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Test: Fallout 4 Anniversary Edition (Nintendo Switch 2)

Die Postapokalypse nun auch für unterwegs in Bestform erleben

Mit der Veröffentlichung von Fallout 4 auf der Nintendo Switch 2 setzt Bethesda seine Strategie fort, große Open-World-Titel auf Nintendos Hybridplattform zu bringen. Nach dem holprigen Start von der The Elder Scrolls V: Skyrim Anniversary Edition waren unsere die Erwartungen entsprechend niedrig. Zu präsent waren noch die technische Probleme, Performance-Einbrüche und eine insgesamt unausgereifte Erstfassung, die erst Schritt für Schritt gepatcht wurde. Umso überraschender war es, als wir Vault 111 betreten und kurze Zeit später wieder verlassen haben. Siehe da: Fallout 4: Anniversary Edition für die Nintendo Switch 2 ist in einem sehr guten Zustand, den wir ohne Übertreibung als einen der besten Bethesda-Ports auf einer Nintendo Plattform bezeichnen kann. Warum dies so ist und was für Features die größte Edition des Spiels mitbringt, verrät unser kurzer Technik-Test zur Switch 2-Version von Fallout 4. Den vollständigen Test aus 2015 zum Spiel findet ihr hier.

 

Drei Grafikmodi als Fundament eines starken Ports von Fallout 4

Bereits zum Launch wird deutlich, dass Bethesda aus früheren Veröffentlichungen lernen konnte. Fallout 4 startet nicht nur stabil, sondern bietet auch eine Flexibilität in den Grafik- und Performance-Einstellungen, die man auf einer mobilen Konsole dieser Art noch vor wenigen Jahren für unmöglich gehalten hätte. Vor allem die Nutzung des 120-Hz-Displays der Switch 2 sorgt dafür, dass sich das Spiel modern anfühlt und nicht wie ein alter Bekannter aus 2015 – und damit also knapp zehn Jahre ins Land gestrichen sind. Nun gut, im Spiel selbst haben wir etwas mehr als 200 Jahre im Kälteschlaf verbracht, also was solls.

Ein zentrales Element der Switch-2-Version von Fallout 4 sind die drei für die Switch 2-Version vorhandenen Grafikmodi. Spieler können frei zwischen einem 30-FPS-Qualitätsmodus, einem 40-FPS-Balanced-Modus und einem 60-FPS-Performance-Modus wählen. Diese Optionen stehen sowohl im Handheld- als auch im Dock-Betrieb zur Verfügung und sind nicht bloß kosmetischer Natur, sondern verändern Auflösung, Detailgrad und Bildschärfe spürbar, wie wir im Test bereits in den ersten Momenten des Spiels erleben durften. Im Nachfolgenden haben wir an exakt der selben Stelle, direkt zum Start des Abenteuers, alle drei Modi ausprobiert und den selben Screenshot zum Vergleich angefertigt.

Der 30-FPS-Modus richtet sich klar an Spieler, die Wert auf Bildqualität legen. Texturen wirken sichtbar schärfer, die Weitsicht ist höher und auch Effekte wie Schatten und Umgebungsverdeckung profitieren von den höheren Einstellungen. In dieser Konfiguration peilt das Spiel im Dock-Modus eine Auflösung von bis zu 1440p an, während im Handheld-Modus 1080p angestrebt werden. Das Ergebnis ist ein erstaunlich sauberes Bild, das selbst auf großen Fernsehern überzeugt. Der Preis dafür ist eine spürbar trägere Steuerung, die vor allem bei schnellen Feuergefechten oder hektischen Kamerabewegungen auffällt.

Fallout 4 Anniversary Edition (Nintendo Switch 2)

Bild: 30 FPS-Modus von Fallout 4 auf der Nintendo Switch 2 © 2026 Bethesda

 

Der 40-FPS-Modus entpuppt sich schnell als heimlicher Star des Ports. Er nutzt den Bildschirm der Switch 2 optimal aus und kombiniert ein deutlich flüssigeres Spielgefühl mit einer immer noch sehr ansehnlichen Bildqualität. Zwar sind Texturen und Kantenglättung etwas weicher als im 30-FPS-Modus, doch der Zugewinn an Reaktionsfreude ist enorm. Gerade im Handheld-Betrieb entsteht hier ein Sweet Spot, der das Spiel beinahe so geschmeidig wirken lässt wie eine 60-FPS-Darstellung, ohne deren visuelle Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

Fallout 4 Anniversary Edition (Nintendo Switch 2)

Bild: 40 FPS-Modus von Fallout 4 auf der Nintendo Switch 2 © 2026 Bethesda

 

Der 60-FPS-Modus schließlich richtet sich an Spieler, die kompromisslos auf Flüssigkeit setzen. In Innenräumen und weniger komplexen Arealen hält Fallout 4 dieses Ziel erstaunlich stabil. In offenen Außenbereichen oder bei großen Gefechten zeigt sich jedoch, dass die Hardware an ihre Grenzen stößt. Um die Bildrate zu halten, greift das Spiel aggressiv zu dynamischer Auflösung, was zu einem deutlich weicheren, teils unscharfen Bild führt. Dank VRR fällt das im Handheld-Modus weniger ins Gewicht, auf dem Fernseher kann der Qualitätsverlust jedoch deutlich sichtbar sein.

Fallout 4 Anniversary Edition (Nintendo Switch 2)

Bild: 60 FPS-Modus von Fallout 4 auf der Nintendo Switch 2 © 2026 Bethesda

 

Technische Umsetzung und Performance auf der Switch 2

Abseits der reinen Bildrate überzeugt Fallout 4 auf der Switch 2 vor allem durch seine Stabilität. Abstürze, die bei früheren Neuveröffentlichungen auf anderen Plattformen keine Seltenheit waren, traten während unseres Testzeitraums nicht auf. Auch längere Spielsitzungen, schnelle Ortswechsel und häufiges Laden neuer Areale bringen Nintendos Konsole nicht aus der Ruhe. Das ist besonders bemerkenswert, wenn man bedenkt, wie komplex die offene Spielwelt von Fallout 4 ist und wie viele Systeme im Hintergrund gleichzeitig berechnet werden müssen, um das Ödland zu erkunden.

Dabei bewegen sich die Ladezeiten auf einem soliden Niveau. Das initiale Laden bis zum Hauptmenü dauert etwas länger als auf der PlayStation, bleibt aber im gesunden Rahmen. Das Laden von Spielständen und Übergänge innerhalb der Welt sind vorhanden, stören aber ebenfalls wenig.

Ein kleiner Wermutstropfen ist das Fehlen spezieller Steuerungsoptionen. Weder Gyro-Zielen noch Mausunterstützung sind auf der Nintendo Switch 2 verfügbar, obwohl diese Features bei Skyrim auf der Switch 2 später nachgereicht wurde und dort hervorragend funktioniert. Gerade bei einem Shooter-RPG wie Fallout 4 wären solche Optionen eine sinnvolle Ergänzung gewesen. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Updates hier nachbessern und zumindest die Maus-Steuerung der Joy-Cons Einzug ins Ödland erhalten.

 

Überraschend konkurrenzfähig mit der PlayStation

Im direkten Vergleich mit anderen Versionen schlägt sich Fallout 4 auf der Switch 2 besser, als wir erwartet hätten. Der 30-FPS-Modus kann es in puncto Bildschärfe und Detailgrad stellenweise sogar mit dem Performance-Modi einer PlayStation 4 Pro aufnehmen, auch wenn diese natürlich mit höheren Bildraten punkten. Besonders bemerkenswert ist, dass der Switch-2-Port in niedrigen Framerate-Modi höhere Detailstufen nutzt als manche portable Alternative, die auf eine starre 60-FPS-Vorgabe setzt. Der 40-FPS-Modus verschafft der Switch 2 dabei ein Alleinstellungsmerkmal, da wir solch eine Mittellösung selten in Videospielen bzw. vor allem bei Portierungen sehen. Für viele Spieler dürfte dies langfristig die bevorzugte Art sein, Fallout 4 unterwegs zu erleben.

Bei der Switch-2-Version handelt es sich um die Anniversary Edition von Fallout 4. Sie enthält neben dem Hauptspiel sämtliche großen DLCs sowie eine große Auswahl an Creation-Club-Inhalten. Inhaltlich müssen also keinerlei Abstriche gemacht werden. Das Spiel bietet die komplette Erfahrung, inklusive aller Erweiterungen, Quests und zusätzlichen Items, die das Ödland von Boston noch abwechslungsreicher gestalten.

Der Umfang hat allerdings seinen Preis – und das gleich in zwei Bereichen. Zum einen muss für das „alte“ Erlebnis Vollpreis gezahlt werden. Für ein zehn Jahre altes Videospiel in der heutigen Zeit nochmal mit rund 60 Euro in den eShop zu stellen ist wahrlich Frech. Hier hätten es rund 30 Euro auch getan, zumal Fallout 4 regelmäßig auf Steam, im PlayStation Store oder bei Microsoft im Sale ist. Mit rund 61 Gigabyte fällt die Installation zudem spürbar groß aus. Wer bereits mehrere große Titel installiert hat, muss möglicherweise Speicher freiräumen oder in eine zusätzliche Speicherkarte investieren.

Der gelungene Start von Fallout 4 wirft ein positives Licht auf kommende Projekte von Third-Party-Entwicklern. Wenn Bethesda diesen Qualitätsstandard halten kann, dürfen wir uns im Mai 2026 sicher auch auf Indiana Jones und der Große Kreis oder dem angekündigten Oblivion Remastered freuen. Fallout 4 zeigt eindrucksvoll, dass große Open-World-Spiele auf der Switch 2 nicht nur lauffähig, sondern auch überzeugend sein können. Fehlt nur noch ein Grand Theft Auto…

Fallout 4 Anniversary Edition (Nintendo Switch 2)

Bild: Auch auf der Nintendo Switch 2 sind alle Inhalte von Fallout 4 vorhanden © 2026 Bethesda

 

Fazit zu Fallout 4 Anniversary Edition (Nintendo Switch 2)

Ein starkes Comeback und eine klare Empfehlung

Fallout 4 auf der Nintendo Switch 2 ist weit mehr als ein einfacher Port. Es ist der Beweis dafür, dass Bethesda aus vergangenen Fehlern bei Skyrim für die Switch 2 gelernt und mittlerweile in der Lage ist, technisch anspruchsvolle Spiele sauber auf die neue Nintendo-Konsole zu übertragen. Die Kombination aus stabiler Performance, flexiblen Grafikmodi und dem vollständigen Inhaltspaket macht diese Version zu einer der besten Möglichkeiten, das postapokalyptische Abenteuer zu erleben – insbesondere für Spieler, die Wert auf Mobilität im Alltag legen.

Der 40-FPS-Modus hebt den Port dabei besonders hervor und bietet ein Spielerlebnis, das sich modern, flüssig und zugleich visuell ansprechend anfühlt. Kleinere Schwächen wie das fehlende Gyro-Zielen, etwas längere Ladezeiten und der hohe Speicherbedarf trüben den Gesamteindruck nur minimal. Unterm Strich liefert Fallout 4 auf der Switch 2 einen überraschend ausgereiften, stabilen und in vielen Bereichen sogar vorbildlichen Auftritt ab. Einzig beim Preis streiten sich sicher die Gemüter. Mit Vollpreis steht die Anniverary Edition derzeit im eShop. Auch die angekündigte Retail-Version, welche nur eine CiB (Code-in-the-Box) sein wird, kann für 59,99 Euro vorbestellt werden.

Tobias Liesenhoff (Chefredakteur)

Positiv:

Die Performance ist für ein Open-World-RPG dieser Größe auf der Switch 2 beeindruckend stabil
Fallout zeigt sich dank des kompletten Inhalts der Anniversary Edition in vollster Ausstattung
Der 40-FPS-Modus nutzt die Hardware optimal aus
Die drei Grafikmodi bieten echte Wahlfreiheit

Negativ:

Spezielle Steuerungsoptionen wie Gyro oder Maus fehlen zum Start
Der 60-FPS-Modus wirkt teils deutlich unscharf und stark verwaschen
Vollpreis für Port eines über zehn Jahre alten Spiels, welches auf anderen Plattformen deutlich günstiger zu kaufen gibt

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ab in die Sammlung?

Wer Fallout 4 noch nicht gespielt hat oder das Spiel gern mobil erleben möchte, erhält mit der Switch-2-Version eine überraschend starke Umsetzung, die zeigt, wie viel Potenzial in Nintendos neuer Hardware steckt.

Tobias
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