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Test: Solateria

Forderndes Soulslike-Metroidvania mit Parier-Gameplay

Wenn man atmosphärische Metroidvanias wie die Ori-Spiele und Hollow Knight, düstere Soulslike Action a la Dark Souls und eine Pariermechanik von z.B. Sekiro und Nine Sols in einen Mixer packt, dann kommt Solateria dabei heraus. Was dem koreanischen Studio Doodal debi gelungen ist, ist ein forderndes Metroidvania mit stimmiger Atmosphäre, welches euch keineswegs an die Hand nimmt.

 

Eine üble Seuche, ein verschwundener König… das Übliche eben

Die Rit sind die Elementarbewohner des Landes Solateria, aufgeteilt in die Stämme des jeweiligen Elements. Geführt wurden sie von ihrem König, der jedoch seit dem Einbruch der großen Schattenseuche aus dem Land verschwunden ist. Viele Krieger suchen seitdem nach ihm, so auch unser kleiner Feuerkerl namens Tott. Auf der Suche nach dem Monarchen befreien wir gleichzeitig das Land von seinem Leid und lernen von den Einwohnern und vielen hinterlassenen Nachrichten mehr über die Vergangenheit von Solateria.

Einen Innovationspreis gewinnt die Erzählung jetzt nicht wirklich. Die Elemente wie Feuer, Wasser, Wind und Erde als Basis für verschiedene Länder und Stämme zu nehmen und gleichzeitig eine unbekannte Seuche, die auf die Bewohner des Landes übergreift und sie zu seelenlosen Hüllen macht, das Alles gab es in einer Form bereits. Trotzdem kann man Solateria nicht absprechen, diese sehr klischeebelasteten Sachen in einer atmosphärischen Präsentation darzustellen. Die Charaktere, die wir auf unseren Reisen treffen, sind interessant und haben oft auch interessante Dinge zu erzählen und den ein oder anderen Plottwist gibt es auch. Also auch wenn die Geschichte uns oft an einiges bereits Gesehenes erinnert, so ist sie doch faszinierend genug, uns am Haken zu halten.

Solateria

Statuen vom König gibt es überall im Land, nur keine Spur vom König selbst. | Bild: 2026 © Studio Doodal

 

Solateria hat Ecken und Kanten

Gut, die Geschichte zieht uns ein wenig in die Spielwelt hinein, die Spielwelt selbst tut dies allerdings nicht so wirklich. Versteht mich nicht falsch, die handgezeichneten Grafiken sind wunderschön und die Figuren haben einen Mix aus 2D und 3D, aber die Anordnung der Spielwelt und das Leveldesign an sich sind etwas mangelhaft. Denn während schöne Landschaften im Hintergrund zu sehen sind, so sind die Level selbst eher blockförmig angeordnet. Die Level wirken oft sehr leer und langgezogen, zufällig angeordnete Plattformen oder Räume, die sich sehr stark ähneln, sind an der Tagesordnung. Die Spielwelt ist dabei sehr weitläufig und groß, wirkt aber oft nicht durchdacht designet.

Und doch gibt es einige Aspekte, die positiv hervorzuheben sind. Wie in einem Metroidvania typisch gibt es auch in Solateria einige Geheimnisse zu entdecken, seien es jetzt versteckte Truhen mit Ohm, der Währung des Spiels, hinterlassene Nachrichten zur Erweiterung der Geschichte und Verbesserungen für unsere Charakterwerte. Dabei werden alle Items, die ihr sehen könnt, automatisch auf eurer Karte markiert. So wird das Backtracking, welches natürlich vonnöten ist, deutlich erleichtert, wenn ihr ein Completionist seid. Außerdem könnt ihr jederzeit zwischen den Altaren, den Speicherpunkten in diesem Spiel, schnellreisen. So wird zielloses Herumreisen in dieser doch sehr großen, aber nicht optimal gestalteten Spielwelt, gut erleichtert.

Das recht viereckige Leveldesign fällt oft unangenehm auf. | Bild: 2026 © Studio Doodal

 

Eine gute Verteidigung ist ein noch besserer Angriff, oder so

Der Fokus von Solateria liegt nicht wirklich auf der Erkundung der Spielwelt oder auf Platforming. Es gibt zwar ein paar Platforming-Abschnitte, wo man verschiedene Fähigkeiten aneinanderreihen muss, um weiterzukommen, doch der Kampf gegen fordernde Bosse rückt in diesem Spiel mehr in den Vordergrund. Dabei hat unser kleiner Tott das übliche Repertoire wie eine Schlagkombo, einen Block und eine Ausweichrolle, die Ausdauer verbraucht. Hier wurde sich ganz klar an der Soulslike-Formel bedient, wenn es um den Kampf geht. Auch der Death Run, also das Wiedereinsammeln der verlorenen Erfahrung und Währung nach dem Tod, ist vorhanden.

Der Kern des Kämpfens in Solateria liegt aber im Parieren. Es ist einfach unabdingbar, dass ihr das perfekte Timing eines Blocks lernt, sonst werdet ihr in diesem Spiel kein Land gewinnen. Ein einfacher Block reduziert nur den erlittenen Schaden, aber ein perfekter Block im richtigen Moment bricht euren Gegner und erlaubt euch einen starken Gegenangriff. Bossgegner haben unter ihrer Lebensanzeige noch kleine Markierungen. Wenn ihr deren Angriffe so oft pariert, werden sie betäubt. Die meisten dieser Bossgegner kann man ausschließlich mit dieser Methode besiegen, neben anderen Fähigkeiten wie einer längeren Angriffskombo oder einem aufgeladenen Schlag. Solateria fordert euch im Kampf so einiges ab, auch in diesem Aspekt ist dieses Indie-Metroidvania mehr in Richtung Dark Souls abgedriftet.

Das Erlernen des Parierzeitfensters ist ein MUSS. | Bild: 2026 © Studio Doodal

 

Spieler*innen auf jedem Level willkommen

Ja, Solateria ist ein schweres Spiel. Das ist einfach nicht von der Hand zu weisen. Die Spielwelt gestaltet sich ein wenig offener als andere Metroidvanias und so kam ich öfter an Orte, wo ich den Boss einfach nicht besiegen konnte. Also gab ich erst einmal auf und suchte an anderer Stelle weiter. Und das ist wirklich keine Schande, niemand hat eine gute Zeit, wenn euch der Boss mit zwei Schlägen aus den Latschen haut. Aber macht euch nichts vor, auch wenn ihr etwas leichtere Bosse findet, WIRKLICH leicht wird das Spiel nie. Nun ja, es gibt immerhin die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad einzustellen. Während bereits der Normal-Modus sehr fordernd ist, gibt es einen noch schwierigeren, dafür aber auch zwei leichtere Varianten. Im Sehr leichten Modus reicht es sogar aus, nur zu blocken, um perfekte Paraden auszuführen. Manch einer mag nun vielleicht behaupten, dies nähme dem Spiel sein charakteristisches Kernelement des Parade-Gameplays, aber ich bin nach wie vor der Ansicht, dass jeder das Spiel so spielen können sollte, wie er es möchte. Wenn ihr Gaming-Profis seid, die eine Herausforderung wollen, nimmt euch die Existenz eines leichteren Schwierigkeitsgrades dies nicht weg. Spiel einfach auf Sehr Schwer und habt Spaß. Lasst aber auch anderen Spieler*innen ihren Spaß.

Lasst euch von solchen Riesen nicht einschüchtern, es gibt immer noch den leichten Schwierigkeitsgrad. | Bild: 2026 © Studio Doodal

 

Vom kleinen Flämmchen zum lodernden Krieger

Abseits des Schwierigkeitsgrades gibt es auch ein paar andere Aspekte, die euch das Kämpfen erleichtern können. Natürlich könnt ihr Tott und guter, alter Soulslike-Manier aufleveln. Für besiegte Gegner und in manchen versteckten Items erhaltet ihr Erfahrungspunkte. Bei einem Level-Up bekommt ihr einen Hitzepunkt, den ihr dann in eure Attribute wie Lebensenergie, Angriffsstärke und Schild verteilen könnt. All diese Attribute können aber auch insgesamt mit neuen Platten verstärkt werden. Außerdem gibt es noch etliche Kochrezepte, deren Zutaten ihr zunächst finden müsst. Die fertigen Gerichte wirken sich dann auch noch mal auf eure Statuswerte aus.

Weiterhin gibt es spezielle Amulette, jeweils für einen von vier Aspekten. Hier könnt ihr ganz nach Belieben und Spielweise die passenden Amulette ausrüsten. Aufwerten lassen diese sich dann bei einem Schmied, ebenso eure Waffen und euer Wärmehorn, das wichtige Item für eure Lebensregeneration.

Es macht also Sinn, jede Ecke der Spielwelt zu erkunden. Nicht nur findet ihr dort die eben genannten Verbesserungen, sondern natürlich auch neue Fähigkeiten, wir spielen hier immerhin ein Metroidvania. Zusätzlich gibt es überall in der Welt verteilt Händler, die euch allerlei Nützlichkeiten verkaufen können. Es gibt also viele Optionen, Tott zu einem starken Feuerkrieger zu machen.

Ihr findet viele freundliche Gestalten, die euch bei eurem Abenteuer behilflich sind. | Bild: 2026 © Studio Doodal

 

Nicht extrem innovativ, aber dennoch sehr schön

Ich hab jetzt wirklich wenig gute Worte über die Spielwelt an sich verloren, aber ich möchte noch einmal betonen, dass trotz mangelndem Leveldesigns die Atmosphäre der Spielwelt absolut magisch ist. Der Soundtrack, welcher das Spiel begleitet, ist jetzt nicht so innovativ, die Melodien kommen einem irgendwie aus anderen Vertretern des Genres bekannt vor, aber das macht sie nicht sonderlich schlecht. Ich wurde einige Male an die Atmosphäre von Hollow Knight erinnert, komplett mit den Piano- und Violinenklängen.

Die größte Stärke in der Präsentation bleiben die Figuren und die handgezeichnete Optik, welche dem Spiel ihren Charakter verleiht. Auch wenn die Spielwelt, was verschiedene Biome angeht, auch nicht wirklich etwas wagt, so sind die Gebiete doch ansehnlich. Mit interaktiven Gegenständen und Charakteren im Vordergrund und verschiedenen Ebenen im Hintergrund wirkt Solateria wie ein spielbares Popup-Buch. Es macht also in seiner Darstellung und Erzählung nicht viel neu, dafür aber sehr poliert und präsentabel.

 

Titelbild: 2026 © Studio Doodal

Fazit zu Solateria

Solateria ist ein sehr guter weiterer Beitrag zur Welle des stetig wachsenden Metroidvania-Genres. Es ist definitiv ein Spiel, welches von Fans des Genres berücksichtigt werden sollte, da es vor allem in einem Aspekt sehr hervorsticht: Der Kampf gegen Bossgegner ist dank des Pariersystems sehr spannend und fordernd. Auch die Präsentation des Spiels ist stimmig, auch wenn sich hier kaum etwas Neues getraut wurde. Doch das, was umgesetzt wurde, wird sehr atmosphärisch dargestellt und präsentiert. Die Spielwelt sieht zwar nett aus, ist vom Design und Anordnung der Level her aber uninspiriert und blockig. Und auch das Platforming gehört nicht zu den Stärken des Spiels. Im Kern ist Solateria also ein Metroidvania für all diejenigen, die eine etwas knackigere Herausforderung in Kämpfen haben möchten.

Maarten Cherek (Redakteur)

Positiv:

Malerische Atmosphäre dank handgezeichneter Grafiken
Extrem forderndes Kampf-Gameplay mit großem Fokus auf dem Parieren
Etliche Wege, euren Charakter aufzuwerten und zu verbessern
Tolle Quality of Life-Aspekte wie Schnellreise und Item-Markierung sowie leichte Schwierigkeitsgrade
Das Design der Figuren ist echt gelungen

Negativ:

Das Leveldesign ist sehr blockig und uninspiriert
Das Platforming lässt etwas zu wünschen übrig
Die Erzählung ist Nichts, was wir nicht schon so in irgendeiner Form bereits mal gesehen haben

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Ab in die Sammlung?

Solateria ist ein sehr solides Metroidvania, welches vor allem im Aspekt der Bosskämpfe punktet, dafür in anderen Aspekten des Genres allerdings ein wenig schwächelt. Trotzdem ist dies ein Titel, den Genrefans sich auf jeden Fall guten Gewissens anschauen können.

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