, sollte es diesbezüglich auch keine rechtlichen Schwierigkeiten geben. Doch das Ding mit solchen Spielen ist ja, ob es wirklich qualitativen Inhalt bietet oder einfach auf den Faktor setzt, mithilfe einer bekannten IP Käufer*innen anzulocken.

Mouse P.I. For Hire ist es gelungen, mehr als nur Public Domain Slop, so nennen wir es mal, zu werden. Hier wird eine spannende Geschichte im Film Noir Stil erzählt, jedoch eben aus der Sicht von anthropomorphen Mäusen. Wir schlüpfen in die Rolle von Jack Pepper, einem ehemaligen Soldaten, der sich nun als Privatdetektiv seine wenigen Mäuse verdient, um seine Spielschulden zu begleichen. Jack wird makellos von Troy Baker vertont, der dem Charakter einen genretypischen, sarkastischen Ton verleiht. Und das wir hier eine Geschichte von Mäusen erzählt bekommen, dürfen Wortwitze über Käse natürlich auch nicht fehlen. Abseits dessen gibt uns Mouse P.I. For Hire viele kleine Seitenhiebe und Easter Eggs in den Dialogen, die sehr charmant geschrieben sind.

Die Geschichte des Spiels wird relativ geradlinig erzählt. Wir starten in die Level und sammeln dort Hinweise, bevor wir das Level abschließen. Anschließend pinnen wir die Beweise an unsere Pinnwand an und ziehen dadurch neue Schlüsse, welche uns die nächsten Level freischalten. Dies geschieht leider komplett automatisch, man muss also kein knobeliges Detetktivspiel erwarten, Mouse P.I. For Hire ist im Kern ein Boomer Shooter.

Mouse P.I. For Hire

Jack Pepper, vertont vom wunderbaren Troy Baker, durchlebt ein klischeegefülltes Film Noir Abenteuer. | Bild: 2026 © Fumi Games

Peng, Kablow, Kaboom

Vom Gameplay her ist Mouse P.I. For Hire eigentlich ein recht simples Spiel. Wir starten eine Mission, laufen durch die meist sehr geradlinigen Level und schießen auf die bösen Buben, die uns entgegen stürmen. Zu Beginn des Spiels fühlt es sich eine Weile auch so an, als gäbe es nicht besonders viel Abwechslung. Wir treffen auf die immergleichen Gegnertypen und haben nur eine handvoll an Waffen, nichts Besonderes also. Aber im weiteren Spielverlauf kommen immer mehr Gegnertypen und Herausforderungen dazu und auch unser Waffenarsenal wird ordentlich aufgestockt. Schwer wird das Spiel zu keinem Zeitpunkt, dafür liegen überall genug Heilflaschen und Munitionsnachschub herum, doch wenn man das Spiel unterschätzt, kann es einen hier und da schon überrumpeln.

Das Shooter-Gameplay von Mouse P.I. For Hire ist, wie man es von Boomer Shootern der 90er kennt, rasant und actionreicht. Ihr könnt mit einem Dash ausweichen, herumspringen und mit späteren Bewegungsfertigkeiten, die ihr erlernt, sogar Doppelsprünge ausführen, an der Wand laufen und mit einem Greifhaken herumschwingen. Und neben den klassischen Waffen wie eine Pistole, Shotgun und MG gibt es auch Exemplare wie etwa einen Giftwerfer, der eure Gegner bis auf die Knochen verätzt. Jack Pepper hält sich nicht zurück, das Spiel ist voller Gewalt. Okay, natürlich „nur“ Cartoongewalt, dafür aber wirklich explizit. Ihr schießt Köpfe weg und das Blut spritzt in Form von schwarzer Tinte umher. Verbrannte Gegner werden zu kleinen Aschehäufchen und eingefrorene Gegner zerbröseln.

Die Schießereien machen Spaß, auch wenn man hier keine großen Innovationen erwarten sollte. Betritt man einen Raum, in welchem explosive Fässer stehen, dann weiß man, das gleich aus den Türen mit dem Totenkopfsymbol eine Welle Gegner angerannt kommt, die man besiegen muss, um im Level voranzuschreiten. Bei der Progression sagt sich Mouse P.I. For Hire: Immer geradeaus.

Die rasanten Feuergefechte beginnen recht simpel, werden aber mit weiterem Spielverlauf intensiver. | Bild: 2026 © Fumi Games

 

Genug geballert, erst mal ne Runde Comics lesen

Ich möchte Mouse P.I. For Hire aufgrund seines sehr simplen Spielaufbaus keineswegs bezichtigen, nicht zumindest etwas Abwechslung ins Spiel zu bringen. So werden etwa die Bosskämpfe immer groß in Szene gesetzt und erfordern ein wenig mehr als nur blind drauflos zu schießen. Und auch abseits der Feuergefechte gibt es etliche Dinge, die man entdecken kann.

Da klettert ihr eine Leiter hoch und biegt nach rechts um die Ecke ab, ZACK, Geheimnis gefunden. Wenn ihr euch in den Levels gut umschaut, dann könnt ihr an nahezu jeder Ecke etwas Verstecktes finden. Manchmal müsst ihr dafür eine Wand in die Luft springen, eine Kiste zertreten oder einen Schlüssel finden. Als Belohnung winken euch Geld, Baseball-Sammelkarten für ein lustiges Minispiel, Zeitungsartikel mit interessanten Artikeln zu den Ereignissen in der Spielwelt und kleine Comicstreifen, welche die Vorgeschichte des Spiels erzählen. Das wichtigste Sammelobjekt sind jedoch die Blaupausen, mit denen ihr eure Waffen verstärken könnt. Dadurch können sie nicht nur mehr Munition fassen und stärkeren Schaden austeilen, sie erhalten auch ein Sekundärfeuer. So schießt die Pistole mit einer Salve, die Shotgun kann aufgeladen werden und die Giftwaffe lässt euch Giftminen platzieren. Es lohnt sich also, sich genau in den Levels umzuschauen, um auch ja kein Geheimnis zu verpassen. Bereits erledigt Level können nämlich nicht erneut betreten werden.

Abseits der Ballerei gibt es einiges zu entdecken und erledigen, wie etwa eine gemütliche Runde beim Kartenspiel. | Bild: 2026 © Fumi Games

Mouse P.I. For Hire sprüht nur so vor Charme

Ich denke, das wichtigste Element, welches Mouse P.I. For Hire zu so einem guten Spiel macht, ist vor allem eines: das Herz. Die Entwickler*innen von Fumi Games waren mit Herz bei der Sache und das merkt man. Vor allem die Animationen im Stil alter Rubberhose Cartoons ist einfach nur so charmant. Egal ob jetzt die gut vertonten NPCs, eure Lebensanzeige, die mit ihrem Gesichtsausdruck anzeigt, wie es euch gerade geht oder die Waffen, die fast schon lebendig animiert wirken, das Spiel ist einfach eine Augenweide. Nur manchmal springen mehrfach auftretende, wiederholende NPC-Modelle ins Auge und auch dass manche Figuren und besiegte Gegner sich mit euch mitdrehen, ergibt nicht so viel Sinn, aber darüber kann man hinwegsehen.

Begleitet von einem fantastischen an die 1930er angelehnten Soundtrack entsteht ein tolles Gesamtbild. Es macht schlichtweg Spaß, zu Klängen von Jazz und Swing die Bösewichte mit Kugeln zu durchlöchern.

Kleinere Angelegenheiten, die nicht notwendig sind, aber über die sich trotzdem Gedanken gemacht wurde, runden das Erlebnis ab. So macht zum Beispiel das Minispiel zum Schlösser knacken sher viel Spaß, während man versucht, mit dem Mäuseschwanz die Schalter zu aktivieren. Oder das bereits erwähnte Minispiel mit den Baseball-Karten. Hier wählt ihr abwechselnd einen Werfer und einen Pitcher aus und vergleicht die Werte der Karten, um Punkte zu sammeln. Gewinnt ihr genug Partien, könnt ihr euch für die erspielten Münzen eine nette Belohnung abholen. Und dann wäre da noch die Minikarte, über die man zum nächsten Missionsziel fährt kleine Nebenaufgaben, die ihr für bestimmte NPCs erfüllen könnt. Oder wie wäre es mit kleinen Abschnitten in den Levels, in denen ihr etwa eine Dose Spinat esst und dann mit dicken Muckis auf die Gegner einprügelt, oder aber durch das Essen einer Chili dafür sorgt, dass all eure Waffen eure Gegner entflammen. Mouse P.I. For Hire ist tatsächlich kein schnell hingewurschteltes Spiel, je nach eurer Spielweise könnt ihr hier gut zwischen 12 bis 15 Spielstunden versenken.

 

Titelbild: 2026 © Fumi Games

 

Fazit zu Mouse P.I. For Hire

Mouse P.I. For Hire ist nun wahrlich keine Novum, wenn es um das Shooter-Genre geht. Es ist größtenteils sehr linear und bietet halt klassisches Boomer Shooter-Gameplay, doch dieses ist sehr gut in Szene gesetzt und man spürt das Herz, welches in die Entwicklung dieses Spiels geflossen ist. Der Charme der Spielwelt und Figuren nimmt einen mit, der Humor (auch wenn er nicht immer direkt sitzt) kann schon zum Schmunzeln anregen und abseits der linearen Schießerei gibt es etliche Geheimnisse zu entdecken und Beschäftigungen zur Ablenkung zu finden. Einzig der Detektiv-Aspekt im Spiele mit einem Privatdetektiv in der Hauptrolle kommt leider etwas zu kurz. Ansonsten ist Mouse P.I. For Hire jedoch definitiv eine Empfehlung wert, wenn man mal wieder Lust auf einen guten Singleplayer-Shooter hat.

Maarten Cherek (Redakteur)

Positiv:

Rasantes und im späteren Spielverlauf auch etwas abwechslungsreiches Shooter-Gameplay
Ansehnliche Rubberhose-Animationen und Designentscheidungen versprühen einen ganz besonderen Charme
Wundervoller 1930er-Soundtrack zum Mitgrooven
Viele Geheimnisse zum Entdecken und Minispiele und Erledigungen zum Ablenken
Eine teils wirklich witzige, aber auch mitreißende Film Noir-Geschichte mit vielen mausigen Wortwitzen

Negativ:

Leider kein wirkliches Detektivgameplay, die Beweise werden immer automatisch angepinnt und richtig zugeordnet
Der Anfang des Spiels zieht sich ein wenig, bevor das Gameplay so richtig in Fahrt kommt
An manchen Ecken sind dann doch zu viele Duplikate von NPC-Modellen oder eine etwas unpassende 2D-Animation in der 3D-Welt

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ab in die Sammlung?

Shooter-Fans greifen beherzt zu, aber wenn ihr nicht gerne rumballert, dann wird euch auch dieses Spiel trotz seiner wunderbaren Präsentation nicht überzeugen können.

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